Tanelorn.net

Pen & Paper - Spielsysteme => Midgard => Thema gestartet von: unicum am 30.06.2026 | 13:31

Titel: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: unicum am 30.06.2026 | 13:31
Meine Frage stellt sich hauptsächlich an Leute welche die Midgard Welt genauer kennen.

Was ist Einzigartig auf der Welt in deren Geschichte? (Von der Landkarte mal abgesehen)

Also als Gegenbeispiel: Waeland ist nicht ikonisch, Wikingerähnliche Kuluren gibt es in DSA und vielen anderen Rollenspielen auch. Selbst Alba mit seinem Schottischen Wurzeln ist imho auch nicht weil es gibt ja Schottland mit Clanstrukturen.

Die Seemeister? hm ich erinnere mich an die Red Wizards of Thay aus D&D und bezüglich der Zuchtlinien aus denen die Seemeister entstanden sind steche ich mit den Bene Gesserit aus Dune.

Die Urmächte des Chaos? - Ist so plakativ das ich Call of Chuthulu kaum zu nennen brauche. Zugestanden das einer der Urmächte (der gelbe Herr) plötzlich zum guten stilisiert wird - da fällt mir nichts ein das ich schon kenne.
Der Anarch, der Verführer der Elfen, der blaue Herr - ei sorry da klingelt Tolkien bei mir mit Annatar dem Herrn der Geschenke

Die Nachtmahre sind aber der beschreibung nach klar abgekupfert aus einem alten Fantasyfilm. (beastmaster?)

Das einzige was ich bis jetzt so von nirgends anderst kenne sind: die Arracht.
Hat jemand noch mehr?


EDIT:
So, nachdem es nach einer Seite schon anfängt zu entgleisen (muss an der Antiphatie hier gegen Railrading liegen) hier der Grund:
Ich bin dabei eine Substitutionswelt zu erstellen, die nahe genug am Orginal sein soll um Abenteuer spielen zu können und zumindest für mich das Flair der Welt noch enthält. Ich habe dabei den Anspruch keine IP Rechte zu verletzen wenn nicht deutlich ist das die nicht tragbar sind. In dem Sinne: Ja es gibt auf der Welt ein "Fantasy-Schottland" und "Wikinger". Beides halte ich in juristischer Naivität für recht sicher, im gegensatz dazu wenn ich ein Land "Alba einfach Cut&Paste kopieren könnte.

Genausowenig wie ich etwa Beholder einsetzen würde weil die eben "einzigartig" für D&D sind.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 30.06.2026 | 13:35
Die Seemeister fand ich schon recht originell - denn praktisch gesehen ist das Konzept bei dieser Kultur "Was wäre, wenn die Karthager dank magischer Kräfte die punischen Kriege gewonnen hätten?".
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: nobody@home am 30.06.2026 | 14:18
Die Nachtmahre sind aber der beschreibung nach klar abgekupfert aus einem alten Fantasyfilm. (beastmaster?)

Definitiv Beastmaster -- die Ähnlichkeit ist mir nach dem ersten Sehen auch aufgefallen.

Was die Arracht angeht, weiß ich im Moment auch nicht recht, wo die Inspiration hergekommen sein mag. Außer beim Namen...denn eine kurze Netzrecherche legt offen, daß der seinerseits wohl einfach ein irisches Wort für "Monster" darstellt. Ob das so viel weiterhilft oder ob da einfach nur jemand einen coolen Namen, den er schon immer mal verwenden wollte, an die nächsten Wesen getackert hat, die halt noch einen brauchten, könnte ich allerdings nicht sagen.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Eleazar am 30.06.2026 | 15:25
Außer den Arracht fällt mir auch nichts Weltbewengendes ein.
Wie auch? Midgard entlehnt sich der irdischen Kulturen und weitgehend der klassischen Tolkien-Fantasy. Und insgesamt wirkt alles recht bodenständig. Alles, was damit zusammenhängt, kennt man von irgendwo her. Gerade deshalb ist Vieles aber auch ikonisch.

Das Besondere von Midgard ist meiner Meinung nach, wie mit diesen bekannten Zutaten gekocht wurde. Und dass mit Alba eine schottische Kultur der Nabel der Welt ist.

Wenn ich davon ab so richtig kracherinnovativ sein wollte, könnte ich mir so was wie Meerschweinchenmenschen ausdenken. Und rausfinden, dass man die überhaupt nicht braucht. Originell ist manchmal auch einfach nur das nette Wort für überkandidelt.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Zocat am 30.06.2026 | 15:59
Arracht haben ihre Vorlage in The Shunned Ones, Empire of the Petal Throne
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 30.06.2026 | 16:13
Man sollte nicht vergessen, wann die Welt Migard entwickelt wurde und woraus sie entwickelt wurde. Midgard ist eigentlich ein überarbeitetes Magira, welches in den späten 1960ern entstand. Vieles aus Midgard lässt sich schon so bei Magira finden. So gibt es den Nachtmahr mindestens schon seit M1, was 1981 veröffentlicht wurde, also ein Jahr vor The Beastmaster. Auch haben die Urmächte des Chaos nichts mit dem Cthulhu-Mythos zu tun, sondern basieren auf verschiedenen irdischen Mythologien. Hinter dem Grünen Herrn steckt z.B. niemand anderses als der alte irische Fruchtbarkeitsgott Crom Cruach, hinter dem Gelben Herrn sowohl der mythische chinesische Kaiser Huáng Dì als auch die alt-ägyptische Göttin der Ordnung Maàt.

