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Araclia - die systemunabhängige, große “andere” Fantasy-Welt

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Samael:
Erst mal, toll die Mühe die in das Ding geflossen ist. Das .pdf macht einen sehr guten Eindruck und die Karte wirkt professionell!

Ich habe nicht reingelesen sondern nur ein paar Absätze und Überschriften überflogen, aber insgesamt scheint mir das Label "anders" fragwürdig. Aufbau und Geschmack habe ich schon dutzende oder hunderte Male so oder so ähnlich gesehen. Das soll aber nicht heißen, dass das Setting nicht zu gebrauchen ist!

Aber "fremdartig / neuartig", wenn man mal als Maßstab Dark Sun, Sundered Skies und ähnliche unkonventionelle Fantasy-Settings betrachtet scheint mir Araclia nun wirklich nicht. Selbst das mit den "einzigartigen" Rassen ist einfach nicht so. Elfen gibt's unter anderem Namen (selbst Dunkelelfen), außerdem "Obsidianer", Katzen- und Wolfsmenschen etc. "Einzigartig" ist anders.

CokeBacon:

--- Zitat von: AceOfDice am 20.11.2014 | 18:05 ---Eine Eigenheit von Araclia ist, dass im Kern der Welt Magie und Übernatürliches selten und damit auch besonders und (ehr)furchtgebietend sind. Hier gibt es keine Schwerter +1 auf dem Markt und keinen Hofmagier, der den König nach geglücktem Attentat wieder zum Leben erweckt. Magier definieren sich auch nicht über dicke Bücher und knorrige Stäbe, sondern über scharfen Intellekt und andersartige gesellschaftspolitische Einstellung. Sie wirken vielmehr aus dem Verborgenen und verfolgen andere Ziele - all dies vor dem Hintergrund eines traumatisierten Volkes, das sich lieber in aussichtslose Kriege stürzt als sich mit dem Übernatürlichen auseinanderzusetzen…

Araclia ist systemneutral gestaltet und frei von Crunch & Stats, dafür gedacht, mit jedwedem Regelwerk in Kombination gespielt zu werden.

--- Ende Zitat ---
Steht die Aussage, dass es systemneutral ist, nicht in Konflikt zur Darstellung von Magiern und deren Zauberei im oberen Absatz?

Shadom:
Ich versuche mich mal hier ein wenig in konstruktiver Kritik. Böse ist das alles nicht gemeint

- Dafür, dass ich 10 einzigartige Rassen versprochen bekommen habe, sind leider über die Hälfte davon bekannte Rassen mit einem Twist. Das macht sie nicht schlecht! Ich finde den ein oder anderen Twist wirklich sehr interessant. Aber es ist halt nicht so ganz das drin was ich versprochen bekommen habe.
Wenn dann einige davon dann noch direkt als NSC gekennzeichnet sind, dann stößt mir das etwas säuerlich auf. Die meisten Runden sollten doch selber entscheiden können, ob eine Rasse nun in ihre Gruppe passt oder nicht. Davor warnen kannst du ja immer noch problemlos. Einfach sagen "denkt darüber nach welche Rassen ihr erlauben wollt, da sich gerade Linueen usw. nicht gut in die meisten klassischen Abenteuer einfügen". Gerade bei einem systemlosen Setting kann man ja auch nicht von balancing Problemen reden.
- Bevor ich in irgendeiner Weise weiß was ich spiele oder überhaupt lese startest du mit der Geschichte der Welt. Die ist.. lang. Ordentlich geschrieben und (zumindest das was ich davon gelesen habe) auch nicht uninteressant, aber warum nicht ein "Aaclia im Überblick" wo du mir auf 2 Seiten wirklich sagst was Sache ist. Etwas das ich beispielsweise einem faulen Spieler in die Hand drücken kann, so dass er genug weiß um sich wenigstens schonmal Gedanken über seinen Charakter zu machen. So habe ich das Gefühl wenigstens 30 % der Infos im Kopf haben zu müssen um den Spielern genug fürs erste Abenteuer an die Hand geben zu können.
- Wozu brauche ich bei einem systemlosen Setting solche Angaben wie "Größe: 120 + 6xW6". Schreib doch einfach 126-156. Das das auf einer Glockenkurve läuft sollte ja selbstverständlich sein und wenn ich ein eigenes System draufpflansche, dann werde ich auch Auswürfelmechanismen aus dem System nutzen. Außerdem fehlt hier leider eine Einheit. Gerade da du gut hundert Seiten auch noch ein paar ungewöhnliche Maßeinheiten der Welt erklärst, wäre cm und kg (bei Gewicht) nett :D
- Bei so vielen Lände und allem drum herum hätte ein Landkarte der Welt geholfen :D Da hätte auch eine sehr einfache wie die von den Provinzen Catoriens gereicht. Nur eben als Weltkarte. Ganz am Ende versteckt sich ja eine ordentliche Karte! Super. Wäre schön das zu gewusst zu haben während ich die Beschreibungen der Länder und Städte lese. Oder habe ich da nur einen deutlichen Verweis übersehen?
- Die Städtenbeschreibungen hätte ich zu den jeweiligen Ländern gepackt. Immerhin gehe ich ja wenn ich nach einer Stadt suche doch fast immer so vor "Wo sind wir... was gibt es hier für Städte". Wo wir schon dabei sind. Jeweils ein Absatz nach der Einwohnerzahl würde der Lesbarkeit helfen :D so gehen die Zensusdaten direkt in den Fließtext über.
-  Im Laufe des Lesens wird klar. Eigentlich geht es im Spiel im Catorien. Alles andere ist eher Kulisse, die auch bespielt werden kann. Das ist absolut in Ordnung. Aber dann würde ich das auch zu Beginn so klarstellen.
- Die Geheimnisse zu den NSCs gehören in einen eigenen Absatz zu der normalen Beschreibung. Ich denke nicht, dass die Gefahr sehr groß ist, dass ein Spieler sich die NSC BEschreibungen überhaupt durchliest. Die Persönlichkeiten kennt er ja eh. Wenn ich als Spielleiter meine Spieler zu Beginn schon mit den NSC bekannt machen will, dann kopiere ich mir sowieso einfach den Teil der Beschreibungen raus, den sie lesen sollen. Notfalls tuts auch ein "Aber den Absatz mit den SL Infos nicht lesen" wenn ich am Spieltisch das ganze als schnell ausgedruckte Version rumreiche.
- Die Illustrationen zu den Göttern fallen regelrecht unangenehm auf. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie so wahnsinnig anders sind als alle anderen (vor allem durch die Farbe).

