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Rumpels dumme Fragen zur OSR

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Wulfhelm:

--- Zitat von: Rorschachhamster am 13.03.2017 | 00:22 ---Und die hatten Verträge mit TSR... 
--- Ende Zitat ---
Äh... eben? (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Du hast den Artikel offensichtlich nicht gelesen, daher hier als kleiner Service ein relevantes Zitat:
Here, a lot of what happened was because TSR and Mayfair had signed a contract governing how Mayfair was and was not allowed to use TSR’s logo.  But, absent that, trademark principles like fair use would have applied, meaning that most of this suit would never have happened.  Mayfair’s “argument might have had force in the absence of the Agreement—but once the parties had entered into the Agreement, such a contention comes too late.” (TSR v. Mayfair Games at *6). 

Mayfair haben keinen Ärger gekriegt, weil sie ohne Lizenzdeal publiziert haben, sondern weil sie mit Lizenzdeal publiziert haben. Wenn man einen Vertrag abschließt, der die Rechte, die man ohne Vertrag hätte, beschneidet, ist man halt selber schuld. Darum hat Kenzer, der von US-Marken- und Urheberrecht mehr versteht als alle auf diesem Forum aktiven Personen zusammen, auch ohne GSL publiziert: Weil er glasklar erkannt hat, dass man a.) den damals von WotC vorgesehenen GSL-Vertrag nicht braucht und b.) dieser lediglich dazu dient, WotC eine Handhabe zu geben, die Lizenznehmer für jede Menge Dinge, die ansonsten legal wären, in die Pfanne zu hauen.

Die Mayfair-Klage war übrigens trotzdem größtenteils erfolglos und die Situation wurde schließlich genau wie im Fall "Dangerous Journeys" dadurch beendet, dass TSR die Rechte an den jeweiligen Produktreihen von Mayfair bzw. GDW gekauft hat, nachdem sie mit dem Klageweg gescheitert waren.Von alledem abgesehen, ist die Spätphase der Lorraine Williams-Ära wohl eher nicht das, was die meisten OSR-Anhänger unter der guten alten Zeit verstehen...

Samael:
Recht haben und Recht bekommen ist nicht dasselbe. Und du musst deinen Rechtsbeistand selbst finanzieren, auch wenn du Recht bekommst. Wieviele der Amateur-OSR-Autoren haben da wohl Lust zu? Ohne die Retrroklone gäbe es den Großteil der 3rd Party Publikationen für DnD schlicht nicht.


Rorschachhamster:

--- Zitat von: Wulfhelm am 13.03.2017 | 07:37 ---Äh... eben? (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Du hast den Artikel offensichtlich nicht gelesen, daher hier als kleiner Service ein relevantes Zitat:
Here, a lot of what happened was because TSR and Mayfair had signed a contract governing how Mayfair was and was not allowed to use TSR’s logo.  But, absent that, trademark principles like fair use would have applied, meaning that most of this suit would never have happened.  Mayfair’s “argument might have had force in the absence of the Agreement—but once the parties had entered into the Agreement, such a contention comes too late.” (TSR v. Mayfair Games at *6). 

Mayfair haben keinen Ärger gekriegt, weil sie ohne Lizenzdeal publiziert haben, sondern weil sie mit Lizenzdeal publiziert haben. Wenn man einen Vertrag abschließt, der die Rechte, die man ohne Vertrag hätte, beschneidet, ist man halt selber schuld. Darum hat Kenzer, der von US-Marken- und Urheberrecht mehr versteht als alle auf diesem Forum aktiven Personen zusammen, auch ohne GSL publiziert: Weil er glasklar erkannt hat, dass man a.) den damals von WotC vorgesehenen GSL-Vertrag nicht braucht und b.) dieser lediglich dazu dient, WotC eine Handhabe zu geben, die Lizenznehmer für jede Menge Dinge, die ansonsten legal wären, in die Pfanne zu hauen.

Die Mayfair-Klage war übrigens trotzdem größtenteils erfolglos und die Situation wurde schließlich genau wie im Fall "Dangerous Journeys" dadurch beendet, dass TSR die Rechte an den jeweiligen Produktreihen von Mayfair bzw. GDW gekauft hat, nachdem sie mit dem Klageweg gescheitert waren.Von alledem abgesehen, ist die Spätphase der Lorraine Williams-Ära wohl eher nicht das, was die meisten OSR-Anhänger unter der guten alten Zeit verstehen...