Das schöne an der Welt von Midgard war, dass man nicht jede Mode mitgemacht hat und dass die Welt doch irgendwie aus einem Guss war. Die Klimazonen waren z.B. stimmig, da JEF Professorenkollegen gefragt hat, wie sie bei der gegebenen weltkarte aussehen würden. Die Kulturen waren nicht zu exotisch und auch ohne zusätzliche Quellenbücher spielbar, da auch immer angegeben wurde, welche irdischen Kulturen als Vorbild dienten. ja, die Welt ist in diser Form erst Ende der 1980er entstanden, wurde aber, wie ich oben schon schrieb aus dem wesentlich älteren Magira entwickelt. Und so einige Kulturen Midgards wurden unverändert von Magira übernommen, darunter z.B. Alba.

Ich stimme übrigens Eleazar voll und ganz zu. Midgard hat nie versucht, eine originelle oder innovative Fantasy-Welt zu sein. Midgard wollte, wie ihr Vorgänger Magira, einfach nur eine spielbare klassische Fantasywelt sein, wie sie damals noch populär waren.

Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Zocat am 30.06.2026 | 23:14
Die Klimazonen waren z.B. stimmig, da JEF Professorenkollegen gefragt hat, wie sie bei der gegebenen weltkarte aussehen würden.

Klimazonen stammen von Manfred Roth, nicht von JEF.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Boba Fett am 1.07.2026 | 07:44
Die Spielwelt von Midgard ist durchaus etwas besonderes, aber nicht einzigartig.
Für mich persönlich ist Midgard das Skyrim unter den Pen & Paper Rollenspielen.
Die Spielwelt (insbesondere der nördliche Teil) verströmt für mich die Atmosphäre, die ich damals beim Schauen der TV Serie "Robin Hood" (mit Michael Pread) in den 80er Jahren hatte,
die mich wiedergefunden hat, als ich die Herr der Ringe Filmtrilogie gesehen hab und die mich erneut traf, als ich Skyrim auf dem PC und der PS spielte.
Und ja, Skyrim ist manchmal klunky zu spielen und eckt an einigen Stellen auch an. Aber es ist für mich die einzige Fantasy-Spielwelt, die mich jemals wirklich beim PC Gamen gepackt hat.
Und so ist Midgard irgendwie auch.

Dazu kommt noch, dass sie das frühe Mittelalter repräsentiert. Die Leute tragen keine weißen Hemden mit gestärkten Kragen und schrillbunten Kleidungsstücken, wie bei DSA, D&D oder Pathfinder.
Rüstungen glänzen nicht, als wären sie aus Chrom gemacht. Es wehen keine lustig bunten Banner von den Turmspitzen.
Die Midgard-Welt ist erdig, manchmal dreckig, Metall ist stumpf, wer bunt und glänzend will, segelt in die Küstenstaaten oder in den fernen Osten.
Die Midgard-Welt riecht nach Wald, nach Rauch und nach Torf.

Einzigartig ist diese Welt nicht - Harnworld mag ähnliches bieten, ist aber nicht so leicht zugänglich.
Midgard ist störrisch - die Welt bleibt, wie sie ist. Während Aventurien inzwischen längst im Spätmittelalter oder sogar in der Renaissance angekommen ist und alles quietschbunt ist, bleibt Midgard bei erdigen Farbtönen.
Und in sofern kann man die Thorwaler mit den Waeländern auch nur insoweit vergleichen, wie die Zeichentrickserie Wickie mit der Serie Vikings vergleichbar wäre.

Midgard ist bodenständig. Auf dieser Welt wird nicht jedes halbe Jahr eine neue weltvernichtende Bedrohung durchs Dorf getrieben, damit die Helden mal wieder die Welt retten können.
In Midgard streiten sich zwei Clanlords oder man findet ein Überbleibsel der Seemeister und das wird dann zum Abenteuer.
Die Leute helfen den Bewohnern eines Dorfes und bezwingen nicht den hypermagischen Overlord aus der Schnitzel-Fritzel-Dimension.
Weltrettung verkommt hier nicht zum daily standard.

Und deswegen bin auch betrübt, dass diese Welt demnächst offiziell zur Akte gelegt wird.
Denn der Nachfolger wird eben quietschebunt und mit Tourismus-Wikingern werden. Zahm und leicht verdaulich.
Midgard ist herzhafte Kost, die manchmal schwer im Magen liegt.
Midgard ist der Urlaub in Schweden, Schottland oder Irland oder der Segeltörn auf einem hundert Jahre alten Plattbodenschiff in den Niederlanden.

Ende der Liebeserklärung
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Eleazar am 1.07.2026 | 08:27
"Liebeserklärung" habe ich schon ab der Mitte des Textes gedacht!  :D

Und zwar eine sehr gut gelungene Liebeserklärung.

Midgard ist besonders wegen des Weglassens von Schnickschnack.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: nobody@home am 1.07.2026 | 08:53
Midgard ist besonders wegen des Weglassens von Schnickschnack.

Na ja..."Midgard ist besonders, weil ich es dafür halte!" mag zwar das ehrlichste Argument sein, das wir kriegen werden ("Alles, was Midgard nicht hat, ist bloß Schnickschnack" ist ja grundsätzlich nur dasselbe in grün), aber ich weiß nicht, inwieweit es Spieler und SL überzeugt, die nicht schon selbst seit Jahren und Jahrzehnten eben in der Midgardblase unterwegs sind.

