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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Radulf St. Germain am 7.12.2025 | 12:16
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OK, etwas dick aufgetragen aber es gibt diese Momente im Rollenspiel, wo alle inklusive des Spielleiters überrascht sind von dem was gerade passiert ist und nach der Session alle der Meinung sind, dass das einer der großen Rollenspielmomente des Lebens war.
Ich finde am Ende des Jahres sollte man diese Momente noch mal feiern, denn ohne Rollenspiel hätten wir sie nie erlebt.
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Ich fange mal an:
Unsere Imperium Maledictum Runde (das ist Warhammer 40k) hat einen Running Gag. Das Essen ist knapp und miserabel aber am Ende gewöhnt man sich daran und liebt es vielleicht sogar. Das Sould Food unserer Gruppe ist Corpse Starch, d.h. Nahrungsriegel die aus den Leichen der Toten gefertigt werden - alles andere wäre auch gotteslästerliche Verschwendung! Corpse Starch (wir nennen es Leichenfettriegel) taucht immer wieder auf und wird von den Spielern gefeiert.
Dann in der letzten Session diese Szene:
Die Gruppe (ein Strike Team eines Rogue Traders) ist bei den Dark Eldar wegen Verhandlungen "zu Gast". Man ist sehr bemüht höflich zu sein, denn die Gastgeber haben offensichtlich nicht alle Tassen im Schrank. Der Gastgeber bietet den SC eine Schüssel mit rohem Menschenfleisch an. Hochkonzentriert erklärt der Psyker, dass Kannibalismus in der imperialen Kultur eher unüblich ist. Um abzulenken kommt er auf die Küche des Imperiums zu sprechen: "Wir dagegen essen lieber...." Der Spieler stockt. Alle schauen sich an. Die Ungeheuerlichkeit des Leichenfettriegels dringt allen ins Bewusstsein. Nervöses Lachen, das Spiel geht weiter.
Vielleicht muss man dabei gewesen sein, aber dieser Moment, wo das Setting plötzlich aus einem völlig neuen Blickwinkel beleuchtet wurde, was für mich ein echtes Highlight der Kampagne.
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Cooles Thema, coole Geschichte! :d
*-*-*
DCC in den Wilderlands, Überlandreise einer teils hochstufigen Gruppe (Stufen: 7, 7, 6, 6, 3, 2), Begegnungstabelle von AD&D 2e für Mountains...
Ergebnis: ein uralter weißer Drache! Eine 2% oder 3% Chance, wenn ich mich recht erinnere.
Sein Reaktionswurf ist ganz gut, ergo verlangt er nur Wegezoll: einen magischen Gegenstand von jedem.
Die Gruppe darf die Köpfe zusammenstecken ... und kommt zu dem Schluss "Wir sind Helden. Wir lassen uns nicht erpressen. Wir kämpfen!"
Ich war unglaublich stolz auf meine Gruppe, u.a. da wir schon mehrere TPKs gehabt hatten und die beiden niedrigstufigen Charaktere für den Fall, dass die Initiative verloren wird, tot waren -- selbst ein erfolgreicher Rettungswurf [gegen den eisigen Odem] hätte nicht fürs Überleben gereicht. Sie haben trotzdem für den Mittelfinger Richtung Drache gestimmt!
So ist es dann auch gekommen: Initiative verloren, alle niedrigstufigen Charaktere tot. Dank den Critical Hits von DCC haben die Helden den Drachen dann sogar besiegt & davon spricht die Gruppe noch heute.
Für mich ist der Sieg zweitrangig. Viel erinnerungswürdiger finde ich die Entscheidung, dem Bösen auch im Angesicht eines wahrscheinlichen TPKs mit lange gespielten Charakteren nicht nachzugeben.
Für mich waren meine Spieler:innen in diesem Moment echte Held:innen, zumindest in dem Maße, wie es möglich ist, so etwas im Rollenspiel zu sein / zu (er)leben.
(Eine ähnliche hochstufige Gruppe ist zwei Jahre später in einem TPK bei Im Reich der Nibelungen untergegangen. Kampagnenende. Das Risiko ist real & das wussten auch damals alle schon.)
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2 mal Cthulhu geleitet dieses Jahr, 2 mal unterschiedliche Cahataktere die ungeübt waren in der Fertigkeit auf dei Grundchance für Psychologie gewürfelt um einen anderen Charaker zu beruhigen in seiner Panik ind 2 mal klappt der Wurf. Ich habe es nicht geglaubt.
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ERPS-Runde mit altgedienten und entsprechend erfahrenen Charakteren in den späten 90ern. Unsere Gruppe befindet sich in einem vom Film "Cube" inspirierten Dungeon, in dem es darum ging herauszufinden, welcher von vielen Räumen sicher und welcher eine (tödliche) Gefahr darstellt. Ich habe es als erstes durchblickt und meine Lösung präsentiert. Der Raum im Norden ist sicher. Alle vertrauen mir, so auch der Mitspieler, dessen Charakter als erstens den Raum betritt. Daraufhin fährt die Decke blitzschnell herab und verarbeitet seinen langjährigen Charakter zu Mus. Ich habe daraufhin zwar sofort erkannt, wo der Fehler meiner Lösung lag, also gab es nachher keine weiteren Opfer. Das Vertrauen darin, dass der Flaschengeist keine Denkfehler macht, war hingegen erstmal erschüttert ;D.
So ist es dann auch gekommen: Initiative verloren, alle niedrigstufigen Charaktere tot. Dank den Critical Hits von DCC haben die Helden den Drachen dann sogar besiegt & davon spricht die Gruppe noch heute.
Kein Wunder, die Spannung muss schon beim Ini-Würfeln spektakulär gewesen sein 8).
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Familiär bin ich gar kein Rollenspielgeschichtenerzähler, aber es gab so einige denkwürdige Momente ...
RoleMaster II (Laurin Verlag Übersetzung), Luzi spielte einen Glücksritter mit Langschwert, Ritterschild, Kettenhemd und Langbogen. Der Kriegermagier der Gruppe glänzte mit Feigheit und Abwesenheit sobals's brenzlig wurde und der Magier der Gruppe war einfach crazy und unberechenbar. Wir waren Stufe 7.
Belagerung, letzter Rückzugsort, wir schützten den König des Widerstandes gegen die finsteren Elementarherren-Armeen.
Die letzten Verteidigungslinien fielen und wir so: "Öhm, wir sollten dringend fliehen, lasst uns dem König Bescheid geben ..."
Gesagt - getan.
Im Thronraum angekommen bot sich uns das Bild eines Gemetzels.
Der böse Feldherr, ein Mentalist der Stufe 17 mit schwarzem Zweihandschwert, zog Selbiges gerade aus dem leblosen Körper unseres Königs.
Luzi, impulsiv wie immer, nur so: "STURMANGRIFF!"
Duch die Gegnerreihen auf den Anführer, Treffer, Krit 99. Feldherr der Bösen sofort tot.
Gesicht des SL: :o
Wir so: "Wir nutzen den Schockmoment und fliehen duch die Geheimgänge."
Draußen angekommen haben wir uns dann erstmal versteckt und die Panik in den Reihen der Angreifer ausnutzen können und uns in einer halbwegs sicheren Position zum Spähen verstekt.
Nachts dann großes Tohuwabohu im Gegnerlager.
Luzi, impulsiv wie immer: "Ich schleiche rein, Richtung Königszelt der Bösen."
SL: 8] "Ernsthaft? Dann aber -40 und regelmäßige Würfe."
Luzi: "Erfolg, Erfolg, Erfolg."
SL: :o
Luzi: "Kann ich die Silhouetten der Leute im beleuchteten Königszelt erkennen?"
SL: "Ja, ist hell erleuchtet."
Luzi: "König?"
SL: "Äh, ja, trägt ne Krone."
Luzi: "Ich schieße mit dem Langbogen und dem vorher erbeuteten giftigen Pfeil."
SL: "Alter, dein Ernst? -40 auf den Angriffswurf und Du wirst aller Wahrscheinlichkeit nach entdeckt."
Luzi: *würfelt* "Kritischer Erfolg, kritischer Treffer. Gegner verstirbt nach 12 Kampfrunden ... und denk an das Gift."
SL: :o
SL: "Immerhin hat er den RW gegen das Gift geschafft und es wird nach einem Heiler gerufen und Alarm geschlagen."
Luzi: "Ich versuche zu fliehen! Und sag mal, sehe ich von wo der Heiler kommt?"
SL: "Ja, unübersehbar aus dem Nachbarzelt ..."
Luzi: "Abschiedsschuss - ich schieße einmal, lasse den Bogen und die Pfeile fallen und fliehe weiter in die Dunkelheit."
SL: "Alter, du kannst es nicht lassen, oder?"
Luzi: *würfelt* "Treffer, Krit: Gegner ohnmächtig."
SL: :o :o :o
Luzi: >;D >;D >;D
SL: "Keinen Bock mehr, wir machen hier mal nen Cut!"
Ich weiß bis heute nicht, ob mein SC die Flucht geschafft hätte. Zumindest wird der König verstorben sein. Von insgesamt zwei getöteten Gegnern in der Kampagne waren es die beiden bösen Anführer >;D Aber mein SL (und bester Kumpel) hasst mich bis heute für diesen gelingenden Aktionismus :headbang:
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Aber mein SL (und bester Kumpel) hasst mich bis heute für diesen gelingenden Aktionismus :headbang:
Als SL hätte ich dich sowas von gefeiert. Wunderbare Geschichte.
