Pen & Paper - Spielsysteme > OD&D/AD&D/Klone & OSR
Rumpels dumme Fragen zur OSR
nobody@home:
Old-School heißt halt auch: dein Charakter ist in erster Linie "Spielfigur" und erst in zweiter oder dritter irgendeine "Rolle". Dem Dungeoncrawl der alten Schule ist es erst mal schnurzpiepegal, ob du am Ende doch nur genau dein am Tisch sitzendes Selbst mit ein paar mehr Muckis und Schwert spielst, und um unwillkommenes Spielerwissen wird sich im Zweifelsfall mehr herumgetrickst, indem man die Welt anpaßt, anstatt da irgendwie groß zwischen Spieler und Charakter zu trennen. Schließlich soll's ja genau auf die Spielerfähigkeiten ankommen...
Klassisches Beispiel: Irgendwo tief im Dungeon oder in der Wildniss erleidet die Gruppe einen Total Party Kill. Nach Old-School-Verständnis ist es dann völlig normal, daß die nächste ausgewürfelte Gruppe von Charakteren sich sofort aufmacht, um es dieses Mal dann doch zu schaffen und den Gegnern für die erlittene Niederlage eins reinzuwürgen...obwohl diese neuen Charaktere eigentlich vom Schicksal ihrer "Vorgänger" nichts wissen und auch deren Kenntnisse darüber, was sich so in diesem Gebiet befindet, logischerweise kaum irgendwie "geerbt" haben können. Aber die Spieler wissen natürlich über all das Bescheid, und für diesen Spielstil reicht das dann auch.
Chruschtschow:
--- Zitat von: Issi am 9.03.2017 | 11:51 ---In der New School hat man die gegen eine künstliche "Brettspielfairness" eingetauscht, die besagt, dass die Rolle(der Spieler) egal ist und nur noch die Würfel zählen.
--- Ende Zitat ---
Als gäbe es auch nur einen hinreichend homogenen Spielstil, um vom einer New School zu sprechen ...
Issi:
--- Zitat ---Als gäbe es auch nur einen hinreichend homogenen Spielstil, um vom einer New School zu sprechen ...
--- Ende Zitat ---
Es mag auch Systeme geben, in dem die SC nur gespielt, statt gewürfelt werden. In denen es allein auf die Fähigkeiten der Spieler ankommt.
Kennst Du da ein modernes, dass Dir spontan dazu einfällt? ;)
Nehme mal an aus dem Storytelling Bereich?
Chruschtschow:
Fiasco
Ginster:
Ich möchte mal einen Punkt rauspicken: Ich finde das Einbinden von Spielerfähigkeiten interessant, aber nicht unproblematisch. Ich mag es, wenn Spieler auch mal kombinieren müssen, sehe aber ein Problem in der Beschreibung. In den Beispielen klingt das oft ganz logisch. Aber abgesehen davon, dass es mir extrem zeitraubend erscheint, frage ich mich, wie die SL (langfristig) die vielen Szenen und Räume beschreibt.
Nehmen wir das Beispiel mit dem verrutschten Teppich weiter oben, der auf die darunter verborgene Falltür hindeutet. Würde die SL den verrutschten Teppich explizit beschreiben, wäre dies für die Spieler bereits ein Hinweis. Alles Beschriebene ist somit verdächtig. Man kann sich dem Ganzen also nur mit Frage-und-Antwort-Spielchen nähern, wenn man die Spielerschaft nicht mit der Nase darauf stoßen will. Der Würfelwurf kürzt ja hier einfach ab, indem er testet, ob der Charakter den verrutschten Teppich bermerkt, oder es ihm irgendwie seltsam vorkommt. Das ist auch keine schlechte Methode die unbewusste Wahrnehmung der Charaktere einzubinden, ohne dass jede Spielerin sich in jedem Raum genötigt sieht eine Viertestunde durch sämtliche Einrichtung durchzufragen.
Ich frage mich wirklich, wie das langfristig aussehen mag. Wenn alle Steinplatten potentielle Fallen, alle Fackelhalter mögliche Mechanismen, alle Teppiche mögliche Gefahren sind, wie handelt das eine Gruppe ab Raum 25 ab? Bestimmt nicht mehr so detailiiert wie in den wohlklingenden Beispielen. Wenn sich die Spieler dann darin ergehen, wie sie beschreiben, wie sie alles mögliche untersuchen, sehe ich die SL geneigt einzuschlafen oder zu sagen: "würfel doch einfach mal, dann sehen wir, was du so entdeckst." Kurz gesagt: ich sehe den Schritt dahin, das ganze auf Charakterfähigkeiten auszulagern als absolut logisch an.
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