Was Geschmackssache ist:
Für mich persönlich sind das VIEL zu viele Details. Ich kann eine Menge über das Schrift- und Kulturgut Catoriens sagen, aber das kommt in Runden so selten direkt vor, dass es vielleicht eher unnötiger Ballast ist. Bei so viel Material hätte ich persönlich eher 5 PDFs veröffentlicht und trotzdem noch ein paar Sachen gestrichen. Regionalbände usw. Ich bin aber auch faul und improvisiere sehr gerne. Andere saugen das als Inspirationsquelle vielleicht gerne auf?
Was mich angeht hätte ich auf bestimmt 150 Seiten verzichten können und dafür 2 Seiten Übersicht und 1 Seite Plotseeds konzentriert entgegen genommen.


Was ich toll finde:
Für ein "für umsonst" Produkt könnte ich in dieser Welt jahrelang spielen und trotzdem immer wieder reinschauen und neues finden. Das ist ein so großer Wust an Infos, dass man sich das kaum alles merken kann. Unglaublich! Auch das Layout und die Illus sind größtenteils wirklich ordentlich. Ein paar mehr hätten es natürlich wirklich sein können, aber das ist ja normal :D


Da ich das nicht so unkommentiert stehen lassen will, aber der Post hier schon fertig geschrieben war als ich deine Antwort gesehen habe. Hier nochmal konkret was ich meine:

--- Zitat von: AceOfDice am 21.11.2014 | 18:28 ---Ich bin kein Marketer, aber so, wie du es darstellst, Shadom, ist es ja auch wieder nicht.
Aber gerne wende ich die o.a. Punkte explizit positiv:

- einzigartige Rassen, die die Vorstellungskraft der Spieler neu entfachen,

--- Ende Zitat ---
Vorm Lesen: Ja aber was denn für Rassen?! Gib mir doch direkt im Pitch wenigstens ein Beispiel.
Nach dem Lesen: Eine Menge Rassen sind wie gesagt nicht wirklich so einzigartig.

--- Zitat von: AceOfDice am 21.11.2014 | 18:28 ---- nuancierte Dimensionierung des Übernatürlichen für maximales dramaturgisches Empfinden im Rollenspiel,

--- Ende Zitat ---
Vorm Lesen: Ich bin ja schon lange Rollenspieler aber ich hab keinerlei Ahnung was mir das sagen soll? Heißt Nuanciert, dass es eine Zauberspruchliste mit 300 Einträgen gibt? Oder geht es hier um 100 magische Kreaturen? Oder ist mit nuanciert im Gegenteil ein Baukasten gemeint? Oder geht es sowieso gar nicht um solche Details sondern um einen gut ausgearbeiten Kosmos? Alles?
Nach dem Lesen: Du hast eine Menge Details und damit bestimmt auch eine Menge Nuancen.. was mir das dramaturgisch mehr bringt als ein paar einzelne aber dafür sehr stimmige Beispiele weiß ich nicht.

--- Zitat von: AceOfDice am 21.11.2014 | 18:28 ---- Systemneutralität für absolute Freiheit bei der Wahl des anzuwendenden Regelsystems,

--- Ende Zitat ---
Vorm Lesen: Absolut richtig. Das ist ein Punkt den der Pitch mir direkt zeigt. Alles in Ordnung hier
Nach dem Lesen: Stimmt immer noch zu 99% also alles okay :)

--- Zitat von: AceOfDice am 21.11.2014 | 18:28 ---- Größe und Freiraum für größtmögliche kreative Entfaltungsmöglichkeit des Spielleiters,

--- Ende Zitat ---
Vorm Lesen: Das kann sehr viel bedeuten. Große weiße Flecken in der Landkarte zum selber füllen? Optionale Wahlmöglichkeiten für das Setting (im Sinne von der König des Landes soll ein untoter Lich sein. Das könnten Gerüchte durch XY sein oder auch die Wahrheit, die so und so begründet ist)? Keine Ahnung was du meinst.
Nach dem Lesen: Gemeint ist vermutlich: Sehr viele Länder/Kulturen/Rassen in denen bestimmt irgendwo jede Idee vom SL reinpasst.

