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OSR Smalltalk
Achamanian:
--- Zitat von: D. Athair am 3.10.2017 | 17:58 --- Man sollte da schon noch mal über die Playbooks drüberschauen. Gerade die Magischen könnten ggf. nicht so passend sein.
Man muss sehen, ob das so zu den "Drunen" zusammengeht. Auch der "Coming-Of-Age"-Ansatz von BtW könnte vielleicht eher unpassend sein. Große Hindernisse sind das aber nicht. Ein paar Umbennenungen und ggf. eigene Playbooks (irgendwo gibt da ne Anleitung) und fertig.
--- Ende Zitat ---
Man könnte auch einfach auf die Playbook-freie Generierung zurückgreifen - oder eben "ein Dorf am Rande des Dolmenwalds" erschaffen ...
Ich habe aber auch erst anderthalb Ausgaben von Wormskin durch; irgendwie finde ich aber, dass gerade die Magie von BtW atmosphärisch ganz gut passen müsste. Und ansonsten ist es halt ein OSR-Regelsatz, mit dem ich relativ gut klarkomme (während ich Labyrinth Lord ja nicht über Seite fünf hinaus lesen kann, ohne die Krätze zu kriegen ...).
Der Nârr:
Mir geht es da ganz ähnlich. Lamentations of the Flame Princess fand ich auch gut lesbar und halt Stars Without Number.
Beyond the Wall ist nicht perfekt, aber es ist ein gutes Fundament, auf dem man bauen kann.
Zu Beyond the Well, in unserem Dorf gibt es tatsächlich Alfred den Brunnenbauer und die Gruppe hatte kürzlich einen tiefen Schacht erkundet, in den Alfred ihnen einen "Fahrstuhl" gebaut hatte ;). Aktuell hilft der auch einem gwabanesischen Archäologen namens Drask der Dunkle, der eine Ausgrabungsstätte in einer nahe gelegenen Arena hat.
D. M_Athair:
Hat jemand den Wirbel um Greg Gorgonmilk mibekommen (der u.a. sein Blog gelöscht hat)?
Da findet sich noch mehr.
Anders gesagt: Mich kotzt die USA mit ihrem völlig vergifteten politischen Klima an und mich kotz an, dass dieser Krebs ins Hobby getragen wird, das daran Schaden nimmt. Ich kann nachvollziehen, dass und warum die Story-Game- und die OSR-Segmente dafür besonders anfällig sind, das macht aber nichts besser. Das soll nicht heißen, dass "soziale Gerechtigkeit" u.ä. im Hobby nicht verloren haben. Es soll aber heißen, dass ich die ideologische Selbstgerechtigkeit (die in den USA - aus historischen! Gründen) immer sehr verbreitet war und in den letzten Jahren massiv zugenommen hat, NICHT im Hobby haben will. Insbesondere deren soziale Implikationen nicht.
Und weil ich nicht nur geschockt und wütend sein mag, noch was Schönes:
--- Zitat von: Infernal Teddy am 3.10.2017 | 18:05 ---Beyond the Well haben...
--- Ende Zitat ---
... mit heiligen Quellen, Wasserkult, etc. wie man es z.B. von den Kelten her kennt, kann man da sicherlich einige schöne Dinge anstellen. Märchen geben da auch was her. Oder das Schreckgespenst des "Brunnenvergifters" (wobei man das sicherlich von seinem historischen Ballast so gut es eben geht befreien muss).
Der Nârr:
Jap, der RPG-Pundit hatte auch ein Interview mit Greg Gorgonmilk geführt, auch spannend dazu: http://therpgpundit.blogspot.com/2017/09/my-interview-with-greg-gorgonmilk-about.html
Habe dazu nur dieses zu sagen:
--- Zitat von: Der Narr am 30.09.2017 | 18:52 ---Das schlimme ist, wenn durch diese Antipathien und Grabenkämpfe das schöpferische Potential der OSR leidet.
--- Ende Zitat ---
Mr. (?) Greg Gorgonmilk kann da ja noch echt froh sein, unter einem Pseudonym geschrieben zu haben. Wer weiß, was er hauptberuflich macht.
Zu Beyond the Well: Schade ist ja, dass das Wortspiel nur im Englischen funktioniert ;). Brunnenvergifter - das fand ich in einer ST:TNG-Folge schön gelöst, in der Data der Brunnenvergiftung beschuldigt wurde, als er nachts ein Heilmittel in einen Brunnen kippte. Nun hat es die angeblichen Brunnenvergiftungen durch Juden nach historischem Stand nie gegeben. Anstatt irgendwelche tatsächlichen Brunnenvergifter einzubauen, könnte man eher etwas mit falschen Anschuldigungen machen. Oder aber die Brunnenvergiftung geschieht durch ganz und gar fantastische Elemente - etwa ein Naturereignis wie magische Pollen, die sich überall absetzen und das auch im Brunnen oder durch das Wirken von Feenwesen, die den Brunnen nicht direkt vergiften, aber das Wasser z.B. in Zitronenlimonade verwandeln.