Was ich gerne erzähle: Shadowrun, Seattle, Granaten explodieren, Straße in Schut und Asche, mehrere Todesopfer, viele schwer verletzt. Die weibliche Person, die meine Spieler entführen wollten, liegt auch schwer verletzt auf der Straße. Unser Samurai-Rigger eilt zu ihr hin, packt sie und sagt: "keine Angst, wir sind die Guten. Ich heiße Evil Ed."
Ich glaube immer noch nicht, dass sie das beruhigt hat.
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Luxferres Geschichte erinnert mich an einen Paladin, den ich mal gespielt habe. Der war kein besonders guter Bogenschütze aber ich mochte den Bogen. Einmal schleicht sich der Halbingdieb weg, wird von einer Riesenrköte angegriffen und verschluckt. Keine Chance schnell hinzukommen, daher der Griff zum Bogen. Kritischer Treffer - Kröte tot. Das war einfach episch.
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Luxferres Anekdote erinnert mich an eine weitere Geschichte aus ERPS Zeiten, in der ich SL war. Die Spieler waren in einer großen, fesligen Höhle von einer absoluten Übermacht eingekesselt und alle bis auf einen Spieler wollten sich ergeben. Der Charakter unseres Spielers flüchtet einige Felsen hinauf, verfolgt von zwei Gegnern. Schließlich erreicht er eine "Sackgasse" und stellt sich den Gegnern. Sein Angriff macht Gegner eins kampfunfähig. Als nächstes ist Gegner zwei dran. Der würfelt seinen Angriff mit 2W10+4 (10er explodieren) und erzielt mit einem Ergebnis von 72 (!) einen mehrfach kritischen Treffer. Sein anschließender Schadenswurf mit 7W10-3 (wieder explodieren 10er) ergibt eine 96, was den Charakter instantan tötet.
An dem Tag waren die Gesetze der Wahrscheinlichkeit definitiv im Urlaub. Wäre ich abergläubisch gewesen, hätte ich danach all mein Geld in Lottoscheine investiert ;D.
Aber zum Glück hatte ich nicht nur in den 90ern geniale Rollenspielmomente. Der jüngste war vor sieben Wochen:
Spoiler-Warnung: Wer noch die Kampagne „Shadow of the Dragon Queen“ spielen will oder mittendrin ist, sollte besser nicht weiter lesen.
Letzten Freitag hatte ich mal wieder eine sehr spannende Session mit meiner Drachenlanze Runde. Unsere Charaktere haben mittlerweile den ersten Teil der Kampagne abgeschlossen, in deren Finale wir die Stadt Kalaman vor einem Angriff der roten Drachenarmee gerettet haben, wobei wir auch eine riesige fliegende Festung des Feindes zum Absturz bringen konnten.
Zuletzt waren wir zusammen mit der Thronerbin der Silvanesti-Elfen auf einigen Greifen in ihre ebenfalls bereits von den Drachenarmeen der dunklen Göttin Takhisis verwüstete Heimat unterwegs. Sie hofft dort mit unserer Hilfe ihren vermissten Vater, den Herrscher der Silvanesti, ausfindig zu machen.
Wie aus dem Nichts sind unsere Greife unvermittelt in einen Sturzflug übergegangen. Mit ihren Adleraugen haben sie vor uns entdeckt, dass eine ganze Horde Gnolle sich am Boden einen Spaß daraus macht, einen gefangenen jungen Greifen zu quälen.
Nach einem heftigen Kampf lagen fast alle Gnolle am Boden, als plötzlich aus einer nahegelegenen Höhle ein roter Drache in den Kampf eingriff, der uns ordentlich einheizte (auch im Wortsinne ;)). Unser Kamerad, der Silvanesti-Sorcerer Varis ist während desTanzes mit Rotschuppe zu Boden gegangen und hat schließlich sein Leben ausgehaucht.
Nun hat seit einer „Prüfung“ in der Stadt der Verlorenen Seelen im ersten Teil der Kampagne Varis einen „Mitbewohner“, nämlich die Seele eines jahrhundertealten Erzmagiers namens Fistandantilus. Dieser Mitbewohner hat Varis immer wieder mit Angeboten von Macht in Versuchung geführt, sich seiner Seele weiter zu öffnen. Einige Male – teils aus purer Not heraus – hat er diese Angebote angenommen. Viel davon mitbekommen hat nur mein Charakter, der Qualinesti-Elf und Klingensänger Solarinas. Die übrige Gruppe hat aber noch genug mitbekommen, um besorgt zu sein – ganz besonders unser Paladin, der heilige Gabriel. Spätestens seit sich vor kurzem Varis weiße Magierrobe plötzlich rot färbte, war Gabriels Misstrauen vollends geweckt (in Drachenlanze/Krynn gibt es drei Magierorden, die Weißroben sind tendenziell die guten, die Rotroben die neutralen und die Schwarzroben die bösen).
Fistandantilus war nicht bereit, sein Gefäß Varis zu verlassen, und hat ihn ins Leben zurückgeholt, wodurch Varis Robe sich schwarz färbte. An der Stelle ist beim heiligen Gabriel das Fass übergelaufen und er hat versucht Varis Schwarzrobe alias Fistandantilus zu erschlagen, der sich mit allem wehrte, was ihm zu Verfügung stand (Varis hatte noch eine Menge Zauberslots übrig). Letztlich wurde Varis Körper von einem Riesenaffen (Solarinas hatte Gabriel in einen solchen verwandelt, um ihn vor dem Tod durch Fistandantilus Zauber zu schützen) zu Mus verarbeitet.
Voller Trauer haben wir Varis sterbliche Überreste schließlich vor Ort bestattet und sind wohl oder übel bis zur Grenze von Silvanesti weiter gezogen.
Schon hart nach so langer Spielzeit einen (Level 12) Charakter zu verlieren. Es war ein intensiver Moment für uns alle aber am Ende auch sehr stimmig.
Lustiger Nebenaspekt: Mein Charakter hat in dem beschriebenen Kampf neunmal durch besondere Fähigkeiten wichtige Proben mit Vorteil gemacht bzw. schlechte Würfe verbessert (1x Inspiration, 4x vom Luck Feat und 4x von der „Balance Fate“ Ability der roten Roben). Am Ende des Kampfs bittet mich der Spielleiter vor die Tür und Solarinas hört Fistandantilus Stimme in seinem Geist „Lass mich rein!“. Solarinas: „Auf keinen Fall!“: Also versucht Fistandantilus sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen und der SL fordert einen WIS-Save. Solarinas hat einen Bonus von +7, also ganz passabel. Ich wusste, jetzt kommt es drauf an aber ich kann nicht mehr mit Vorteil würfeln - und ich würfel eine 4. Ich sag mal so: Das kann noch heiter werden...
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In der Cthulhu Pulp Runde, die wir neulich beendet hatten, war mein SC immer, wenn er vom Wahnsinn übermannt wurde, der Meinung, er sei ein uralter mächtiger Magier. Oder er wurde vom Geist des Magiers besessen. So richtig haben wir das nie herausgefunden.
Und jedesmal war er der Meinung, alle um ihn herum seien nur unwürdiges Gewürm und er zaubert jetzt die krassen Sachen. Sowas wie Fleischbestien unter seine Kontrolle bringen, damit er ein würdiges Reittier hat oder auf Wasser laufen, weil er natürlich vom gecrashten Flugzeug nicht zum Ufer schwimmt und solche Ideen.
Und dazu musste ich unter meinen halben Magiewert von iirc 18/19 oder so würfeln.
In der ganzen Kampagne habe ich in diesen Momenten niemals höher als 5 gewürfelt.
