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FFG kündigt das Legend of the Five Rings RPG an

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Rhylthar:

--- Zitat von: Crimson King am  4.11.2018 | 11:07 ---Mir geht's ja im Wesentlichen wie Sashael, wobei mich vor allem stört, dass der verquere Ehrenkodex einem kaum Handlungsoptionen lässt. Das daraus resultierende Spiel ist so garnicht meins. L5R spricht mich dementsprechend genau dann an, wenn es weniger um höfische Intrigen geht, als vielmehr um klassische Fantasy. Aber dann brauche ich kein L5R.

--- Ende Zitat ---
Dann würde es wohl auch bei mir stehen. So wird es dann immer bei "Oriental Adventures" in meinem Regal bleiben.

Swafnir:

--- Zitat von: aikar am  4.11.2018 | 10:35 ---+1
Aber ich finde gerade diese Schneinheiligkeit von Ehre und Kultur mit den richtigen Spielern bei L5R so spannend.
Wenn die Spieler moralisch handeln wollen aber genau wissen, dass sie von ihrer Gesellschaft deswegen eins auf den Deckel kriegen, schafft das einen interessanten Konflikt.
Sie tun das richtige, weil es Richtig (tm) ist, nicht weil sie von der Gesellschaft dafür Anerkennung erhalten. Und das macht für mich Helden aus.

Das zeigt sich ja auch beim Umgang mit den Krabben. Die retten jeden Tag das Imperium, gelten aber als primitiv und unwert, weil sie nicht dem völlig abgehobenen Bild des höfischen Samurai entsprechen.

Es schafft auch Potential für interessante Schurken. Die Spieler wissen, dass das was der "Schurke" tut, falsch ist, können ihn aber nicht direkt angehen, weil sein Verhalten von der Gesellschaft unterstützt wird und müssen sich was anderes einfallen lassen.

Wenn die Spieler natürlich selber "Ehre" als Ausrede benutzen um in jeder Situation A...l... sein zu dürfen, wäre das auch nichts für mich.
--- Ende Zitat ---


Wenn ich das lese ab ich ja wieder total Bock L5R zu spielen  :d.

Green Goblin:
Ich finde ja auch gerade diese Tyrannei des völlig überhöhten Ehrbegriffs als eine der größten Stärken des Settings an. Und mir macht der Thread hier auch Lust auf ne Runde L5R. Er lässt mich sogar überlegen, ob ich nicht auch noch die 5. Auflage brauche, obwohl ich die davor alle mehr oder wenig vollständig hier habe.

K!aus:
Hallo,

--- Zitat von: Sashael am 25.08.2018 | 18:18 ---Eigentlich finde ich Samuraifilme ja ziemlich cool. Schwertkämpfe, cooles Ambiente, Ehre unter Kriegern. Aber immer wenn ich Lo5R ne Chance geben will, lese ich eine Settingbeschreibung und mir vergeht die Lust auf das Spiel komplett. Da wird für mich der Begriff "Ehre" einfach so dermaßen verpervertiert und verdreht, dass ich mit dem Setting einfach nicht klarkomme. Wobei diese Abartigkeit ja im realen Japan auch weitgehend stattgefunden hat. Was das Ganze nicht ein bißchen besser macht.

Naja, schade für Roland. ;D

--- Ende Zitat ---
Mir ist noch nicht ganz klar, was du mit der (ver)Pervertierung des Begriffes Ehre meinst.  :think:

Ich empfinde das L5R Setting mit seinem Samurai-Drama im Gegensatz zum klassischem Fantasy tm als sehr spannend und eine willkommene Abwechslung. Gerade in Hinblick auf den Begriff des Helden und der Ehre. Im GRW der 4. Edition gibt es einen schönen Abschnitt über den Vergleich zur westlichen Welt, gerade was es bedeutet ein Held zu sein.

