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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht

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suppenhuhn68:
Ringe der Macht – ein Kommentar (von Sebastian Richartz; langjähriges Mitglied der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V.)


--- Zitat von: Sebastian Richartz ---...
Was ich damit aber sagen möchte: Es gibt so viele verschiedene Versionen bis auf die beiden großen Bücher Der Hobbit und Der Herr der Ringe. Hätte Tolkien immer weiterschreiben können bis heute, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass auch Der Herr der Ringe von ihm noch einmal angepasst worden wäre. Etwas, was auch Maria Zielenbach nie müde wird zu erwähnen: „Würde Tolkien noch leben, wäre er immer noch nicht fertig.“ Von den Ereignissen im Ersten Zeitalter habe ich ja noch gar nicht mal angefangen. Das ist auch der Grund, warum ich mich mit einem Begriff wie „Lore“ in Tolkiens Welt immer schwertu. Wie ich durch die Serie lernen musste, denn hier wurde einem dieser Begriff ja ständig um die Ohren gehauen, handelt es sich um einen Begriff aus dem Rollenspiel. Er bezeichnet dort allgemein die Hintergrundgeschichte der Welt, in der das Rollenspiel stattfindet. Und genau das haben wir bei Tolkien halt, abgesehen von den zwei benannten Werken, nicht. Es gibt bei Tolkien keine Konsistenz, abgesehen von den erwähnten 78 Jahren. Und das ist nun genau das, warum ich mit der Serie überhaupt kein Problem habe. Ich lasse mich gern darauf ein, wie Patrick McKay und J.D. Payne zumindest ein paar dieser Lücken füllen und Motivationen schaffen in der groben Chronik, die uns Tolkien hinterlassen hat. Für mich ist die Serie somit ein wunderbarer Lesebegleiter; und ich sehe schon sehr viele Neuleser*innen auf uns zu kommen, die jenseits der Version, die uns Amazon präsentiert, noch zig weitere Versionen von Tolkien kennenlernen werden.
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--- Ende Zitat ---

Murphy:

--- Zitat von: suppenhuhn68 am 15.10.2022 | 20:46 ---Ringe der Macht – ein Kommentar (von Sebastian Richartz; langjähriges Mitglied der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V.)

--- Ende Zitat ---

Wunderbar! Danke!

Gwynplaine:

--- Zitat von: suppenhuhn68 am 15.10.2022 | 20:46 ---Ringe der Macht – ein Kommentar (von Sebastian Richartz; langjähriges Mitglied der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V.)

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Hm, ich finde diese "Verteidigung" der Serie trifft es nicht ganz. Zumindest für mich ist die Änderung der zuvor erzählten Geschichte (neudeutsch "Lore") gar nicht mal so das entscheidende Problem der Serie. Wie Sebastian Richartz ja richtig schreibt, hat Tolkien selber immer wieder unzählige Änderungen vorgenommen (man schaue sich allen die von Christoper Tolkien herausgegebene "History of Middle Earth" an). Gerade das zeigt aber auch, dass Tolkien stets darauf bedacht war, dass die Motivationen der Charaktere nachvollziehbar, die innerweltliche Logik stringent und  der zeitliche und räumliche Rahmen stimmig waren. Das ist mein Hauptkritikpunkt an der Serie. Die Figuren bleiben flach (außer Ansätze bei den Durins, Elrond und Disa), Zeit und Raum sind nicht nachvollziehbar, die Dialoge sind furchtbar hölzern und Plotpunkte sind an den Haaren herbeigezogen, nur damit das gewünschte Ergebnis herauskommt (Celebrimbor lässt sich das Prinzip von Legierungen erklären? What? usw.)

Es fühlt sich alles überhastet an und es ist einfach enttäuschend, dass man mit etwas mehr Hingabe daraus sicherlich eine runde Geschichte hätte machen können z.B.: die Südlande sind ein Dorf, Numenor schickt drei Schriffe (mit dreihundert Pferden plus Lager, das statt Palisaden aber Tücher benutzt, die Harfüße sind verlogene Soziopathen usw.

Dazu kommt dann noch die ständige Holzhammer-Art sich a) an die Peter Jackson Trilogie anzubiedern (visuell und in den Dialogen, mir ist natürlich klar, warum) und b) seine ach so tollen (lies: dilettantischen) Plottwists und Mystery-Boxen anzudeuten.

Das liegt Sicherlich zum Großteil an den Showrunnern und der Maschinerie Amazon. Anders kann ich mir nicht erklären, dass auch fantastische Autorinnen wie Gennifer Hutchinson (großartig bei Breaking Bad und Better Call Saul) hier scheitern...

Visuell finde ich die Serie Top und viele der im Vorfeld kritisierten Charaktere finde ich gut dargestellt (Disa, Arondir, Elrond z.B.)
Aber das reicht halt am Ende nicht. Ich bin da einfach enttäuscht, weil so viel daraus hätte werden können.

Drakon:

--- Zitat von: suppenhuhn68 am 15.10.2022 | 20:46 ---Ringe der Macht – ein Kommentar (von Sebastian Richartz; langjähriges Mitglied der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V.)

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Toller Beitrag, gerade auch der komplette Blog post.

Gondalf:

--- Zitat von: Gwynplaine am 15.10.2022 | 22:25 --- (Celebrimbor lässt sich das Prinzip von Legierungen erklären? What? usw.)

--- Ende Zitat ---

Tatsächlich fragte ich da auch kurz, ob die mich für Forrest Gumps blöden Bruder halten…
Solche Merwürdigkeiten sind etwas schade…

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