Was im Fall des Ritts auf der Fleischbestie zu einem unschönen Aufwachmoment des SC führte. ;D
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Ein legendärer Dialog, allerdings schon sehr lange her, der sich zwischen einem der Spielercharaktere (unserer Toreador) zu einem Nicht-Spielercharakter (dem Giovanni) ereignete:
Toreador: »Wieso sollte ich Ihnen vertrauen, Sie Mistkerl?«
Giovanni: »Weil ich Sie reich machen werden, Madame!«
Toreador: »Hah! Reich an Erfahrung bin ich bereits seit dem Punkt, als Ihre inkompetenten Versager von Lakaien versucht haben, mich das erste Mal umzubringen.«
Giovanni: »Aber nicht doch! Das war doch nur ein unbedeutendes, winzig kleines Missverständnis.«
Toreador: »Und die anderen drei Anschläge?«
Giovanni: »Haben Sie doch offensichtlich prima überstanden, verehrte Dame.«
Toreador: »Sie streiten es nicht einmal ab!«
Giovanni: »Müsste ich das denn?«
Toreador: »Wie dem auch sei — fassen wir zusammen: Vier ruinierte Garderoben, zwei durchsiebte Autos, ein kaputtes Arbeitszimmer und eine Blutpuppe, die ich abschreiben musste. Außerdem…«
Giovanni: »Pardon! Haben Sie sich gerade entschlossen mit mir endlich zu verhandeln, Madame?«
Toreador: »Was?! Ähm, also eigentlich… — ja, ich denke schon.«
Giovanni: »Gut! Jetzt wo wir einander verstehen und vertrauen, mache ich Ihnen ein Angebot, das Sie unmöglich ablehnen können…«
–⚜–
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Ich hatte es hier im Forum schon mal erwähnt, aber das war einer der erinnerungswürdigsten Abende:
Wir hatten die Midgard-Kampagne "Sturm über Mokattam" gespielt. Da haben wir knapp zwei Jahre dran gespielt und hatten Unmengen an Spaß. Und am Ende waren sogar die himmlischen Mächte auf unserer Seite- :d
Zum Höhepunkt der Kampagne musste die Gruppe in einen alten Tempel eindringen und verhindern, dass eine mächtige Sturmdämonin heraufbeschworen würde. Dafür hatten sie zwei Jahre lang Informationen und die passenden Artefakte gesammelt, um jetzt ihr Erscheinen zu verhindern. Dabei mussten sie sich im Tempel nicht nur durch ihre Gegner vorkämpfen, sondern auch gegen sturmartige Winde, die sie jederzeit umzureißen drohten. Und genau an diesem Abend, wo wir diese Sequenz spielten, ist ein echter Orkan über Deutschland gezogen! Draußen heulte wirklich der Wind und wurden ganze Bäume entwurzelt, während sich die Gruppe drinnen gegen den Wind vorkämpfte. :headbang:
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Familiär bin ich gar kein Rollenspielgeschichtenerzähler, aber es gab so einige denkwürdige Momente ...
RoleMaster II (Laurin Verlag Übersetzung), Luzi spielte einen Glücksritter mit Langschwert, Ritterschild, Kettenhemd und Langbogen. Der Kriegermagier der Gruppe glänzte mit Feigheit und Abwesenheit sobals's brenzlig wurde und der Magier der Gruppe war einfach crazy und unberechenbar. Wir waren Stufe 7.
Belagerung, letzter Rückzugsort, wir schützten den König des Widerstandes gegen die finsteren Elementarherren-Armeen.
Die letzten Verteidigungslinien fielen und wir so: "Öhm, wir sollten dringend fliehen, lasst uns dem König Bescheid geben ..."
Gesagt - getan.
Im Thronraum angekommen bot sich uns das Bild eines Gemetzels.
Der böse Feldherr, ein Mentalist der Stufe 17 mit schwarzem Zweihandschwert, zog Selbiges gerade aus dem leblosen Körper unseres Königs.
Luzi, impulsiv wie immer, nur so: "STURMANGRIFF!"
Duch die Gegnerreihen auf den Anführer, Treffer, Krit 99. Feldherr der Bösen sofort tot.
Gesicht des SL: :o
Wir so: "Wir nutzen den Schockmoment und fliehen duch die Geheimgänge."
Draußen angekommen haben wir uns dann erstmal versteckt und die Panik in den Reihen der Angreifer ausnutzen können und uns in einer halbwegs sicheren Position zum Spähen verstekt.
Nachts dann großes Tohuwabohu im Gegnerlager.
Luzi, impulsiv wie immer: "Ich schleiche rein, Richtung Königszelt der Bösen."
SL: 8] "Ernsthaft? Dann aber -40 und regelmäßige Würfe."
Luzi: "Erfolg, Erfolg, Erfolg."
SL: :o
Luzi: "Kann ich die Silhouetten der Leute im beleuchteten Königszelt erkennen?"
SL: "Ja, ist hell erleuchtet."
Luzi: "König?"
SL: "Äh, ja, trägt ne Krone."
Luzi: "Ich schieße mit dem Langbogen und dem vorher erbeuteten giftigen Pfeil."
SL: "Alter, dein Ernst? -40 auf den Angriffswurf und Du wirst aller Wahrscheinlichkeit nach entdeckt."
Luzi: *würfelt* "Kritischer Erfolg, kritischer Treffer. Gegner verstirbt nach 12 Kampfrunden ... und denk an das Gift."
SL: :o
SL: "Immerhin hat er den RW gegen das Gift geschafft und es wird nach einem Heiler gerufen und Alarm geschlagen."
Luzi: "Ich versuche zu fliehen! Und sag mal, sehe ich von wo der Heiler kommt?"
SL: "Ja, unübersehbar aus dem Nachbarzelt ..."
Luzi: "Abschiedsschuss - ich schieße einmal, lasse den Bogen und die Pfeile fallen und fliehe weiter in die Dunkelheit."
SL: "Alter, du kannst es nicht lassen, oder?"
Luzi: *würfelt* "Treffer, Krit: Gegner ohnmächtig."
SL: :o :o :o
Luzi: >;D >;D >;D
SL: "Keinen Bock mehr, wir machen hier mal nen Cut!"
Ich weiß bis heute nicht, ob mein SC die Flucht geschafft hätte. Zumindest wird der König verstorben sein. Von insgesamt zwei getöteten Gegnern in der Kampagne waren es die beiden bösen Anführer >;D Aber mein SL (und bester Kumpel) hasst mich bis heute für diesen gelingenden Aktionismus :headbang:
Das mit dem Zelt ist einfach mal mega!!
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Welche Enkel...? Wir sind Rollenspieler. Hat hier etwa jemand eine Beziehung? Das kollidiert doch immer mit den Rundenterminen...!
Aber wenn ich Enkel hätte...und die wüssten, wovon ich rede, ka, ob das dann so wäre, also dann würde ich Folgendes erzählen:
Bei DSA wird der Magier gefangengenommen, sein Sidekick, die Kriegerin, macht sich nackig, trinkt einen Unsichtbarkeitstrank, klettert die Klippe zur Burg hinauf, wo er in seiner Zelle sitzt, steht vor den Gittern seiner Zellentür und sagt, exakt während sie wieder sichtbar wird: "Boronian, schnell wo haben sie Deinen Stab hingebracht? Ich muss die Zellentür aufhebeln, Magierstäbe sind doch unzerbrechlich?" Er sieht sie von oben bis unten an, grinst und sagt:"Also im Moment ja...!"
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So schöne legendäre Momente hier — gerne möchte ich noch mehr von Euren Erlebnissen lesen! :)
Hier habe ich noch eine schöne Geschichte aus unserer V:tM‑Chronik vergangener Tage:
Die Regentin Melinda Galbraith galt als eine der gefährlichsten Vampire der Welt und war für ihre Grausamkeit berüchtigt. Sie war die Anführerin einer großen Sekte, die als »das Schwert Kains« oder »die Schwarze Hand« Bekanntheit erlangte.
Nun begab es sich, dass die Spielercharaktere zu einem großen Fest, das Palla Grande, eingeladen wurden und einer von Ihnen ein hohes Amt in dieser Sekte bekleidete. Ihm wurde die Ehre einer persönlichen Einladung zu der Regentin Galbraith zuteil.
Was die Spieler zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, die Regentin war bereits vorher vernichtet worden und die widrigen Umstände zwangen den Hochstapler und Transvestiten Zachary Sikorsky ihren Platz für die Dauer des Festes anzunehmen, der wiederum eigentlich nur für eine Kostümprobe bei ihr vorstellig werden sollte. Als er die Asche der Regentin entdeckte, nahm er schnell ihre Gestalt an, um sich vor einer Verbindung mit ihrem Mord zu schützen.
Unser, durch die Einladung geehrte, Spielercharakter sollte also seine Regentin aufsuchen und kannte bisher nur ihren furchtbaren Ruf. Die ganze Runde lauschte voller Spannung und fragte sich, welche Belohnungen oder Schrecken die Einladung wohl für den auserwählten Charakter bereithielt?
Langsam dämmerte den Spielern, die dem Erzähler aufmerksam gelauscht hatten, dass die große Regentin so gar nicht ihrem Ruf gerecht wurde, sondern statt dessen eher unsicher und ängstlich wirkte. Ihr herrschaftliches Gebaren hatte irgendwie wenig Authentizität. Alle Spieler erkannten, dass an der ganzen Geschichte etwas fundemental nicht stimmte — na ja — alle Spieler bis auf den hohen Würdenträger selbstverständlich! ;D
Die Szene bekam also langsam eine etwas schräge Note, während der arme Teufel noch immer auf dem Schlauch stand und jegliche Anzeichen einfach nicht zu Kenntnis nahm:
–⬩–
*Der Smalltalk zog sich bis dahin in die Länge, als die Regentin schließlich erfuhr, für welche Aufgaben ihr geehrter Gast überhaupt in der Sekte zuständig war…*
Die falsche Galbraith: »Oh, wirklich? Sie sind also ein echter … Kill-ller? … — also ich meine, einer meiner besten Auftragsmörder? Wie … höchst erfreulich!«
Spielercharakter: »Ja, meine Regentin, ich habe im Name von Kains Schwert — in Eurem Namen — viele Feinde erschlagen! Zur Zeit jage ich übrigens einen Verräter in unseren eigenen Reihen. Ich gelobe, Euch seinen Kopf zu gegebener Zeit zu überreichen!«
*Die Regentin wirkte bei der Erwähnung eines Verräters in den eigenen Reihen tatsächlich etwas nervös.*
Die falsche Galbraith: »Wirklich … das sind ja ganz wunderbare Nachri… ähm, ich meine: Gut so, mein treuer Krieger! Die Regentin… — ICH! — bin stolz darauf, so exzellente Streiter für unsere Sache in unseren Reihen zu haben!«
Spielercharakter: »Danke, Herrin!«
Die falsche Galbraith: »Nichts zu danken! Ihr Einsatz verdient meine tiefstempfundene Anerkennung. Bitte seien Sie mein Ehrengast und genießen das Fest in vollen Zügen. Die Jagd auf den Verräter soll Sie heute Nacht nicht weiter bekümmern, sondern bitte feiern Sie das Palla Grande nur aus ganzem Herzen!«
Spielercharakter: »Welch eine Ehre!«
Die falsche Galbraith: »Nur zu, die Nacht gehört ganz allein Ihnen, werter Herr — Sie dürfen nun gehen — bitte gehen Sie!«
Spielercharakter: »Mein verbindlichster Dank und auf Wiedersehen, ehrwürdigste Exzellenz!«
*Die Regentin komplimentierte ihn darauf hinaus und winkte überschwänglich.*
–⬩–
Nun gab es kein Zurückhalten mehr und die ganzen Runde brach in schallendem Gelächter über mit dem armen Tropf aus, dem die Verwirrung noch deutlich ins Gesicht geschrieben stand! :loll:
–⚜–
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Bei Vampires:TM gibt es bei uns auch einen lustigen Moment, der auch nach über 25 Jahren noch oft zitiert wird.
