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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht
Isegrim:
--- Zitat von: Seraph am 14.02.2022 | 22:25 ---Fun Fact - wer genau hinschaut, kann Arwen noch in ein, zwei Sequenzen ausmachen. Zum Beispiel hier bei Minute 4:29
--- Ende Zitat ---
Witzig, ist mir nie aufgefallen. Thx.
Jiba:
--- Zitat von: Darius der Duellant am 14.02.2022 | 19:35 ---Natürlich kann man sich an den Kanon halten.
--- Ende Zitat ---
Der ja – bei Buchverfilmungen merkt man das häufig – auch reiner, eigener Headkanon sein kann. Letztlich ist alles, was in einem Buch steht, offen für die Interpretation – und oft tut es Filmen sogar gut, sich von Vorlagen zu entfernen. Ich habe mich zum Beispiel massiv darüber geärgert, wie stark die Jim Knopf-Realverfilmungen von der Ästhetik anderer Filmemacher geprägt sind (= der, der Augsburger Puppenkiste), anstatt sich dem Text freier zu nähern und eigene ästhetische Setzungen vorzunehmen. Und Tolkien hat einen solchen Einfluss auf das Fantasy-Genre gehabt, dass er als der Shakespeare der Fantasy gelten kann – mit allen adaptorischen Freiheiten, die darauf erwachsen.
--- Zitat ---Wird nur häufig nicht gemacht weil irgendwelche ominösen target audience analysing evangelists der Meinung sind, XYZ müsste jetzt rein oder raus.
--- Ende Zitat ---
Klar, es muss ja so sein, dass Filmemacher sich nicht von sich aus entscheiden, bestimmte ästhetische Setzungen vorzunehmen – da muss sozusagen ein externer, soziologischer Hokuspokus aufgeführt worden sein, der diese Entscheidung erst ausgelöst hat. Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig, denn das ist, wie du sagst, letztlich nur Spekulatius.
--- Zitat ---Bei vielen dieser Änderungen [im Hobbit, Anm. von mir] merkt man einfach direkt dass sie nicht dem Quellmaterial entstammen und nicht harmonisch ins Gesamtgefüge passen.
--- Ende Zitat ---
Gut, die Zwergen-/Elfenromanze kannst du schon mal nicht meinen. Dafür gibt's mit Gimli und Galadriel im Kanon gewissermaßen ja einen Präzendenzfall. Dass die Romanze in den "Hobbit"-Filmen zu underwritten ist, um zu funktionieren, steht auf einem anderen Blatt. Aber dass es in Tolkiens Setting keine Romanzen über Spezies-Grenzen hinausgegeben hätte, das ist auch nicht haltbar.
Sowieso... ich verstehe hier die irrationale Abneigung gegen Liebessubplots in Mittelerde nicht. Sex mag nicht thematisiert werden, ja. Aber große, schicksalsträchtige Romanzen gab es in den Tolkien-Materialien immer: Beren und Luthien, anyone?
--- Zitat ---/edit: "gut" in Anführungszeichen gesetzt, die Trilogie hat an ziemlich vielen Dingen gekrankt. Das was aus dem ursprünglichen Quellenmaterial kam, gehört aber tendenziell eher weniger dazu.
--- Ende Zitat ---
Vielleicht irre ich mich, aber die Musiknummer des Großen Orks ist, glaube ich, Kanon... und einer der schlimmsten Momente in der gesamten Hobbit-Trilogie (und aus gutem Grund nur in der Extended zu sehen). Und das ist wohl nur ein Beispiel. Auch die ganze Smaug-Bilbo-Szene ist tendenziell doppelt so lang, wie sie sein müsste, wobei ich gerade nicht abschätzen kann, inwieweit das der Vorlage geschuldet ist.
Samael:
Die Hobbit - Filme sind einfach eine Vollkatastrophe. Ich habe es ja sofort gesagt, mittlerweile setzt sich die Erkenntnis langsam auf breiter Front durch. Nachdem hierzuforum zu Beginn vA Jubelstürme zu vernehmen waren…
Ich sage nur Fahrt in den Fässern (allgemein die meisten „Actionszenen“), Goldschmelze im einsamen Berg, unnötige Romanze, völlig verkacktes Pacing etc etc
Es gibt ein paar Szenen die zeigen was hätte sein können. Die machen es eigentlich nur schlimmer, ehrlich gesagt. Warum und wieso die Filme so schlecht sind, wie sie sind ist mittlerweile ja auch hinreichend bekannt.
Btw
Romanze Gimli / Galadriel? Ich würde das wirklich nicht Romanze nennen. Gimli ist komplett überwältigt von Galadriels Präsenz, Großzügigkeit und Schönheit und das lässt ihn denke ich seine Meinung über die Elfen (zusammen natürlich mit der Freundschaft zu Legolas) ziemlich revidieren. Aber hegt er romantische Gefühle für sie? Ich habe das nie so interpretiert. Und andersherum gibt es dafür ja schon überhaupt keinen Hinweis.
Jiba:
--- Zitat von: Samael am 15.02.2022 | 07:09 ---Romanze Gimli / Galadriel? Ich würde das wirklich nicht Romanze nennen. Gimli ist komplett überwältigt von Galadriels Präsenz, Großzügigkeit und Schönheit und das lässt ihn denke ich seine Meinung über die Elfen (zusammen natürlich mit der Freundschaft zu Legolas) ziemlich revidieren. Aber hegt er romantische Gefühle für sie? Ich habe das nie so interpretiert. Und andersherum gibt es dafür ja schon überhaupt keinen Hinweis.
--- Ende Zitat ---
Naja, nach dieser Logik gibt es für so manches in der Tolkienmythologie keinen Hinweis, das hier als gesetzt wahrgenommen wird. Wir können nicht auf der einen Seite sagen "wenn's nicht explizit dasteht, dann ist's auch nicht Kanon" und auf der anderen Seite "nein, es ist völlig klar, dass das auch [realweltliche Bezugnahme hier einsetzen] so sein muss, auch wenn's nicht in den Texten steht".
Also entweder das eine oder das andere (oder begründete Zwischentöne). Und wenn man von der "Schönheit" von jemandem überwältigt ist, dann hat das immer eine romantische/sexuelle Komponente. Ich meine, Gimli reist Galadriel quasi nach Valinor hinterher. Und wenn wir "Realismus" als hinreichende Kategorie hernehmen wollen, dann muss man halt auch sagen: Niemand wird jemals auf diese Weise von jemandes Präsenz überwältigt, ohne dass das Sexuelle nicht zumindest unterbewusst eine Teilrolle spielt. Ja, das ist auch bei Leuten der Fall, die frenetisch irgendwelchen Strongmen zujubeln.
Samael:
Wie man das auch immer tiefenpsychologisch interpretieren möchte, es in meinen Augen absurd zu behaupten das sei ein Präzedenzfall für den Kram im Hobbit-Film.
Und ich bezweifele, dass Tolkien dir bei der „sexuellen Komponente“ beigepflichtet hätte.
Auch wenn moderne Psychologen diese vielleicht finden würden! 😂
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