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Kompetitives Spiel in Fate Core und FAE
La Cipolla:
Ja, einfache Frage: Eine Spielrunde (One-Shot oder Kampagne) mit Fraktionen, die aktiv und hardcore gegeneinander arbeiten ...
1. Geht das gut?
2. Was muss man regeltechnisch bedenken?
Mich interessiert vor allem auch FAE.
Typische Beispiele wären eine Runde, in der drei Leute einen Mörder jagen, ein Sport-Setting oder einfach eine Schlacht auf dem Kriegsfeld.
Shadom:
Meiner Meinung nach wäre Fate da nicht das ideale System. Weder FAE noch Core.
Zumindest wenn ich mir deine Beispiele ansehe. Wenn der Mörder ebenfalls ein Spieler ist, dann ist man mit Aspekten und Fakten festlegen echt eingeschränkt und das macht Fate nunmal mit aus.
Regeltechnisch geht das aber sehr einfach:
Benutz das Fate Fraktal und mach die ganze Kampagne / das ganze Abenteuer zu einem Konflikt. Immer wenn etwas gespielt wurde was einer "Attacke" oder einem Manöver gleichkommt geht der große Konflikt weiter.
Dragon:
Mmh warum sollte das nicht gehen?
Ihr müsst halt das schaffen von Fakten vorher fest definieren, was erlaubt ist und was nicht und in welcher Größenordnung.
Die Sache mit "Alle gegen einen (Mörder)" halte ich auch für sehr heikel, dann müsstest du den einen schon mit sehr vielen Ressourcen ausstatten, damit der eine Chance hat. Aber unterschiedliche Fraktionen/Parteien, klar da sehe ich wenig Probleme.
Ich würde wahrscheinlich die Fakten so einschränken, dass sie die anderen Spieler nicht direkt betreffen dürfen und man vielleicht immer nur ein kleines Gebiet damit beeinflussen kann (also nicht so etwas wie "Hungersnot in Land von Spieler X"). Oder man beschränkt Fakten darauf, dass sie irgendwie an den eigenen Charakter (bzw. seine Anwesenheit) gekoppelt sind oder oder oder....
Hier muss man allerdings unterscheiden zwischen:
Einem Sportkampf, der wahrscheinlich wirklich ein Konflikt wäre.
Oder z.B. Fraktionen im Sinne von Parteien/Könige unterschiedlicher Länder o.ä. wo sich die Konflikte eher zwischen Minions austragen und nicht zwischen den einzelnen Charakteren selbst. Hier ändert sich eigentlich nur die Zoom-Ebene, ansonsten würde ich ganz normal spielen und den Spielern ggf. erlauben dann in die Rolle ihres Hauptmannes o.ä. zu schlüpfen, wenn es zu einer Schlacht kommt.
Vielleicht wirfst du auch mal einen Blick auf das "Drops in a Pond"-Massenkampf mit Fate.
Azzu:
Wir hatten das ein paar Mal. Solange sich alle zurückhalten und auch Spaß haben, wenn ihr Charakter mal den Kürzeren zieht, funktioniert das. Mit solchen Spielern funktioniert PvP aber mit jedem System.
Sobald ein Spieler gegen einen anderen "gewinnen" will, empfinde ich die Auslegungsbedürftigkeit der Aspekte nicht mehr als Bereicherung, sondern als Belastung. Jeder Fate-Punkt der hergegeben wird, jede Ausnutzung eines Aspekts nützt dann nicht den Spielern, sondern gibt einem Spieler einen Vorteil über die anderen. Das macht das Spielleiten nicht angenehmer. Wenn es PvP mit Fate werden soll, wären klar definierte Aspekte hilfreich, über deren Anwendungsbereich man nicht lange diskutieren kann. Und vielleicht eine Regel, wer wie oft Fate-Punkte durch gereizte Aspekte bekommen kann (z.B. nach dem ersten Reizen erst wieder, wenn der Aspekt eines anderen Charakters gereizt wurde).
Die Regeln für das Reizen von Aspekten gegen andere Spielercharaktere sind nochmal extraschwammig. Dazu fällt mir gar keine Lösung ein, die mich zufriedenstellt.
Und es besteht ein Anreiz für die Spieler, in PvP-Situationen auf Biegen und Brechen möglichst viele Aspekte in eine Aktion hineinzuerzählen, ob sie nun passen oder nicht. Hier könnte eine Deckelung des Aspekteinsatzes pro Aktion wie bei Diaspora vielleicht Abhilfe schaffen, probiert habe ich das aber noch nicht.
LordBorsti:
--- Zitat von: La Cipolla am 24.05.2014 | 08:09 ---Ja, einfache Frage: Eine Spielrunde (One-Shot oder Kampagne) mit Fraktionen, die aktiv und hardcore gegeneinander arbeiten ...
1. Geht das gut?
2. Was muss man regeltechnisch bedenken?
...
--- Ende Zitat ---
Für PVP brauchst du erstmal ne Gruppe, die es hinbekommt kooperativ gegeneinander zu spielen. Zweitens brauchst du Spieler/innen die gut verlieren können. Beides ist nicht so einfach zu finden.
Außerdem brauchst du ein Regelsystem, das sehr klar definiert ist und wenig Auslegung vom SL fordert, damit eine unparteiische Komponente reinkommt (vgl. Brettspiele).
Bei FATE siehe ich das mit gemischten Gefühlen:
Skills, Stunts, 4 Actions, 4 Outcomes, Conflicts sind klar definiert, das sollte wenig Probleme bereiten.
Das Problem sind die Aspekte und der Regelkomplex darum (invoke, compel, free invocations), der für längeres kompetitives Spiel einfach zuviel Auslegung von Spielern und SL erfordert. Invocations sind hier kein großes Problem, die sind über die Fate Punkte an eine endliche Ressource gekoppelt. Problematisch sehe ich compels (Reizen), da hier die Folgen nicht in Regelmechanik/Zahlen abgebildet wird, sondern rein in der Fiktion. Ich würde Compels also entweder ganz rausschmeißen, oder ein regelmechanisches Korsett drumlegen. Beispielsweise: Wenn ein Aspekt gegen einen Charakter in einem Konflikt gereizt wird, verliert der Charakter seine Aktion für diese Runde und die Fiktion erläutert warum.
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