Und die Langzeitfans wiederum müssen vermutlich nicht mehr groß überzeugt werden. :)

Persönlich war ich in Midgard-als-Setting nie besonders tief drin, soll heißen: über die Karte und Länderkurzbeschreibungen im Grundregelwerk (und das war damals noch M2) bin ich gar nicht erst hinausgekommen. Insofern ist Magira/Midgard für mich primär auch nur eine andere Ausführung desselben Wir-setzen-einfach-nur-Erdkulturen-nebeneinander-Tricks, den schon ein gewisser Robert Ervin Howard für sein hyborisches Zeitalter verwendet hat und der sich heute in Parodien wie der "einzigen Fantasy-Weltkarte, die Du jemals brauchen wirst" nierderschlägt -- man kann das konkrete Einzelergebnis mögen, aber als Alleinstellungsmerkmal im Marketingsprechsinne taugt es nicht viel.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 1.07.2026 | 09:20
Boba, sehr schön gesagt.

Aber wir müssen mal dringend an deiner Wahrnehmung des Frühmittelalters arbeiten, besonders was das Klischee der Unfarbigkeit angeht!  ~;D

Aber ich hab Midgard auch immer so gelesen, insgesamt unsere Welt um das Jahr 1100 mit fantastischen Anflanschungen.
Ich hab sogar das Reich der Küstenstädte nie als Renaissance-Italien dargestellt, wie im Hintergrund gesagt, sondern  wie das Oberitalien des Lombardenbundes zur Zeit Barbarossas, und Chryseia ist bei mir eher Byzanz um 1100 als klassisches Griechenland. Auf die Weise ist alles harmonischer.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Swanosaurus am 1.07.2026 | 09:25
Ich war ja nur zu M2-Zeiten halbwegs tief drin, aber ich denke, so viel hat sich seither nicht geändert ... damals war die Midgard-Welt für mich diejenige, die am ehesten den Geist von Ronja Räubertochter, Krabat, Taran und auch von Alanna von Trebond geatmet hat, die Welt, die sich wie meine Jugendliteratur anfühlte. Das ist für mein Gefühl durchaus was Besonderes!

Vor etwa zwei Jahren habe ich ja noch mal einen Lektüreversuch mit den M5-Quellenbüchern gewagt, bin aber bei Alba und Aran jeweils recht schnell aus der Kurve geflogen bzw. eher mit leerem Tank liegengeblieben ... ich fand die Texte auf eine Art langatmig und dröge, die mir früher nichts ausgemacht hat, bei mir jetzt aber nur noch Ungeduld erzeugt.

Deshalb bin ich auch inzwischen etwas zwiegespalten über das Schicksal von M5 - einerseits finde ich es gut, dass es als "Endstand" der Welt erhalten bleibt und niemand mehr daran rumdoktort, weil es so rund wirkt ... andererseits denke ich manchmal doch: Würde man die Welt einfach noch mal neu beschreiben, knapper und mehr auf den Punkt hin, dann wäre das wieder was für mich.

Andererseits wäre wohl ohnehin nie geschehen ...
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: unicum am 1.07.2026 | 09:26
Arracht haben ihre Vorlage in The Shunned Ones, Empire of the Petal Throne

Ah okay,... (hardcover 86.72€ wäre mir jetzt aber fürs blose Nachschauen zu teuer)

DAS ist im übrigen genau das was ich in der Fragestellung erreichen wollte.
Das es dann doch recht wenig wirklich Einzigartiges gibt war mir soweit schon klar.

Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Wyndor am 1.07.2026 | 09:30
Ende der Liebeserklärung

Das hätte ich trefflicher kaum beschreiben können. Daher habe ich mich für den Moment auch entschieden vorerst noch meiner M5 Sammlung zu fröhnen. Für mich ist es das beste klassische Fantasy Setting und System, ob es nun fortgesetzt wird oder nicht.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Eleazar am 1.07.2026 | 14:54
@nobody@home: Damit hast du natürlich einen Punkt, wobei ich eigentlich kein Fanboy der Spielwelt Midgard bin. Dafür habe ich zu selten darauf gespielt und so gut wie noch nie darauf gespielleitert.

Mir könnte die Welt noch einen Ticken fantastischer und magischer sein und mir wird auch ein bisschen zu viel im alten Britannien differenziert. Was dem einen sein bodenständig, das ist dem anderen sein bieder oder dröge.

Außerdem ist die Ausgangsfrage eigentlich eine Zumutung: Was ist im Bereich der Fantasy denn überhaupt noch einzigartig oder originell? Der markttechnisch beackerbare Raum ist bereits vollumfänglich beackert, aufgewärmt, modifiziert, leicht verändert und noch mal veröffentlicht worden. Midgard hätte aufgrund seines Alters einen Vorteil, hier und da zuerst da gewesen zu sein. Aber einzigartig? Schon schwer.

Es gibt so eine Satire von Ephrahim Kishon, wo er eine ganz neue Kinderbuchserie schreiben will. Am Ende kommt Timmi, der Tiefseeschwamm, dabei heraus, weil alle anderen coolen Tiere schon weg sind. Lustigerweise haut Timmi von zu Hause ab, erlebt eine Menge Abenteuer und kehrt am Ende in einem Militär-Jeep nach Hause zurück. Wie alle anderen Kinderbuchtiere zuvor auch schon.

