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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht
Seraph:
Ich empfinde bis dato am problematischsten:
- neu erfundene Figur (Elf) soll Romanze mit alleinerziehender Menschenfrau haben (Hobbit-Schnulz, ick hör dir trapsen)
- die Ereignisse werden zeitlich total zusammengestaucht, obwohl sie sich über tausende Jahre erstrecken
Es heißt immer "das geht narrativ nicht anders".
Doch.
Klar, geht das. Dann musst du einfach nur die Eier in der Hose haben und die zweite Staffel 500 Jahre später spielen lassen. Zack, sind nur noch die Elben da und Menschen werden alle neu gecastet, Königreiche wurden zu Ruinen, die Landschaft hat sich verändert. Das wäre doch mal ein netter Twist, fast wie eine Anthologie-Serie eben. Aber nein - liebgewonnene Figuren binden die Zuschauer besser.
Jiba:
--- Zitat von: Turgon am 11.02.2022 | 11:27 ---Im Zweiten Zeitalter wird sie beim Kampf des Letzten Bündnisses gegen Sauron afair nicht einmal erwähnt. Der Rest der elbischen Anführer (Gil-Galad, Elrond, etc.) war dagegen in vorderster Front dabei.
--- Ende Zitat ---
Ich finde das nicht verwunderlich: Frauen kämpfen bei Tolkien halt in der Regel nicht – und wenn, dann nur situativ aus Notwehr oder quasi "in drag" (Eowyn). Schon bei den Valar sind die meisten Vertreterinnen mit Weinen und Spinnen beschäftigt, während die Männer gegen Morgoth zu Felde ziehen. Ich müsste es daher eigentlich gut finden, dass es eine ärschetretende Galadriel gibt... allein, diese blanchet'sche Vorprägung macht mir das schwer. :-\
Die Zwergin ist übrigens völlig in Ordnung. Keine Ahnung, was da das Problem ist...
Aber @Seraph: Ja, ich hätte mir auch eine Anthologieserie gewünscht.
Das hingegen...
--- Zitat ---- neu erfundene Figur (Elf) soll Romanze mit alleinerziehender Menschenfrau haben (Hobbit-Schnulz, ick hör dir trapsen)
--- Ende Zitat ---
...ist jetzt auch nicht unheard of. Tolkien war nicht der beste Erzähler von Liebesgeschichten, aber er hat immer wieder Romanzen eingeflochten. Gehört für mich in Mittelerde dazu.
Crimson King:
Ich muss zugeben, für eine gute, alle Zeitalter umfassende Mittelerde-History-Serie würde ich möglicherweise sogar gegen meine Grundprinzipien verstoßen und ein Amazon prime Abo abschließen. Dass man sich ums zweite Zeitalter kümmern will, ist aber schon etwas wert.
Isegrim:
Galadriel in Rüstung: Mal weg davon, ob das zur Person und deren Geschichte passt, erkennt ihr da i-was elfisches drin? Ich nicht. Die Jackson-Filme waren echt gut darin, ikonische Stile zu schaffen. Das Stück passt da so gar nicht rein. Ich wär nicht auf die Idee gekommen, dass das eine Elfe sein soll.
Zed:
Ich bin gespannt, welchen Ton die Creator für die Serie finden werden. Natürlich sind die Filme und jüngst die Serie "Game of Thrones" Werke, die das Publikum immer wieder als Vergleich heranziehen wird. Wie werden die Creator diese Erwartungen bedienen? Wie werden sie sie brechen?
Die Parameter, die mir insbesondere im Vergleich zu GoT und den LotR-Filmen einfallen, die sie definieren müssen, sind:
- Verhältnis Action zu Drama & Intrige
- Humor
- Sex- und Gewaltdarstellung
- Außerdem Productionvalue, zB für Schlachten.
- Ein weiteres Problem wird sein, den reichen mythologischen und politischen Hintergrund weder zu banalisieren noch ihn ausufernd darzustellen.
Einmal diese Parameter durchgespielt an einem anderen, aktuellen Beispiel:
Schon das "Rad der Zeit" musste sich diesen Fragen stellen, und für die Serie ist meine Einschätzung, dass sie beim sichtbaren Productionvalue nicht genug draufgelegt hatten - ich empfand so manches Mal "Xena-Vibes". Der RdZ-Mythos schien mir hier und da vielversprechend, jedoch im Großen und Ganzen entweder zu schlecht ausgearbeitet oder zu langweilig: Es kam mir so vor, als würden die Protagonist:innen im Schnelldurchlauf historische Stätten aufsuchen. Aber historische Stätten machen noch keine mythologische Tiefe. Der Gewaltgrad (der Gorefaktor) war nicht so hoch wie bei GoT, und ich empfand ihn im RdZ manchmal als überflüssig. Ich nehme an, das liegt daran, dass der Fantasyanteil der Geschichte in GoT stellenweise niedrig ist und dadurch die Gewalt, die "echten Menschen" angetan wird, besonders schmerzhaft ist. In Stories mit höherem Fantasylevel wie RdZ hat das Publikum (nach meiner Ansicht) wenig Angst um das Wohlergehen von Figuren, schließlich kann immer von irgendwoher eine Heilfee kommen.
Den Humorlevel niedrig zu halten, halte ich für ein Fantasywerk vom Range eines LotR, RdZ und Got für notwendige Voraussetzung, um nicht wie Xena oder "The Outpost" rüberzukommen.
Dass wir viel Sex sehen werden, halte ich im LotR für unwahrscheinlich, da (soweit ich weiß) die strenge Tolkien Erbengemeinschaft ein Wort mitzureden hatte. Um das Zeigen von Inzestbeziehung wird die Serie aber nicht umhin können, wenn ich die Tolkiensche Vorlage (Silmarillion, zweites Zeitalter) richtig erinnere.
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