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Plausible SF-Utopie
Minne:
--- Zitat von: Feuersänger am 12.12.2014 | 15:33 ---Eine vollgültige Utopie wäre ja auch sterbenslangweilig. Da kann man dann noch ein wenig Sightseeing betreiben, "Aah toll!" sagen, und das wars dann auch.
--- Ende Zitat ---
Möglicherweise einer der Gründe, weshalb literarische Utopien selten für ihre spannende Handlung bekannt sind ^^
Feuersänger:
--- Zitat von: Aedin Madasohn am 12.12.2014 | 15:48 ---Fusionsenergie liefert wirklich billigen Strom in ausreichender Menge (1.Stufe Utopie)
Dank echtem Recycling ist die Rohstofffrage geklärt und dabei alle alten Deponien als "Schatzgruben" leergeräumt und gesäubert (2. Stufe Utopie)
Alle Menschen werden ausreichend ernährt - niemand muss hungern. Die Bevölkerungsexplosion hat sich zu einer gemütlichen Stagnation stabilisiert (3.Stufe Utopie)
Alle Staaten halten Frieden untereinander, es gibt keine NSA, keine einseitige Grenzverschiebung etc. (4.Stufe Utopie)
--- Ende Zitat ---
Ich liefere mal einen Quervergleich zu meinem SF-Heartbreakersetting (Redshift). Ich verstehe dieses Setting eigentlich weder als U- noch Dystopie, da sowohl Licht- als auch Schattenseiten deutlich ausgeprägt sind.
Licht: diese 4 Utopie-Stufen sind zwar alle mehr oder weniger erfüllt. Die Energiefrage wurde gelöst (endgültig durch die Realisierung der D-3He-Fusion). Das Ökosystem Erde ist stabilisiert. Niemand leidet mehr Hunger oder muss in menschenunwürdigen Bedingungen leben. Der letzte bewaffnete Konflikt liegt auch schon eine Weile zurück. Die Menschheit hat mit der extrasolaren Exploration begonnen und errichtet Kolonien auf anderen Welten.
Schatten: die Erde ist nach wie vor nicht politisch geeint, sondern in verschiedene Machtblöcke balkanisiert. In einer neuen Nationalismuswelle sind alte Imperien wiedererstanden. Die meisten Staaten sind Postdemokratien, die ihre Bürger zwar mit ökonomischer Sicherheit ruhigstellen, aber dafür die persönliche Freiheit einschränken. Der Ressourcenkampf wurde ins All verlagert.
Daraus bietet sich dann auch ein Fokus für das Setting an: es geht um Exploration, aber auch politische Konflikte, etwa den Streit um interessante Planeten, aber auch um Konflikte zwischen den Kolonien und ihren Mutterländern.
Wer das Leben im Weltraum wählt, kehrt sozusagen die Vorzeichen seines Lebens um: du gibst die Sicherheit auf, aber gewinnst deine persönliche Freiheit zurück (jetzt mal der disziplinarischen Notwendigkeiten des Weltraumlebens ungeachtet).
Achamanian:
@Feuersänger:
Warum gibt es so schöne SF-Settings, wie das, nach dem deines klingt, eigentlich nie zu kaufen ...? Ehrlich, wenn das ein Klappentext gewesen wäre, ich hätte es mir sofort geholt.
Feuersänger:
Vielen Dank für die Blumen. ;) Wenn ich es jemals auf die Reihe bekomme, den ganzen Kram in lesbare Form zu bringen, kann ich ja das hier als Klappentext hernehmen. Minus die Grammatikfehler. *editier*
Trollkongen:
Klingt wirklich gut.
Als ich über meine Szenarien weiter oben nachgedacht hatte, kam mir ein Setting à la "materieller Wohlstand, aber eingeschränkte Freiheit" auch in den Sinn. Das ist immerhin ziemlich plausibel, allerdings fiel es für mich unter Dystopie.
Macht aber nix, das Utopische allein ist ja wirklich langweilig. ;)
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