Mir geht es darum, wie ihr mit nachträglichen, für Euch neuen/plötzlichen Änderungen von Satzungen in bespielten Settings umgeht :d
[…] Wenn ich z.B. auf Mittelerde spielen würde, und der SL käme mir auf einmal mit »Was macht ihr mit den armen Orks, ihr Monster?«, würde ich ihm so viele Mittelfinger zeigen, ich müsste mir ein paar zusätzliche Hände wachsen lassen.Das ist zwar etwas undiplomatisch, aber so sehe ich das ebenfalls! :loll:
Wenn ich zB auf Mittelerde spielen würde, und der SL käme mir auf einmal mit "was macht ihr mit den armen Orks, ihr Monster?" würde ich ihm so viele Mittelfinger zeigen, ich müsste mir ein paar zusätzliche Hände wachsen lassen.Zwei Dinge hierzu:
(https://gifsec.com/wp-content/uploads/2022/09/middle-finger-gif-16.gif)
1. Selbst Tolkien hat Orks letztlich als "prinzipiell redeemable" eingestuft
Auch die Szene, in der Sam die Orks in Cirith Ungol belauscht, wie diese darüber reden, was sie nach dem Krieg machen wollen, zeigt, dass selbst Tolkiens Orks letztlich keine blinden Killermaschinen sind, solange sie nicht unter dem direkten Einfluss eines dunklen Lords stehen.
(den Rest der Diskussion spare ich hier, weils darum nicht mehr geht)
Wo soll das stehen? Was aus den Anhängen hervorgeht, ist dass die Orks letztendlich praktisch aussterben - und zwar ganz ohne genozidalen Vernichtungsfeldzug seitens der Menschen - weil sie als grundsätzlich chaotisch-böse Wesen es einfach ums buchstäbliche Verrecken nicht auf die Kette kriegen, eine funktionale Gesellschaft zu bilden.In den diversen Briefen, in denen Tolkien Teile seines Lores näher beleuchtet und darüber philosophiert hat. Gerade die Frage, ob Orks 'redeemable' sind hat ihn in den späteren Briefen doch ziemlich umgegetrieben. Sein Schluss war in etwa "prinzipiell müssen sie es sein (weil sie ja letzten Endes Geschöpfe Erus sind), aber es wird ein sehr sehr langer und schwieriger Prozess die ganze Korruption aus ihnen herauszubekommen - und vermutlich auch erst nach ihrem Ableben möglich sein".
Im Gegenteil. Sie haben lediglich keinen Bock darauf, in einem Krieg verheizt zu werden. Wie sehen ihre Träume denn aus, was sie statt Krieg lieber täten? Bauern werden oder ein Handwerk ausüben? Nein, sie wollen "somewhere where there's good loot nice and handy, and no big bosses". Sie wollen nach wie vor plündern, sie haben bloß keinen Bock darauf unter Lebensgefahr gegen Bewaffnete zu kämpfen.Also für Orkverhältnisse ist das schon ziemlich cosy - einen anderen 'way of life' kennen die wahrscheinlich überhaupt nicht.
Ja, der Eine Ring zwingt sie dazu, Sauron zu gehorchen und als geordnete Armee zu funktionieren. Aber ohne den Ring werden sie deswegen nicht nett, nur chaotischer.Das liegt nicht nur am Ring, sowohl Morgoth als auch Sauron können die meisten Orks dominieren, weil diese so geschaffen sind (die haben den Kontroll-Link quasi schon serienmäßig eingebaut und müssen nicht erst über irgendwelche Ringe dominiert werden). Orks ohne einen dunklen Herrscher sind bösartig und hinterlistig, aber feige und unorganisiert, und gehen offenen Konfrontationen eher aus dem Weg. Aber ja, netter werden sie ohne einen dunklen Lord erstmal nicht (aber unter den richtigen Umständen stolzer und unabhängiger, wie die Orks des fernen Ostens, die Sauron nach Morgoths Verbannung erstmal abblitzen lassen haben).
Wobei "good loot" jetzt auch nicht direkt impliziert, dass man dafür jemanden umbringen muss.
Wie geht Ihr damit um, wenn die SL die Satzung eines Settings plötzlich ändert?das kommt auf den Grund , Kontext usw. an.
Puh, Luxferre, da bin ich auf der Seite der Spielenden: Das geht so nicht.
Eure Spielleitung kann nicht jahrelang die ethische Baseline ziehen, dass Orks nur Schlachtvieh ist, und plötzlich diese ethischen Rahmenbedingungen ändern. Und ihr sollt Euch plötzlich Scheiße fühlen. Nee, das ist unfair.
