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Ghost in the Shell-Realverfilmung
Ludovico:
--- Zitat von: Wulfhelm am 18.04.2016 | 20:05 ---Deswegen haben die meisten Leute als Alternative ja auch Rinko Kikuchi vorgeschlagen.
Aber die ist natürlich zu zierlich mit ihren 1,70m, nicht üppig genug mit ~90cm Oberweite und außerdem sieht sie mit ihren winzigen japanischen Augen den Darstellungen von Kusanagi Motoko nun mal so gar nicht ähnlich.
Neinnein, da braucht man eine 1,60m-Amazone wie ScarJo mit ~90cm Oberweite und einem klassischen Anime-Gesicht. Außerdem wäre Rinko Kikuchi für den wichtigen chinesischen Markt ja Gift, wie hier schon erklärt wurde. Deswegen ist Pacific Rim damals ja in China auch total abgestürzt... oh, ich hab' die Liste verkehrt herum gehalten. Äh ja, der Film war in China Nr. 5 im Jahr 2013, der zweiterfolgreichste nichtchinesische Film knapp nach Iron Man 3 und hat da über 100 Millionen Dollar eingespielt. ~;D
--- Ende Zitat ---
Erst einmal danke für die Infos zu den Oberweiten.
Leider sehe ich mich gezwungen, ein paar Hinweise zu geben.
Zu Pacific Rim:
Der Film war tatsächlich ein Riesenerfolg in China.
Das lag daran, dass die Maschinen die Hauptrolle spielten. Dass es ein chinesisches Team gab war ein Bonus.
Die Besetzung von Rinku war eher nebensächlich, weil die Rolle selbst nebensächlich war, so wie die meisten menschlichen Protagonisten.
Wäre die Besetzung allerdings rein oder größtenteils japanisch gewesen, wären die Einnahmen garantiert spärlicher ausgefallen.
Der Film wurde zum Hit, obwohl sie mitspielte und nicht weil.
Nun mag sie außerdem etwas größer sein als Scarlett, aber wenn es um Investorensuche geht, kommt ein bekannter Name, der bislang in Filmen mitwirkte, die ein hohes Einkommen erzielten, verlockender, weil die Statistik sagt, dass diese Schauspieler zum finanziellen Erfolg beitragen.
Rinku ist eventuell begabt, aber jedenfalls ist sie sehr unbekannt.
Falls Du übrigens mit Star Wars ein Gegenbeispiel nennen möchtest:
Der Markenname sorgt allein für Publikum. Allerdings floppte der in China
Wulfhelm:
--- Zitat von: 6 am 18.04.2016 | 23:18 ---Und da http://deadline.com/2014/09/wolf-of-wall-streets-margot-robbie-eyes-ghost-in-the-shell-828817/
ist es genau umgekehrt.
--- Ende Zitat ---
Hm? Wo das denn? Ich sehe nicht, dass da irgendwo steht, dass Dreamworks Robbie dann abgelehnt hat. Und ganz ehrlich: Wenn es auch nur den Fitzelchen eines Gerüchtes gäbe, dass es so gewesen sein könnte, hätte das auch irgendwer berichtet.
In dem Artikel steht doch nur, dass sie zu dem Zeitpunkt an der Rolle interessiert war. Was sie ja offensichtlich war, sonst hätte es keine Verhandlungen mit DreamWorks gegeben.
Wenn ich meinen Historikerhut aufsetze, und in Betracht ziehe, dass DreamWorks das Angebot an ScarJo am 16.10.2014 unterbreitet hat, und dass Margot Robbie am gleichen Tag für Suicide Squad unterschrieben hatte, dann ziehe ich da bestimmte Schlüsse. Und wie gesagt: Margot Robbie war zu diesem Zeitpunkt ein weitgehend unbeschriebenes Blatt (was sie ja de facto immer noch ist), und allein die Tatsache, dass sie ernsthaft in Betracht gezogen wurde, widerlegt die Behauptung, dass es nur um Johanssons machtvolle star power ging.
