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OSR Smalltalk

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D. M_Athair:

--- Zitat von: Megavolt am 10.12.2018 | 08:08 ---[...] , dass OSR für eine "herausforderungsorientierte" Spielweise steht. Abenteuer sind gefährlich, Balancing muss es nicht geben, Out-of-the-Box-Thinking bzw. Mobilisierung aller Synergien und Fähigkeiten ist nicht nur erlaubt, sondern oft auch geboten.
--- Ende Zitat ---
Hmmm ... ich mag den Begriff "herausforderungsorientiert" im Zusammenhang mit der OSR nicht so gern. Er ist nicht ganz falsch, aber doch durch 3.X & Co. (Combat as Sport) korrumpiert. Dazu kommt, dass die Formulierung "Herausforderung" dazu verleitet an "schaffbare Herausforderungen" zu denken. Altes D&D ist nicht soo gamistisch veranlagt. Simulation - in der Tradition des Kriegsspiels - war immer auch ein Bestandteil.

"Explorationsbasierte Spielweise" oder auch "bewältigungsorientiertes Spiel" würd ich lieber nehmen. Da wird aber die Abgenzung von den viel spielweltfokussierteren und spielprozessorientierteren W100-Spielen (RuneQuest, Cthulhu, Maelstrom) dann schnell schwierig. (In der britischen Tradition fließt es dann eh ineinander - vgl. WFRP1.) 



--- Zitat von: rillenmanni am 10.12.2018 | 13:48 ---Megavolt: Und LotFP ist mE auch wiederum nur eine besondere Spielart des Ganzen, die sich auf die Fahne schreibt, nicht rundheraus "OSR" zu sein bzw eine OSR-Spielart zu sein. Stichworte hier: Weirdness, Negadungeon, Einzigartigkeit von Artefakten/Monstren.
--- Ende Zitat ---
+1


--- Zitat von: Megavolt am 10.12.2018 | 17:33 ---Lamentations hat leicht und locker eine Ausschuss-Quote von 50%. Für mich ist das okay, ich verbuche das unter "Künstler müssen sich austoben können, ohne Risiko keine Überraschungserfolge" oder so.
--- Ende Zitat ---
LotFP wird mMn von Vertretern der "reinen Lehre"TM oft auch deswegen nicht ganz verstanden, weil das Spiel im Kern viele britische osr-Einflüsse mitrein nimmt. Das sind W100/RQ-Paradigmen ("monsters are people, too"), Spielbuch-Anleihen ("dein Leben und dein Abenteuer enden hier") und eine spezielle weirdness (WFRP, Gormenghast) . Dafür sind puritanisches Sendungsbewusstsein, Landnahme/In-Beseitz-Nehmen und Borderland/Wild-West-Romantik weniger ausgeprägt. Das merkt man mMn nicht nur am Artwork.

(Die kulturellen Unterschiede beachtend wundert es mich z.B. gar nicht, dass The Cthulhu Hack, Crypts & Things oder auch Barbarians of Lemuria eben keine US-Produkte sind.)

General Kong:
Was ich bisweilen an LotFP zu bemängeln habe:
1. Thematiken und Titel, die mir persönlich dann doch puritanisch-amerikanisch "Er hat FUCK! geschrieben und "Pussy" gesagt erscheinen = pubertäres Kacka-Getue um des "Schockierens" willen.
Ich habe Raggi auf der letzten Spiel, als er mir ein Buch mit "schockierenden" Zeichnungen andiente, weil die ja so schockierend seien (stimmte - waren grenzwertig), feststellend gesagt "Sir, you are a sick man." und dann vieles anderes von ihm gekauft. Er gucke irgendwie ... unerfreut. Tja ...
2. Abenteuer sollen wohl immer nur als Einschüsser gespielt werden. Wofür benötige ich die Regeln für höhere Stufen dann? - 1.-3. würde LANG ausreichen.
3. Manche sachen sind mir zu gewollt "Avantgarde", aber da sist sicherlich eine Geschmackfrage. Ich kann mit teuren "Künstler"-sachen jedenfalls am Spieltisch nichts anfangen.

Insgesamt sind die Abenteuer aber immer einen Blick wert und die Illus in der Regel (abgesehen von den "Avantgarde"-Sachen) sehr gut (insbesondere die Titelbilder) und passen stimmungsvoll ins jeweilige Abenteuer.

Und eien Schwäche für historische Settings udn besonders das 16./17. Jahrhundert habe ich sowieso.

D. M_Athair:
Die Kritikpunkte teile ich.

Beim immer mal wieder auftretenden "Avantgardismus" ... gibt es für mich zwei Richtungen:
1) Gewollt und auch gekonnt und 2) erzwungen und misslungen. Jeweils inklusive aller möglichen und partikulären Mischungen.

Bei den Stufen/Abenteuern ... da fehlt mir auch das Verbindende. Nicht mal kleine Kampagenenangebote o.ä. (vgl. DCC RPG: Punjar-Abenteuer oder Chained-Coffin-Box + Hefte) gibt es. Auch Abenteuer, welche den niederstufigen Bereich sicheren Tritts verlassen fehlen.

Und bei den Thematiken: Auch in der bewussten Ablehnung/Verballhornung puritanischer Vorstellungen und der Wild-West-Grandiosiät bleiben diese doch irgendwie als Referenzen und Hintergrundfolien bestehen. Trotzdem ist es für mich eher ein Fortschritt gegenüber der bloßen, oft auch unterschwelligen Tradierung (was generell bei D&D-Sachen ein Thema ist) .

ghoul:
Super, Kong, endlich sagt das mal jemand.  :d

Raggi und Co haben viele originelle Ideen, aber dann mischen sie so viel krankes Zeug rein, einfach weil, dass es manchmal nicht mehr spielbar ist bzw. etwas, das man spielen möchte.  :o

Fezzik:
Mit LotfP hab ich persönlich das Problem das die Hausregel Ansätze die Raggi nutzt bzw. in das Regelwerk eingeflossen sind, gar nicht die sind die ich bevorzuge.
Die Szenarios sind ziemlich cool und ich will unbedingt mal Death Love Doom leiten  >;D . Aber ich sag ganz ehrlich, das würde wohl mit CoC oder FTHAGN geschmeidiger ablaufen, als das auf biegen und brechen mit einem System wie D&D zu spielen. Raggis Szenarios spielen deshalb in den unteren Stufen, weil ein Stufe 8 Krieger oder Zwerg sich beim Anblick von Zombieomas kaum einnässt. Horror kann D&D als System halt nicht so gut.
Die Schere bei den Illustrationen geht teilweise stark auseinander, das war für mich aber eh nie kaufentscheidend.

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