Es war eins unser ersten Abenteuer, gespielt während eines Rollenspielurlaubs. Wir sollten im Auftrag des Prinzen einen Mord in unserer Domäne aufklären. Wir waren erstaunlich gut und konnten zumindest starke Indizien [eindeutige Beweise sind in einer Welt mit übernatürlichen Phänomenen ja oft etwas schwierig] gegen eine hohe Offizielle der Domäne zusammentragen, die wir dann dem Prinzen präsentiert haben. Der ließ daraufhin die Verdächtige zu sich kommen und konfrontierte sie mit der Anklage.
Sie verneinte jede Schuld und zeigte stattdessen auf S1: "In Wirklichkeit war er es."
Das Blöde war, sie hatte die Person gut ausgewählt, denn während der Untersuchungen hatten wir uns oft getrennt und tatsächlich war S1 in allen wichtigen Momenten alleine unterwegs gewesen.
Darauf der Prinz: "Okay, hier steht gerade Anklage gegen Anklage. S1, ich gebe dir 24 Stunden Zeit, dir eine Verteidigung zu überlegen. Nächste Nacht geht diese Verhandlung weiter."
Da es sehr spät war, hatte die Spielerin von S1 jetzt tatsächlich auch real einen Tag Zeit, sich etwas zu überlegen, bevor wir weiterspielen wollten. Nächste Nacht, die Verhandlung geht weiter.
Prinz: "S1, tritt vor. Wie lautet deine Verteidigung."
S1: "Ich war's nicht."
Das war tatsächlich die komplette Verteidigungsrede. Wir waren minutenlang am lachen. ;D
(Am Ende hatte S1 aber Glück. Der Prinz war ja nicht doof und hatte gemerkt, dass S1 nicht der Kopf einer gewieften Verschwörung sein konnte. Deshalb hatte er parallel einen Nossie beauftragt, der die Stories überprüft hat und tatsächlich die Unschuld von S1 belegen konnte.)
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Inhalt Wurst, bei mir geht es gerade um das Feeling. Neben den Geschichten, die wir am Spieltisch erschaffen, gehört es für mich einfach dazu, das zwischenmenschliche, ob online oder offline, zu feiern!
Gruppe hat seit einem halben Jahr online gespielt und will das Finale des Fewshots in Person begehen. Es wird ein AirBnB gemietet, ich hatte in Vorbereitung viele Modelle gedruckt und bemalt (was niemand wusste) und dann wurde kräftig gezockt. Wir spielten Against the Darkmaster, ein Rolemaster-like, also sehr gefährliche Kämpfe, die Story hatte alle am Wickel. Stimmung ist super, das Abenteuer wird "geschafft", aber es ist erst drei Uhr Nachmittag. Alle sehr bierhungrig und etwas verwirrt.
Die Charaktere haben eine Vision aus der Vergangenheit.
Ich legte fünf braune Papierumschläge auf den Tisch, mit gedruckten Wachssiegeln.
Sie suchen sich je eines aus.
Darin waren 13th Age Charaktere und wir spielten die Vision aus der Vergangenheit mit diesen Regeln, die Spieler konnten sich einlesen, während ich kochte.
Der Kontrast war extrem. Ein Ork ist gefährlich in Against the Darkmaster, die Level 3 Helden pflügten durch die Reihen hindurch. Die Ritter der Tafelrunde waren dadurch so greifbar abgefahren, da ich extra dieselben Gegnergruppen auftauchen lies ^^
Und am Ende kam noch ein Angebot, die Kampagne weiterzuspielen. Gute 50 Sessions später müssen wir leider gerade ne Pause machen, aber alle haben immer noch Lust.
Es war ein grandioses Zusammenkommen, für mich damals das erste mal in Person seit langer Zeit, ich betone immer wieder gerne, dass einer der Spieler 600km Anreise hatte.
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[…] Nächste Nacht, die Verhandlung geht weiter.
Prinz: »S1, tritt vor. Wie lautet deine Verteidigung?«
S1: »Ich war’s nicht.«
Das war tatsächlich die komplette Verteidigungsrede. Wir waren minutenlang am lachen. ;D
[…]
Mega gute Pointe — ich liebe es! :loll:
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Cthulhu, wir spielen "Schreie und Flüstern" - ein Abenteuer mit 2 Spielern, die Cops verkörpern, die an einem Serienkillerfall arbeiten.
Ein Spieler hat sich einen Cop erstellt, der getrennt von seiner Frau lebt, sein 8-jähriger Sohn kommt alle paar Wochenenden zu Besuch. Natürlich super schwer vereinbar mit dem Beruf des Polizisten, Vorwürfe, Streitigkeiten, brodelndes Ego - und der neue Freund der Frau, der einen auf gönnerhaften Kumpel macht, macht es auch nicht besser.
Wir beschlossen, dass im Laufe des Abenteuers der Sohn des Cops zu Besuch kam. Nach Feierabend nehmen die Spieler (sie waren ingame befreundet) den Sohn mit und flanieren durch die heißen August-Straßen von L.A.
Betonplatten auf dem Boden, Hotdog-Stände an der Straße, Abgase und Basketballspielen auf einem Käfigplatz in einer Seitenstraße. Kopfkino und Immersion waren da schon immens.
Dann, am (ingame) nächsten Tag sollte der Spieler seinen Sohn von der Schule abholen. Der Plot lief natürlich weiter und wir spielten Mordermittlung und das Besuchen von Tatorten. Dann, am Ende unserer Session fiel uns auf, dass wir ganz vergessen hatten, den Sohn weiter einzubauen. War das relevant? Aber hallo!
Mein Spieler, der wirklich jeden Ball, dem man ihm zuwirft, aufnimmt und weiter spielt, erhielt daraufhin einen wutentbrannten Anruf seiner Ex, dass er den Sohn schon wieder an der Schule vergessen habe und das Brad (ihr neuer Freund) den Kurzen jetzt abgeholt habe. Sie war fuchsteufelswild und drohte damit, ihm jegliches Sorgerecht zu entziehen.
Der Spieler hat das grandios aufgenommen und mit mir zusammen weitergespielt. Frustration, Flehen, alles war dabei. Am Ende nützte alles nichts - sie legte auf und er warf mit einem "FUCK!!" sein Handy weg.
Da beendeten wir die Session.
Bis heute einer meiner Lieblingsmomente im Rollenspiel, unter anderem auch deswegen, weil er gar nichts mit dem Plot zu tun hatte und "nur" characterplay war.
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Ein Larp-Moment fällt mir auch noch ein. Ka, ob das gewünscht ist. Nachdem in 2004 auf einer Con einer Kampagne mein spontan aus der brennenden Hütte seiner deswegen toten Eltern geretteter jetzt neuerdings Knappe von der SL schnellstmöglich getötet wurde, weil der NSC für andere Rollen gebraucht wurde (eigentlich ein totaler Unfall), schickte mir die SL Jahrzehnte (!) später auf einer Con der gleichen Reihe einen Traum von eben dieser Situation. Alles wie damals. Hans steht hinter mir, ich verbiete ihm, vorzupreschen, vor mir wird die Leibwache der Dogeressa von gegnerischen Schergen angegriffen. Ich eile zur Unterstützung und mähe alles nieder, nur eine Sache ist diesmal anders...während ich alles umhaue, was geht, schiebe ich mich immer wieder vor Hans und decke ihn mit meinem Schild, schließlich weiß ich noch, was damals passiert ist. Es kommt trotzdem, wie es kommen musste, und die SL kennt mich sowas von gut...irgendwann liegt Hans verletzt am Boden, und ich diesmal entgegen der Originalsituation auch, weil ich meine Deckung für Hans vernachlässigt habe. Über die Schwertspitze an meiner Kehle sagt mir der gegnerische Anführer: "Hanka, wir wollen Dir einen Handel vorschlagen. Dein Leben für seins", und er deutet auf Hans. Was ich hätte denken sollen: "Woher kennt er meinen Namen? Den kannte er damals auch nicht. Und überhaupt, warum erlebe ich das ganze zum zweiten Mal?" Was ich gedacht habe: Nichts. Was ich gemacht habe: Sein Schwert greifen und mir in den Kehlkopf rammen. Warum? Weil die SL mich lesen kann wie ein Buch und genau wusste, dass ich ALLES tun würde, um Hans zu retten. Und damit war der Dämonenpakt perfekt. Ich war in einem von der Gegenseite geschickten dämonischen Traum einen Handel eingegangen. Ohne es zu merken und durch direkte Manipulation der SL. Die Schweine. In der Endschlacht stand ich damit leider auf der anderen Seite, denn das war der Preis für die Rettung von Hans - dass sie mir befehlen können, für sie zu kämpfen.
