Medien & Phantastik > Lesen
Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland
El God:
Nur als Hinweis: Reich-Ranicki ist tot und kann sich hier nicht mehr wehren und von Rumpel kam ja der Hinweis, dass sich da einiges bewegt hat. Meinen einzelnen Artikel des Hobbithassers soll man ja nun auch nicht so verstehen, dass sich *alle* Kritiker komplett von der Phantastik gräuen, sondern dass dieses Phänomen einzelner Intellektueller wohl sehr deutsch ist, weil, er hier überhaupt noch vorkommt, während es in anderen Ländern wohl überholt ist.
Kowalski:
--- Zitat von: ErikErikson am 22.11.2016 | 00:22 ---Als literarisch wertvoll wird nur relativ wenig betrachtet, damit füllt man in einem üblichen Buchgeschäft keinen Korb.
--- Ende Zitat ---
Was ist schon literarisch wertvoll???
Ich würde Bücher immer in so Kategorien stecken:
* Ugh, kann sogar ich besser schreiben/erzählen
* Schlecht geklaut
* Nicht mein Ding
* Kann man als seichte Urlaubslektüre durchgehen lassen
* Außer flachen Klischees ziemlich Inhaltsleer (also Riesenschiffe, Laserkanonen, aber maue Geschichte z.B.)
* Ist eine fesselnde Geschichte
* Sehr gutes, sehr anregendes Buch das einen Nerv trifft
* Schwere Kost, vielschichtig, man muß sich anstrengen das Buch und einige der Intentionen des Autors zu verstehen
* Hmm. Zu kompliziert und/oder zu vergeistigt, kann ich nichts mit anfangen
* Propagandaschund
Gleiches Buch kann bei einem anderen Leser vollkommen andere Einstufung erfahren. Und auch als Leser kann man, entsprechende Leseerfahrung vorausgesetzt Bücher die man früher gut oder schlecht fand bei erneutem Lesen anders einstufen.
ErikErikson:
Das ist ja eine Eintelung für dich persönlich, während Hochliteratur ja eine Einteilung für die Gesellschaft ist.
Wiki sagt hier:
"Unter Höhenkammliteratur, auch Hochliteratur genannt, versteht man die anerkannte, in Schule und Wissenschaft als hochstehend angesehene Literatur. Darunter fallen unter anderem die Klassiker."
Eine Gesellschaft hat ja das Bedürfnis, einige ihrer Werke als besonders qualitativ darzustellen, bei Büchern eben die Hochliteratur. Diese Zielsetzung ist ja nicht, Lesempfehlung für spannende Bücher zu geben, sondern hat eine kulturelle Aussen- und Innenwirkung, ist also ein Mittel der Politik bzw. Soziätät.
Kowalski:
--- Zitat von: ErikErikson am 25.11.2016 | 12:24 ---Das ist ja eine Eintelung für dich persönlich, während Hochliteratur ja eine Einteilung für die Gesellschaft ist.
Wiki sagt hier:
"Unter Höhenkammliteratur, auch Hochliteratur genannt, versteht man die anerkannte, in Schule und Wissenschaft als hochstehend angesehene Literatur. Darunter fallen unter anderem die Klassiker."
Eine Gesellschaft hat ja das Bedürfnis, einige ihrer Werke als besonders qualitativ darzustellen, bei Büchern eben die Hochliteratur. Diese Zielsetzung ist ja nicht, Lesempfehlung für spannende Bücher zu geben, sondern hat eine kulturelle Aussen- und Innenwirkung, ist also ein Mittel der Politik bzw. Soziätät.
--- Ende Zitat ---
Das ist Quark,
Dann wäre ja Putins Autobiografie russische Hochliteratur. Ist es aber nicht.
Im Endeffekt hat Reich Ranitzki Recht in dem er sagt phatastische Literatur eignet sich nicht als Hochliteratur.
Und warum ist das so? Weil wir uns da zu weit von dem Hier und Jetzt entfernen.
Mit dem Lesen von Hochliteratur verbinde ich die Hoffnung auf einen gewissen Erkenntnisgewinn ohne die Erfahrungen selbst machen zu müssen.
Bei F&SF habe ich in der Regel die Hoffnung auf ein Lesevergnügen.
Aber z.B. "Die Leiden des jungen Werthers" kann man durchaus lesen wenn man mal Liebeskummer hat oder hatte. Da sieht man das man nicht alleine mit seinen Nöthen, Hoffnungen und im Endeffekt dann doch Illusionen ist.
Im Umkehrschluß lässt sich F&SF durchaus, wenn sie gut ist, auch in nahe Zukuft, Gegenwart oder Vergangenheit verorten.
ErikErikson:
--- Zitat von: Kowalski am 25.11.2016 | 18:18 ---Das ist Quark,
Dann wäre ja Putins Autobiografie russische Hochliteratur. Ist es aber nicht.
--- Ende Zitat ---
Das ist ein unzulässiger Schluss. Politik erschafft keine Hochliteratur, sondern nutzt sie. Sie ist ein Mittel, um Kultur zu transportieren.
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