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Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland
scrandy:
Du hast Recht, dass in Deutschland Fantasy ein "trivialliteratur" Image hat. Deswegen gibt es ja die Versuche alles was gut ist in andere Genre zu drängen. Aber das wird irgendwann einfach nicht mehr gehen. Ich glaube auch nicht das es zielführend ist. Es ist eher ein Makel, dass deutsche Hochliteratur tatsächlich einen Bogen um gewisse Genres machen und man nicht akzeptieren kann wenn ein Werk in einem gemiedenen Genre gut ist. Aber das wird sich ändern.
Ich erinnere mich noch an eine Zeit in der man nicht zu laut in der Schule sagen durfte, dass man gerne Filme guckte, weil die ja "offensichtlich verblöden". Jetzt da die Feuilletons auch hin und wieder über Qualitätsserien und co schreiben wird auf einmal Film zum Thema in Schule und man schaut dinge die zu ihrer Zeit verurteilt wurden. Das wird auch was die Genre betrifft irgendwann passieren.
PS: Zum Thema Dracula: Natürlich können wir da jetzt drüber diskutieren ob es Hochliteratur ist. Wenn ich in meine englische Literaturgeschichte schaue ist er jedenfalls aufgeführt. Und wenn man ehrlich ist, ist er einer der besseren Gothic Fiction Bücher. Ob das jetzt unseren persönlichen Ansprüche genügt, ist ein anderes Thema. Ich finde Stolz und Vorurteil auch nicht literarisch wertvoll - allerdings durchaus unterhaltsam :P "Mr Darcy" :o - vor allem mit Zombies.
Crimson King:
Landserheft ist keine Literaturgattung, sondern ein Format zum Verlag von Soldatengeschichten.
Schränkt man Arztroman auf die Schundheftchen vom Zeitschriftenstand ein, kommt man da ggf. hin. Ob die Einschränkung zulässig ist, steht auf einem anderen Blatt. Natürlich kriegt man das auch bei Fantasy so hin. Wenn man das Genre einfach so definiert, dass alles, was einem wie auch immer gearteten Anspruch genügt, keine Fantasy ist, klappt das. Mir wäre aber neu, dass Fantasy so definiert ist.
Pyromancer:
--- Zitat von: Crimson King am 27.11.2016 | 23:19 ---Wenn man das Genre einfach so definiert, dass alles, was einem wie auch immer gearteten Anspruch genügt, keine Fantasy ist, klappt das. Mir wäre aber neu, dass Fantasy so definiert ist.
--- Ende Zitat ---
Dir ist echt noch nicht aufgefallen, dass Fantasyromane mit Anspruch in Deutschland (oft) nicht Fantasyromane genannt werden?
scrandy:
--- Zitat von: Pyromancer am 27.11.2016 | 23:26 ---Dir ist echt noch nicht aufgefallen, dass Fantasyromane mit Anspruch in Deutschland (oft) nicht Fantasyromane genannt werden?
--- Ende Zitat ---
Doch, aber das ist dauerhaft kein haltbarer zustand, wenn alleine die hochnäsigen deutschen ein Extragenre definieren während die restliche Welt anspruchsvolle Fantasy akzeptieren kann.
El God:
Wir sind allerdings nicht in der Position, das zu beeinflussen. Insofern wäre ein Ausweichen auf "Phantastik" vermutlich zumindest mittelfristig der bessere Weg.
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