Die menschliche Psyche macht halt die geilsten Plots und Szenen.
Es gibt die lustigen Momente, aber auch die anderen. Ich glaube, die Psyche birgt tatsächlich das meiste Potential. Eigentlich wollen wir irgendwie alle nicht in unserer tatsächlichen Realität sein, wir wollen aktiv in einer anderen sein, eine, wo es keinen oder allenfalls positiven Stress gibt, und da läuft es dann doch wieder genau auf die Dinge hinaus, von denen wir eigentlich weg wollten. Und eigentlich sind das dann trotzdem die tiefgründigsten Momente und die stärksten Emotionen, die man haben kann.
DSA, eine versehentliche Zeitreise in die Borbaradkampagne. Man könnte spontan und ganz zufällig epische Dinge tun, aber die Kriegerin der Gruppe setzt sich in Richtung Amazonenburg Kurkum ab, wo zeitnah ihre Mutter, eine Amazone, mit der Burg in Flammen aufgehen wird. Es ist irgendwann klar, dass sie um weniger als eine Stunde zu spät kommen wird. Die Gruppe holt sie auf dem Weg ins Vildromtal ein, kurz vor der Burg und in Sichtweite der bereits tobenden Schlacht. Der Zwerg ist zu langsam, die Halbelfe rutscht auf dem Waldpfad aus, nur der Magier erreicht mit einer meisterlichen Körperkraftprobe die Kriegerin und reißt sie zu Boden, damit sie nicht zur Burg und damit in ihr Verderben rennt. Er hält sie fest, sie wehrt sich, und dann kommt nach einigen Sekunden SC gegen GSC der Moment, wo unten im Tal der Kaiserdrache die Burg mit Verteidigerinnen und Angreifenden in Schutt und Asche legt. In dem Moment war der Kampf natürlich vorbei. "Eben noch hattest Du das Gefühl, sie würde Dir am Liebsten die Augen auskratzen, aber jetzt versteckt sie ihr Gesicht an Deiner Schulter und weint." "Ich ... halte sie fest und tröste sie."
Ja. Keine krasse Story, niemand hat etwas Heldenhaftes getan, keine Assassinenhalblingsdrachenmischlinge mit magischen Repertierarmbrüsten und lila Haaren, einfach nur die menschliche Psyche. So krass.
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Unsere Imperium Maledictum Runde (das ist Warhammer 40k) hat einen Running Gag. Das Essen ist knapp und miserabel aber am Ende gewöhnt man sich daran und liebt es vielleicht sogar. Das Sould Food unserer Gruppe ist Corpse Starch, d.h. Nahrungsriegel die aus den Leichen der Toten gefertigt werden - alles andere wäre auch gotteslästerliche Verschwendung! Corpse Starch (wir nennen es Leichenfettriegel) taucht immer wieder auf und wird von den Spielern gefeiert.
Wir hatten in unserer Feng Shui-Runde (2056, Agenten der Buro Police) den Running Gag mit der Nahrungspaste. Diese gab es eigentlich in den Geschmacksrichtungen Süß, Sauer, Salzig. Weil eine der Spielenden sich aber die Geschmacksrichtungen nicht notiert hatte, sagte er immer wieder "Süß, Sauer und Geschmacklos", was dann irgendwann zu unserem Running Gag wurde (die SL machte das Ganze dann offiziell, indem er deklarierte, dass der Nahrungspastenspender in unserem Revier ein älteres Modell war, der statt Salzig noch die (aus gutem Grund) eingestellte Richtung "geschmacklos" ausgab).
Als wir Jahre später Paranoia spielten, riskierte einer der Spielys eine große Anzahl von Treason Points, nur um den Nahrungsspender auf "geschmacklos" umzuprogrammieren.
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Einige der genialsten und memorabelsten Momente ever fanden in einer recht langlebigen AD&D2 Kampagne statt.
Diese Szene habe ich schon bei mehreren Gelegenheiten zum Besten gegeben, aber hier passt sie einfach hin:
Damals, als wir mit unserer Three-Man-Army in den Undermountain einfielen, um dort ein Artefakt zu... befreien, und zwar aus der Beholder-Stadt. Um von den Beholdern nicht zu Tode gerayt zu werden, hatten wir uns ein Antimagic Field besorgt, und bahnten und so unseren Weg zum Palast. Als die Beholder das (nach einigen schweren Verlusten) merkten, flohen sie zunächst... und dann hetzten sie ihre Death Kisses auf uns.
Wer sie nicht kennt: ein Death Kiss ist ein Beholder, der nicht 9 Stielaugen hat sondern hochgefährliche Tentakel... also pro Stück 9 Angriffe pro Runde, und wir wissen ja dass unsere Helden in ihrem AMF keinerlei Verteidigungsboni durch magische Ausrüstung bekamen... die Situation wurde also seeeehr brenzlig. Sie waren noch ein Stück entfernt aber auf dem Weg... dem besten Weg uns zu überrennen.
Ich rupfte mir eine fast vollständige Feuerballhalskette vom Hals, warnte meine Kameraden mit dem Ausruf "Broken Arrow!" (https://www.youtube.com/shorts/Vkk-05uHOHA), und warf sie komplett auf die Gegnerhorde, wo sie durchzündete. Das resultierte in einem Napalm-Inferno, das die Nahkampfbeholder verschlang und nur noch ein paar dampfende Schlackehäufchen wieder freigab.
...daraufhin schwenkte dann der Beholder-König die weiße Fahne, da er uns nichts weiter entgegenzusetzen hatte, und gab uns was wir wollten.
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Es ist schon lange her, ich meine es war der Fron92, Blechpirat und ich waren zum ersten Mal auf einem Rollenspiel Con. Von den Eltern sicher aus dem Provinzkaff in die große Stadt Frankfurt gebracht worden. Dort am Jugendzentrum (hier konnte man übernachten) angekommen, die Eltern waren schon weg, hieß es vom Organisator hier ist voll, ihr müsst in einer anderen Location schlafen. Wir in irgendein Auto mit einem nerdigen RPGler/Wargamer gestiegen, der uns damals von ASL vorgeschwärmt hat und in Frankfurt rumgefahren. Dann kamen wir an dem Kindergarten an, wo wir pennen sollten. Nachdem wir noch einen Döner gejagt haben und gesättigt waren, fanden wir uns nach der Rückkehr an einer langen "Tafel" wieder. 10-20 RPGler saßen auf Kindergartenstühlen (die in einigen Fällen sicherlich die maximale Traglast deutlich überschritten hatten) um einen passend niedrigen Tisch. Im Schummerlicht wurden RPG Anekdoten zum Besten gegeben, das war einfach ein grandioser Abend. Vollkommen Fremde vereint im Hobby.
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Ingame Geschichten sind schon immer toll, aber ich will dann auch eher zwei andere Storys über echte Angst erzählen, die mir immer wieder in den Sinn kommen und mir nachhaltig in Erinnerung geblieben sind:
1. Wir spielen mit 15 oder 16 Jahren bei nem Kumpel im ranzigen und düsteren Partykeller im Haus von dessen Eltern. Zusammengezwängt an einem recht kleinen Tisch, auf den gerade so unsere Charakterblätter und der Spielleiterschirm gepasst hatten. Wir marschieren durch einen düsteren Dungeon und kleben an den Lippen des SLs, sind gespannt was für Monstrositäten uns hier wohl erwarten würden. Und dann, plötzlich eine Bewegung am Spielleiterschirm. Ein "riesiges" beharrtes Spinnenbein kommt über den SL Schirm gestiegen. Der SL hatte nicht bemerkt, dass da eine Handrückengroße Spinne einfach an seiner Seite hoch gekrabbelt ist. 5 Jungs springen panisch kreischend auf und beruhigen sich nicht mehr - bis der Vater vom SL sich um das Monster gekümmert hat. Das war so awesome und im Nachhinein witzig. In dem Alter hatte man ja echt noch extreme Fantasie und Kopfkino und waren richtig drin im Abenteuer und dann passiert genau so etwas. Wir waren nervlich erstmal durch. ;D
2. Meine einzig "große" LARP Con auf Burg Rabenstein bei Berlin. Wir haben NSC gespielt und sollten Abends in der Dunkelheit die Spieler etwas aufmischen als Wegelagerer. Wie das unter NSC immer so ist, entwickelt sich ne gewisse Eigendnymaik und wir waren plötzlich ne Truppe von rund 10 Mann die sich für ne ziemlich geile und ausgepuffte Truppe hielten. Dunkle Klamotten, gut im Schleichen. Was würden wir die ahnungslosen Spieler rund machen. So legen wir uns mit Blick auf die Zelte in einer Bodensenke die von Büschen umgeben ist auf die Lauer und halten Ausschau nach unseren Opfern. Dann sagt da plötzlich jemand, dass er etwas gehört hätte. Wir schauen uns um. Es schleichen Schatten, nahezu nicht hörbar an uns vorüber. Aber ihre leuchtenden Zähne verraten sie: da kommen Drow. Wir alle plötzlich eine scheiß Angst, den Atem angehalten und wie Bretter da gelegen, damit die Drow uns bloß nicht entdecken. Danach war unser Raubüberfall auch erledigt. ~;D Das war auch so ein genialer Moment. Da liegst du als NSC dem eigentlich nichts passieren kann und du hast Angst vor SCs, weil die einfach extrem cool waren. Ich meine das war alles auch noch in der Frühzeit des LARPS herum - hier war es glaube ich 1998. Da hat man quasi alles selbst gemacht weils noch nicht so viel zu kaufen gab. Und die Drow waren damals echt krasse Typen. Den Moment wie wir da liegen und die Dunkelelfen da links und rechts an uns vorbei schleichen und uns nicht sehen werde ich jedenfalls bis zu meinem Lebensende nicht vergessen.