Tiefseeschwämme sind Schnickschnack, wenn die Story und der Inhalt nichts substantiell Neues bringen.

Ansonsten kann man das Exotik- oder Fantasy-Niveau in jedem Setting nach Geschmack kallibrieren.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 1.07.2026 | 15:03
Es gibt so eine Satire von Ephrahim Kishon, wo er eine ganz neue Kinderbuchserie schreiben will. Am Ende kommt Timmi, der Tiefseeschwamm, dabei heraus...

BLASPHEMIE! Das heisst immer noch: Theobald der Tiefseeschwamm!  :headbang:
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Boba Fett am 1.07.2026 | 15:05
Aber wir müssen mal dringend an deiner Wahrnehmung des Frühmittelalters arbeiten, besonders was das Klischee der Unfarbigkeit angeht!  ~;D

Sommertreffen...
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: felixs am 1.07.2026 | 15:08
Schließe mich dem an: Midgard ist nicht originell und das muss auch so. Das schöne an der Midgardwelt (M3-M5) ist (für mich), dass sie eng an realirdische Kulturen angelehnt ist und dass entsprechend wenig Plausibilitätslücken sichtbar sind. Außerdem hat man durch diese Anlehnung einerseits schon eine ungefähre Vorstellung und jede Menge Material zur Verfügung, andererseits motiviert es zur Weiterbildung in (realirdischer) Geschichte. Gefällt mir beides.

Wirklich aus einem Guss war die Darstellung der Welt nie. Jürgen Franke hat ein anderes Alba beschrieben als Gerd Hupperich. Mir gefällt das von J(E)F erheblich besser, aber grundsätzlich finde ich die abgebildete Bandbreite gut.

Der Verzicht auf "abgefahrene" Elemente ist mir auch sehr recht. Mir ist die Midgard-Welt teilweise schon ein bisschen zu bunt und zu aufgeklärt. Aber immer noch im Rahmen und weit unterhalb der Neuzeit-mit-FDGO bei DSA und dem marvelisierten D&D.

Bin jedenfalls froh, einen Großteil der Midgard-Publikationen im Regal oder auf der Festplatte zu haben. Würde ich wieder Fantasy-Rollenspiel spielen (sehr gern!), dann wäre es Midgard (falls ich das entscheiden darf).
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: nobody@home am 1.07.2026 | 15:47
Es gibt so eine Satire von Ephrahim Kishon, wo er eine ganz neue Kinderbuchserie schreiben will. Am Ende kommt Timmi, der Tiefseeschwamm, dabei heraus, weil alle anderen coolen Tiere schon weg sind. Lustigerweise haut Timmi von zu Hause ab, erlebt eine Menge Abenteuer und kehrt am Ende in einem Militär-Jeep nach Hause zurück. Wie alle anderen Kinderbuchtiere zuvor auch schon.

Das könnte theoretisch erklären, woher die Inspiration für Spongebob kam. ~;D

Was jetzt "Einzigartigkeit" in der Fantasy angeht, könnte man darüber sicher noch ein Stück weit diskutieren -- da geht mMn schon noch einiges mehr als bloß primär pseudohistorisch-eurozentrisches EDO (oder vielleicht HEDO, weil ja diese komischen Menschen meistens irgendwie auch noch ein bißchen mitspielen?), aber das geht als Thema dann auch wieder deutlich über speziell Midgard hinaus.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 1.07.2026 | 16:10
Midgard ist für mich eine bodenständige, klassische Fantasywelt des Goldenen Zeitalters der Rollenspiel, wie es Aventurien mal war, wie es die Forgotten Realms mal waren. Es war eine Welt, wo man es nicht versucht hat, es jedem irgendwie recht zumachen, wo exotische Spielercharaktere eigentlich überhaupt nicht vorkamen, wo nicht jedes Abenteuer bedeutete, dass man die Welt retten musste. Man hatte Freiheiten, weil halt die Welt nicht bis ins kleinste Detail beschrieben wurde.
Ja, es gab Regionen, für die es immer wieder Quellenbücher gab, aber die Welt als ganzes wurde erst dann in Detail beschrieben, als schon längst bekannt wurde, dass M6 kommen wird und die Welt Midgard dann nicht mehr weiter entwickelt werden wird.
Ja, Midgard hat einen wilden Kulturenmix, aber das wurde nicht gemacht, damit man die unterschiedlichsten Abenteuer mit den gleichen Charakteren erleben kann, so wie es REH damals mit Conan gemacht hat, sondern weil dies ein Überbleibsel von Magira ist, wo halt jedes Mitglied von FoLLoW seine eigene Lieblingskultur/-epoche untergebracht hat.
Und einen Vorteil hatte Midgard in gegensatz zu so ziemlich allen anderen Fantasywelten. Die Frankes haben nie die Kontrolle über ihre Welt abgegeben und niemand hat sie gezwungen bestimmte Sachen zu machen, weil diese gerade mal populär waren.
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein? Muss jede Fantasywelt irgenein exotisches Element besitzen? Muss jede Fantasywelt jeden modernen Trend folgen? Ich glaube, dass die Einzigartigkeit von Midgard genau darin besteht, dies alles nicht mit gemacht zu haben. Hier wurden nbie irgendwelche Kulturbeschreibungen verändert, damit sie dem neuesten Zeitgeist entsprechen (dies ist z.B. das Problem von DSA). Hier wurde noch nie das exotische zur Normalität erklärt (dies ist z.B. das Problem von D&D).
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Issi am 1.07.2026 | 16:44
Würde sagen: Eine sehr europäische Sicht auf Märchen und Fantasy.
Die finde ich jetzt etwas, wie sagt man? „geerdeter?“, bzw. verwurzelter als die D&D Sicht.
Viele der Märchen, Sagen und Geschichten stammen ursprünglich von hier, und mussten nie übers große Wasser.
Davon ab, lebt die Geschichte hier immer noch weiter.
 Burgen und Schlösser, wohin man schaut. (Ist was anderes als die auf Google zu suchen :-)Man kann sich wunderbar in fantastische Abenteuer spinnen, auf einem Spaziergang um die Ecke.

