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[Film] Pirates of the Carribean: Dead Men Tell No Tales

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Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Lyonesse am 16.07.2017 | 10:54 ---
Todeszug nach Yuma, The Missing und nicht zuletzt der katastrophale Flop Lone Ranger sind da einige Beispiele.
--- Ende Zitat ---
die haben mit der Frage jetzt was zu tun?
Sorry Lone Ranger hat mit Tom Bear River Smith, William Hickock,  genauso viel gemein wie Jack Sparrow mit L´Olonnois.

Lyonesse:
Das ist mir bewußt. Meine Antwort auf den geäußerten Wunsch zielte darauf ab, daß Studios
diese Genres aus den genannten Gründen kaum noch bedienen, und da sitzt der Piratenfilm mit
dem Western in einem Boot. Ob da historisch korrekte Geschichten verfilmt werden ist erst mal
zweitrangig, weil die Kosten ähnlich hoch sind, völlig egal, ob da Untote rumschlurfen oder eine
Anne Bonny ihr Entermesser wetzt.

Sashael:

--- Zitat von: Lyonesse am 16.07.2017 | 10:54 ---Ernsten Piratenfilmen steckt immer noch die berüchtigte Piratenbraut in den Knochen, mit der ein ganzes Studio vor zwanzig Jahren absoff.

--- Ende Zitat ---
Okay. Und jetzt erklär mir doch mal bitte, was an Die Piratenbraut ein ernster Piratenfilm war. Das war einfach übler Klamauk, den man sich einmal angucken konnte und dann bitte nie wieder.

Ernste Piratenfilme hätten imho mit einem ganz anderen Phänomen zu kämpfen, das Dark-Legacy-Comics vor ein paar Jahren mal unabsichtlich erklärt hat:
Piratenevent bei WoW. Alle verkleiden sich als Piraten.
Spieler: "Piraten sind COOL!" "Piraten sind großartig!" "Piraten sind Spaß!!!" "Piraten sind das Tollste auf der Welt!"
Schnitt zu einem Piratenschiff.
1. Maat: "Captain, wieviel Menschen müssen wir eigentlich noch foltern und ermorden, bevor uns hier jemand ernst nimmt?"
Captain: "Diese Welt ist KRANK!"

Menschen haben eine merkwürdig romantische Vorstellung vom Piratentum und wollen diese anscheinend in Filmen verewigt sehen. Ich wage zu bezweifeln, dass ein authentischer Piratenfilm auch nur annähernd so viele Besucher ins Kino ziehen würde wie Fluch der Karibik. Und das liegt nicht an Die Piratenbraut.

Lyonesse:
Vielleicht war ernst das falsche Wort. Es gab zumindest keine Flüche oder übernatürlichen Elemente.
Halt so ernst, wie so ein Sommer-Blockbuster ist. Insofern war Polanskis Piratenfilm, trotz der komö-
diantischen Einlagen, auch ernst gemeint - und ist ja auch übelst gefloppt. Ein Piratenfilm, der so richtig
gritty und hart wäre, dürfte halt nur ganz wenig kosten, weil der vermutlich eine FSK ab 16 oder 18 hätte,
und da wird das herbeiströmende Publikum nochmal eine ganze Ecke kleiner.

Edit: Piratenbraut war übelster Klamauk? Gut, länger nicht gesehen, aber ich habe ihn so schlimm nicht in Erinnerung.
War zumindest mal ein Film, wo eine Frau einen männlichen Sidekick hatte, was beim Publikum auch weniger gut
ankam damals. Und vor allem wegen dem Typen, William Shaw (Matthew Modine), lohnt sich der Film schon - der hatte was -,
und der Soundtrack ja sowieso.

Crimson King:
Die Piratenbraut ist ein typischer romantisierender Hollywood-Piratenfilm. Nur leider ein schlechter. Die Action ist solide, aber die Dialoge sind katastrophal. Dass der Hauptcharakter weiblich war, hatte mit dem Misserfolg des Films eher nichts zu tun.

Man könnte sicher auch ernste Piratenfilme drehen. Die Piratenrepublik in Nassau wäre da ein spannendes Thema. Wenn man den Action-Anteil realistisch darstellen möchte und auch den Fakt, dass die Beute eher selten aus größeren Mengen Gold bestand, sondern aus klassischen Handelswaren, wird das aber eher kein Blockbuster.

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