--- Ende Zitat ---
Ja, grundsätzlich hast du recht, aber da war ja noch mehr -  AOL D&D Usergroup und solche Geschichten und natürlich

--- Zitat von: Samael am 13.03.2017 | 09:18 ---Recht haben und Recht bekommen ist nicht dasselbe.

--- Ende Zitat ---
Und ja, die gute alte Zeit war das nicht mehr. Ich würde behaupten ohne Gary, aber da bin ich mir selbst nicht so sicher. ;)

Andere Tangente: Wenn man Regeln braucht für neue Mitspieler, verweist man die dann auf ebay, weil es das nur gebraucht gibt? Genau das ist ja OSRIC. Steckt ja schon im Namen.

Ich glaube aber, und das ist persönliches Gefühl, Sachen wie LL und danach die ganzen Klone, die eben Hausregeln integrierten und Sachen veränderten, sowie die Blogosphäre, waren viel wichtiger. Es war eine mächtige Botschaft: Mach was Du willst, DIY, Scheiß drauf, das paßt schon, Hobbykellermentalität, das genaue Anschauen der alten Regeln und das drehen an den Schrauben, um zu sehen, was passiert. Das ist was die OSR vorallem ausmacht.  ;)

Wulfhelm:

--- Zitat von: Samael am 13.03.2017 | 09:18 ---Recht haben und Recht bekommen ist nicht dasselbe.
--- Ende Zitat ---
Und wie kommst Du darauf, dass die Existenz eines unter OGL lizensierten Klons eines früheren Regelsystems einem publizierten Abenteuer in dieser Hinsicht mehr Sicherheit bietet als das, was nach Ansicht eines tatsächlichen Experten die Rechtslage ist?

@ Rorschachhamster
Da waren eine Menge Sachen. Nicht nur bei TSR. Fallen aber praktisch alle in die Kategorie "übervorsichtige Leute mit einem Popanz ins Bockshorn gejagt".

Wulfhelm:
Nochmal übrigens ergänzend etwas zu den Prime Requisites und den XP-Boni...


--- Zitat von: Wulfhelm am 12.03.2017 | 16:02 ---1.) Der erste ist simulationistisch. Der XP-Bonus ist eine gewisse, verschachtelte Möglichkeit, Attribute in "Fertigkeiten" einfliessen zu lassen. Beispielsweise kann man sagen "Ein Dieb mit Dex 8 ist genau so gut darin, Fallen zu entschärfen, wie ein Dieb mit Dex 18... das ist doch unrealistisch". Ist er aber ja gar nicht, denn wenn der Dieb mit 18 die gleichen Erfahrungen gemacht wie sein tollpatschiger Kollege, ist er ja schon auf einer höheren Stufe.
Ungefähr klar, ja? Solche simulationistischen Erwägungen lassen sich leicht hinter vielen scheinbar sinnlosen Regeln ausmachen, wenn man ein bißchen um die Ecke denkt.
--- Ende Zitat ---
Man muss bedenken, dass auch solche Mechanismen durch die Editionen "mitgeschleppt" wurden, wenn sie eigentlich schon redundant waren. In diesem Falle sollte man im Hinterkopf behalten, dass es in den frühesten D&D-Versionen für die Attributswerte nur sehr wenige Boni auf irgend etwas gab. Also nix mit Dex-Bonus auf AC oder irgendwelchen Boni aufgrund von Str. Die Prime Requisites waren somit die Möglichkeit, auszudrücken, dass jemand mit hoher Stärke tendenziell ein besserer Kämpfer ist als jemand mit niedriger Stärke.
Und dieser Mechanismus wurde eben auch dann noch beibehalten, als direkte Würfelboni durch die Attribute eingeführt wurden.

Ich fände es ja reizvoll, darüber nachzudenken, ein nichtgeklontes OSR-Spiel zu entwickeln, bei dem die Entwicklung konsequent anders herum geht, also konsequent die Attribute nur Bonus-XP geben...

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