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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht
Hotzenplot:
Mal meine 5 Cent als PoC dazu.
Ich bin diesbezüglich ambivalent. Zum Verständnis hole ich kurz etwas aus.
Ich habe als Kind/Jugendlicher, der Fantasy aufgesogen hat, PoC als Helden in der Fantasy (die ich kannte) vermisst. Ebenso in Filmen und Serien, wo sie zu mein Kindheit/Jugend eher Sidekicks oder Opfer waren (damals liefen noch die Tarzan-Filme rauf und runter, man kannte die Schwarzen nur als von der Klippe fallende Idioten). Mein Vater war ja schon froh über Sidney Portier ;)
Eine Besetzung von ursprünglich weißen Figuren mit PoC-Schauspielern finde ich grundsätzlich gut und es stört mich meistens auch nicht. Auch neue Figuren, wie z. b. der Miles Morales Spiderman finde ich super.
Im Fantasybereich (ausgerechnet!) stolpere ich dennoch häufiger darüber, weil es mir negativ auffällt, jedenfalls bei Fremdvölkern (Elfen, Zwergen...) - bei Menschen hingegen wäre mir das egal. Das war bei The Witcher so und wird bei Herr der Ringe nicht anders sein. Trotzdem überwiegt in mir das Bewusstsein, dass es so sein muss, weil man sonst in der Diversität leider nicht weiterkommt. Das ist sozusagen so eine Art persönliche Toleranz.
Aedin Madasohn:
--- Zitat von: Waldrand am 15.02.2022 | 15:34 --- weißen und schwarzen Mongolen
--- Ende Zitat ---
an dieser Stelle nur folgender Hinweis: in historischen Werken stehen Farben "auch" für Himmelsrichtungen.
daher sind rot/schwarz/weiß/gelb nicht unbedingt auf Haar- oder Hautfarben bezogen, sondern sagen nur aus, wer den Sonnenaufgang zu erst sieht oder rechts/links vom Fluss (in Flussrichtung gesehen) wohnt
Achamanian:
--- Zitat von: Grubentroll am 15.02.2022 | 17:15 ---Ja gut, wenn du jetzt alles was mit fantastischer Literatur zu tun hat mit "Fantasy" betitelst magst du recht haben.
Ich meinte da das Genre welches Tolkien losgetreten hat.
--- Ende Zitat ---
Hm, dann hast du aber auch gleich Robert E. Howard, Mervyn Peake, Lord Dunsany, E.R. Eddisson, Lovecraft ("Kadath" ist für mich eindeutig ein Fantasyroman), C.A. Smith und wer weiß welche Leute sonst noch alles mit rausgeschmissen, die vor Tolkien oder etwa zeitgleich mit ihm Geschichten verfasst habe, die ich zumindest ganz eindeutig der Fantasy zuordnen würde.
Arldwulf:
--- Zitat von: Drantos am 15.02.2022 | 17:13 ---Das Blöde ist, ich finde die Darstellung des schwarzen weiblichen Zwergs ja optisch ziemlich cool, aber nicht im Kontext von Mittelerde. Ich kann es nicht beschreiben, es fühlt sich für mich einfach falsch an. Bei Dungeons & Dragons Verfilmungen hätte ich überhaupt kein Problem damit. Klingt komisch, ist aber so.
cu Drantos
--- Ende Zitat ---
So komisch ist das doch gar nicht. Unsere Vorstellungen sind halt vorgeprägt. Nicht nur von Filmen, sondern natürlich auch von den Bildern die aus den Büchern heraus entstehen.
"Der da sieht ja gar nicht so aus wie ich ihn mir vorgestellt hab" ist doch durchaus etwas übliches.
Es wirkt nur komisch wenn diese Kritik sich selektiv auf einzelne Merkmale stürzt, weil dies dann das Gefühl erweckt als ob dieses Merkmal nun etwas ganz besonderes wäre.
--- Zitat von: Grubentroll am 15.02.2022 | 17:14 ---Sorry, aber ich mag nicht mit Leuten diskutieren die gleich die Nazikeule rausholen wie du vorher nur weil jemand eine andere Meinung zu gutem Worldbuilding hat.
--- Ende Zitat ---
Dann kannst du doch problemlos weiter diskutieren, denn ich wüsste nicht warum man solch eine herausholen sollte. Ich glaube nicht das du oder sonstwer hier dies verdient und auch die obigen Postings dienten nicht dazu so etwas zu suggerieren. Ist schlichtweg nicht meine Meinung.
Niemand ist gleich ein Rassist oder Nazi oder sonstetwas nur weil er sich an der Besetzung irgendeiner Rolle mit irgendeiner Person stört die irgendein Aussehen hat.
Zu sagen "man sollte darüber nachdenken weshalb dieses spezielle Aussehensmerkmal so leicht zu kontroversen führt und andere Merkmale nicht" heißt nicht "du bist ein Rassist". Nur: Unsere Gesellschaft ist noch längst nicht so weit, dass dies etwas "normales" ist. Wir reagieren häufig eben anders auf Hautfarben als wir dies auf z.B. Augen und Haarfarben tun.
Grubentroll:
--- Zitat von: Rumpel am 15.02.2022 | 17:17 ---Okay, kurzer Ausflug in die Theorie: Es ist ja (m.E.) gerade einer der großen Vorteile des Weiß-Seins, dass mensch sich da i.d.R. nicht durch äußeren Druck auf eine "Race Identity" festgeschrieben fühlt, sondern in der Identifikation ziemlich frei flottieren kann und sich als "einfach nur ein Mensch" fühlen darf. Für Menschen mit langanhaltenden Diskriminierungserfahrungen aufgrund der Hautfarbe ist das weit schwerer.
Um sich das zu veranschaulichen, empfehle ich immer wieder das Buch "Selbstporträt in Schwarz und Weiß", einem stark autobiografischen, kurzen und sehr empathischem Essay, das übrigens von einem Kritiker der Identitätspolitik/Critical Whiteness Theory stammt und trotzdem sehr eindringlich identitätsprägende Rassismuserfahrungen beschreibt. https://edition-tiamat.de/selbstportraet-in-schwarz-und-weiss/
--- Ende Zitat ---
Mein lieber Rumpel, glaub mir, ich hab mehr schwarze Freunde wie du, hab mein Leben lang aktiv mehr mit schwarzer Musik und Kultur (Hip Hop und Graffiti) zu tun wie du, und sehe auch all diese Dinge. Also bitte keine von diesen naiven großkotzigen Belehrungen von oben herab.
Und trotzdem hätte ich gerne kanongetreue Verfilmungen.
Wenn mich das jetzt hier zu einem "weißen Dumpfkopf "macht in deinen Augen der derlei Unterrichtungen braucht, dann bitte.
Aber dann bin ich jetzt raus aus der Diskussion hier.
Schönen Abend.
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