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[Film] Interstellar - neuer Film von Christopher Nolan
Timberwere:
Ich fand Interstellar gar nicht so schlecht, wie er vielerorts gemacht wird, aber als er letztens mal wieder im TV kam, habe ich mich wieder daran erinnert, wie gewaltig mir die Musik in dem Film an einigen Stellen auf die Nerven geht. Die ist teilweise nur noch lautes, kakophones Geplärre.
First Orko:
Vielleicht mal als Beispiel dafür, wie man ein und dieselbe problematische Szene anders deuten kann: Es wurde ja schon das Shuttle mit dem Mega-Antrieb angesprochen, das einfach so vom 1,6g-Planeten (kann man das so schreiben?) startet. Das hat mich nicht gestört - vermutlich weil ich das durch Star Trek derart verinnerlicht habe, dass ich das einfach so akzeptiere. Dass damit das ursprüngliche Problem eigentlich aufgehoben sein müsste, hab ich nicht bemerkt.
Und jetzt mit den logischen Erklärungen hier im Thead? Die Frage ist doch, wo wäre der Mehrwert? Am Ende will man die Crew "coole" Planeten erforschen lassen. Dann könnte man jetzt ne komplette, 3-stufige Rakete runterschicken womit die Crew dann von dort wieder startet. Wenn ich das nicht zeige => weniger Dramatik. Zeige ich das => uiiii. Schon wieder ein Raketenstart... (hatten wir doch schonmal im Film). Will man auch nicht.
Am Ende hätte es für die Mission keinen Unterschied gemacht. Ich schlucke die Prämisse "Ok das Shuttle kann das aber für die Menschheit reicht das nicht" problemlos.
Und nochmal im Gegenzug ein Beispiel für Sachen, die mich stören. Da gibt es dieses Klischee, das sooo oft verwendet wird und mich immer wieder nervt: Der Held erhält/findet/erkämpft sich "The Device", einen superwichtigen Gegenstand. Vielleicht probiert er ihn aus (=> Device wird etabliert), aber dann passiert <total chaotisches Ereignis> und er verlegt/verliert/vergisst ihn aus Unachtsamkeit - und daraus entsteht dann weitere Plot.
Das regt mich immer wieder fürchterlich auf.
Dirk Remmecke:
--- Zitat von: 6 am 9.01.2019 | 23:36 ---Ich frage mich z.B. immer noch wieso so viele YouTube-Videos sich bei dem Film Auslöschung auf das Alien und dessen Beweggründe versteifen, obwohl der Film eigentlich recht deutlich klar macht, dass die Menschen selbst da das eigentliche Thema ist und das Alien sogar als unergründlich (sozusagen komplett "alien") bezeichnet wird.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Das Alien habe ich durchaus als unergründlich verstanden und akzptiert. Mich hat an dem Film was ganz anderes gestört: Warum um alles in der Welt geht der Erkundungstrupp über Land in die "Zone" und riskieren Verirrung in dem Wald, wenn das Ziel ein Leuchtturm in der Mitte der Zone ist und demnach ein Weg von der "Seite" am Strand entlang viel naheliegender wäre?
Ja, Plot, man wollte den fantastisch mutierten Wald mit seinen bizarren Wesen und Orten zeigen.
Aber dann lege ich als Erzähler den befallenen Ort doch nicht an eine Küste!
Für jeden Spielleiter (zumindest die mit Plotinteresse) wäre das ein Anfängerfehler.
Weiß jemand, ob die Buchvorlage da bessere Antworten liefert?
Interstellar hat schöne Bilder, aber hat mich auch schon bei der Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Situation der Erde verlassen. Beim Rest habe ich gar nicht mehr versucht, das Ganze auf Glaubwürdigkeit abzuklopfen.
Da habe ich mich lieber an den exotischen Planetenoberflächen erfreut. Wasserberge, Wolken, die staubige Erde.
Ein bisschen wurmen mich diese Dinge schon.
Es gibt Inhalte, die ich gerne spielen (leiten) würde, die ich aber ungespielt lasse, weil ich die Stoffe oder Themen nicht gut genug beherrsche. (Zum Beispiel alles Historische.)
Und dann gibt es immer wieder große Millionen-Dollar-Projekte, die alles ignorieren, platteste Weltbilder bauen, löchrigste Plots und Erklärungen liefern und mit einfach allem durchkommen...
6:
--- Zitat von: Dirk Remmecke am 11.01.2019 | 20:14 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Das Alien habe ich durchaus als unergründlich verstanden und akzptiert. Mich hat an dem Film was ganz anderes gestört: Warum um alles in der Welt geht der Erkundungstrupp über Land in die "Zone" und riskieren Verirrung in dem Wald, wenn das Ziel ein Leuchtturm in der Mitte der Zone ist und demnach ein Weg von der "Seite" am Strand entlang viel naheliegender wäre?
