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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht
Drantos:
--- Zitat von: Kurna am 19.02.2022 | 20:39 ---Du bist meines Erachtens ziemlich optimistisch, wenn du glaubst, dass in Hollywood ohne die Quote vor allem nach Qualität besetzt würde...
--- Ende Zitat ---
Ich glaube das nicht, ich hab gesagt, dass sollte so sein :)
Die Rahmenbedingungen müssten so gestaltet sein, dass alle eine faire Chance bekommen. Wie das geht? Keine Ahnung. Da sollten sich doch Leute Gedanken machen, die in der Branche stecken. Aber einen Cast mit aller Gewalt nach Diversität zu besetzen, führte zu den vielen schrottigen Filmen und Serien der letzten Jahre.
Ich geh ins Kino, um mich unterhalten und nicht, um mir mit Gewalt eine Message aufdrücken zu lassen, es sei denn in der Produktion geht es explizit um gesellschaftskritische Themen (Malcom X, Mississippi Burning, Brokeback Mountain, etc.). Und ich hab das Gefühl, dass das bei vielen Produkten immer mehr im Vordergrund steht. Alte Serien haben das ganz normal in die Handlung eingebaut (Star Trek - Kuss zwischen Uhura und Kirk) und nicht über Gebühr ausgeschlachtet.
Konkretes Beispiel Idris Elba als Heimdall in den Marvel Filmen funktioniert für mich super, weil das ein Fantasy Nordische Götter Setting und Elba ein geiler Schauspieler ist (es hilft natürlich auch, dass ich die Comics nicht kenne).
Nicht funktionieren würde es für mich in einer klassischen Verfilmung nordischer Sagen.
cu Drantos
Sosthenes:
--- Zitat von: Drantos am 20.02.2022 | 00:03 ---Die Rahmenbedingungen müssten so gestaltet sein, dass alle eine faire Chance bekommen. Wie das geht? Keine Ahnung. Da sollten sich doch Leute Gedanken machen, die in der Branche stecken.
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Jo, hat man doch, und sich da für die "affirmative action" entschieden. Überkompensieren um zu normalisieren. Meritokratie erscheint jetzt nicht einfach wundersam. Siehe auch Quotenregelungen in Wirtschaft und Politik.
Wo hat denn colour-blind casting denn tatsächlich etwas kaputt gemacht? Es wurden ja vorhin eine Reihe von Leuten genannt die im Original weisser waren, aber selbst da wär mir jetzt nichts in die Augen gesprungen.
YY:
--- Zitat von: Rumpel am 19.02.2022 | 18:30 ---Sobald du aber bei einem Darsteller, der dir nicht gefällt, vermutest, dass er "wegen Quote" gecastet wurde, ist plötzlich die "Quote" schuld und nicht einfach das schlechte Casting. Dabei gibt's auch ganz ohne Quote mehr als genug miese Besetzungen.
--- Ende Zitat ---
Die gibt es zweifellos, aber in Fällen wie Rings of Power ist die Reaktion der Macher auf Kritik und deren offizielle Begründung für Castingentscheidungen schon ein sehr starkes Indiz, und das bevor man (zumindest als Außenstehender) überhaupt irgendeine schauspielerische Leistung bewerten kann.
--- Zitat von: Rumpel am 19.02.2022 | 18:30 ---Die "Quote" ist in diesem Sinne eigentlich keine Beschränkung der Casting-Möglichkeiten, sondern der Aufruf, beim Casting über den Tellerrand zu schauen und damit das Feld der Möglichkeiten zu erweitern.
--- Ende Zitat ---
Das ist eine sehr optimistische Perspektive, die ich so in der Praxis leider nicht wiederfinde. Die Goldene Mitte verpasst man regelmäßig, nur jetzt eben in beide Richtungen statt nur in eine wie früher.
--- Zitat von: Rumpel am 19.02.2022 | 18:32 ---Gab es nicht vorher in den Comics schon den Ultimates-Nick-Fury, der tatsächlich in Anlehnung an Jackson gezeichnet war? Oder kam der erst nach den Filmen?
--- Ende Zitat ---
Ja, den gab es zuerst und der war dann natürlich auch die Steilvorlage dafür, Mr. Jackson für die Verfilmungen zu casten.
--- Zitat von: Rumpel am 19.02.2022 | 18:50 ---Es ist noch nicht so lange her, da war allein schon der Umstand, dass eine Frau Regie bei einem Big-Budget-Actionfilm führt (Kathryn Bigelow bei Strange Days) ein echtes Novum.
--- Ende Zitat ---
Joah - ich habe Arbeitskollegen, die noch nicht geboren waren, als Strange Days rauskam... ;)
Point Break war noch etwas früher, zwar mit kleinerem, aber immer noch für damalige Verhältnisse ordentlichem Budget und kein wirtschaftlicher Fehlschlag.
Und zumindest zeitlich gesehen kam kurz darauf der große Dammbruch und seither eine ganze Menge weibliche Action-Regisseure in Film und noch mehr Fernsehen.
Da kann man schon von einer längst eingekehrten Normalität sprechen.
