Medien & Phantastik > Lesen
Reading Challenge 2017
Huhn:
Greifenklaue zieht die Challenge durch! Voll gut! :d
Timberwere:
Meinen Essensbeitrag zur Challenge habe ich auch gerade gelesen:
Huhn:
Knister: Hexe Lilli auf Schloss Dracula
(Kategorie: A book by an author who uses a pseudonym)
Das Buch hatte ich eigentlich ausgegraben für die Kategorie mit dem Buch, das ich als Kind liebte. Ich hab in der Grundschule für mein Leben gern Gruselgeschichten gelesen. Aber für die Kategorie fiel mir in der Kinderbuchabteilung noch ein besserer Kandidat in die Hände, deswegen zählt Lilli jetzt für die Kategorie mit dem Pseudonym. Ich hänge eh jämmerlich mit der Challenge hinterher, da schaden ein paar kurze Büchlein nicht. :D
Seit Lilli ein Hexenbuch neben ihrem Bett gefunden hat, hext sie hin und wieder heimlich und erlebt spannende Abenteuer. Dieses Mal durchstöbert sie, während zuhause Mutter und Brüderchen Leon friedlich schlummern, Graf Draculas düsteres Grusel-Schloss, von dem aus er Leid und Elend über das Dörfchen Beutelsbach bringt. Ob Lilli dem blutrünstigen Grafen entkommen und die Menschen im Dorf retten kann?
Das Buch einzuschätzen fällt mir schwer. Aus heutiger Sicht ein bisschen fad, wenn auch wirklich liebevoll geschrieben und schnuffig illustriert. Aber so mit 7/8 Jahren fand ich das monstermäßig spannend! Große Schrift und einfache, kurze Sätze sowie eine toughe Protagonistin und natürlich der Gruuuselfaktor sprechen nicht nur das Grundschulhühnchen an. Dass es heute noch völlig abgegriffen in der Kinderabteilung der Stadtbibliothek steht, spricht wohl dafür, dass das auch vielen anderen leselustigen Grundschulkindern so geht. Insofern: Empfehlung für Kinder, die sich gerne ein wenig gruseln und über das allererste Lesenlernen bereits hinaus sind.
Huhn:
Sookee: Weil Liebe knallt und das Glück zu weit ist
(Kategorie: A book where the main character is a different ethnicity than you)
Kategorie hab ich geraten - der Protagonist des kurzen Büchleins heißt Nima und hat dunkle Haare und ich hab jetzt einfach mal behauptet, dass das für die Kategorie ausreicht. Genau genommen wollte ich auch einfach das Buch auf Biegen und Brechen in meiner Liste unterbringen und die anderen Kategorien passten noch weniger. ::)
Nima und Filine sind jetzt schon einige Jahre zusammen und stehen kurz vorm Abi. Während Filine sich richtig ins Zeug legt, geht Nima der ganze Leistungsdruck gehörig auf den Senkel. Als er wieder einmal, statt dem Unterricht zu folgen, aus dem Fenster guckt, stellt er fest, dass der neue Hausmeister wahnsinnig gut aussieht. Aus vagem Interesse wird im Verlauf der folgenden Wochen eine handfeste Schwärmerei. Ist Nima schwul? Aber er liebt doch auch Filine! Geht das? Einen Menschen lieben und den anderen begehren?
War leider nicht so meins. Einerseits spricht es wirklich interessante Fragen an und hat paar echt starke Szenen. Andererseits wirkt es über weite Teile konstruiert und gestelzt. Das ist keine Geschichte. Das ist eine als Geschichte getarnte und künstlich auf hip und jugendlich getrimmte Abhandlung über diverse Ansichten, die Sookee vertritt. Besonders der Einstieg in die Geschichte ist ein großer Kopf-Tisch-Moment. Ich mein - im Ernst... Nima glotzt ausm Fenster und verliebt sich aus heiterem Himmel unsterblich in den Knackarsch vom Hausmeister? Und pennt dann bei seiner Freundin ein, träumt von dem und holt sich im Traum, den Hausmeister-Namen stöhnend, einen runter? Autsch. Und Nima - so als Jugendlicher, der "Homosexualität" googlen muss, weil er nichts darüber weiß - philosophiert über Lookismus, Homophobie und alternative Beziehungskonzepte? Doppelautsch.
Dazu sind sämtliche "sch" im Text durch "sh" ausgetauscht worden mit der Begründung, dass Sookie deutsche Orthografie doof findet und zum Spielen mit der Sprache anregen will. Wieder sowas: Einerseits kann ich die Kritik an der festgesetzten Rechtschreibung nachvollziehen - aber alles, was der Autorin dazu einfällt, ist, das englisch sh zu übernehmen und sich ansonsten brav an die Orthografie zu halten? Da fallen mir spontan mehrere Autoren ein, die da mehr drauf hatten: Jean Paul hat in seiner Jugend quasi ne eigene Rechtschreibung geschrieben, weil er die damalige deutsche doof fand; Walter Moers hat in seinem Fönig nach und nach lauter Buchstaben ausgetauscht - Sookee hingegen beweist hier nicht besonders viel Kreativität. Wieso das englische sh? Wieso nicht das s mit Hatschek oder der kyrillische Buchstabe für "sch" oder das IPA-Zeichen für diesen Laut (alles Buchstaben, die keine Hilfskonstruktion aus mehreren Buchstaben darstellen sondern klar lesbar ein Zeichen für einen bestimmen Laut sind). Von den Nachteilen einer völlig eigenwilligen Rechtschreibung (Unleserlichkeit für Menschen, die deutsch als Fremdsprache lernen, beispielsweise) mal gar nicht zu sprechen.
Ich halte fest: Sookee mag ich als Rapperin, aber ihre Schreibe is' Schrott.
Lyris:
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind/Alle sieben Wellen
Kategorie: Ein Briefroman
War jetzt nicht gerade verschwendete Lebenszeit, aber muss man nicht gelesen haben. Empfehle ich daher nicht weiter.
"Klappentext", Band 1:
Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?
Band 2:
Erstens: Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also „Gut gegen Nordwind“ gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie’s! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.
Damit sind noch fünf Kategorien übrig, wovon ich noch eine erfüllen werde. "Ein Buch, das schon viel zu lange auf deinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) ist." Da habe ich ein paar extra für die Vorweihnachtszeit aufgehoben.
Danach gebe ich mich geschlagen.
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