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Das Schwarze Auge und Splittermond im Vergleich
Achamanian:
--- Zitat von: universaldilettant am 9.06.2016 | 17:40 ---Der einfachere, aber holprigere Sprachstil ist für Spieleinsteiger besser als der phantasievollere, aber komplexere Schreibstil. Ich finde auch, dass es gar nicht schlimm ist in GRW und Weltband eine einfach Sprache zu wählen. Wenn allerdings DSA ein komplexes System sein will und etliche Zusatzbände herausbringt, dann sollten sie schon ein höheres Sprachniveau aufweisen (Das wohl!).
--- Ende Zitat ---
Ich muss ehrlich sagen, dass ich DSA5 im Sprachstil gar nicht einfacher finde als Splittermond, sondern sowohl holpriger als auch verquaster. Tatsächlich ist ein einfacher Sprachstil für mich auch eher ein Qualitätskriterium, und das erfüllt SpliMo für mich derzeit weit besser. Die Lektüre von DSA5 hat wegen der zahlreichen Grammatik- und Semantikfehler nicht nur meinen inneren Deutschlehrer anspringen lassen, sondern war auch eine echte Verständnishürde - und das, obwohl ich alle vorherigen Editionen kenne (und sogar die 4. war auf einer rein sprachlichen Ebene noch deutlich klarer).
OldSam:
--- Zitat von: Maras am 7.06.2016 | 11:11 ---Eine Gegenüberstellung/ein Vergleich muss objektiv betrachtet sein. Du hast leider immer und immer wieder subjektive Beurteilungen
eingestreut.
--- Ende Zitat ---
Wirkliche Objektivität kann das "Subjekt" (die Person) bei so einem Vergleich nicht erreichen! In dieser Kritik steckt also eine ganz grundlegende Ungenauigkeit des Denkens. Es ist wichtig, dass Du das verstehst, weil Du durch die <Annahme> objektiv zu vergleichen schon einen kategorischen Fehler einbaust, indem Du vergißt, dass Du selbst eine individuelle Perspektive hast. Du verfällst dadurch komplett allen eigenen Vorurteilen ohne es zu merken.
Für uns alle gilt: Eigene Erfahrungen, Erziehung, sprachliche Fähigkeiten und Lesegewohnheiten, die Art zu Denken, Deine aktuelle Stimmung/Gefühlslage etc. etc., alles geht _immer_ in Deinen Vergleich mit ein, auch wenn Du objektiv sein <möchtest>.
Es zeugt also eben grad von mehr Kenntnis, wenn man auch klar auszeichnet, wo man bewusst seine eigene Meinung einstreut. Wo man "objektiv" sein kann ist bei bestimmten methodischen Vergleichen. Ich kann z.B. objektiv die Anzahl der Seiten und die Schriftgröße vergleichen, aber schon zu entscheiden, dass kleinere Schrift wg. dem günstigen Preis (mehr Inhalt im Buch) besser wäre oder umgekehrt größere Schrift besser wäre weil lesbarer, ist letztlich wieder eine subjektive Bewertung.
---
Mal eine Frage an der Stelle eingeschoben: Hat jemand von Euch eigentlich schon Erfahrungen mit dem Splittermond-Setting und einem anderen Universalsystem? Lässt es sich gut konvertieren bzw. wäre so etwas für Euch ggf. auch attraktiv? Oder wäre Euch das Setting dafür evtl. "nicht gut genug" o.ä.?
YY:
--- Zitat von: OldSam am 15.10.2016 | 13:48 ---Hat jemand von Euch eigentlich schon Erfahrungen mit dem Splittermond-Setting und einem anderen Universalsystem? Lässt es sich gut konvertieren bzw. wäre so etwas für Euch ggf. auch attraktiv? Oder wäre Euch das Setting dafür evtl. "nicht gut genug" o.ä.?
--- Ende Zitat ---
Erfahrungen habe ich keine, aber warum sollte das nicht gehen?
Da sind ja nun keine gar wunderlichen Regelartefakte eingebaut, die sich niemals extrahieren oder replizieren lassen.
