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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht

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Arldwulf:
Zumindest im Kontext der Serie wäre es jetzt sehr schwer zu verkaufen die Orks einfach weiter als absolut böse darzustellen. Dafür wurde schon zu viel Screentime reingesteckt diesen Anschein zu verwaschen und dann würde man Galadriels Satz "sie sind keine Kinder, sie sind Sklaven!" mit dem sie begründet warum man sie einfach töten solle auch schlicht so stehen lassen. Und sorry: "Sklave=zur Tötung freigegeben" stellt in einem Satz wunderschön dar wie böse Galadriel in der Serie eigentlich ist und ist etwas was man als Einstellung schwerlich positiv besetzen kann. So etwas können sie eigentlich einfach nicht unter den Tisch fallen lassen ohne ihre Protagonistin einer Wendung zu unterziehen oder sie ganz zur Bösen zu machen.

Das mag im Tolkienuniversum anders sein (und ist btw. durchaus auch schon in den früheren Filmen ein Problem, da dort die Orks auch als Wesen gezeigt werden welche z.B. auch Angst haben können) aber sollte man hier eine konsistentere und weniger "die sind halt böse weils so ist" willkürliche Hintergrundgeschichte zu den Orks erschaffen wäre dies sogar etwas gutes.

Lyonesse:

--- Zitat von: Arldwulf am  4.10.2022 | 16:22 ---Das mag im Tolkienuniversum anders sein (und ist btw. durchaus auch schon in den früheren Filmen ein Problem, da dort die Orks auch als Wesen gezeigt werden welche z.B. auch Angst haben können) aber sollte man hier eine konsistentere und weniger "die sind halt böse weils so ist" willkürliche Hintergrundgeschichte zu den Orks erschaffen wäre dies sogar etwas gutes.

--- Ende Zitat ---
Genau das halte ich für einen Trugschluss, denn gerade diese Eindimensionalität steht für die
epischen, märchenhaften Komponenten, die dieses Setting durchaus entscheidend prägen.
Ist das zeitgemäß oder besonders vielschichtig? Natürlich nicht; aber abgesehen vom Alter des Werks
und der Tatsache, dass ME letztlich die Fingerübung eines Linguisten ist, der eine Welt haben wollte,
wo seine von ihm ausgedachten Sprachen gesprochen wurden und der den Zustand beklagte, dass
die Engländer keine schönen Märchen haben wie die auf dem Kontinent, ist dieser ans faschistische
grenzende Teil, der ja in der Regel immer beschönigt wird, nun mal für das Setting quasi systemrelevant.
Wie gesagt, wer sich damit - also die Serienmacher-, nicht ganz zu Unrecht, unwohl fühlt, der sollte die Finger
von ME lassen; aber da jetzt rum zu pfuschen und es weichzuspülen, wäre ein Schlag ins Gesicht für die literarische
Vorlage. Aber inzwischen wäre das eigentlich auch schon egal. ;D
 

Arldwulf:
Klar, aber ich meinte dies halt aus Seriensicht. Buchvorlage ist noch einmal etwas anderes (auch wenn Tolkien ja selbst mehrfach verschiedene Meinungen dazu kund gab).

Aber aus Seriensicht ist halt "Unsere Heldin glaubt man kann Leute killen und bis zum letzten Wesen ausrotten weil sie Sklaven sind und daher nicht verdienen in der Welt zu existieren" eine ehrlich gesagt heutzutage nicht mehr haltbare Position.

Lyonesse:

--- Zitat von: Arldwulf am  4.10.2022 | 16:58 ---Klar, aber ich meinte dies halt aus Seriensicht. Buchvorlage ist noch einmal etwas anderes (auch wenn Tolkien ja selbst mehrfach verschiedene Meinungen dazu kund gab).

Aber aus Seriensicht ist halt "Unsere Heldin glaubt man kann Leute killen und bis zum letzten Wesen ausrotten weil sie Sklaven sind und daher nicht verdienen in der Welt zu existieren" eine ehrlich gesagt heutzutage nicht mehr haltbare Position.

--- Ende Zitat ---
Da das eine Geisteshaltung ist, wäre es eigentlich sogar schlimmer als bei Tolkien selber, oder meint sie mit
Sklaven, die gefangenen, versklavten und gefolterten Elben, die dann durch Morgoth's Experimente zu Orks wurden?
Es bleibt kompliziert ...

Issi:

--- Zitat von: Arldwulf am  4.10.2022 | 16:58 ---Aber aus Seriensicht ist halt "Unsere Heldin glaubt man kann Leute killen und bis zum letzten Wesen ausrotten weil sie Sklaven sind und daher nicht verdienen in der Welt zu existieren" eine ehrlich gesagt heutzutage nicht mehr haltbare Position.

--- Ende Zitat ---
Sofern man Galadriel mit dieser Position als "Gut" und "Vorbild" betrachten soll, ja.
(Vielleicht will man bewusst mit diesem Bild brechen, keine Ahnung)

Ist die Frage, was die Serie noch mit ihr vorhat.
Wird es so stehen gelassen?
Gibt's noch ne Entwicklung?
Keiner weiß es.

Sie scheint von Hass zerfressen zu sein.
Und Adar sagt glaube ich sowas ähnliches zu ihr, wie " Du bist zu dem geworden, was du bekämpfst!" Oder so. (Nagelt mich nicht fest)

Von daher denke ich, dass da irgendwie noch eine Entwicklung stattfindet mit ihr.

Edit.
Das hat für mich bislang was von:" Wenn du an nichts anderes mehr denkst, als an deinen Hass auf Sauron, wird dich dieser Hass früher oder später ihm gleich machen."

Folglich wäre die (aus meiner Sicht) logische Lösung der Serienmacher für Galadriel aus diesem Hass auszusteigen.
Weil ihr der Hass nicht zum Sieg über Sauron verhelfen wird.
Sondern Sauron damit letztlich sie besiegt.
Beziehungsweise alles Gute in ihr auslöscht.

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