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Kampagnensetting 30jähriger Krieg

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Der Oger (Im Exil):
Über den folgenden Text aus Thomas Fischers Kolumne in der Zeit bin ich gerade gestolpert.


--- Zitat ---Im Jahre 1650, nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs, waren nicht nur bis zu 70 Prozent der Bevölkerung des heutigen Deutschland massakriert worden, sondern auch viele Strukturen der Herrschaft aufgelöst. 30 Prozent der Bevölkerung waren "fahrendes Volk". Das klingt romantisch, war es aber nicht. Im Wald, da war der Räuber. In der Stadt wüteten die Seuchen oder eine örtliche Mafia. Jede Reise war ein Wagnis mit ungewissem Ausgang, jedes Geschäft ein Lebensrisiko, jede Sicherheit bloß ein Gefühl für den Augenblick. Der besorgte Dresdner Bürger, jeder Kaufhalle beraubt, dem Geldautomaten an der Sparkasse ausgeliefert, wäre binnen zweier Tage an Übererregung gestorben. Sie müssen sich das Ganze also ungefähr vorstellen wie in den ersten drei Bänden des Lederstrumpf von James Fenimore Cooper: Unendliches wildes Land. Weit und breit weder Law noch Order
--- Ende Zitat ---

Wirkt auf den ersten Blick auf mich wie eine gute Kampagnenprämisse. Kennt jemand weiterführende Quellen, die dieses Thema so oder so ähnlich behandeln (also: Den Zustand Deutschlands nach dem 30jährigen Krieg mit Beschreibung der Auswirkungen auf das einfache Volk, sowie das soziale Gefüge, Wanderer, Gesetzlose?) Ist das Thema schon mal rollenspielerisch bearbeitet worden?

Asathyr:
Klingt interessant.
Würde mich auch interessieren, mit welchem System sich dieses Setting am besten umsetzen ließe.

Tyloniakles:
HeXXen von Ulisses widmet sich dem Thema in einer Dark Fantasy-Richtung. Allgemein sind die Verheerungen des Krieges so eine Art frühneuzeitliche Apokalypse, also sicher ein spannendes Setting.

Magdeburg und der Harz als düsterer Märchenwald wären meine Schauplätze für den 30-jährigem Krieg.

Ich würde mich dem gern mal mit Apocalypse World nähern.

KhornedBeef:
Von der Schilderung klingt das wie eine weniger apokalyptische Kuschelversion von Warhammer Fantasy ;) magische Karrieren verbieten und du bist recht weit. Allerdings bietet sich das System wahrscheinlich eher für eine etwas überdrehte, verzerrte Interpretation das Settings an. Was allerdings der Weltsicht vieler kriegsversehrter nahekommen dürfte.

YY:
Hier war zwar die Ausbeute bei der Quellenfrage eher gering, aber immerhin:

http://www.tanelorn.net/index.php/topic,87791.msg1791872.html#msg1791872

Für viele Landstriche sollte man auch nicht groß unterscheiden müssen, ob man sie während des Krieges oder nach dem Krieg betrachtet -  die Effekte sind ja lokal teils sehr früh voll ausgeprägt.



Thematisch und atmosphärisch bedient sich Warhammer Fantasy ziemlich stark am 30jährigen Krieg.
Die meisten Settings sind dann aber doch eher etwas später angesiedelt oder machen einen kleinen Bogen um das Thema.



--- Zitat von: Asathyr am  4.11.2015 | 08:46 ---Würde mich auch interessieren, mit welchem System sich dieses Setting am besten umsetzen ließe.

--- Ende Zitat ---

Das kommt zuerst einmal darauf an, was man davon will.

Von Herzschmerz-Drama über actionreiches Räuber- und Monsterjagen bis hartwurstige Überlebenssimulation geht da erst mal alles und das prägt natürlich die Systemwahl entsprechend.


Ich hatte vor einiger Zeit mal eine Runde mit dem Stormbringer-System angefangen, die aber aufgrund der akuten System- und Setting-ADHS der recht experimentierfreudigen Gruppe (da schließe ich mich nicht aus) nicht über die erste Sitzung hinaus kam  :-\

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