Und das Spielgefühl ist mMn gar nicht mal so weit weg von dem Universalsystem, an das du eh gedacht hast bei deiner Frage ;D
Inhaltlich kommt es vor Allem drauf an, was man will - richtig abgefahrenes Zeug muss man sich eh selbst basteln und an "normalen" Fantasy-Settings gibt es genug Konkurrenz.
Es ist aber schon mal recht gut ausgebaut und das schreitet weiter fort. Wäre für mich der einzige "große" Grund, auf ein bestehendes Fantasy-Setting zu konvertieren anstatt diffus-generisch zu bleiben.
Der Rest sind Kleinigkeiten und persönlicher Geschmack, aber auch da hätte ich nichts gegen Lorakis als Spielplatz.
Crimson King:
--- Zitat von: Glühbirne am 7.06.2016 | 13:03 --- wtf? Also Kritik an subjektivität kann ich nachvollziehen.
--- Ende Zitat ---
Sie ist aber trotzdem unsinnig. Objektive Reviews scheitern zwangsläufig daran, dass sich Spielspaß nicht als eine Gleichung aus den objektiv analysierbaren Bausteinen des Systems ergibt.
OldSam:
--- Zitat von: YY am 15.10.2016 | 14:16 ---Erfahrungen habe ich keine, aber warum sollte das nicht gehen?
Da sind ja nun keine gar wunderlichen Regelartefakte eingebaut, die sich niemals extrahieren oder replizieren lassen.
--- Ende Zitat ---
Den Eindruck hatte ich auf den 1. Blick auch, wollte da nur nochmal weitere Meinungen einholen... ;)
Ich fand es hier eben sehr ansprechend, dass man sich bei der Publikation erstmal ganz offen aufstellt und einen Weltenband ohne Regeln anbietet, z.B. das Layout und die Art wie es präsentiert wird gefällt mir sehr gut muss ich sagen. Schön an einem "Mainstream"-Setting ist eben, dass es gut zugänglich ist, grad Neueinsteigern auch gutes Material bietet etc. und wenn es genug Raum lässt, um eher generische Abenteuer/Location o.ä. irgendwo einzusetzen passt das.
--- Zitat von: YY am 15.10.2016 | 14:16 ---Und das Spielgefühl ist mMn gar nicht mal so weit weg von dem Universalsystem, an das du eh gedacht hast bei deiner Frage ;D
[...] Der Rest sind Kleinigkeiten und persönlicher Geschmack, aber auch da hätte ich nichts gegen Lorakis als Spielplatz.
--- Ende Zitat ---
Ja, ich hatte natürlich auch speziell ein wenig über ein GURPS Splittermond nachgedacht und hatte ebenfalls den Eindruck, dass man hier sehr schnell nah an das vorhandene Spielgefühl rankommt und vieles sich relativ leicht konvertieren lassen müsste... ;-) (Aber bislang nur von Reviews/Videos und Querlesen, leider konnte ich noch nicht Testspielen).
Der regeltechnische Ansatz der Autoren scheint mir im GRW in eine Richtung irgendwo zwischen Gamismus und Simulationismus zu gehen, müsste in der Tat leicht abbildbar sein. - Im Kontrast zu einem denkbaren FATE Splittermond etwa, dass ja durch den damit einhergehenden sehr hohen Grad an Interpretierbarkeit in eine eher andere Richtung geht, was zwar gut sein kann, aber von den Autoren hier offensichtlich nicht gewollt wurde angesichts vieler Implementations-Details, die eher an DSA & co erinnern.
Vom Querlesen her gefällt mir das Regelwerk besser als eben z.B. DSA, es ist schon ganz ordentlich usw., aber etliches wirkt irgendwie nach "yet another" system, also eine gewisse Beliebigkeit bei den Details, so das ich mich frage, ob nicht eigentlich Verkaufs-/Lizenzgründe etc., der Hauptgrund waren ein eigenes System zu machen... Einige Mechaniken finde ich auf jeden Fall auch recht schick, z.B. die an mehreren Stellen konsistent eingebaute Proben-Option Normal, Sicher o. Risiko zu wählen, aber selbst das wäre leicht portierbar. Bei dem Ticks-System bin ich arg skeptisch aktuell, wie auch diverse Rezensenten.
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