Ja, Plot, man wollte den fantastisch mutierten Wald mit seinen bizarren Wesen und Orten zeigen.
Aber dann lege ich als Erzähler den befallenen Ort doch nicht an eine Küste!
Für jeden Spielleiter (zumindest die mit Plotinteresse) wäre das ein Anfängerfehler.
Weiß jemand, ob die Buchvorlage da bessere Antworten liefert?
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Recht einfach. Weil der Film metaphorisch zu verstehen ist. Da sind noch wesentlich mehr Sachverhalte drin, die bewusst so gewählt wurden, die aber "Plotlöcher" sind. Lenas Haus im Shimmerbereich, nur komplett überwuchert. Das "wandernde" Unendlichkeitstattoo usw. Sie gehen also direkt durch den Wald, weil das ne metaphorische Reise für den Trupp ist.
Das ist so ein typisches Beispiel warum Filmgeschichten keine Rollenspielgeschichten sind. Sowas ist vollkommen unmöglich im Rollenspiel zu leiten. Das verwendet Erzählmittel, die im Rollenspiel nicht funktionieren(Auch wenn ich schon SLs erlebt habe, die sowas leiten wollten und dann daran logischerweise gescheitert sind).
Falls Du mehr über den Film diskutieren möchtest: Es gibt da glaube ich einen Thread für den Film. Da können wir dann gerne weiter diskutieren.
YY:
--- Zitat von: First Orko am 11.01.2019 | 13:47 ---Dem Umkehrschluss folgend würde ich davon ausgehen, dass jemand, der grundsätzlich mit den o.g. Erwartungen an SciFi-Produktionen herangeht meistens massiv enttäuscht wird (ich glaube Feuersänger hatte das sogar irgendwo schonmal genauso geschrieben).
Ich fände das sehr traurig, weil ich der Überzeugung bin, dass es auf dem Sektor eine ganz Menge wirklich gut gemachter Filme gibt, die zwar nicht realen, wissenschaftlichen Prinzipien entsprechen aber doch trotzdem unterhalten können - wenn man die physikalisch-kritische Sichtweise abstellen kann!
--- Ende Zitat ---
Mir geht es ähnlich wie Feuersänger, wobei das öfter mal Erwartungshaltungen sind, die sich erst im Laufe des Films aufbauen.
Arrival fand ich z.B. beim Schauen zunächst ziemlich gut, aber das Ende bzw. dessen "technische" Erklärung hat mir den ganzen Film zerschossen.
Wenn umgekehrt ein SF-Film von Anfang an "nur" auf eine konsequent zu Ende gedachte Prämisse setzt und sein Ding da ordentlich durchzieht, ist mir die technisch-wissenschaftliche Seite auch mal egal.
Eine gute Jules-Verne-Verfilmung schaue ich mir durchaus an und ich lese sehr gerne Golden Age SF, wo man über manchen technischen Hintergrund heute schmunzeln muss. Das sind trotzdem gute und oft genug ungeachtet des Genres zeitlose Geschichten.
In anderen Genres geht es mir ähnlich: Die meisten "normalen" Actionfilme gehen mir ziemlich gegen den Strich, aber so was wie Shoot'Em'Up kann ich mir wieder anschauen. Das ist der Unterschied zwischen gewollt und nicht gekonnt oder erst gar nicht gewollt und sein eigenes Ding gemacht.
--- Zitat von: First Orko am 11.01.2019 | 13:47 ---Was ich schade finde ist, dass aus dieser Position heraus anderen Leuten beibringen möchte, warum man einen Film scheiße finden muss (vulgo: "der Film IST schlecht", nicht "ich finde ihn schlecht, weil") wenn man ihn aus dieser Sichtweise betrachtet.
--- Ende Zitat ---
Kommt das wirklich so bei dir an?
Natürlich kann hier jeder nur seine Perspektive ausführen und dann ist man schon am Ende.
Aber wo wir schon bei Wahrnehmungsfehlern sind: In diesen Kontexten lese ich nicht unbedingt hier, sondern allgemein erst mal ein "Stimmt gar nicht, der ist wissenschaftlich total korrekt!", wo es heißen sollte "Mir gefällt er trotz dieser Fehler/Mich stören diese Fehler nicht". Und da kann ich dann schon wieder verstehen, warum sich die Gegenseite in dem Thema verbeißt. Nicht, weil der andere ihn schlecht finden soll oder gar muss, sondern weil er wenigstens seine Meinung ordentlich formulieren soll :P ;)
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