Pen & Paper - Spielsysteme > OD&D/AD&D/Klone & OSR
OSR Smalltalk
D. M_Athair:
--- Zitat von: Der Narr am 9.10.2017 | 00:27 ---Zu Beyond the Well: Schade ist ja, dass das Wortspiel nur im Englischen funktioniert ;).
--- Ende Zitat ---
Da das Spiel auch im Deutschen seinen englischen Namen trägt ... ändert sich ja nix. ~;D
--- Zitat von: Der Narr am 9.10.2017 | 00:27 ---Anstatt irgendwelche tatsächlichen Brunnenvergifter einzubauen, könnte man eher etwas mit falschen Anschuldigungen machen. Oder aber die Brunnenvergiftung geschieht durch ganz und gar fantastische Elemente [...]
--- Ende Zitat ---
Naja. Es könnte schon tatsächliche (unabsichtliche) Brunnenvergifter geben. Zum Beispiel durch einen unachtsam gesprochenen Fluch (der einem Dorfbewohner entglitten ist, als der Schöpfeimer des Brunnens kaputt/mutwillig zerstört war) oder, weil jemand aus Bequemlichkeit (magische) Giftpflanzen am Brunnen/im Brunneneimer gewaschen hat, weil jemandem Blei-Kram in den Brunnen gefallen ist, ...
Böse Absicht geht auch, ist aber sehr viel kniffeliger. Dafür bräuchte es ein gutes Motiv, das nicht mit Medizin oder Krieg verbunden ist.
Kann man auch etwas komplizierter aufziehen. Indem z.B. ein Stein, der im Brunnenschacht vermauert ist, verflucht ist und erst jetzt seine schlimme Wirkung entfaltet. Oder anders rum: Das Wasser ist eigentlich völlig untauglich und Schutzzauber oder Filtermechanismen, welche die Altvorderen eingebaut haben, werden unwirksam.
--- Zitat von: Chiarina am 9.10.2017 | 01:44 ---Ich muss zugeben, dass ich immer noch versuche zu verstehen, ob mein Eindruck von OSR als postmodernes Augenzwinkern von D&D eigentlich korrekt ist.
--- Ende Zitat ---
Zum Teil. Ich verstehe es mehr als: Experimentieren mit einer (einstigen, fast in Vergessenheit geratenen) Lingua Franca; als Auseinandersetzung mit den Ursprüngen des Hobbies; dem (postmodernen) Bedürfnis nach einfachen, felxiblen aber auch verlässlichen Regeln; dem Ausleben des "was wäre wenn" (gerade in Bezug auf Genres wie Sword & Sorcery, SF, ...). Und dann ist da natürlich noch Nostalgie UND die Rückeroberung eines neuen! "sense of wonder". Sieht man bei Goodman Games und DCC RPG alles ganz toll. (Spielstilpräferenzen kommen dann natürlich noch hinzu. Das obige ist quasi mein "kulturelles Verständnis" der OSR.)
Ressourcenmanagement z.B. haben die Spiele der OSR 2.0+ entweder deswegen noch, weil man erkunden will, wie das überhaupt geht oder weil es dazu gehört oder weil sich die Designer überlegt haben, wie und warum das Spaß machen kann und wie man das in Regeln fasst. City-Crawl und Stadtentwurf bei Vornheim (auch wenn das jetz nicht direkt mit Ressourcen zu tun hat) folgen dem Schema.
--- Zitat von: Chiarina am 9.10.2017 | 01:44 --- Und ob die Angst vor irgendeinem Selbstzerfleischungsprozess berechtigt ist, kann ich auch nicht einschätzen.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube nicht, dass das die Gefahr ist. Sondern die Gefahr ist die Vermischung von Öffentlichem und Privatem via Social Media. Jens D. hat das ganz gut erklärt. Darin und im Eindringen einseitiger politischer Überzeugung/Ideologie liegt mMn das Problem. Ein bißchen was von den Nachwirkungen um den damaligen Wirbel um Mark Diaz Truman kann man z.B. da noch nachlesen.
--- Zitat von: Chiarina am 9.10.2017 | 01:44 ---Ich möchte hier nur einen kleinen Bericht über zwei Stränge im Story-Games-Forum verfassen. Im ersten dieser Stränge verlinkte der Strangersteller einen Beitrag seines eigenen Blogs in dem dem OSR Plagiarismus und Innovationsunfähigkeit unterstellt wurde.