Und das merkt(e) man dieser Welt an.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: nobody@home am 1.07.2026 | 17:06
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein?

Wenn man Geld dafür nehmen und halbwegs erwarten können will, daß Spieler und SL die "offizielle" Welt auch benutzen sollen, anstatt sich kurzerhand in bester Rollenspieltradition selbst was aus den Rippen zu leiern und dann dieses ihr persönliches Eigenbau-Setting einfach mit denselben Regeln zu bespielen? :think:

Also, in dem Fall würde ich schon sagen: ja, muß sie. Wir können uns allemal über die gewünschte Art ihrer Einzigartigkeit streiten, aber nicht wirklich darüber, daß sie irgendwie schon mehr bieten sollte als bloß das, was eine x-beliebige Gruppe in derselben Zeit, die sie zum Einlesen in die Welt ohnehin braucht, genausogut auch selber auf die Beine stellen könnte. ;)
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: unicum am 1.07.2026 | 17:44
Ich stimme Eleazar zu, dass die Ausgangsfrage eine Zumutung ist, denn muss jede Fantasywelt irgendwie einzigartig sein?

Das ist nicht die Frage hier. bleibt doch mal beim Thema!
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 1.07.2026 | 18:37
Ich habe jetzt erst bemerkt, dass Du die Geschichte der Welt meinst, und nicht die Welt an sich.

Das ist nicht so einfach. Man sollte nicht vergessen, wann die Welt und damit auch die Geschichte dieser Welt, entstanden ist. Die Welt von Midgard wurde zwar erst in der M3-Regelbox, die 1989 erschien, zum ersten Mal vorgestellt, aber so einige Elemente der Geschichte der Welt wurden mehr oder weniger verändert aus Magira übernommen und stammen daher noch aus den 1970ern, wenn nicht sogar noch aus den 1960ern.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Eleazar am 1.07.2026 | 23:08
Bevor das jemand in den falschen Hals kriegt: Viele Dinge sind supergut, aber überhaupt nicht einzigartig. Oder besonders.
Ich liebe Jeans und Vanilleeis.

Wenn nach "gut" oder "einzigartig" gefragt wird, sind das zwei Paar Schuh.

Ich finde die Welt Midgard gut (siehe Bobas Beitrag), aber Einzigartiges fällt mir nicht viel ein.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Fonzman am 2.07.2026 | 06:09
Die intelligenten Saurier aus Rawindra waren einzigartig, oder gabs da eine Vorlage? (Ich sehe die Echsenmenschen aus der Hohlwelt oder anderen Systemen jetzt nicht als gleichwertig an. Intelligente Velociraptoren mit eigener Kultur sind schon was anderes!)
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 2.07.2026 | 08:14
...
Ich finde die Welt Midgard gut (siehe Bobas Beitrag), aber Einzigartiges fällt mir nicht viel ein.
Mir fallen da schon Sachen ein, die besonders sind, weil ich sie so noch nirgends sonst gesehen habe, wie z.B. die Verbindung zwischen den Elementen und dem Chaos oder die auf reiner Mathematik aufbauende Kosmologie oder die Tatsache, dass die Albai ursprünglich aus einer anderen Sphäre stammen, ...
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Nodens Sohn am 2.07.2026 | 09:49
Das einzigartige an der M5 Welt sind nicht deren Inhalte, Länder, Kulturen - Das einzigartige an der M5 Welt ist, dass es unsere Welt ist.

Mit "unsere" ist gemeint, unsere selbst geschaffene Welt. Im Vergleich zu anderen Rollenspielen, habe ich Midgard nie als kommerzielles Produkt wahrgenommen. Es stammte aus dem Hobbybereich und ist dort auch nie wirklich weggekommen. Man hatte immer das Gefühl an Midgard mitwirken zu können. Man kannte immer jemanden, der/die etwas kreatives innerhalb Midgard auf die Beine gestellt hatte. Ganze Länder oder auch Midgard-Ableger (Myrkgard, Perry Rhodan usw.) wurden im Midgardforum geschaffen, diskutiert und erweitert. Und das war von den Gründern von Midgard gerne geduldet oder sogar gewünscht.

Es geht bei der M5 Welt also gar nicht um das ikonisch Einzigartige innerhalb der Welt. Das Einzigartige war immer das Gefühl, dass die Welt einem gehört und dass sie mit einem gewachsen ist.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Swanosaurus am 2.07.2026 | 10:17
Das einzigartige an der M5 Welt sind nicht deren Inhalte, Länder, Kulturen - Das einzigartige an der M5 Welt ist, dass es unsere Welt ist.