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Zu D&D 3.5-Zeiten hat unsere Gruppe (um und bei Grad 6) einen Dungeon erkundet. Der letzte Raum, in einer Wolke aus Rauch und Schwefel erscheint der Böse Dämon und Herrscher des DungeonsTM und erzählt uns, dass unser letztes Stündlein geschlagen habe. Der Zwerg gewinnt die Initiative, tritt einen Schritt vor, würfelt einen Krit mit maximalem Schaden und tötet den Dämon mit einem Schlag!
Das war das zwergigste (sagt man das so?) und überhaupt absolut epischste, was ich je erlebt habe! >;D
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Ingame Geschichten sind schon immer toll, aber ich will dann auch eher zwei andere Storys über echte Angst erzählen, die mir immer wieder in den Sinn kommen und mir nachhaltig in Erinnerung geblieben sind:
1. Wir spielen mit 15 oder 16 Jahren bei nem Kumpel im ranzigen und düsteren Partykeller im Haus von dessen Eltern. Zusammengezwängt an einem recht kleinen Tisch, auf den gerade so unsere Charakterblätter und der Spielleiterschirm gepasst hatten. Wir marschieren durch einen düsteren Dungeon und kleben an den Lippen des SLs, sind gespannt was für Monstrositäten uns hier wohl erwarten würden. Und dann, plötzlich eine Bewegung am Spielleiterschirm. Ein "riesiges" beharrtes Spinnenbein kommt über den SL Schirm gestiegen. Der SL hatte nicht bemerkt, dass da eine Handrückengroße Spinne einfach an seiner Seite hoch gekrabbelt ist. 5 Jungs springen panisch kreischend auf und beruhigen sich nicht mehr - bis der Vater vom SL sich um das Monster gekümmert hat. Das war so awesome und im Nachhinein witzig. In dem Alter hatte man ja echt noch extreme Fantasie und Kopfkino und waren richtig drin im Abenteuer und dann passiert genau so etwas. Wir waren nervlich erstmal durch. ;D
2. Meine einzig "große" LARP Con auf Burg Rabenstein bei Berlin. Wir haben NSC gespielt und sollten Abends in der Dunkelheit die Spieler etwas aufmischen als Wegelagerer. Wie das unter NSC immer so ist, entwickelt sich ne gewisse Eigendnymaik und wir waren plötzlich ne Truppe von rund 10 Mann die sich für ne ziemlich geile und ausgepuffte Truppe hielten. Dunkle Klamotten, gut im Schleichen. Was würden wir die ahnungslosen Spieler rund machen. So legen wir uns mit Blick auf die Zelte in einer Bodensenke die von Büschen umgeben ist auf die Lauer und halten Ausschau nach unseren Opfern. Dann sagt da plötzlich jemand, dass er etwas gehört hätte. Wir schauen uns um. Es schleichen Schatten, nahezu nicht hörbar an uns vorüber. Aber ihre leuchtenden Zähne verraten sie: da kommen Drow. Wir alle plötzlich eine scheiß Angst, den Atem angehalten und wie Bretter da gelegen, damit die Drow uns bloß nicht entdecken. Danach war unser Raubüberfall auch erledigt. ~;D Das war auch so ein genialer Moment. Da liegst du als NSC dem eigentlich nichts passieren kann und du hast Angst vor SCs, weil die einfach extrem cool waren. Ich meine das war alles auch noch in der Frühzeit des LARPS herum - hier war es glaube ich 1998. Da hat man quasi alles selbst gemacht weils noch nicht so viel zu kaufen gab. Und die Drow waren damals echt krasse Typen. Den Moment wie wir da liegen und die Dunkelelfen da links und rechts an uns vorbei schleichen und uns nicht sehen werde ich jedenfalls bis zu meinem Lebensende nicht vergessen.
1998...da hatte ich auch eine meine erste Fantasy-Con. Ok, davor einmal Vampire, eine Nacht in 1997. Krass, wenn man überlegt, wie lange das her ist. Bin ich jetzt alt?
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Midgard 5e: Ein gegnerischer Magier hatte einen Balrog beschworen oder so ähnlich. (schon lange her).
Ein Balrog ist in Migard 5e eines der sehr hochstufigen Monster.
Mein Charakter (Vanyra Eisenhammer, ihres Zeichens eine zwergische Ordenskriegerin) haut auf den Balrog: Nat 20 > Krit > reine 100 gewürfelt > Balrog instant tot. > >;D ~;D
Spielleiter: :o wtf? :think:
Die dadurch erhaltenen Erfahrungspunkte hatten gereicht, um die 3 Stufen Differenz zum Rest der Gruppe aufholen zu können.
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1998...da hatte ich auch eine meine erste Fantasy-Con. Ok, davor einmal Vampire, eine Nacht in 1997. Krass, wenn man überlegt, wie lange das her ist. Bin ich jetzt alt?
Nein, du bist erfahren :t: :)
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1998...da hatte ich auch eine meine erste Fantasy-Con. Ok, davor einmal Vampire, eine Nacht in 1997. Krass, wenn man überlegt, wie lange das her ist. Bin ich jetzt alt?
Ich würde eher sagen, jung. ;)
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Nein, du bist erfahren :t: :)
Achso...das ist dann wie Erfahrungsstufen oder EP?
*G*
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Wenn man zu einer höheren Existenz aufgestiegen ist unterhält man sich nicht mehr über Stufen!
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Midgard 5e: Ein gegnerischer Magier hatte einen Balrog beschworen oder so ähnlich. (schon lange her).
Ein Balrog ist in Migard 5e eines der sehr hochstufigen Monster.
Mein Charakter (Vanyra Eisenhammer, ihres Zeichens eine zwergische Ordenskriegerin) haut auf den Balrog: Nat 20 > Krit > reine 100 gewürfelt > Balrog instant tot. > >;D ~;D
Spielleiter: :o wtf? :think:
Die dadurch erhaltenen Erfahrungspunkte hatten gereicht, um die 3 Stufen Differenz zum Rest der Gruppe aufholen zu können.
Mann, ich liebe solche "War das wirklich alles? War DAS wirklich ALLES?"-Momente im Rollenspiel. Ich hoffe du hattest einen guten One-Liner parat.
Ich hatte auch so einen Moment in meiner alten D&D Runde, aber als Spielleiter. Hab ich zwar letztes Jahr in einem ähnlichen Faden schonmal gepostet, aber hier passt es auch:
Etwas arg technisch, aber:
Damals bei D&D 3.5, ein Endkampf gegen ein riesiges, lebendes Konstrukt in Eberron: Der Gegner gewinnt die Initiative, schlägt mit seinen Riesenfäusten zu und killt fast den Ranger der Gruppe mit einem glücklichen Angriff. Die beiden anderen Gruppenmitglieder, Artificer und Paladin, schlucken schwer. Der Paladin, der notorisch beschissen würfelt und dadurch praktisch noch nie nennenswerten Schaden angerichtet hat, holt mit seinem Zweihänder aus und trifft mit einer 20, sein erster und einziger Crit der Kampagne. Der Bestätigungswurf zeigt ebenfalls eine 20. Ich salopp zum Spieler: "Wenn du jetzt noch eine 20 raushaust, lasse ich dich nicht doppelten, sondern dreifachen Schaden anrichten." Der Spieler würfelt: 20. Okay, jetzt den Schaden mit 2d6: 12. Den Schaden verdreifacht die Üblichen Boni und Buffs draufgerechnet, kommt auf exakt 50 Punkte (die Waffe war irgendwie verzauber, weiß nicht mehr genau mit was, ist aber auch egal).
