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Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland

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Huhn:

--- Zitat von: Dolge am 21.11.2016 | 16:35 ---Oder werde ich da Opfer des selben Vorurteils, indem ich seine Darstellung von Sex und Gewalt und die Komplexität der Bücher im Erwachsenenbereich ansiedle? Man kann Bücher ja auch mehrmals lesen.

--- Ende Zitat ---
Ja, das frag ich mich auch immer. Ich find bei Büchern, wie bei Filmen auch, diese grobe Einteilung in Bücher für bestimmte Altersgruppen schwierig. Letztendlich bleibt es immer eine Empfehlung und es hängt von der einzelnen Person ab, was in welchem Entwicklungsabschnitt als geeigntet oder gut empfunden wird. Und wie du auch schon sagtest - richtig gut gemacht, sind eben Bücher, die ich in verschiedenen Abschnitten meiner Entwicklung lesen kann und in denen ich je nach meiner persönlichen Reife und aktuellen Situation dann immer wieder andere Facetten entdecke, die mich neu ansprechen. Da lesen sich Bücher dann immer wieder anders.

@ Infernal Teddy: Phantastik wird nicht überall als Oberbegriff verwendet. Die Bibliothek in Wetzlar spricht, wenn ich das richtig erinnere, immer allgemein von Fantastischer Literatur und betrachtet Fantasy und Phantastik als zwei Untergenre davon. Ich habs nicht mehr genau im Kopf, aber ich meine, die hätten das daran festgemacht, ob eine Geschichte komplett in einem Paralleluniversum spielt (wie HdR etwa) oder in einer veränderten Realwelt (Harry Potter z.B.).

Crimson King:
Es gibt dann ja noch den Magischen Realismus für Leute, denen Fantasy zu schmuddelig ist.  :o

El God:

--- Zitat von: Crimson King am 21.11.2016 | 17:20 ---Es gibt dann ja noch den Magischen Realismus für Leute, denen Fantasy zu schmuddelig ist.  :o

--- Ende Zitat ---

Daran musste ich auch schon denken. Ich habe jetzt das Bild von Kiesow im Kopf, wie er die unendliche Geschichte nach der Hälfte wegschmeißt und "POWERGAMER" schreit, weil das Auryn mit "Tu Was Du Willst" beschriftet ist.

6:

--- Zitat von: Dolge am 21.11.2016 | 14:50 ---Ich vermute, weil meine Eltern ohne die westdeutsche Kinderliteratur aufwuchsen, hatten sie auch kaum Bezug dazu. Von den im Welt-Artikel erwähnten Autoren kam in meiner Jugend auch nur Ende auf den Tisch, und das, obwohl meine Mutter über den Erzieher-Beruf eigentlich ganz gut im Bilde hätte sein müssen.

--- Ende Zitat ---
Um mal eine Erfahrung aus dem Westen zu bringen:
Ich war Mitte der 70-er im Kindergarten und meine Mutter war auch gelernte Kindeserzieherin (Da 2 Kinder natürlich damals nicht im Beruf). Alles von Ottfried Preußler gehörte damals zur Standardlektüre. Genauso wie Jim Knopf und Momo. Die Unendliche Geschichte kam ja erst 1979. Dazu gehörte natürlich auch das Sams und die Hörspiele vom Pumuckl und dem Schlossgespenst Hui Bu. Gerade Ende der 70-er Anfang der 80-er gab es ein regelrechtes Eldorado an Kinder-Fantasy (Robbi, Tobi und das Fliewatüüt, die Augsburger Puppenkiste und die Coproduzierten Anime fallen mir da spontan ein).
Um Dir mal die Einstellung damals klarzumachen: 1980 kam der Bakshi-Herr der Ringe raus und natürlich sind meine Eltern mit mir in den Film gegangen. Ist ja schliesslich Zeichentrick und Fantasy. Also was für Kinder.
Also ja: In Deutschland war zumindest in den 70-er und 80-er Fantasy etwas für Kinder und wie ich bei der Distribution für Mara und die Feuerbringer feststellen musste gilt das wohl heute noch genauso... zumindest für deutsche Filme...

6:

--- Zitat von: Infernal Teddy am 21.11.2016 | 16:45 ---Kurze randbemerkung: eine sache die ich großartig finde ist der deutsche überbegriff "Phantastik", den es ja im englischen so nicht gibt - da sind die mauern des genres massiver, auch wenn gleichzeitig viele autoren eher dazu bereit sind, diese Grenzen zu verwischen.

--- Ende Zitat ---
Bei Phantastik muss ich immer an den phantastischen Film im ZDF denken und das steht dann für mich für Sci-Fi- und Hammer-Filme

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