--- Zitat von: Le Rat am 19.02.2022 | 18:45 ---Das Risiko wird aber größer man darf nicht vergessen, dass es im Filmteam weitergeht. Hier werden Positionen vielfach vorrangig nach Hautfarbe und Geschlecht vergeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei die Qualität leidet ist durchaus da.
--- Ende Zitat ---
Repräsentation kann da ja kein Thema sein, "nur" noch Teilhabe - da ist man dann aber wieder bei der Frage, ob man gleiche Chancen oder gleiche Ergebnisse will, mit den entsprechenden Auswirkungen.
Ein Modell wie hierzulande im öffentlichen Dienst könnte funktionieren: Bei gleicher Eignung fällt die Entscheidung zugunsten der benachteiligten Minderheit.
Hat natürlich in der Praxis auch seine Fallstricke und kann immer noch am angepeilten Ergebnis vorbei führen, wenn andere Faktoren als die betrachtete Benachteiligung stärker sind (wie das im öffentlichen Dienst ja auch ist) - aber mehr als versuchen kann man es nicht.
--- Zitat von: Jiba am 19.02.2022 | 20:05 ---Die Möglichkeit, dass die Macher einer Serie oder eines Films, die diverser besetzen das aus guten Gründen tun, eben weil sie dabei primär Repräsentation im Sinn haben und sonst wenig besetzten Schauspielern eine Chance geben wollen. Nein, das wird nicht in Betracht gezogen.
--- Ende Zitat ---
Das ist doch bei Rings of Power explizit genau damit begründet worden, man muss also nicht mehr spekulieren oder etwas vorsichtig in Betracht ziehen.
Nur heißt das nicht, dass damit automatisch alle anderen Aspekte außen vor sein können oder gar müssen - und Ansätze, die beidem Rechnung tragen, hätte es ja spätestens da gegeben, wo man die geplante Handlung zeitlich extrem staucht, um Menschen und Hobbits unterbringen zu können.
--- Zitat von: Jiba am 19.02.2022 | 20:05 ---Alte Geschichten haben das Problem auch nicht: Gerade Märchen, Legenden und Mythen sind zeit- und farblos, denn diesen Arten von Erzählungen ist es sogar zu eigen, dass sie immer wieder interpretiert und in neue Kontexte gesetzt worden sind. Und wenn es Tolkien wirklich darum ging, einen Mythos zu schaffen, dann ist es nur recht und billig, dass wir den neu interpretieren.
--- Ende Zitat ---
Ich hatte ja weiter oben schon gesagt, dass man das durchaus sehen kann wie im Theater, wo immer wieder neu interpretiert wird.
Das setzt zwei Dinge voraus: Zuerst muss das Material so weit Allgemeingut sein, dass man es in jeder Interpretation erkennt* und zweitens muss dann jede Interpretation auch ein bisschen Bescheidenheit mitbringen - was sich mit aktuellen Marketingstrategien und dem ganzen Drumherum vorsichtig formuliert nicht so gut verträgt.
Und manche Stoffe sind von Anfang an (etwa durch das Worldbuilding) oder im Laufe der Zeit (etwa durch die Fans) quasi erstarrt und lassen eine erfolgreiche "radikale" Neuinterpretation kaum noch zu. Da braucht man sich nicht weit strecken, um den Herrn der Ringe in eine Liste solcher Stoffe zu packen...
*Mein Paradebeispiel ist Elementary. Da kann man auch mit verlegtem Handlungsort und Liu als Watson sowie Dormer als Moriarty völlig unbedarft draufzappen und merkt nach kürzester Zeit: Das ist Sherlock Holmes (genau so ging es mir damals).
Ein Dämon auf Abwegen:
--- Zitat von: Issi am 19.02.2022 | 22:32 ---Jein.
Oder anders: Es kommt darauf an.
Zeitlos- Ja überwiegend.
Farblos- Nicht unbedingt
Bei einem Märchen aus tausend und einer Nacht würden viele z.B. keine Wikinger erwarten ( Oder zumindest nicht ausschließlich solche). Ebenso bei einer Indischen Saga.
Oder bei einer Legende um Samurai..etc.
--- Ende Zitat ---
Und was soll dann bei einem Europäischen Märchen mit Rittern, Königen, Prinzessinen und Euroäischen Sagengestallten anders sein?
Das ist Teil der Euräpischen Kultur, und für einen Japaner genau so exotisch wie für uns Samurai.
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Auribiel am 19.02.2022 | 19:08 --- Und nur, weil z.B. zum Xten Mal die drei Musketiere verfilmt werden und die damals alle hellhäutig waren, wieder nur weiße Schauspieler? Dann ist einer eben ein POC. Glaube nicht, dass der Autor sich dran stören würde...
--- Ende Zitat ---
https://en.wikipedia.org/wiki/Thomas-Alexandre_Dumas
He was the first person of color in the French military to become brigadier general, divisional general, and general-in-chief of a French army.[2]
Born in Saint-Domingue, Thomas-Alexandre was the son of Marquis Alexandre Antoine Davy de la Pailleterie, a French nobleman and Marie-Cessette Dumas, a slave of African descent. He was born into slavery because of his mother's status, but his father took him to France in 1776 and had him educated.
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