Mit "unsere" ist gemeint, unsere selbst geschaffene Welt. Im Vergleich zu anderen Rollenspielen, habe ich Midgard nie als kommerzielles Produkt wahrgenommen. Es stammte aus dem Hobbybereich und ist dort auch nie wirklich weggekommen. Man hatte immer das Gefühl an Midgard mitwirken zu können. Man kannte immer jemanden, der/die etwas kreatives innerhalb Midgard auf die Beine gestellt hatte. Ganze Länder oder auch Midgard-Ableger (Myrkgard, Perry Rhodan usw.) wurden im Midgardforum geschaffen, diskutiert und erweitert. Und das war von den Gründern von Midgard gerne geduldet oder sogar gewünscht.

Es geht bei der M5 Welt also gar nicht um das ikonisch Einzigartige innerhalb der Welt. Das Einzigartige war immer das Gefühl, dass die Welt einem gehört und dass sie mit einem gewachsen ist.

Aber war das nicht für viele, die voll bei DSA dabei waren, ähnlich? Da gab's auch irgendwelche Lehens-Aktionen und Briefspiele, die dann in den Metaplot eingeflossen sind ... und wenn man in der engeren Szene war, kannte man auch fast immer wen, der irgendwo mitgestaltet hat, vermute ich.

Ich kann das zwar nicht aus eigener Erfahrung behaupten und klar, DSA war seit jeher kommerzieller, aber dass RSP-Welten zum Fandom hin durchaus sehr offen sind, ist doch keine Seltenheit.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 2.07.2026 | 10:40
Aber war das nicht für viele, die voll bei DSA dabei waren, ähnlich? Da gab's auch irgendwelche Lehens-Aktionen und Briefspiele, die dann in den Metaplot eingeflossen sind ... und wenn man in der engeren Szene war, kannte man auch fast immer wen, der irgendwo mitgestaltet hat, vermute ich.

Ich kann das zwar nicht aus eigener Erfahrung behaupten und klar, DSA war seit jeher kommerzieller, aber dass RSP-Welten zum Fandom hin durchaus sehr offen sind, ist doch keine Seltenheit.
Der Unterschied ist gewaltig. Bei DSA stammt die grundlegende Weltbecshreibung aus der Feder eines Mannes, Ulrich Kiesow. Midgard wurde aus Magira heraus entwickelt und Magira war ein reines Fan-Produkt. Auch ging die Weltbeschreibung in der M3-Box nie so in die Tiefe (mit Weltkarte waren es gerade einmal 6 Seiten) , wie die ursprüngliche Beschreibung Aventuriens ins Abenteuer-Ausbauspiel. Spieler hatten bei MIDGARD viel mehr Freiheiten bei der Entwicklung der verschiedenen Kulturen. Während bei DSA alle Bücher Auftragsarbeiten sind, waren dies bei MIDGARD schon immer anders. Hier konnten Fans schon immer ihre Arbeiten einreichen. Wenn es den Frankes gefiel, wurde es veröffentlicht. Das erklärt auch, weshalb viele Regionen erst mit dem Weltenband, der 2019 erschien, genauer beschrieben wurden. Das erklärt auch, weshalb es für manche Region immer wieder Beschreibungen gab.
MIDGARD war ein Rollenspiel von Fans für Fans. DSA hingegen ist ein rein kommerzielles Produkt erschaffen, um in der damals noch sehr jungen deutschen Rollenspielszene Fuß zu fassen nach dem die Lizenzverhandlungen mit TSR an deren übertriebenen Forderungen gescheitert sind.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: nobody@home am 2.07.2026 | 10:40
Aber war das nicht für viele, die voll bei DSA dabei waren, ähnlich? Da gab's auch irgendwelche Lehens-Aktionen und Briefspiele, die dann in den Metaplot eingeflossen sind ... und wenn man in der engeren Szene war, kannte man auch fast immer wen, der irgendwo mitgestaltet hat, vermute ich.

Ich kann das zwar nicht aus eigener Erfahrung behaupten und klar, DSA war seit jeher kommerzieller, aber dass RSP-Welten zum Fandom hin durchaus sehr offen sind, ist doch keine Seltenheit.

Und natürlich, wie schon mal angesprochen: "selbst geschaffene Welten" gibt's im Rollenspiel eigentlich wie Sand am Meer, und viele von denen werden am jeweiligen Tisch auch ihre Fans haben, die an ihnen mindestens genauso hängen. Von denen mögen Spieler und SL in anderen Runden nur seltener hören, weil sie eben nie "kommerziell" veröffentlicht werden... ;)

Wie auch schon mal angedeutet: für mich persönlich war Midgard schon immer mehr die Regeln als das "offizielle" Setting. Tatsächlich zieht sich das wohl ein bißchen wie ein roter Faden durch meine Rollenspielkarriere insgesamt: gebt mir ein anständiges System und interessante Charaktere, das "Wo wollen wir eigentlich spielen?" ergibt sich schon irgendwie.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Swanosaurus am 2.07.2026 | 10:50
MIDGARD war ein Rollenspiel von Fans für Fans. DSA hingegen ist ein rein kommerzielles Produkt erschaffen, um in der damals noch sehr jungen deutschen Rollenspielszene Fuß zu fassen nach dem die Lizenzverhandlungen mit TSR an deren übertriebenen Forderungen gescheitert sind.

Ja, da hast du Recht - ich eine nur, dass unabhängig von den Rahmenbedingungen für die einen Midgard "unsere Welt" war, an deren Gestaltung sie mitgewirkt haben, für die anderen halt Aventurien (und für wieder andere wie mich war es der deutschsprachige Cthulhu-Kosmos). Auf mich hat Midgard z.B. im Verhältnis zu DSA immer sehr geschlossen, statisch und dadurch auch abweisend gewirkt, ich wäre lange nie auch nur auf die Idee gekommen, dass man da als Außenstehender irgendwie willkommen wäre. DSA hat seine Spielerschaft halt viel mehr angekumpelt, über den Aventurischen Booten, Abenteuerwettbewerbe und den ganzen Tonfall. Heute, als Erwachsener, fände ich diesen Ton und Duktus gar nicht mehr so toll, aber damals habe ich mich dadurch angesprochen und zum Mitmachen animiert gefühlt, und es sind ja auch bei DSA immer auch unglaublich viele Leute sehr schnell aus dem Fandom ins Team dazugestoßen.

Midgard war von Anfang an erwachsener in der Ansprache und hat dadurch auf mein jugendliches Ich eher wie das Projekt einer Riege eingeschworener Profi-Nerds gewirkt, die mich auslachen würden, wenn ich ihnen mit meinen Einfällen käme, ohne vorher meine Seele an sie zu verpachten.

Deshalb denke ich, dass dieses "unsere Welt" mehr damit zu tun hat, bei welcher spezifischen Subszene man landet.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 2.07.2026 | 11:07
Nicht wirklich. Die Fan-Nähe war bei DSA nur Illusion. Einiges stammt bei DSA zwar von Fans, gerade in den frühen Jahren, aber das man das man einfach mal Anfragen konnte, ob man zu einer bestimmten Region ein Quellenbuch schreiben darf oder dass man spontan Abenteuer einsenden konnte, war bei DSA eigentlich nie möglich. Bei MIDGARD hingegen war das anscheinend normal. Das ganze hatte natürlich auch einen Nachteil. So mancher angekündigte Band für Midgard erschien nie, weil der Autor einfach nicht lieferte.
Aventurien wirkte dank des Aventurischen Boten lebendiger, bei Midgard hatte man viel mehr Freiheiten, selbst wenn man in der offiziellen Welt spielte und nicht die regeln für seine eigene Welt verwendetet.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Swanosaurus am 2.07.2026 | 11:13
Nicht wirklich. Die Fan-Nähe war bei DSA nur Illusion. Einiges stammt bei DSA zwar von Fans, gerade in den frühen Jahren, aber das man das man einfach mal Anfragen konnte, ob man zu einer bestimmten Region ein Quellenbuch schreiben darf oder dass man spontan Abenteuer einsenden konnte, war bei DSA eigentlich nie möglich. Bei MIDGARD hingegen war das anscheinend normal. Das ganze hatte natürlich auch einen Nachteil. So mancher angekündigte Band für Midgard erschien nie, weil der Autor einfach nicht lieferte.
Aventurien wirkte dank des Aventurischen Boten lebendiger, bei Midgard hatte man viel mehr Freiheiten, selbst wenn man in der offiziellen Welt spielte und nicht die regeln für seine eigene Welt verwendetet.

Ja, die realen Freiheiten waren sicher größer, DSA hat sich halt besser als Mitmachbude vermarktet ... insofern will ich Nodens' Perspektive auch nicht in Abrede stellen, ich denke nur, Midgard hätte bessere Arbeit dabei leisten können, sie mehr Leuten zu vermitteln.
Andererseits: Mit mehr Mitwirkenden wäre es vielleicht auch zu unübersichtlich geworden, von daher war es vielleicht auch gut, dass es im großen und ganzen doch ein eingeschworener Kreis geblieben ist, zu dem man Zugang finden konnte, wenn man es ernsthaft wollte.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: unicum am 3.07.2026 | 10:12
Okay, danke schonmal.

Vieleicht der Grund für all das: Ich hatte ja an anderer Stelle es schon mal angedeutet: Ich hab angefangen eine eigene Welt zu erntwerfen welche folgendes Leisten soll:

- Midgard Abenteuer sollen einfach in die Neue Welt übertragbar sein.
- Ich möchte möglichst nichts wirklich plagiieren was nicht schon auch von Midgard plagiiert worden ist. (-> Ich möchte keinen unnötigen Ärger bekommen, das war auch der Grund für diesen Strang)
- das Flair wie ich es von Midgard kenne, soll möglichst erhalten bleiben (ich weise mal drauf hin: "wie ich es" und nicht unbedingt "wie alle es" ein signifikanter unterschied imho.)
- einige Dinge die mir auf der Midgard Welt fehlten werde ich wohl noch reinmixen
- einige Dinge welche ich nie auf Midard angespielt erlebt habe werde ich wohl rausXen (Inseln unter dem Westwind etwa)

Mal schauen wie ich vorran komme. Wenn ich etwas schriftliches habe das über den Entwurf hinauskommt werde ich es hier im Tanelorn sicherlich mal vorstellen.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Horadan am 3.07.2026 | 13:05
Die Fan-Nähe war bei DSA nur Illusion. Einiges stammt bei DSA zwar von Fans, gerade in den frühen Jahren, aber das man das man einfach mal Anfragen konnte, ob man zu einer bestimmten Region ein Quellenbuch schreiben darf oder dass man spontan Abenteuer einsenden konnte, war bei DSA eigentlich nie möglich.
Sicher? Das habe ich nämlich ganz anders erlebt ...
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: unicum am 3.07.2026 | 14:27
So mancher angekündigte Band für Midgard erschien nie, weil der Autor einfach nicht lieferte.