Der Spieler merkt zaghaft an, dass es ja, äh, sowas wie, äh, Tod durch massiven Schaden gibt. Der zuständige Regelverwalter schlägt das nach, die Grenze liegt bei 50 Punkten. Fein, als lebendes Konstrukt hat der Gegner aber eine 50% Chance, das zu ignorieren. Ich werfe die %-Würfel: 01. Gut, dann noch schnell den Rettungswurf gegen massiven Schaden, der Mindestwurf ist 15 und mit einem +14 Bonus hat der Gegner nicht viel zu befürchten. Der Würfel fällt: 1, automatischer Fehlschlag. Zusammenfassend: Der Spieler hat in der gesamten Runde stets das mögliche Maximum gewürfelt, ich das absolute Minimum.
Der Tisch explodiert vor Jubelrufen, als ich in den sauren Apfel beiße und meinen lang ausgetüftelten Endkampf in der ersten Runde für beendet erkläre – Ich weiß wann ich mich geschlagen geben muss. Immerhin, von diesem Kampf sprechen die Spieler tatsächlich nach fast 20 Jahren immer noch.
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Midgard 2: Mein Söldner steht drei Minotauren mit Schlachtbeilen gegenüber. Das ist mal eine schöne Gelegenheit für einen Rundumschlag mit dem Bihänder. Zwei Minotauren schlagen daneben, der letzte macht einen Schaden, der weh tut, den Söldner aber nicht umhaut.
Dann kommt der Rundumschlag: 20 - Kritischer Treffer, Prozentwurf: Rechtes Bein abgetrennt. 20 - Kritischer Treffer, Prozentwurf: Rumpftreffer: Zusatzschaden und tot. Dritter Wurf: 20 - Kritischer Treffer, Prozentwurt: Rechter Arm abgetrennt.
Das habe ich so oder so ähnlich nie wieder hingekriegt.
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Siegmund Käuflich, der Söldner (Dnd 3e) verfolgt einen Bösewicht durch ein Portal auf die Feuerebene. Wir sind so Stufe 4-5, keine Ahnung. Jede Runde kriegt er 1d6 Schaden und dann ist da noch der Typ, der aber eher flieht. Wir sitzen mit jeder Runde ungläubiger am Tisch. Der Spieler total entspannt, erledigt den Job und braucht noch eine Runde um durch das Portal zurückzugehen.
Wir fragen ihn, wow, wie viele Lebenspunkte er denn noch habe? Viele könnten das ja nicht mehr sein.
Die lakonische Antwort: Einen
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[…] Dann kommt der Rundumschlag: 20 – Kritischer Treffer, Prozentwurf: Rechtes Bein abgetrennt.
[…]
Das ist nur eine Fleischwunde! ~;D
Diese wunderbaren Momenten, wenn die Spieler mit ein paar glücklichen Würfen einfach Deine Geschichte zerkrümeln? Da habe ich auch noch eine schöne Szene! ;D
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Die Erinnerungen an den Plot sind leider etwas verblasst, aber der Klüngel aus Spielercharakteren, allesamt Kainskinder (Vampire), war gezwungen durch die mondbeschienene Wildnis der transsylvanischen Karpaten mit dem Geländewagen zu fahren. Wie es sich für so eine schöne Landschaft am Rande der Zivilisation gehörte, hatte ein Rudel Werwölfe die Witterung aufgenommen und war gerade im Begriff, dem Klüngel auflauern zu wollen. Das hätte noch eine fabelhafte, grausame Geschichte mit einer Hetzjagd und einem richtigen Überlebenskampf werden können. Selbstverständlich lief es nicht nach meinem meisterlichen Plan und schon gar nicht nach meiner Vorstellung…
Ausgerechnet der Spieler, der bis zu diesem Zeitpunkt noch nie eine Schusswaffe in seinen Händen gehalten hatte, bezog am Heck des Jeeps mit einem antiken Kalaschnikow-Sturmgewehr, dem berühmten AK-74, Stellung und versuchte das auftauchende Werwolfsrudel in Schach zu halten.
Innerlich breitete sich bei mir schon eine gewisse Vorfreude aus, denn auf dem Papier war der Alpha des Werwolfsrudel eine richtige Bestie. Ja, eine unaufhaltbare Mordmaschine mit Stärke und Geschwindigkeit! 8)
Nun, der Fahrer des Klüngels trat bereits ordentlich ins Gaspedal und doch kam der Anführer des Werwolfsrudel immer näher. Dann feuerte der unerfahrene Spielercharakter mit dem Sturmgewehr und würfelte einen kritischen Treffer nach dem anderen. Meine Würfel dagegen hatten in dieser entscheidenden Szene einfach nicht ordnungsgemäß funktioniert — diese verfluchten, pentagonalen Verräter-Trapezoeder — diese missratenen Kinder eines W6 und einer W4! |:((
Na ja, also das Ergebnis dieses kurzen und sehr einseitigen Kampfes war nicht zu ignorieren und das Ende vom Lied: Der mächtige Alpha rannte noch ein paar Meter ohne einen intakten Schädel hinterher, bevor er als ein makaberer, blutender Springbrunnen schließlich zum Stehen kam und dann mausetot in einer Pfütze zu Boden fiel. Dieser Anblick demoralisierte die verbliebenen Werwölfe dermaßen, dass sie einfach die Flucht ergriffen.
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Die Spieler haben ihren ›Helden‹ natürlich lauthals gefeiert und es sei ihnen ja auch vergönnt! ^-^
Diesmal jedenfalls… 8] *Fingerpyramide des Bösen*
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Wir spielten früher eine Version von RoleMaster ohne Stufen, dafür mit einem halfdays-System. Ergo: umso älter oder besseres Training, desto mehr Ränge konnte man sich leisten.
Mein erster Charakter in der Runde war ein Waldelf/ Waldläufer/ Heiler und ganz passabler Bogenschütze und Lengschwertkämpfer.
Davon ab hatte er einen sehr guten Wert auf Agility und etwas Strength.
Wir haben eine Bekannte aus einem Gefängnis befreien müssen, mitten auf dem Marktplatz. Bewacht von zwei Gardisten und irgendwo hatte noch die Inquisition rumgegammelt. Wir also am hellichten Tage die beiden Wachen ausgeschaltet (Marktplatz!), Tür aufgebrochen, Freundin raus und Beine in die Hand genommen.
Der SL hat dann wiederkehrend kleine Ausschnitte Stadtplan aufskizziert, wo man uns erwartete, eine Blockade erstellt hatte oder uns einfach X Wachen/Gardisten/Inquisitoren entgegen kamen.
Irgendwann war der letzte Pfeil verschossen und das Langschwert flog mit einem elenden Fumble davon.
Was also tun?
Luzi so: "Oh, eine geladene Armbrust bei dem Toten? Ich schieße!"
Noch nie geschossen, Würfelwurf, Krit, Kopftreffer.
Luzi so: "Oh, wurfmesser ..."
Noch nie geworfen, Würfelwurf, Krit, Halstreffer.
Luzi so: "Oh, ein Speer ..."
SL so: 8]
Noch nie Speer geworfen, Würfelwurf, Krit, Herztreffer.
SL so: :o
Luzi so: "Oh, noch eine Armbrust ..."
SL so: "Die Leute fliehen vor Dir und rufen nach der schweren Kavallerie!!!"
Alle so: >;D >;D >;D :headbang: :headbang: :headbang:
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Wenn man zu einer höheren Existenz aufgestiegen ist unterhält man sich nicht mehr über Stufen!
Bin nicht sicher, ob ich die erreicht habe. Tatsache ist sofern ich nicht gerade zocke, habe ich Entzug. Außer Sport kann mich nichts davon ablenken. Ok, Sport ist mein Job. Unter Anderem. Aber ansonsten will ich eigentlich nur...
Mir fällt noch eine Szene ein...DSA JdF, und die Spieler müssen aus der fliegenden Festung über Gareth in Richtung Speichersee abspringen. Der Krieger und der Zwerg würfeln beide ein 20 auf Mut. Sie hatten zwei NSC dabei, die ich als Verstärkung mitgeschickt hatte. Die Kriegerin greift die Hand des Kriegers und zieht ihn aus der Absprungluke. Die Elfe geht hinter dem Zwerg in die Knie, nimmt ihn in den Arm, flüstert "Du musst keine Angst haben" und kippt sich rückwärts mit ihm aus der Luke. Habe dazu Lordi mit Everybody wants to rule the world angemacht. Unterwegs hat der Zwerg dann beschlossen, sich mit seinem Paralüring in eine Statue zu verwandeln, die dann später aus dem Speichersee gezogen werden musste.
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Wir spielten früher eine Version von RoleMaster ohne Stufen, dafür mit einem halfdays-System. Ergo: umso älter oder besseres Training, desto mehr Ränge konnte man sich leisten.
Mein erster Charakter in der Runde war ein Waldelf/ Waldläufer/ Heiler und ganz passabler Bogenschütze und Lengschwertkämpfer.
Davon ab hatte er einen sehr guten Wert auf Agility und etwas Strength.
Wir haben eine Bekannte aus einem Gefängnis befreien müssen, mitten auf dem Marktplatz. Bewacht von zwei Gardisten und irgendwo hatte noch die Inquisition rumgegammelt. Wir also am hellichten Tage die beiden Wachen ausgeschaltet (Marktplatz!), Tür aufgebrochen, Freundin raus und Beine in die Hand genommen.
