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Ravenloft done right....wie müsste man´s angehen?
Waldviech:
Da ich mich gestern seit Längerem wieder durch einen Stapel alter Ravenlofthefte geblättert habe und mir zudem "Murder in the Rue Morgue" mit Bela Lugosi reingezogen hatte, kam ich mal wieder ans Überlegen, wie wohl eine gute Ravenloftkampagne aussehen könnte. Ravenloft ist was Gothic-Horror-Thematik, Ideen und Atmosphäre angeht, schlicht großartig, hat aber auch so seine Schwächen, wie etwa das sehr, sehr gestückelt wirkende Setting oder die Tatsache, dass der D&D-Ansatz dem Universal/Hammer-Flair im Wege steht. Da würde mich mal die Frage interessieren, wie man Ravenloft (ob man nun die Originaldomänen zum Vorbild nimmt oder was sehr Ähnliches gestaltet, wär wurscht) in dieser Beziehung nachbessern kann. Konkrete Ideen, die so spontan aufplöppen, wären:
- Man bespiele das Ganze mit einem zum Thema passenden Regelsystem. Sei das nWoD, Cthulhu, Fate oder sonstwas, aber nicht mit einem System, dass die klassische Fäntelalter-Abenteurergruppe als feste Basis hat.
- Man reduziere das AD&D-Fäntelalter. Elfen, Zwerge, Halblinge und Konsorten würde ich noch weiter zusammenkürzen.
- Der technisch-wissenschaftliche Stand könnte etwas konsistenter gestaltet werden. Als grobe Richtlinie wär vielleicht irgendwas um 1840-1850 anzudenken. Das trifft den Flair vieler Hammer- und Universalfilme durchaus (wobei letztere zwar auch gerne mal in den 1930ern spielen, aber auf irgendwas muss man sich ja einigen ;)). Ziemlich ideal wäre settingseitig IMHO sowas wie das Heilige Römische Reich o.ä. mit vielen kleineren Fürstentümern.
- Die Kosmologie könnte man etwas weniger abstrakt gestalten: Es gibt eine "mundane" Welt außerhalb der Domänen - diese entstehen nicht aus dem Nichts oder werden aus irgendwelchen anderen Welten in eine Nebeldimension gezogen, sondern Gebiete verändern sich subtil, wenn sie zur Domäne eines Darklords werden.
Nur mal so in den Raum geworfen....
P.S.: Red Mask ist mir seit Längerem bekannt, hat aber irgendwie nicht ganz sooo gezündet. (Wobei ich gar nicht mal konkret sagen kann, warum nicht. Vermutlich ist es noch immer das AD&D-Regelproblem).
Rhylthar:
Habe ja alle Ravenloft-Sachen (zumindest AD&D) hier und habe letztens nochmal irgendwas gelesen, meine in Feast of Goblyns...whatever, auf jeden Fall ging es darum, dass Ravenloft anders angegangen werden sollte als herkömmliches AD&D-Fantasy. Es war ein schönbeschriebenes Beispiel eines Wolfwere, der bei den Charakteren vor der Tür steht, bei dem es darum ging, durch die Erzählweise Spannung zu erzeugen. Und das funktioniert eben unabhängig vom Regelsystem.
Weiterhin wurde darauf eingegangen, dass sich die Charaktere "fremd" fühlen müssen. Keiner mag sie, keiner vertraut ihnen wirklich, sie sollen sich unwohl fühlen. Klar, klassische Horrorelemente gehören auch dazu, wie Nebel, Vollmond, etc.
Dann habe ich damals (schon ein paar Jahre her) noch ein wenig in die Psycho/Schock-Trickkiste gegriffen. Nein, kein übertriebenes Blood & Gore (obwohl es ab und an gut passt), keine Vergewaltigungen oder ähnliches. Aber es macht eben einen fundamentalen Unterschied, ob die Gruppe von Zombies angegriffen wird oder von Zombies, die z. B. am Tag vorher noch die spielenden Kinder aus dem Dorf waren. Horror-Checks inbegriffen.
Ansonsten habe ich für mich beschlossen, dass wenn ich Ravenloft mit dem (A)D&D-System bespiele, es höchstens bis zum Mid-Level-Bereich funktioniert. Und ich es nur ab und an als Abstecher nutzen kann (kurze Kampagne/Abfolge von Abenteuern), denn Horror ist imho etwas, was sich auch schnell abnutzen kann.
Selganor [n/a]:
Welches Ravenloft meinst du denn? Das "Castle Ravenlot" aus dem Abenteuer (ein Vampir herrscht ueber das Land um seine Burg rum und die Gruppe kann versuchen die Mittel zusammenzusammeln mit denen er besiegt wer"zu boese" wurden werden in ihre eigenen kleinen Reiche gepackt in denen sie zwar weit mehr Macht haben als sonstwo - z.B. verhindern koennen, dass jemand ihr Land verlaesst - sie dieses Land aber selbst auch nicht verlassen koennen und einige ihrer Wuensche auf immer unerfuellt bleiben)?
Rhylthar:
Da er von Domänen und Darklords spricht, wird wohl das Setting gemeint sein. :)
Waldviech:
Eben jenes! Also das Ravenloft, das als Campainsetting rauskam. :)
--- Zitat ---Aber es macht eben einen fundamentalen Unterschied, ob die Gruppe von Zombies angegriffen wird oder von Zombies, die z. B. am Tag vorher noch die spielenden Kinder aus dem Dorf waren. Horror-Checks inbegriffen.
--- Ende Zitat ---
Guter Punkt - solche Tricks können wirklich gut helfen. Zumal die ganze Problematik ja auch dadurch zustande kommt, dass man meist eben eine typische Heldentruppe spielt und weniger Protagonisten wie aus den filmischen Vorlagen. Wenn der Dorfarzt, sein Student samt Verlobter und der Polizeiinspektor aus der Stadt im Spukhaus des gehängten Hexers auf Zombies treffen, fühlt es sich halt anders an als wenn Legolas, Sir Lancelot, Miraculix und Lina Inverse sich in Raum B5 des Dungeons durch 3W17 Untote+5 schnetzeln. In ersterem Falle lässt sich das Horrorfeeling leichter erzeugen als in zweiterem.
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