--- Ende Zitat ---
Danke fürs Teilen. Hatte ich selbst gelesen. MMn hatte der Beitragsverfasser seinen Rant gegen die OSR, der nicht völlig unberechtig ist, mega schlecht kommuniziert. Das konnte nur schief gehen. Gerade auch, weil halt Story Games und OSR mehr (auch personell) verbunden sind, als das vielen lieb ist.
Warum das Ganze geglückt ist: Der zweite Strang ist zwar durchaus anklagend gestartet, aber er beschrieb noch mehr die Beobachtungen, Gefühle und Erwartungen des TE. Darauf kann man ganz gut reagieren. Der politische Aspekt ließ sich auch auf ner Meta-Ebene verhandeln. Ich vermute, dass die Sache deswegen, die von mir erwartete gute Lösung gefunden hat.
In dem Fall von Greg Gorgonmilk ist das Ganze schwieriger. Da spielt ne "private Community" ne Rolle, in der weirdes Zeug ausgetauscht wurde. Und auch wenn sich die Gemeinschaft als nicht politisch korrekt versteht, heißt das noch lange nicht, dass Einigkeit darüber besteht, was das eigentlich sein soll. Gerade in Bezug auf Sexualität und Politik. Da ist es wohl eskaliert und nach g+ getragen worden, wo es expoldiert ist. Oder irgendwie so. Ein Stein des Anstoßes:
--- Zitat ---Greg had come out in support of free-speech (even for "Nazis") and against assaulting people (even "Nazis") [...]
--- Ende Zitat ---
Wundert mich nicht, dass der dafür Flak bekommen hat. In Bezug auf Menschen, die zu den eigenen Feindbildern gehören, bilden viele Menschen Doppelstandards (ohne die als solche zu erkennen). Siehe dazu auch der Fall Mark Diaz Truman (oben).
Chiarina:
--- Zitat von: D. Athair ---[...]weil halt Story Games und OSR mehr (auch personell) verbunden sind, als das vielen lieb ist.
--- Ende Zitat ---
Klär mich auf! OSR wird zwar hin und wieder ´mal erwähnt, spielt meiner Erfahrung nach aber keine allzu große Rolle bei Story Games. Wo gibt´s denn da personelle Verbindungen?
D. M_Athair:
Clint Krause, Eero Tuovinen (ist v.a. für die Umarbeitung von TSoY zu Solar System und hat immer mal wieder bei der Produktion von LotFP-Titeln mitgeholfen), Vincent Baker (hat zumindest für LotFP das Supplement "the seclusium of orphone of the three versions" geschrieben), Johnstone Metzger (hat u.a. Abenteuer als Dual-Stat für Dungeon World und Labyrinth Lord veröffentlicht). Ansonsten gibts natürlich noch Leute wie Slade Stolar, der in the Indie Hack die Apocalypse-World-Engine mit der von The Black Hack kreuzt (oder anders rum). Newt Newport produziert OSR-, indie- und v.a. W100-Spiele.
Naja ... und dann gibt ja noch System Matters sowie hier Leute wie Sophia Brandt und Norbert Matausch.
Das ist, was mir spontan einfällt.
Chiarina:
Ah! Das ist doch eine stärkere Verbindung, als ich dachte. Vielen Dank für die Hinweise. Mein Eindruck von "Story Games" als Forum, in dem zum einen Gedanken aus der Forge auf Brauchbarkeit untersucht werden und zum anderen neue, erzählerische Schwerpunkte ausprobiert werden, wird dadurch ein wenig erweitert.
Eigentlich finde ich das ziemlich gut, weil es für mich so aussieht, als werde dort über die Gattungsgenzen hinaus gedacht. Es findet sich ja auch immer mal wieder ein Strang zu einem ganz normalen D&D-Thema unter den anderen Sachen. Jedenfalls scheint es kein Problem darzustellen, ein LotFP-Supplement zu schreiben und dann wieder über ein Minirollenspiel, was auf einen Bierdeckel passt, nachzudenken. So soll es sein!
