MIDGARD war ein Rollenspiel von Fans für Fans. DSA hingegen ist ein rein kommerzielles Produkt erschaffen, um in der damals noch sehr jungen deutschen Rollenspielszene Fuß zu fassen nach dem die Lizenzverhandlungen mit TSR an deren übertriebenen Forderungen gescheitert sind.
Ja, da hast du Recht - ich eine nur, dass unabhängig von den Rahmenbedingungen für die einen Midgard "unsere Welt" war, an deren Gestaltung sie mitgewirkt haben, für die anderen halt Aventurien (und für wieder andere wie mich war es der deutschsprachige Cthulhu-Kosmos). Auf mich hat Midgard z.B. im Verhältnis zu DSA immer sehr geschlossen, statisch und dadurch auch abweisend gewirkt, ich wäre lange nie auch nur auf die Idee gekommen, dass man da als Außenstehender irgendwie willkommen wäre. DSA hat seine Spielerschaft halt viel mehr angekumpelt, über den Aventurischen Booten, Abenteuerwettbewerbe und den ganzen Tonfall. Heute, als Erwachsener, fände ich diesen Ton und Duktus gar nicht mehr so toll, aber damals habe ich mich dadurch angesprochen und zum Mitmachen animiert gefühlt, und es sind ja auch bei DSA immer auch unglaublich viele Leute sehr schnell aus dem Fandom ins Team dazugestoßen.
Midgard war von Anfang an erwachsener in der Ansprache und hat dadurch auf mein jugendliches Ich eher wie das Projekt einer Riege eingeschworener Profi-Nerds gewirkt, die mich auslachen würden, wenn ich ihnen mit meinen Einfällen käme, ohne vorher meine Seele an sie zu verpachten.
Deshalb denke ich, dass dieses "unsere Welt" mehr damit zu tun hat, bei welcher spezifischen Subszene man landet.