Neben der Tatsache, dass die meisten anderen Rollen ebenfalls mit nicht-Asiaten besetzt wurden, die allesamt aus der Kategorie "wer?" stammen. Ich würde sogar ganz bösartig vermuten, dass der einzige Grund, warum sie Takeshi aus dem Sarkophag gezerrt haben, der Shitstorm war, den sie mit ihrem Whitewashing bereits provoziert hatten und dem sie mit einem einzelnen Alibi-Japaner nun entgegenzutreten gedachten.
Aber ich will ja nicht nur meinem Ruf als Hater gerecht werden: Es kann sogar etwas Positives bei der Sache herauskommen. Wenn der Film nämlich - wie anzunehmen ist - aufgrund der anderen erwähnten Faktoren grottig wird, wurden wenigstens keine talentierten japanischen Schauspieler in einem von seelenlosen und lernunfähigen Studiobossen entworfenen Disaster a la 47 Ronin verbraten. ^-^
Yerho:
Margot Robbie wäre auf jeden Fall eine *etwas* passendere Besetzung gewesen. Rein physisch, versteht sich, und damit meine ich nicht, das sie besser aussehen würde oder so.
Übrigens, wenn ein Film durch eine/n Darsteller/in getragen werden muss, ist das schon eine Kapitulation im Vorab. Wenn man's nämlich ordentlich aufzieht, sorgt ein Film dafür, dass unbekannte oder weniger bekannte Darsteller zu Bekanntheit kommen.
Und mal ehrlich, Manga-/Anime-Realverfilmungen rangieren auf dem westlichen Markt maximal am unteren Ende der Blockbuster-Skala, wenn nicht sogar darunter - sogar noch ein Stück unter jenen uninspirierten Actionthrillern, in denen alternde Heroen noch mal reaktiviert und/oder Charakterdarsteller zweckentfremdet werden. Nur weil Scarlett Johansson offenbar bereits ist, trotz laufender Verträge für "echte" Blockbustern auch in kleineren Produktionen mitzuspielen (Was eher Imagepflege aufgrund ihres schauspielerischen Werdegangs sein dürfte als die Not zum Broterwerb ...), ist das noch kein Garant für einen Erfolg. "Lucy" lief beispielsweise gerade so lala und ich möchte behaupten, dass auch dort eine andere, halbwegs koitable und weniger bekannte Besetzung die Besucherzahlen nur unwesentlich beeinträchtigt hätte. Gerade in diesem Segment werden Nonames vom Feuilleton und den Nerd-Websites häufig auch sympathisch aufgenommen, was über die wohlwollenden Kritiken mehr Leute ins Kino lockt.
Teylen:
Ich war versucht Lucy als mehr oder weniger durchschnittlichen Film zu zitieren.
Allerdings war der wohl wesentlich erfolgreicher an den Kinokassen als ich dachte. ^^;
Yerho:
--- Zitat von: Teylen am 19.04.2016 | 01:20 ---Ich war versucht Lucy als mehr oder weniger durchschnittlichen Film zu zitieren.
Allerdings war der wohl wesentlich erfolgreicher an den Kinokassen als ich dachte. ^^;
--- Ende Zitat ---
Na ja. In den USA ungefähr die Kosten zum Kinostart und insgesamt etwas über das Fünffache einzuspielen ist zwar rein kaufmännisch in Ordnung, gilt aber in Hollywood schon fast als durchgefallen. Zumal der Film vergleichsweise "billig" produziert wurde.
Witzigerweise würde das übrigens - abgehen von der billigen Produktion - auch für Star Wars VII gelten, aber da hängt auch eine *deutlich* größere Sekundärverwertung dran.
Und da hier "Pacific Rim" erwähnt wurde - der hat wohl sogar erst durch die Zweitverwertungen in die schwarzen Zahlen gerettet und das lag sicher nicht daran, dass man keine Stars platziert hatte.
Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte: Starbesetzung lockt *vielleicht* mehr Zuschauer ins Kino, pflegt aber aufgrund höherer Gagen *garantiert* die Produktionskosten in die Höhe zu treiben.
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