Rorschachhamster:
--- Zitat von: D. Athair am 9.10.2017 | 03:00 ---
--- Zitat ---Greg had come out in support of free-speech (even for "Nazis") and against assaulting people (even "Nazis") [...]
--- Ende Zitat ---
Wundert mich nicht, dass der dafür Flak bekommen hat. In Bezug auf Menschen, die zu den eigenen Feindbildern gehören, bilden viele Menschen Doppelstandards (ohne die als solche zu erkennen). Siehe dazu auch der Fall Mark Diaz Truman (oben).
--- Ende Zitat ---
Naja, es ging um einen Typen, der mit Swastika-Armbinde herumlief... also eher Nazis als "Nazis". Die Kritik war zwar berechtigt (Gewalt ist keine Lösung), aber wenn im Kommentarthread dann einerseits Leute aufeinandertreffen, die emotional argumentierten ("Unter diesem Zeichen sind meine Verwandten getötet worden") und Leute, die KZs als Originär im öffentlichen Gesundheitswesen verortet haben (Oh man, Amis)... Leider habe ich den Thread nicht allzu aufmerksam verfolgt, weil es mir zu abstrus war, so ein Faß aufzumachen, nur weil ein provokanter Nazi auf die Fresse gekriegt hat - zumal das mitten in der Nacht war. Nächsten Morgen war alles schon gegessen.
Persönliche Angriffe auf Greg habe ich zumindest da, in meiner Bettlektüre eines Kommentarfeldes von über 100 Stück, nicht wahrgenommen. Aber wie gesagt, ich hab nicht alles gelesen.
Zum Eigentlichen Thema:
--- Zitat von: Chiarina am 9.10.2017 | 01:44 ---Erstmal habe ich nie so richtig D&D gespielt. Und ich habe den Eindruck, obwohl sich der Begriff Oldschool auch breiter verstehen ließe, bezeichnet er innerhalb der Bewegung erstmal eine Aufarbeitung von D&D. Wer das nie gespielt hat, kennt daher auch nicht die Anspielungen und Rückbezüge, kann also die neue, subjektive Herangehensweise eines einzelnen OSR´lers gar nicht richtig verstehen.
Zum anderen habe ich aber dennoch sehr lange eine Art von Rollenspiel betrieben, wie es die OSR thematisiert. Es hieß zwar Midgard und nicht D&D, aber viele Elemente, die jetzt als das brandneue Retroding angesehen werden, die gab es bei uns auch. Das Problem ist nur: Wir haben das so lange betrieben, dass es mir irgendwann zu den Ohren wieder herauskam und ich erstmal davon loskommen wollte. So ziemlich genau das war der Moment, in dem die OSR startete. "Wie?", habe ich gedacht, "da gibt´s diese Typen, die jetzt wieder Fackeln zählen, auf Kartographieren abfahren und sich in die Dungeons stürzen? Das ist doch genau das, was ich jetzt lang genug hatte."
--- Ende Zitat ---
Guck mal, da ist schon ein Unterschied - viele von den OSR-Größen haben eben das Spiel wieder vorgeholt, mit dem Sie angefangen haben. Wenn du in 10 bis 20 Jahren wieder Midgard spielen würdest, gäbe es bestimmt auch einiges was dir in welchem System jetzt dazwischen auch immer gefehlt hat. Ich zum Beispiel (Äh.. ich bin keine Größe, nur so ^-^), hab über 3.5 und PF zurück zu den alten Regeln gefiunden, die ich in den 80ern kennenund lieben gelernt habe und bis 2000 gespielt habe. Etwas anderes als D&D würde für mich gar keinen Sinn machen, denn das ist das System, wo ich dir zur Not zumindest ein Basisset mit verbundenen Augen selbstschreiben könnte. Und das haben wohl auch viele getan, nicht, weil es Sinn macht, sondern weil sie es können mit Computer und Desktoppublishingquark heutzutage. Und D&D ist in der OSR-Welt das Größte, weil es in den 80ern das Größte war (und in den 70ern war es fast das einzige). Aber OSR ist alles Alte, und da gibt es auch eine Menge anderer Sachen. Keine große Mengen, weil die Verhältnisse nun mal so sind, das D&D das Spiel war, das am meisten gespielt wurde, aber eine Menge.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln