Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Gemeinsamkeiten Fate/BRP
Chruschtschow:
--- Zitat von: D. Athair am 4.11.2017 | 10:00 --- ist ein ziemlich untauglicher Begriff.
Weil es verscheidenes bedeuten kann und die gesuchte Differenz genau nicht benennt.
"Denken von der Figur her" kann von den Kompetenzen/der Klasse/ der Profession ausgehen, von ihrer Storyrolle, von ihren Stärken und Schwächen, von ihrer Persönlickeit, von ihren Interessen und Fähigkeiten, ... Das alles sind Dinge, die eine Figur bzw. einen Charakter definieren.
--- Ende Zitat ---
Ja von mir aus dann "Denken von der Charakterisierung einer literarischen Figur ..." oder so etwas. Ich hatte vermutet, dass meine Formulierung und mein vorherigen Beispiel klar machten, was ich damit meine, dass ich nämlich mit einer bestimmten vorgefertigten Figur, die im Prinzip schon existiert, an das System heran trete und dieses dazu nutze, die Figur in Regelform darzustellen. Bei Fate geht das sehr umfassend. Bei D&D eben nur, wenn meine Vorstellung sehr nahe an den existierenden Rollenmodellen liegt, die durch das System vorgegeben werden. Das geht dann eben so weit, dass ich diese Rollenmodelle leichter als Vorlage nehme und daran dann meine Figur kreiere. Auf die Spitze treibt das ptbA, bei dem du dir die Rollen in Form eines Playbooks nimmst und dann z.B. sogar eine Namensliste und Kleidungsstile passend zur Rolle bekommst. Bei Fate hast du einen Haufen Leute am Tisch, die sich erst ein Mal einen Haufen Leute überlegen, beispielsweise eine verrückte Katzenfrau, und dann eben an die Regelumsetzung gehen.
Von daher sehe ich tatsächlich so langsam, was Rumpel sagen wollte. Glaube ich. Das läuft ja in BRP / CoC ähnlich. Ich trete an das System heran und sage: Ich spiele Mortimer, den Butler. Mal gucken, wie ich den in Regeln gießen kann. Nur wäre das so gar nicht mein Ausgangspunkt für eine Differenzierung zwischen den Systemen. Daher mein anfängliches WTF?!?!? Aber hey, das macht langsam Sinn für mich!
Achamanian:
--- Zitat von: Chruschtschow am 5.11.2017 | 14:33 ---Von daher sehe ich tatsächlich so langsam, was Rumpel sagen wollte. Glaube ich. Das läuft ja in BRP / CoC ähnlich. Ich trete an das System heran und sage: Ich spiele Mortimer, den Butler. Mal gucken, wie ich den in Regeln gießen kann. Nur wäre das so gar nicht mein Ausgangspunkt für eine Differenzierung zwischen den Systemen. Daher mein anfängliches WTF?!?!? Aber hey, das macht langsam Sinn für mich!
--- Ende Zitat ---
Ha, endlich jemand! Dann spinne ich zumindest nicht allein ...
Bzgl. "vom Charakter her denken": Ist natürlich wirklich etwas missverständlich. Man kann ja auch vom Charakter als Regelkonstrukt her denken, ich meinte allerdings: Vom Charakter als Figur her denkend (was ja oft zugleich bedeutet: Vom Setting/von der Core Story her denkend, die vorgeben, was für Charaktere plausibel sind).
Mich stört übrigens die klare Vorstrukturierung in D&D oder pbtA am Anfang gar nicht so (ich mag ja Anregungen), was ich nicht so gut leiden kann, ist, wenn beim Levelling der Charakter regeltechnisch und in der gefühlten In-Game-Entwicklung zu stark auseinandergeht.
D. M_Athair:
--- Zitat von: Rumpel am 5.11.2017 | 18:21 ---Vom Charakter als Figur her denkend (was ja oft zugleich bedeutet: Vom Setting/von der Core Story her denkend, die vorgeben, was für Charaktere plausibel sind).
--- Ende Zitat ---
Ja, das würde ich so unterschreiben. Oder: Die Figur als Person und der Kontext der Figur (Genre, Setting oder Core Story - oder Kombinationen davon) sind für die Bedienung der Regeln wichtig. Ohne sind die Regeln unbedienbar. Und die fiktionsgefütterten Regeln wiederum interpretieren die Fiktion fort.
--- Zitat von: Rumpel am 5.11.2017 | 18:21 ---Mich stört übrigens die klare Vorstrukturierung in D&D oder pbtA am Anfang gar nicht so (ich mag ja Anregungen), was ich nicht so gut leiden kann, ist, wenn beim Levelling der Charakter regeltechnisch und in der gefühlten In-Game-Entwicklung zu stark auseinandergeht.
--- Ende Zitat ---
Das ist mit ein Grund, warum ich mit 3E und 5E nicht so gut klar komme. Bei 4E ist eh klar: Nimm die Regeln und unterfüttere sie mit Fiktion. Das finde ich wieder einfacher. Die OSR ist dagegen - was Klassen & Co angeht so abstrakt/grob, dass ich darin locker meine basalen Vorstellungen von meiner Figur unterbringe. Der Specialist in LotFP kann Dieb sein, Waldläufer, Gaukler, Explorator (Indy Jones & Co.), ... die Regeln lassen jede Vorstellung davon zu. Und der Rest wird eh im Spiel und durch die Abenteuer entwickelt.
Chruschtschow:
--- Zitat von: Rumpel am 5.11.2017 | 18:21 ---Mich stört übrigens die klare Vorstrukturierung in D&D oder pbtA am Anfang gar nicht so (ich mag ja Anregungen), was ich nicht so gut leiden kann, ist, wenn beim Levelling der Charakter regeltechnisch und in der gefühlten In-Game-Entwicklung zu stark auseinandergeht.
--- Ende Zitat ---
Ja, genau das meinte ich, als ich von meinem Waldläufertrauma erzählt habe. Ich spiele einen Waldläufer? Dann habe ich nun ein Mal ein mehr oder minder flauschiges Anhängsel. Wenn man dann seine Figur nicht auch noch gleichzeitig "verskillen" will, gibt es da bei einigen Systemen echt Probleme. Das ist bei pbtA schön. Das bietet dir auch nur einen engen Rahmen, aber das macht es direkt und so unmissverständlich klar, dass ich da wieder kein Problem mit habe. Dagegen stehen dann halt so Sachen wie Pathfinder oder Shadowrun, wo ich fix Stellen finde, an denen die Figur etwas können (oder nicht können) sollte, das bei dem Regelkonstrukt aber einfach immer anders ist.
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