--- Zitat von: AceOfDice am 21.11.2014 | 18:28 ---- komplexe Zusammenhänge, Konflikte und Themenstellungen, die Langzeit-Kampagnenspiel endlich wieder lohnenswert machen,

--- Ende Zitat ---
Vorm Lesen: Erwarten mich hier coole Schaubilder mir Organigrammen? Fate-artige "Issues", die ich mir als SL jeweils aussuchen kann? Vielleicht aber auch einfach nur richtig tiefgehende PlotPoint Kampagnen wie bei den besseren Savage Worlds?
Nach dem Lesen: Eine große Detailtiefe ist glaube ich was gemeint ist. Also einfach sehr viel Material was ich über eine lange Kampagne erkunden kann. Vermutlich auch die für mich oben beschriebenen eher unwichtigen Sachen. Das wurde halt nicht so deutlich aus dem Pitch. Vielleicht eher was schreiben in Richtung "sehr detailliert mit viel Hintergrundinformationen usw"?

--- Zitat von: AceOfDice am 21.11.2014 | 18:28 ---- übersichtliche und komprimierte Präsentation, um unverzüglich ins Abenteuer losstarten zu können.

--- Ende Zitat ---
Vor dem Lesen: Okay das klingt super. Nichts zu meckern.
Nach dem Lesen: Ähh.. wo? Siehe meine Kritik ganz oben. Das habe ich so nirgendwo gefunden.




AceOfDice:
nehme ich gerne so zum Nachdenken mit und gestehe auch zu, dass "anders" weniger im Sinne von "andersartig" als im Sinne von "andere Option" gemeint ist (daher auch die Anführungszeichen im Betreff). Als ich mit Araclia begann, wollte ich auch keine Welt erschaffen, die ein zu starkes "Theme" hat, insofern absichtlich kein Dark Sun & Co. Dass sich Welten mit starker Fokussierung auf eine Besonderheit leichter vermarkten lassen, ist auch klar. Eigentlich sollte der Werbespruch von Araclia eher lauten "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile". :)

Was die Rassen betrifft, lassen wir bitte die Kirche im Dorf: Alles gab's schon irgendwie irgendwann mal. Mir war wichtig herauszustreichen, dass Araclia keine 08/15-Rassenklischees bedient, sondern ein eigenes Set zur Verfügung stellt, das vor allem in dieser Kombination und ohne Elfen und Zwerge in den meisten medieval fantasy-Welten nicht existiert. Auch hier ist die Kombination zu bewerten und nicht irgendwelche Einzelteile für sich. Außerdem ist es immer gut, wenn es zumindest ein paar halbwegs vertraute Aspekte gibt.

La Cipolla:

--- Zitat ---gestehe auch zu, dass "anders" weniger im Sinne von "andersartig" als im Sinne von "andere Option" gemeint ist
--- Ende Zitat ---

Das dachte ich mir beim Reinlesen auch schon - wird aber nicht ganz deutlich, vielleicht in der nächsten Version nachbessern?

Ich denke, die Rassen sind nur dann ausgetreten, wenn man die Brille des erfahrenen Rollenspielers aufsetzt; in diesem Fall hat der Verzicht auf EDO imho auch keinen großen Mehrwert, weil man die Nachteile als Spielgruppe oder Spielleiter tendenziell sowieso längst überwunden hat oder aber ganz auf unmenschliche Rassen verzichtet. Wenn man das Rassen-Ensemble allerdings neben die Grundregelwerke von DSA oder Pathfinder stellt (und viel mehr kennen die meisten Rollenspieler in Deutschland nicht), kann man das Argument wahrscheinlich halten. Was durchaus Sinn macht, da die Ace-of-Dice-Sachen das erste sind, was ich einem Anfänger-Rollenspieler empfehle, der nach etwas Kostenlosem sucht. Auf den ersten Blick mag ich auch, wie die "andersweltlichen" Rassen eingebunden sind. Eine solche Einbindung, die über "ancient people of the woods/hills" hinausgeht, ist mir schon bei Splittermond positiv aufgefallen.

Ich befürchte aber, zu einem zweiten Blick wird es bei mir auch nicht kommen. Ich zweifle nicht daran, dass Araclia gut ist, wie eigentlich alles aus dieser Schmiede, aber gerade durch diesen Mittelweg zwischen "bodenständig" und "kitchen sink" (High-Fantasy, Arabia- & Asia-Regionen etc.) habe ich schon zu viele gute Alternativen, die tendenziell auch mehr Geld im Hintern und damit die bessere Aufmachung haben. Auch wenn das Buch für eine gratis-PDF wieder mal echt ansehnlich ist!

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