Während in den Action-Filmen Hollywoods der Held sich meist dadurch auszeichnet, dass Might-makes-right gilt, es bei der Jagd nach Verbrechern also anscheinend okay ist die eigentlich geltenden Gesetze zu brechen, um am Ende als schillernder Held dazustehen, ist das bei L5R total anders. Du hast ein so starres Korsett bestehend aus dem Bushido und deinen Verpflichtungen gegenüber Familie, Clan und Damyio, dass dein individuelles Handeln stets ein manövrieren zwischen diesen Engpässen ist.
Denn ein Mann von Ehre ist eben jener, der den Bushido befolgt und pflichtbewußt seinem Herren dient, nicht jener, der das Richtigetm tut. Und wie schon im Regelwerk beschrieben, ist das eigentlich nicht zu schaffen. So sind die Geisha Häuser auch keine Freudenhäuser, wie wir uns es vorstellen, sondern Orte, wo der Samurai seine Maske fallen lassen kann, und seinen Emotionen nachgeben kann.

Wahrscheinlich muss man sich aber auch darauf einlassen, dass die Herausforderung eben nicht höher, schneller, weiter ist ... sondern ganz bodenständig in dieser auf maximale Außenwirkung aufgebaute Gesellschaft zu überleben.

Ähnlich wie mir jemand erzählt hatte, dass man bei Cthulhu Spaß daran haben muss, dass der Charaktere dem Wahnsinn anheim fällt.

Gruß
  Klaus

Jiba:

--- Zitat ---Denn ein Mann von Ehre ist eben jener, der den Bushido befolgt und pflichtbewußt seinem Herren dient, nicht jener, der das Richtigetum tut. Und wie schon im Regelwerk beschrieben, ist das eigentlich nicht zu schaffen. So sind die Geisha Häuser auch keine Freudenhäuser, wie wir uns es vorstellen, sondern Orte, wo der Samurai seine Maske fallen lassen kann, und seinen Emotionen nachgeben kann.
--- Ende Zitat ---

Exakt. Insofern ist der Begriff "Ehre" im Samurai-Kontext gar nicht mal so zielführend, zumindest nicht nach westlichem Verständnis. Der klassische Konflikt im Chanbara ist eben nicht der von "Ehre VS Unehre" oder "Das Gute gegen das Böse", sondern der von "Pflicht VS. Mensch-Sein", (der sogen. "Giri/Ninjo"-Konflikt).

Pflicht ist eben die Einhaltung gesellschaftlicher Konventionen, die Befolgung von Befehlen des eigenen Daimyos, das Annehmen der besonderen Rolle der Samurai-Kaste, das Akzeptieren des eigenen Todes etc. Tatsächlich ist die Prominenz der Begriffe "Honor" und "Glory" in L5R auch ein bisschen sowas wie ein Design-Flaw. "Ehre" ist tatsächlich nur eine der acht Samuraitugenden, die das ethische Konstrukt "Bushidō" bestimmen. Wahrhaftigkeit, Höflichkeit, Empathie... all diese Dinge gehören ebenfalls fest in den Wertekanon, im Übrigen auch bei L5R ("Glory", zu verstehen als der Nachruhm der Schlacht, ist hingegen eher wenig von Bedeutung.)

"Mensch-Sein" (Ninjo) ist die von K!aus schon angedeutete, private Emotion, das nicht-öffentliche, private Gesicht. Als das, was der Samurai fühlt, was der Pflicht entgegenstehen kann. Während in westlichen Heldengeschichten und auch im Action-Kino die persönliche Ehrverletzung eigentlich immer mit Rache geahndet wird (siehe das "Satisfaktion fordern"), gehört genau dieses Verlangen nach Rache bei den Samurai wohl eher in den Ninjo-Bereich, steht also der Pflicht eher entgegen (so der Daimyo nicht die Rache befiehlt... und dann ist der Samurai, dem das befohlen wird, häufig zu "menschlich", um dem einfach so zu folgen).

Natürlich ist Ehre für den Samurai auch immer eine persönliche Sache. Auf Wikipedia wird Meiyo, also Ehre im Bushidō-Kontext definiert als: "Warriors have only one judge of honor and character, and this is themselves. Decisions they make and how these decisions are carried out are a reflection of who they truly are. You cannot hide from yourself."

@Sashael: Wenn du LaCipollas Idee hier anzweifelst, dann müsstest du aber eine Gegendefinition liefern. Was ist denn Ehre nach deinem Verständnis? Also, echte Ehre?

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