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[Serie] Penny Dreadful
Wisdom-of-Wombats:
--- Zitat von: Nocturama am 7.07.2015 | 19:45 ---Männliche Full Frontal Nudity ebenfalls, wenn ich mich recht erinnere.
--- Ende Zitat ---
In Season 2 erinnere ich mich da nur an Transfrau Full Frontal Nudity...
Teylen:
Mein Problem ist nicht die Funktion bzw. Nutzung der Rolle innerhalb der Geschichte.
Mein Problem ist viel mehr die fehlende Gestaltung der Figur.
--- Zitat von: Nin am 7.07.2015 | 00:00 ---... und Antisemitisch ebenfalls ... und auch latent homophob. Die Serie strotzt ja nur so vor Stereotypen (ergänzend zu dem bisher genannten: englischer Adel, einfältige Landbevöllkerung, irische Migrantin, schnoddrige Amerikaner etc.). Für mich entschuldigt sich das aufgrund des Hintergrunds der viktorianischen Zeit. Wobei ich nicht weiß, wie der tatsächlich war. "PC" sicherlich nicht.
Wie könnte das anders aussehen? Lust auf einen Gegenentwurf?
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Der Charakter bleibt innerhalb der eigentlichen Rollen.
Das heißt er war in Afrika Sklavenhändler, er wurde sowohl von den Engländern als auch von seinem Volk dafür verachtet, er hat Mr. Malcom getroffen und sich diesem angeschlossen.
Die Figur spricht während der Serie mit anderen Charakteren und nimmt dabei eine aktive Rolle ein.
Bis zur vorletzten Episode hat die Figur in der Serie so wie sie ist zunächst nur zugehört. Wenn er etwas sagte dann auf Reaktion darauf das er angesprochen wurde.
Selbst wenn Schwarze innerhalb der viktorianischen Zeit diskriminiert waren bedeutet das nicht das sie stumm gewesen sind und nur sprachen wenn sie adressiert wurden.
Die Figur erhält eine Motivation die man nicht nur durch Worte sondern auch durch handeln erfährt.
Bis zur vorletzten Episode wusste man nicht mehr über die Figur als das sie aus Afrika in Begleitung von Mr. Malcom nach England gekommen ist. Erst dann erzählt sie in drei knappen Sätzen ihre Motivation.
Bei den anderen Figuren hat man das verfahren "Show don't tell" gewählt. Sei es mit den weitschweifigen Rückblenden in die Vergangenheit von Ms. Yves sowie Calebs oder die Auseinandersetzung mit dem handeln und den Verhalten von Charakteren wie Frankenstein, Malcom oder Ethan. Sie alle durften nicht nur in Wort sondern auch in Tat und Bild zeigen was sie motiviert, wie die Vergangenheit sie geprägt hat. Die Schwarze Figur darf mit stoischen Gesichts-Eindruck auf der Treppe sitzen.
Wenn man die Motivation schildert erweitert sich damit auch fast automatisch die Handlungen, es ergibt sich im Grunde daraus.
Das heißt man kann Charakteren aus der Vergangenheit der Figur zeigen. Wie die amerikanischen Jäger bei Ethan, Prometheus bei Caleb, die Hexen bei Ms Yves, Malcoms toter Sohn.
Man kann entsprechende Verquickungen in die Gegenwart auf bauen. Derlei das es nicht nur andere Charaktere gibt sondern sich auch Handlungsmöglichkeiten daraus ergeben sowie vielleicht Wissen. Die deutlichste Szene wo mir das fehlen des ganzen auffiel war als das Haus angegriffen wurde. Jeder bekam etwas zu tun, einen interessanten Kampf, nur die schwarze Figur nicht so recht. Auch bei dem Sprachen Rätselspiel mochte man ihm nichtmal zugestehen das er vielleicht eines der Fragmente lesen kann weil es in seiner Muttersprache geschrieben ist.
Dann gibt man der Figur Sehnsüchte und Ziele. Etwas das er bis dahin selbst zum Ende hin nicht wirklich erhielt.
Er hat als 'edler Wilder' im Grunde Freundschaft mit Ethan geschlossen, aber es wirkte mehr als würde man damit die Weißen Figur beschreiben als ihn.
Deshalb war da zumindest bei mir auch keine rechte Bindung zu der schwarzen Figur als es dann gen Ende ging. Es war m.E. so inszeniert, langfristig aufgebaut, das man eher Mitleid mit dem Werwolf mit Kontrollverlust hatte.
Kurz, man behandelt die Figur wie eine Figur der Hautfarbe aus einem viktorianischen Horrorroman mit dem Unterschied das man sie nicht als Hintergrunddeko benutzt sondern wie einen Charakter behandelt.
Es unterscheidet auch die Figur von der jüdischen Figur über die man wesentlich mehr erfahren hatte. Ihre Sehnsüchte, Ziele, Makel, Stärken.
Die deutliche und Plotrelevante Kenntnisse hatte. Die Ägyptologie, die Beziehung zu den Antagonisten, die Kenntnisse der Sprachen, einen Geheimkeller.
Die mehrere aktive Verbindungen zu den anderen Charakteren hatte. Von den Verbindungen über die Universität, das abhalten der Sceance, das man Gründe fand wieso sie mit anderen spricht.
Die dementsprechend auch in der letzten Folge der aktuellen Staffel eine wesentlich aktivere Rolle im Kampf einnahm.
Die schlicht und ergreifend um einiges mehr Text zugestanden bekam.
Nun und das ist kein Charakter der unbedingt auf dem Plakat der Hauptcast drauf ist.
Als etwas abschweifender Vergleich.
