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Währungen in SF-Settings

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Der Oger (Im Exil):
Hmmmh ... mal überlegen ...

meine nächste interstellare Hauptwährung werden "Koloniale Standards" oder "KS"

aber wie wäre es mit ...

"Yen Sterling"
"Solare Mark / Pfund / Dollar / Rubel"
"NUKE" (Neue Universelle Krediteinheit)
"Scrips"

Feuersänger:
Hm, "Colonials", wäre vllt ein passendes Komplement zu "Continentals".

Hab btw auch schon überlegt, ob ich das Commonwealth/Empire nicht "Oceania" nennen soll, aber das käme wohl zu orwellianisch rüber. ;) Außerdem soll die Hymne nicht "Oceania, 'Tis for Thee" sein sondern "Land of Hope and Glory".  8)

Edit:
Hab inzwischen rausgefunden, was der historische Hintergrund zu "Continentals" ist. Kurz gesagt: das kann man wohl streichen.
Lang gesagt: dabei handelte es sich um während des Revolutionskrieges vom Continental Congress herausgegebenes Geld, welches mangels Golddeckung unter galoppierender Inflation litt -- nach 5 Jahren waren sie nur noch 2,5% des Ausgabewertes wert, und ein Jahr darauf wurden sie bereits überhaupt nicht mehr angenommen. Daraus entstand damals die Redewendung "Not worth a Continental".
Ist also mehr als unwahrscheinlich, dass man ausgerechnet diesen Namen für einen Währungs-Reboot wieder ausbuddeln würde.

Ich hatte die Idee aus dem Webcomic Escape From Terra, welcher zwar erstmal ganz interessant war, sich aber dann als extrem libertär-ideologisch verbrämt herausstellte. Da waren Continentals die Währung der "United Worlds" -- und jetzt ist mir auch klar warum; weil für Libertäre das Konzept von Fiatgeld so beliebt ist wie Fußpilz, und der historische Continental alles darstellt, was sie an Fiatgeld scheisse finden. :p

Fenix:
Der selige Jack Vance hat in seinen Romanen die Standardverrechnungseinheit - SVE eingeführt. Sie entspricht dem Lohn für eine Stunde manuelle Arbeit eines ungelernten Arbeiters, quasi eine Art Mindestlohn. Man ging davon aus, dass die Arbeit überall gleich viel wert sein sollte. Die SVE ließ sich überall in lokale Währungen umtauschen.

Er hat außerdem noch die Sequinen erfunden, bunte Kristalle, je nach Farbe und Seltenheit unterschiedlich viel wert. Nur die Gewinnung war etwas aufwändig, um nicht zu sagen riskant ;-)

In den Comics über die Metabarone heißt die galaktische Währung Kublars.

Feuersänger:
Noch ein Nachtrag zur Frage, _warum_ überhaupt unbedingt alle Währungen geändert werden müssen:
- damit das Setting nicht durch reale Ereignisse in näherer Zukunft obsolet gemacht werden kann (man stelle sich vor, ich behalte den Euro, und in Echt wird er vor dem Jahr 2020 abgeschafft)
- um Fallstricke mit der Inflation zu vermeiden; vergleiche Back to the Future II wo eine Cola im Jahr 2015 $50 kosten sollte -- ganz so schlimm ist es ja nicht gekommen. ;)
- und damit man sich weiterhin in gewohnten Zahlenräumen aufhalten kann, und man nicht im Kopf umrechnen muss "Also eine Dose Cola kostet 50 Dollar, dann sind 100.000 Dollar..."

Wir sind es halt hier nicht gewöhnt, dass in unregelmäßigen Abständen von heut auf morgen die Währung abgewertet wird; für andere Währungen wie den Rubel mag das egal sein.

Für die planetaren Währungen hab ich jetzt schon ein paar brauchbare Ideen. Amerikanischer Eagle, Nordischer Löwe; alles schön und gut.

Nur bei den internationalen bzw Weltraum-Währungen bin ich noch nicht so recht fündig geworden. Das heisst, innerhalb des Sonnensystems geht es nach wie vor primär um einen schmissigen Namen, aber wenn ich so über interstellaren Verkehr nachdenke, wird das mit dem Fiatgeld doch potentiell problematisch. Da wird es (trotz FTL) schwierig, eine brauchbare Handelswährung zu finden, die überall akzeptiert wird, ohne auf Macguffinite zurückzugreifen.
Die Idee mit dem "Labor Credit" / SVE finde ich zwar ganz interessant, aber was bringt es mir auf der imperialen Kolonie New Jerusalem, wenn ich einen Gutschein über 100 Arbeitsstunden auf der Erde habe? Oder umgekehrt.

Man betrachte das vor allem aus der Perspektive eines Handelsschiffs, das zwischen der Erde und den Kolonien Fracht bewegt. Wenn du deine Erd-Fracht für 1 Million Colonials verkaufst, aber dort nur lokal erzeugte Fracht für sagen wir 800.000 Colonials laden kannst, was machst du dann mit den restlichen 200K, wenn diese Colonials auf der Erde nicht als Währung akzeptiert werden(bzw nicht zu einem akzeptablen Kurs)? Und du kein Interesse daran hast, dich später auf dieser Kolonie zur Ruhe zu setzen?

Unter Umständen wäre da das "Parken" überschüssigen Guthabens in klassischen Wertanlagen wie Gold ein kurzfristiger Ausweg -- aber auch nur so lange, wie niemand einen El Dorado-Asteroiden findet, der den Goldpreis auf der Erde komplett kollabieren lässt. Mit sowas muss man eigentlich immer rechnen, und vielleicht ist es schon passiert.
(Ich erinnere da an eine Szene aus Freefall, wo der Ingenieurin ein Stein vom Herzen fällt, dass der von ihrem Chef angerichtete Schaden _nur_ 50kg Diamanten betrug -- sie hatte schon Angst, es ginge um etwas Wertvolles.)

YY:

--- Zitat von: Feuersänger am 13.11.2015 | 18:12 ---was machst du dann mit den restlichen 200K, wenn diese Colonials auf der Erde nicht als Währung akzeptiert werden(bzw nicht zu einem akzeptablen Kurs)? Und du kein Interesse daran hast, dich später auf dieser Kolonie zur Ruhe zu setzen?

--- Ende Zitat ---

Das Selbe wie immer:

In stabile Wertanlagen investieren.
Führt wohl über kurz oder lang dazu, dass die Händler irgendwo fett in Immobilien, Bergbau oder sonst was einsteigen und sich Händlerdynastien bilden.

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