Ein Shift der ethischen Maßstäbe muss zuvor abgesprochen oder mindestens angekündigt werden.
@Prisma: es war EIN Eingang - es gab mehrere mögliche Ausgänge ;)Ja, schon klar, dennoch lustig.
Ja, schon klar, dennoch lustig.
in dem Beispiel geht's irgendwie weniger um "alle Orks sind böse jetzt wird es geändert" sondern eher um
"eine unbewaffnete Ork Familie (Mutter und Kinder) sind so eingeschüchtert, dass die sich nicht raustrauen und sterben"
also...egal ob die "böse" sind, der SL sah die als "Zivilisten"
Der SL war's nur halt auch, der überhaupt erst entschieden hat, daß sie lieber lebendig verbrennen, als die Flucht durch einen der noch verbliebenen Ausgänge zu wagen. Das mag ihm in dem Moment am plausibelsten erschienen sein, ändert aber nichts daran, daß die Orks als NSC ja von vornherein keine andere Wahl hatten, als nach seiner Pfeife zu tanzen...hm, macht das dann nicht letztendlich irgendwie ihn zu ihrem "Dunklen Herrscher", der sie in diesem Fall ausdrücklich in den Selbstmord getrieben hat? 8]
Imo tut man sich allgemein keinen Gefallen, die Grenze zwischen Monstern und Personen zu verwischen.
Imo tut man sich allgemein keinen Gefallen, die Grenze zwischen Monstern und Personen zu verwischen. Das wird halt sehr unmittelbar sehr philosophisch. Insofern sollte man sich dann einmal klar positionieren, ob Orks, Vampire, Dämonen etc. in die eine oder andere Kategorie gehören.
Imo tut man sich allgemein keinen Gefallen, die Grenze zwischen Monstern und Personen zu verwischen. Das wird halt sehr unmittelbar sehr philosophisch. Insofern sollte man sich dann einmal klar positionieren, ob Orks, Vampire, Dämonen etc. in die eine oder andere Kategorie gehören.
Deshalb muss man die auch besonders festzimmern, wenn man eine eigene Erzählwelt eröffnet.
Der SL war's nur halt auch, der überhaupt erst entschieden hat, daß sie lieber lebendig verbrennen, als die Flucht durch einen der noch verbliebenen Ausgänge zu wagen. Das mag ihm in dem Moment am plausibelsten erschienen sein, ändert aber nichts daran, daß die Orks als NSC ja von vornherein keine andere Wahl hatten, als nach seiner Pfeife zu tanzen...hm, macht das dann nicht letztendlich irgendwie ihn zu ihrem "Dunklen Herrscher", der sie in diesem Fall ausdrücklich in den Selbstmord getrieben hat? 8]
Klar - Orks müssen auch was Essen, Orks haben auch Kinder, Orks haben auch Sex,... (gut die könnten auch ohne Sex und Kinder einfach magisch aus der Retorte von Saruman kommen - aber das ist glaube ich doch eher selten und wir gehen hier erstmal von erstem aus denke ich).
Nein, nichts daran ist "klar", und selten ist es imo nur dann, wenn Autoren die Phantasie fehlt. Selbst die irdische Biologie kennt andere Lebens- ubd Fortpflanzungskonzepte. "Wie Menschen" empfinde ich bei Orks und Co als unglaublich einfallslos.
Naja, wenn die Leute sich ausbreiten und Leute umbringen, um deren Land zu nehmen, dann ist das ziemlich klar böse. Wenn das alle machen, dann sind halt alle böse. Und dann ist es halt wir gegen die, nicht gut gegen böse.
ok kommt drauf an wie man es ausspielt... als zivilist hätte ich z.b. auch kein Vertrauen darauf das die Typen die gerade meinen Vater/Bruder/Ehemann ermordet haben und vor der Tür n Feuer anzünden um zu sagen "ihr könnt gehen wir werden euch nicht verfolgen" nicht doch bei den anderen Ausgängen auflauern
Wie geht Ihr mit Änderungen (plötzliche insbesondere) bei Satzungen Eurer Settings um?
und btw welche höhere irdische Lebensform vermehrt sich denn ohne Sex?
und btw welche höhere irdische Lebensform vermehrt sich denn ohne Sex? Ich mein ich weis eine männliche Kakalake ist erstmal unntütz aber es gibt trozdem welche. Ich würde schon sagen dieses Konzept ist eines der Erfolgreichen.Naja, irdisch muss es in einem Fantasy-Spiel ja nicht bleiben. Die Gargun wurden schon genannt; dann die Warhammer-Orks, die biologisch Pilze sind und sich über Sporen fortpflanzen - da gibt es auch keine Ork-Kinder und -Familien, über die man sich Gedanken machen muss.