Der SL hat dann wiederkehrend kleine Ausschnitte Stadtplan aufskizziert, wo man uns erwartete, eine Blockade erstellt hatte oder uns einfach X Wachen/Gardisten/Inquisitoren entgegen kamen.
Irgendwann war der letzte Pfeil verschossen und das Langschwert flog mit einem elenden Fumble davon.
Was also tun?
Luzi so: "Oh, eine geladene Armbrust bei dem Toten? Ich schieße!"
Noch nie geschossen, Würfelwurf, Krit, Kopftreffer.
Luzi so: "Oh, wurfmesser ..."
Noch nie geworfen, Würfelwurf, Krit, Halstreffer.
Luzi so: "Oh, ein Speer ..."
SL so: 8]
Noch nie Speer geworfen, Würfelwurf, Krit, Herztreffer.
SL so: :o
Luzi so: "Oh, noch eine Armbrust ..."
SL so: "Die Leute fliehen vor Dir und rufen nach der schweren Kavallerie!!!"
Alle so: >;D >;D >;D :headbang: :headbang: :headbang:
*G*
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Mann, ich liebe solche "War das wirklich alles? War DAS wirklich ALLES?"-Momente im Rollenspiel. Ich hoffe du hattest einen guten One-Liner parat.
Da meint man, dass man einen epischen Kampf vor sich hat, der uns alles abverlangen würde, und dann ist der Gegner in der ersten Runde instant tot. 8] :o wtf? >;D
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Erster Gedanke: Wenn ich wirklich mal Opa werden sollte, habe ich meinen Enkeln hoffentlich was Besseres zu erzählen als irgendeinen langweiligen Kram aus meinen Rollenspielrunden ~;D
Davon ab gibt es natürlich Momente, an die man immer wieder zurückdenken muss. Nachdem ich den Thread jetzt gelesen habe und mal in mich gegangen bin, muss ich feststellen, dass das bei mir irgendwie gar keine krassen Krit-Slasher-Erlebnisse sind, sondern sehr persönliche Rollenspielerlebnisse, die nur im Kontext der Runde, der Leute und meiner Situation für mich einen besonderen Stellenwert einnehmen - und deshalb auch für andere eher uninteressant und wenig spannend sein dürften.
Da wäre meine erste Rollenspielrunde überhaupt und das Gefühl, mit einem Blatt voller Werte, die ich nicht kenne und der Figur, die davon repräsentiert werden soll plötzlich mit den ersten Worten des Meisters in eine fremde Welt einzutreten - und darin völlig frei agieren zu können! Ich hab es auch direkt herausgefordert: Mein Vater war anscheinend Schmied (hatte ich ausgewürfelt), in der nächsten Taverne hingen protzige Schwerter an der Wand und ich pampe erstmal den Wirt an, wo er das Schwert meines Vaters herhat... eine Aktion, die meine Mitspieler irgendwie völlig begeistert hat. Der Würfelwurf danach war nicht so prall (Als Söldner hat man Überreden nicht so hoch...) und die Aktion verlief im Sand - aber der Moment der Erkennis "Das kann ich hier wirklich versuchen?!" blieb nachhaltig und hat mir tausende von Welten eröffnet.
Da war diese Vampirerunde zu dritt - SL, Mitspieler und ich. Mitspieler damals schon ein erfahrener LARPer, beim Charakterspiel seiner Figur in der P&P-Runde eher zurückhaltend... bis eine Aktion passiert, die ihn in Blutrausch versetzt... und der Typ dreht voll auf und grollt mich auf derart animalische Art an, dass ich kurz zurückgeschreckt bin! Das habe ich mir gemerkt und in bestimmten Situationen und Runden traue ich mich auch gern mal, ein Stück method acting auszupacken...
Da war diese erste Nordcon. Damals gab es noch die "Indie-Insel" und Leute, die aktiv Indie-Rollenspiele auch in Runden beworben haben... da hab ich mich dann nichtsahnend in eine Runde "The Shadow of Yesterday" gesetzt und war völlig verblüfft, wie übersichtlich der Charakterbogen und wie frei das Spiel war und wie schnell und funktional die Regeln! Das Spiel gabs nicht zu kaufen, aber dafür Don'r rest your head, was mich am Stand direkt angesprochen hat UND günstig war - bis heute eines meiner Lieblingsrollenspiele.
Dann waren da noch...
... unzählige kleine Momente in vielen tollen Tanelorntreffen-Runden: Der Moment der Erkenntnis über eigene Existenz in der Engelrunde; Das glohreiche Verbrennen unserer, in den Minen von Kazhad'dum verlorenen Zwergencharaktere in der Der Eine Ring - Runde; der dramatische Endkampf mit körperlichen und geistigen Waffen in meiner Bioshock-Savage Worlds-Runde; die epische Schlacht gegen den Malmsturm in der "A Storm to come"-Runde, wo wir FATE an die Grenzen des System gebracht haben; diverse abgefuckte Gewaltorgien beim Hotzenplotz und und und...
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Erster Gedanke: Wenn ich wirklich mal Opa werden sollte, habe ich meinen Enkeln hoffentlich was Besseres zu erzählen als irgendeinen langweiligen Kram aus meinen Rollenspielrunden ~;D
...
Zwerg: Da ist ein Monster unter dem Bett!!! Ich kann da nicht schlafen!
Papa als Zauberer : Zapp, nein, da ist jetzt Asche unter dem Bett. Hol mal den Besen aus der Küche um die Reste weg zu machen.
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Bei mir sind es hauptsächlich Dinge in denen ich einfach Geniale Ideen hatte und Wagnisse eingegangen bin und Erfolg hatte.
Hing nicht an irgendwelchen Würfeln sondern einfach daran mal was zu wagen und zu machen.
Also etwa alleine in eine Piratenhochburg zu gehen um dem Piratenkapitän zu sagen das sich die Adelige welche er mal entführt hat sich in ihn verliebt hat und ihn wiedersehen will. Eigentlich war der Auftrag ihn zu entführen (die fand das wohl romantsich) aber der war so gesichtert das sich die Gruppe nicht traute überhaupt was zu machen.
Das andere mal wir bekommen etwas von einem 4th Genration Vampir und benutzen es komplett anderst als gesagt. Es steht die Frage im raum ob der nicht stinksauer sein wird weil wir ihn angelogen haben. "Der ist 4th Generationer, Clandisziplin ist Auspex. der muss das so hoch haben das er schon damals wusste das wir es heute für etwas ganz anderes verwenden, mach dir also keine Sorge deswegen."
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1985 in Bremen auf dem Nordcon (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Hamburger) meine allererste Traveller Runde, die dann später in meiner heimischen Kleinstadt gleich neben Bremen fortgeführt wurde und uns einen 100t Suleiman Class Scout Courier einbracht (oder eingebrockt?) hatte. Das war mein Initialmoment in Sachen "wie geil kann Rollenspiel sein" und hat mich vom Casual Gaming weggebracht. Zuvor hatten wir nur DSA gespielt und mal kurz in die Red Box reingeschnuppert. Das Abenteuer, wo ich 3x hintereinander eine 100 auf dem W100 hingelegt hatte (und ja, Traveller spielt man mit 2d6, da steckte Homebrew mit drin)... Diese Gruppe wurde bei uns zur Rollenspiel-Legende und die Charaktere wurden gut 10 Jahre lang gespielt.
Ich kenne das Abenteuer (vom SpL selbst geschrieben) noch so in- und auswendig, dass man mich nachts um drei wecken könnte und ich könnte es aus dem Stehgreif selber leiten.
Das Ende unserer Earthdawn-Kampagne, nach 7 Jahren nahezu wöchentlichen Zocken, in der die Charaktere den Samen dafür gelegt haben, dass der Blutelfenwald sich zurück in den Wyrmwald verwandeln würde, dem König der Zwergennation das Leben rettete und noch allerlei epische Heldentaten vollbrachten. Ein Obsidianer Krieger, dessen Spieler es nur um die nächste Ini ging, ein Obsidianer Magier als Charakter mit versteinertem Arm, ein völlig schrullliger T'Skrang Geisterbeschwörer, vor dem die Gruppe mehr Angst hatte, als vor manchem Dämon... Und dann saßen wir am Tisch, ich packte mein Zeug zusammen und sagte "so, das wars, wir müssen mal sprechen, was wir als nächstes spielen" (oder so ähnlich) und zwei Mitspieler haben plötzlich Tränen in den Augen und fangen das heulen an, weil sie es nicht fassen können, dass diese Spielrunde an Charakteren nie wieder zusammen kommen würde... Am Ende hatten eigentlich fast alle feuchte Augen. Mit zwei der Leute spiele ich immer noch (seit 30+ Jahren) zusammen...
Shadowrun - Universelle Bruderschaft - ein Abenteuer ("Missing Blood"), das unsere Charaktere so paranoid hat werden lassen, dass wir uns immer weiter in die Sch... geritten und am Schluß absolut niemandem mehr vertraut haben. Ganz am Schluß hat sich mein Charakter aus lauter Verzweiflung im Hauptquartier der "Schweine" selbst in die Luft gesprengt und entsprechend viele Leute mitgenommen, so dass der Rest meiner Leute stürmen und den Laden auseinander nehmen konnten.
Auch eines der geilsten (weil spannend bis in die Haarspitzen) Abenteuer.