Pen & Paper - Spielsysteme > D&D4E
Was ist bei 4E falsch gelaufen...
Vendes:
--- Zitat von: Feuersänger am 22.07.2014 | 13:28 ---[..] Wer D&D kannte und mochte, hat mit der 4E etwas bekommen, was mit seinem bekannten und geliebten D&D nichts mehr zu tun hatte. So wurden vielleicht ein paar zusätzliche Verkäufe generiert, aber mit dem Effekt dass die Spieler sich betrogen gefühlt haben. Dass dann auch noch die alten und von vielen heißgeliebten Forgotten Realms derart hingemetzgert und bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wurden, hat die Sache echt nicht besser gemacht.
Wer hingegen sowieso von vornherein keine besondere Bindung zu D&D hatte, dem war es auch wurscht ob das nun auf der Packung steht oder nicht.
Kurz: sie hätten das Spiel unter einem komplett anderen Namen vermarkten können, und das Branding mehr über WotC laufen lassen. Damit hätten sie neue Spieler genauso erfolgreich (oder erfolglos) rekrutieren können und die alten Grognards nicht vergrätzen müssen.
--- Ende Zitat ---
Das halte ich für sehr weit hergeholt. Ich habe etliche Jahre in den Forgotten Realms Rollenspiel betrieben, habe diverse Forgotten-Realms-Romanreihen regelrecht verschlungen und hunderte von Stunden damit verbracht, mich in die Welt einzulesen - bis in die letzten Candlekeep-Forenthreads - um Teile der Forgotten Realms möglichst nah an der Vorlage zum Lesen erwecken.
Dann habe ich eine längere Pause eingelegt und als ich 2011 wieder mit Pen&Paper-Rollenspiel angefangen hatte, kam gerade das Neverwinter Campaign Setting für D&D 4e raus. Diese in Buchform gegossene Sandbox voller Abenteuerideen und -hooks war für mich schon beim ersten Lesen aber sowas von D&D und sowas von Forgotten Realms. Kann ja sein, dass die düstere Atmosphäre und das postapokalyptisch angehauchte Setting nicht jedermanns Sache sind, aber die Forgotten Realms waren immer schon von Katastrophen von epischem Ausmaß geprägt, die es nun einmal so an sich haben, dass sie die eine oder andere Veränderung mit sich zu bringen. Als ich mir später auch noch das D&D 4e FRCS gekauft habe, dämmerte mir zwar auch, dass die Autoren hier und da möglicherweise etwas zu weit gegangen sind, aber allein mit den Inhalten des Neverwinter Campaign Settings und den dazu erschienenen Artikeln und Abenteuern lassen sich so viele Spielabende füllen, dass ich vor 2016 oder so keine weitere Überarbeitung der Forgotten Realms gebraucht hätte.
Nur, weil man selbst mit etwas offenbar nichts anfangen kann, sollte man nicht so argumentieren, als würde man quasi stellvertretend für den ganzen Stand der "wahren" D&D-Spieler und Forgotten-Realms-Liebhaber sprechen. Auch das Regelwerk, wie es in den Essentials-Produkten präsentiert wird, hat für mich mehr von D&D als manche Auswüchse zum Ende der D&D-3.5-Ära hin, die z. B. intensivst Elemente aus fernöstlichen Martial-Arts-Filmen aufgegriffen haben.
Tarin:
@DDI
Wobei mir der auch massiv sauer aufstieß. Erstens, weil ab einem gewissen Level der Charakterbau extrem leidig wurde, wenn man keinen Charakterbuilder nutzen konnte, den es ja irgendwann nur noch per DDI gab. Zweitens, weil die Wizards so doof waren, auf Silverlight zu setzen, was schlicht auf meinem System nicht funktionierte. Können die nix zu, ist aber dennoch blöd, wenn der DDI quasi vorausgesetzt wurde. Und das wurde er. Baut mal Charaktere so ab Heroic Tier mit PHB 1-3, den Power Büchern, dem Vault etc, bestenfalls auch noch mit den Sonderregeln für ein Campaign Setting. Das ist natürlich nicht nur ein 4E Problem, aber dieses Abo Prinzip bei gleichzeitigem Druck der Bücher fand ich extrem ekelhaft, auch wenn ich das Spiel an sich eigentlich mochte.
Vendes:
Auch der alte Character Builder wurde bis zuletzt mit den neusten Inhalten versorgt, nur eben nicht von WotC, sondern von Fans. Inzwischen hat WotC die Seite, über die die Updates verteilt wurden, abschalten lassen. Aber das war nach dem Erscheinen des letzten Dragon-Magazins, sodass man quasi alle Inhalte bekommen konnte.
Haukrinn:
@DDI Generell stimmt das, aber ich glaube wenn es den Charaktereditor nie gegeben hätte dann wäre das alles auch niemandem übel aufgestoßen. Denn die 3.5-Edition hatte bereits genau dasselbe Problem (und die Vorgänger, wenn auch in geringerem Maße, ebenfalls). Da trat es nur nicht so zu Tage weil eben kein Werkzeug vom Verlag bereit stand was einem da so massiv Arbeit abgenommen hat.
Arldwulf:
Mhh...ich spiel ja noch häufig 4E, und auch mit vielen Spielern die die Bücher nur in Druckform haben. Und ihre Charaktere dann einfach als Charsheet bei Mythweavers bauen oder ganz simpel am Spieltisch ausfüllen.
Was genau siehst du da denn als Problem? Klar ist der Charbuilder bequem und so...aber am Ende schaut man halt ins Buch rein, findet da seine Charakteroptionen und wählt sie.
Ist ja nun nicht so als ob man dort besonders viele komplexe Rechnungen durchführen müsste, die Kräfte sind ja absichtlich in ihrer Beschreibung auf Verständlichkeit getrimmt. Versteh mich nicht falsch, ich bereu es nicht den Charbuilder zu haben. Aber wenn ich gerade nicht darauf zugreifen kann bastel ich auch noch ganz klassisch mit den Büchern. Ist eh immer wieder schön die durchzublättern.
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