Chiarina:
Ich muss zugeben, dass ich immer noch versuche zu verstehen, ob mein Eindruck von OSR als postmodernes Augenzwinkern von D&D eigentlich korrekt ist. Wenn das so wäre, fände ich das eigentlich eine sehr sympathische Haltung unserem Hobby gegenüber. Trotzdem gibt´s da bei mir zwei Probleme:
Erstmal habe ich nie so richtig D&D gespielt. Und ich habe den Eindruck, obwohl sich der Begriff Oldschool auch breiter verstehen ließe, bezeichnet er innerhalb der Bewegung erstmal eine Aufarbeitung von D&D. Wer das nie gespielt hat, kennt daher auch nicht die Anspielungen und Rückbezüge, kann also die neue, subjektive Herangehensweise eines einzelnen OSR´lers gar nicht richtig verstehen.
Zum anderen habe ich aber dennoch sehr lange eine Art von Rollenspiel betrieben, wie es die OSR thematisiert. Es hieß zwar Midgard und nicht D&D, aber viele Elemente, die jetzt als das brandneue Retroding angesehen werden, die gab es bei uns auch. Das Problem ist nur: Wir haben das so lange betrieben, dass es mir irgendwann zu den Ohren wieder herauskam und ich erstmal davon loskommen wollte. So ziemlich genau das war der Moment, in dem die OSR startete. "Wie?", habe ich gedacht, "da gibt´s diese Typen, die jetzt wieder Fackeln zählen, auf Kartographieren abfahren und sich in die Dungeons stürzen? Das ist doch genau das, was ich jetzt lang genug hatte."
Soweit meine kleinen Probleme mit dem OSR. Ich kann hier also nicht so richtig gut mitreden. Und ob die Angst vor irgendeinem Selbstzerfleischungsprozess berechtigt ist, kann ich auch nicht einschätzen. Vielleicht ist das aber auch gar nicht so entscheidend. D. Athairs Links weisen nämlich zwar darauf hin, dass da irgendein Internet-Mobbing stattfindet und dass es so aussieht, als ginge man nicht nett miteinander um, um was es aber eigentlich geht, wird in den Links gar nicht ausgebreitet. Ich zumindest habe davon keine Ahnung.
Ich möchte hier nur einen kleinen Bericht über zwei Stränge im Story-Games-Forum verfassen. Im ersten dieser Stränge verlinkte der Strangersteller einen Beitrag seines eigenen Blogs in dem dem OSR Plagiarismus und Innovationsunfähigkeit unterstellt wurde. Ich war gespannt, wie die anderen User darauf reagieren würden, denn für mich haben die Themen dieses Forums eher mt einer Aufbereitung von The-Forge-Ideen zu tun, als mit einer Aufbereitung von D&D (inzwischen habe ich begriffen, dass das keine totalen Gegensätze sind... aber ich denke, es gibt auch engere Verwandte). Was geschah also? Der Strang wurde moderiert und geschlossen. Ich war erstaunt. So etwas hatte ich im Story Games Forum noch nie erlebt. Und mehr: Das Einschreiten des Admins erfolgte meinem Empfinden nach eher noch früher, als das beispielsweise hier bei Tanelorn der Fall gewesen wäre. Als Begründung wurde verkündet, dass es schlechter Stil sei, die Bemühungen anderer Kreativer aus der Rollenspielszene herabzusetzen. Wer will kann das hier nachlesen: http://www.story-games.com/forums/discussion/21237/osr-design-is-stuck-in-the-past-and-it-is-a-pity.
Etwas später reagierte der Strangersteller. Er eröffnete einen neuen Strang, in dem er der Rollenspielforenlandschaft attestierte, dass sie inzwischen von dünnhäutigen Weicheiern beherrscht würde, die keine Kritik mehr vertragen könnten. Dieser Strang wurde nicht geschlossen. Stattdessen bemühten sich die anderen User um eine konstruktive Auseinandersetzung, sprachen über mögliche Kritik und mögliche Formen von Kritik und konnten am Ende dem Strangersteller die virtuelle Hand schütteln. Die beiden Parteien sind in dem Prozess ziemlich aufeinander zugegangen, hatten zwar am Ende keine Einigkeit erzielt, aber doch ein großes Maß an Verständnis füreinander aufgebracht. Ich war beeindruckt. Wer will, kann auch diesen Strang nachverfolgen: http://www.story-games.com/forums/discussion/21241/my-worries-about-the-indie-community#latest
Ich finde es wichtig, problematische Entwicklungen frühzeitig zu bemerken. Aber vielleicht ist auch nicht alles ganz so verhärtet, wie es manchmal den Anschein macht. Bei den beiden Strängen hatte ich am Ende den Eindruck, dass da Leute trotz größerer Differenzen auf eine wirklich konstruktive Art und Weise miteinander umgehen.
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