Die Geschichte von Vom Winde verweht ist so ziemlich sehr rassistisch. Man hat in den ersten Minuten das Klischee der guten Sklavenhalter. Glücklicher Sklaven auf den Feldern. Die Darstellung das die Sklaven der O'haras sich damit beschäftigten Sklaven von ärmeren Familien zu dissen. Ein Teil der Sklaven der O'Haras kommen nach dem Krieg freiwillig zurück um sich quasi freiwillig neuzuversklaven weil es da soviel besser als Freiheit ist. Die freien Schwarzen werden nicht positiv dargestellt. Das Lager der befreiten Sklaven versucht die weibliche Hauptperson zu vergewaltigen. Die männlichen Hauptcharaktere üben dafür und überfallen die Schwarzen. Die weibliche Figur beschimpft ein schwarzes Kind auf übelste. So als die Punkte die mir auf Anhieb einfallen.
Dennoch bekommt dort der weibliche Schwarze Nebencharakter wenn ich mich nicht irre mehr Text, Charakter und Motivation als der schwarze Hauptcharakter bei Penny Dreadful. Hattie McDaniel erhielt für die Rolle sogar einen Oscar als weibliche Nebendarstellerin. Danny Sapani wird für seine Darstellung in Penny Dreadful wohl kaum einen Ennie bekommen, schlicht weil dafür die Rolle zu sehr "menschliche Hintergrund Deko" war.
Huhn:
--- Zitat von: Nin am 7.07.2015 | 09:35 ---Mal abgesehen davon, dass es auch eine schwule Sexszene in der zweiten Staffel gibt
--- Ende Zitat ---
Gibt es die? Ich hab bislang zwei gesehen - bei beiden wurde nur angedeutet, dass die nun Sex haben werden und hinterher vielleicht auch gesagt, dass sie welchen hatten. Wenn ich das mit den minutenlangen und als solchen gezeigten hetero-Sexszenen vergleiche ist das schon "rauscutten". Vorher mal nen nackten Menschen zu zeigen, zählt nicht als Sexszene.
--- Zitat von: Murder-of-Crows am 7.07.2015 | 18:46 ---Ähm... Ich finde die Serie nicht homophob. Absolut nicht. In der ersten Staffel bekommen wir eine unglaublich schöne Begegnung zwischen Dorian und Ethan. Und in der zweiten Staffel bekommen wir Angelique.
--- Ende Zitat ---
Beide Sexszenen werden wie gesagt nicht gezeigt - aus welchen Gründen auch immer sich die Verantwortlichen bei der Serie auch dagegen entschieden haben mögen.
Ethan wird im Verlauf der Serie auf die Begegenung mit Dorian angesprochen. Oke, er wird in provozierender Art und Weise angesprochen und soll damit beleidigt und in Verlegenheit gebracht werden. Insofern vielleicht auch ein gewünschter Effekt... Trotzdem: Es wird sofort davon ausgegangen, dass Homosex zwischen zwei Männern nur auf eine Art und Weise stattfinden kann, und dass einer von beiden sich durch seine selbst gewählte Rolle als unterlegen und "Schwächling" outen würde. Das erinnert u.A. leise an die Idee, es müsse in homosexuellen Beziehungen immer nen "männlichen" und "weiblichen" Part geben.
Angeliques "Enthüllung" wird als eine Art Schockmoment dargestellt. Angelique selbst, zumindest in der Szene, die ich bisher gesehen habe, keine Ahnung, ob sie* im Verlauf der Serie noch ne größere Rolle kriegt, scheint als Exoticum in nem Puff zu arbeiten - ne gleichberechtigte Darstellung sähe da eventuell auch anders aus, das mag aber auch den Stereotypen der dargestellten Zeit entsprechen.
Das bloße Vorhandensein von Homosexualität würd ich nicht als Zeichen werten, dass ne Serie nicht trotzdem latent homophob sein kann. Latent eben deswegen, weils vermutlich weder Absicht ist, noch direkt ins Auge springt, aber die Stereotypen sind halt trotzdem da.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Und hey - das heißt alles nicht, dass mir die Serie nicht trotzdem gefällt und ich nicht gleich beim Frühstück den 4. Teil der 2. Staffel anschauen werde. ;)
Nin:
--- Zitat von: Teylen am 9.07.2015 | 01:50 ---Mein Problem ist nicht die Funktion bzw. Nutzung der Rolle innerhalb der Geschichte.
Mein Problem ist viel mehr die fehlende Gestaltung der Figur.
(...)
Es unterscheidet auch die Figur von der jüdischen Figur
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Die schlicht und ergreifend um einiges mehr Text zugestanden bekam.
Nun und das ist kein Charakter der unbedingt auf dem Plakat der Hauptcast drauf ist.
(...)
--- Ende Zitat ---
Alles klar. Da kann ich nicht widersprechen.
Besonders auffällig ist das vielleicht auch deshalb, weil viele der "Nebenrollen" ein starkes Profil und Charaktertiefe vermitteln. Da fällt es umso mehr auf, wenn eine Figur immer ruhig im Hintergrund steht und wir gleichzeitig nichts über deren inneren Konflikt und das persönliche Drama erfahren.
Ich hoffe, dass das aus dramaturgischen Gründen durchaus beabsichtigt ist und die Figur in Staffel 3 ihr fettes Spotlight erhält.
Huhn:
Bin wirklich gespannt, was es nun mit dieser Figur auf sich hat. Bin leider schon son bisschen gespoilert worden, weil man Spoiler lesen kann, wenn man sie in Zitate einfügt. Macht aber nix, spannend bleibts trotzdem. :)
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