Ich hatte mal was eingerreicht das lag dann jahrelang(x>3) beim Verlag und als es dann mit M6 losging fragte ich nochmal nach und bekahm ein "Wir wollten das noch veröffentlichen aber gerade sind unsere Lektoren zu M6 gezogen,..." Gut es war kein Quellenbuch sondern ein Abenteuer, aber irgendwie ist "Mitarbeitermotivation" auch etwas anderes. Zugestanden da wurde mir persönlich dann bezüglich M6 gezeicht wie man es (aka Mitarbeitermotivation) noch deutlich schlechter machen kann.

Aber es geht hier um die einzigartigkeit der Welt, begründung warum das so wichtig ist weiter oben. Ich will sicherlich nicht das Verlagswesen von Midgard irgendwie kopieren.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: nobody@home am 3.07.2026 | 14:30
Aber es geht hier um die einzigartigkeit der Welt, begründung warum das so wichtig ist weiter oben. Ich will sicherlich nicht das Verlagswesen von Midgard irgendwie kopieren.

Also, das zumindest ist schon mal tröstlich. ~;D

Und ja, die Begründung leuchtet mir ein.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: caranfang am 3.07.2026 | 14:46
Sicher? Das habe ich nämlich ganz anders erlebt ...
Wenn, die DSA-Redax wirklich fan-nah wäre, hätte es bestimmt so einige Kontroversen nicht gegeben. Und spätesten, seit dem es eine hauptberufliche Redax gibt, ist es mit der Fan-Nähe vorbei. Ich habe nie erlebt, dass führende DSA-Autoren im DSA-Forum unterwegs waren und mit der Spielerschaft mit diskutiert hat. Ich habe das aber im Midgard-Forum schon erlebt.
Ich hatte mal was eingerreicht das lag dann jahrelang(x>3) beim Verlag und als es dann mit M6 losging fragte ich nochmal nach und bekahm ein "Wir wollten das noch veröffentlichen aber gerade sind unsere Lektoren zu M6 gezogen,..." Gut es war kein Quellenbuch sondern ein Abenteuer, aber irgendwie ist "Mitarbeitermotivation" auch etwas anderes. Zugestanden da wurde mir persönlich dann bezüglich M6 gezeicht wie man es (aka Mitarbeitermotivation) noch schlechter machen kann.

Aber es geht hier um die einzigartigkeit der Welt, begründung warum das so wichtig ist weiter oben. Ich will sicherlich nicht das Verlagswesen von Midgard irgendwie kopieren.
Ich kann da nur wieder geben, was ich im Midgard-Forum so mitbekommen habe. Gegen Ende sind da wirklich einige Leute zum M6-Entwickler-Team abgewandert und haben dadurch etliche M5-Projekte liegen gelassen.
Du hättest Deine Frage vielleicht im Midgard-Forum stellen sollen.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: unicum am 3.07.2026 | 14:52
Du hättest Deine Frage vielleicht im Midgard-Forum stellen sollen.

Ich habe meine Gründe es hier zu stellen und nicht dort.
Genauso wie ich dort auch keine kreativbeiträge mehr reinstellen werde.
Nicht falsch verstehen ich mag einiges im Midgardforum, aber eben nicht alles.
Ich werde das aber erst recht hier nicht weiter diskutieren. im sinne von:

 :btt: :btt: :btt: :btt: :btt:
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Carus am 3.07.2026 | 16:46
Wenn, die DSA-Redax wirklich fan-nah wäre, hätte es bestimmt so einige Kontroversen nicht gegeben. Und spätesten, seit dem es eine hauptberufliche Redax gibt, ist es mit der Fan-Nähe vorbei. Ich habe nie erlebt, dass führende DSA-Autoren im DSA-Forum unterwegs waren und mit der Spielerschaft mit diskutiert hat.

Ich habe das erlebt und das obwohl ich erst seit ca. 10 Jahren DSA Spiele. Sowohl in Foren wie auf Discord haben sich in dieser Zeit Autoren aber auch Redakteure öfter zu Wort gemeldet. Daneben gibts heute auch noch andere Formate, wie z.B. Frage-und-Antwort-Streams, die es zu ziemlich vielen Publikationen vorab gibt. Was Abenteuer betrifft gab öfter Aufrufe, Ideen für kleinere "Heldenwerke" einzusenden. Die bestehen zu einem grösstenteils aus Fanideen. Das Briefspiel wird auch regelmässig einbezogen, sei es bei Regionalspielhilfen oder Kampagnen, wie z.B. die aktuelle Blutmond-Kampagne.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Eleazar am 4.07.2026 | 11:02
@unicum
Jetzt verstehe ich deinen Ansatz und er ergibt wirlich einen Sinn.
Titel: Re: Was ist/war Einzigartig an der M5 Welt?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 4.07.2026 | 19:01
Ich habe nie erlebt, dass führende DSA-Autoren im DSA-Forum unterwegs waren
Elwin Treublatt/Chris Glosse

Vinsalt
Michelle Schwefel geb Melchers , Ragnar Schwefel, Chris Glosse, Jan Lindner aka Quendan, Karl Heinz Witzko, Anton Weste, Philipp Seeger, Phil Mindach, Anja Jäcke

Alveran
Mark Wachholz