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Monde von Ymir - transhumaner Space-Western

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Waldviech:
Mal wieder ein kleines Brainstorming - diesmal (ganz exotisch ;) ) abgeleitet vom Projekt "Zersplittern wir Eclipse-Phase" aus dem Splittermondforum. Denn: Wieso "nur" das Setting von Eclipse-Phase nehmen, anstatt was vage Eigenes zu basteln (schon allein als weiteren Ansatz, ein SF-Splimo zu kreieren  ;D ;D)? Rumspinnen macht Spaß, also lets go!

Zunächst einmal die Grundprämissen:
- Das Setting spielt, wie Eclipse Phase, in einer transhumanen Zukunft, in der die Menschheit sich über das Maß des heutigen Homo Sapiens hinausentwickelt hat, diverse Roboter- und Upliftrassen herumturnen, man sein Bewusstsein als Back-Up sichern kann und auch andere Himmelskörper besiedelt hat.
- Statt der Postapokalypse aus EP würde mir hier allerdings eher ein etwas "hellerer" Ansatz vorschweben. Es geht um ein neues Pionierzeitalter! Um die Besiedlung eines neuen Sonnensystems! Ich würde mich hier für das real existierende, 106 Lichtjahre von der Erde entfernte Sonnensystem 109 Piscium als Schauplatz entscheiden. Dieses System hat nämlich ein ziemlich interessantes Feature: 109 Piscium b (im Folgenden "Ymir" genannt, nach dem Urriesen der nordischen Mythologie) , ein Gasriese der knapp sechseinhalbfachen Masse des Jupiter, der seinen Mutterstern innerhalb der habitablen Zone umkreist! Mit ein bisschen Handwedelei lassen sich da prima ein paar dutzend bewohnbare Monde mit erdähnlichen Bedingungen postulieren. Daher ist Ymir ein lohnendes Ziel für Siedler aus dem irdischen Sonnensystem. Ökosysteme und Lebensformen erinnern an Viehzeug alá Darwin IV, Subnautica und Konsorten. Auf intelligentes Leben ist man (scheinbar?) noch nicht getroffen.
- Das Setting liegt knapp ein paar Jahrhunderte in der Zukunft und die Besiedlung Ymirs ist eines von mehreren großen Kolonisationsprojekten der Menschheit. Zwar gibt es mit dem Warp-Antrieb eine Möglichkeit, sich schneller als das Licht zu bewegen, aber selbst damit beträgt die Flugzeit zwischen Sol und 109 Piscium noch immer knappe 20 Jahre. Die Siedler sind also drauf angewiesen, ihren Kram alleine zu regeln, da die Erde weit, weit weg ist.
- Eine erste nähere Erforschung von 109 Piscium erfolgte durch eine kleine Armada von Nomadensonden (mit eigenem Bewusstsein), die nun als autonome (und mysteriöse) Fraktion durch das Piscium-System treiben.
- Die erste Kolonisationsflotte ist vor fünfzig Jahren eingetroffen, es kommen allerdings immer mal wieder neue Schiffe an. Reisen nach Ymir sind in aller Regel Reisen ohne Rückfahrkarte, die Kolonisationsschiffe gleichzeitig Habitate die als erste Raumstationen "verankert" werden.
- Es gibt einen Haufen ganz verschiedener Auswanderergruppen, die alle eigene Gründe hatten, sich in Ymir ansiedeln zu wollen. Ultraprogressive Ex-Humane, Biokonservative Sekten, Uplifts auf der Flucht vor Unterdrückung, etc.pp. So ähnelt die Kolonie auf den Monden von Ymir eher einem Sack Flöhe als einer zentral verwalteten Kolonie. Es gibt natürlich so etwas wie die UN oder die Föderation - eine übergeordnete Behörde, die die Besiedlung des Sonnensystems vorantreiben und Konflikte unter den Siedlern schlichten soll, aber das ist eine verdammt schwere Aufgabe, weswegen die Kolonialranger dieser Behörde auch ziemlich harte Typen sein müssen.

More to come - Kritiken, Verrisse und weitere Ideen sind natürlich ausdrücklich erwünscht! Und außerdem muss es noch irgendwo einen Splittermond geben! (Nebenbei: Ob angeleitete Splimoregeln dafür wirklich die beste Wahl wären, sei hier erst einmal außen vor...)

Achamanian:
Die Grundidee klingt schon mal super!
In letzter Zeit kreisen hier ja viele Ideen für transhumanistische SF-Settings durchs Forum, ich habe selbst schon das eine oder andere losgetreten ... das hier ist definitiv ein vielversprechender Ansatz mit Raum für viele spannende Elemente - Siedler, die sich von der Erde abnabeln, um eigene Gesellschaftskonzepte zu verfolgen ... Uplifts ... Bewusstseinsspeicherung, eines meiner Lieblings-Problem-themen ... vielleicht auch Überlichtflug, der mit extremen psychischen/körperlichen Belastungen verbunden und deshalb nur was für Abenteuerlustige (Verrückte?) ist ...

Wenn das Projekt mehr oder weniger dein Ernst ist, würde ich mich sofort als Mit-Brainstormer ankündigen. Ob es wirklich mit SpliMo-Regeln sein müsste, wäre noch eine andere Frage (wobei so ein frickeliges Charakterbastel-System und die Fertigkeitenorientiertheit mir schon ganz passend erscheinen, und mit den Ticks sollte sich ein schönes Raumkampfsystem machen lassen).

Wahrscheinlich bin ich auch deshalb so angetan davon, weil ich gerade Cordwainer Smith http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Linebarger lese und mich gleich an ein paar Elemente aus dessen großartigen Stories erinnert fühle ... absolute Pflichtlektüre für alle Raumfahrt-SF-Settingbastler, und es gibt gerade beinahe sein SF-Gesamtwerk in einem Band bei Heyne auf Deutsch ("Was aus den Menschen wurde").

Kardinal:
das mit den 6 Monden hat was - u.a. liefert das diverse Welten in Reichweite "konventioneller" Antriebe a la "Firefly --- und mit einem sehr starken Magnetfeld von Ymir könnte man vielleicht sogar einen de-facto reaktionslosen Antrieb, der sich nur an den Feldlinien entlang hangelt, begründen ;)

6 Monde:
- einer als "zivilisierte" Ostküste/Neuengland (Cyberpunk + Gilded Age)
- einer als neu-zivilisierter "Westen"/Kalifornien (wie würde wohl ein von Arabern/Moslems besiedeltes "Neo Art Deco" Kalifornien aussehen?)
- einmal Kanada/Alaska/Große Seen Wildnis (super für zerstreut lebende Survivalist-Sekten und böse Ausbeuter vom Ostküstenmond)
- eine "Flusswelt" mit riesigen Weiden, Prärien und Plantagen (mit Maglevs) zwischen den Flusssystemen (außerdem Flussboote und Zeppeline)
- einmal Dschungel und Wüste und Vulkane (mit rätselhaften Ruinen und krasser Tierwelt)
- einmal Inseln und warme Meere (Blue Planet meets Pirates of the Caribbean)

Waldviech:

--- Zitat ---Wenn das Projekt mehr oder weniger dein Ernst ist
--- Ende Zitat ---
Mehr oder weniger ja. Was dann letztlich draus wird, wird man mal schauen müssen. Aber das ist bei Forenbrainstorming ja eigentlich immer der Fall :).


--- Zitat ---... das hier ist definitiv ein vielversprechender Ansatz mit Raum für viele spannende Elemente - Siedler, die sich von der Erde abnabeln, um eigene Gesellschaftskonzepte zu verfolgen ... Uplifts ... Bewusstseinsspeicherung, eines meiner Lieblings-Problem-themen ... vielleicht auch Überlichtflug, der mit extremen psychischen/körperlichen Belastungen verbunden und deshalb nur was für Abenteuerlustige (Verrückte?) ist ...
--- Ende Zitat ---
Deswegen auch der Space-Western-Ansatz. Da lässt sich relativ viel an verschiedenen Gesellschaftssystemen unterbringen, ohne dass das Ganze gekünstelt wirkt. Vorbild wären naheliegenderweise die historischen USA, in die es ja auch einen ganzen Haufen verschiedenster Ethnien, Religionsgemeinschaften u.ä. verschlagen hat. Und auch den Cordwainer-Smith find ich als Vorlage Klasse - grad wenn es um unorthodoxere Sachen geht!

Näher würde ich mir das Ganze wie folgt vorstellen:

Die interstellare Kolonisation ist ein Projekt der UN (oder einer entsprechenden Nachfolge-Organisation). Auch in der Zeit, in der Monde von Ymir spielt, ist die UN keine "geeinte Weltregierung" - es gibt immer noch einen Haufen verschiedenster Nationen mit eigenen Gesetzen und Problemen - vielleicht sogar mehr als heute, da auch andere Planeten des irdischen Sonnensystems besiedelt wurden. Der Grund für die Kolonisationswelle ist weniger Rohstoffmangel, sondern eher das langfristige Weiterbestehen der (Trans)Menschheit über die nächsten X-millionen Jahre. Man verspricht sich dafür bessere Chancen, je mehr Kolonien es draußen im All gibt.
Da die Reisezeiten trotz Warp-Antrieb Jahrzehnte dauern, sind die interstellaren Kolonien grundsätzlich als autonom konzipiert. Darin ähnelt die Kolonisationswelle eher den Koloniegründungen der alten Griechen als dem Empire-Building der frühen Neuzeit. Anders wäre das Ganze aufgrund der kosmischen Entfernungen auch gar nicht machbar. Jedes System steht für sich allein und das Piscium-System ist "nur" eines von mehreren Sonnensystemen, die grade besiedelt werden. Aufgrund der Besonderheit der vielen bewohnbaren Monde ist es allerdings die größte und wichtigste der interstellaren Kolonien.

Im Piscium-System fungiert das sogenannte "Legat" als lockere Regierung des Systems. Das Legat ist eine Art "Ableger" der UN im Piscium-System und auch relativ ähnlich aufgebaut. Es ist grundsätzlich so gedacht, dass  jede "Nation" des Piscium-Systems Abeordnete an das Legat entsendet und dort in einer Art Parlament über die Geschicke der Gesamtkolonie entschieden wird. Im Piscium-System ist das allerdings eine recht abenteuerliche Angelegenheit, da viele der Gruppierungen die sich dort angesiedelt haben, ziemlich gegensätzliche Ansichten vertreten. Daher haben die Legatsflotte und die als systemweite Polizei- und Diplomatentruppe konzipierten Legatsmarshals alle Hände voll zu tun, den Frieden im System aufrecht zu erhalten. Man kann sich das Piscium-System vielleicht am besten als eine Art "dysfunktionalerer" Star-Trek-Föderation vorstellen.


--- Zitat ---6 Monde:
- einer als "zivilisierte" Ostküste/Neuengland (Cyberpunk + Gilded Age)
- einer als neu-zivilisierter "Westen"/Kalifornien
- einmal Kanada/Alaska/Große Seen Wildnis
- eine "Flusswelt" mit riesigen Weiden, Prärien und Plantagen (mit Maglevs) zwischen den Flusssystemen (außerdem Flussboote und Zeppeline)
- einmal Dschungel und Wüste und Vulkane
- einmal Inseln und warme Meere (Blue Planet meets Pirates of the Caribbean)
--- Ende Zitat ---
Das hat was! Zudem gibt es natürlich noch einen Sack voll kleinerer Monde ohne Ökosystem, ein Ringsystem aus Asteroiden um Ymir herum und die restlichen (weniger "interessanten") Planeten des Systems. Außerdem einen Haufen verschiedener Raumstationen.
Als einer der größeren Konflikte im Piscium-System schwebt mir übrigens die Frage vor, wie stark man die belebten Monde besiedeln darf. Ansich ist die Menschheit schon so weit, auch mit atmosphärelosen Monden und Raumstationen prima zurecht zu kommen - aber die "Ökomonde" bilden natürlich einen besonderen Reiz! Nun könnte es ökologisch Bewusste Siedler geben, die Asteroiden bevorzugen, um die belebten Monde nur soweit notwendig zu belasten - und Siedler, die die Monde kultivieren wollen.

Kardinal:
die "bare rock" Ökofraktion, auch bekannt als "Stoners"... ~;D

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