Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Splittermond vs. Pathfinder
Holycleric5:
Hallo Tanelorn-Community,
mehr oder weniger bei Release war ich bei Splittermond dabei, habe seitdem einige Runden mit der Einsteigerbox geleitet, eine kurze Forenrunde mit dem GRW und hier und da einen Oneshot mit dem GRW und einigen Erweiterungsregeln (z.B. Götterband, Bestien und Ungeheuer) geleitet.
Die anfängliche Begeisterung für Splittermond ist jedoch wieder etwas abgeflaut.
Auch wenn das Ticksystem Dinge wie die Waffengeschwindigkeit wunderbar abbildet, wird es jedoch bei zu vielen Gegnern leicht unübersichtlich.
Kämpfe können selbst gegen niedrigstufige Gegner vergleichsweise zäh werden (z.B. Skelette und Grabbeißer).
Nach Weihnachten habe ich mir die Deutsche Pathfinder Einsteigerbox bestellt und leite zurzeit das enthaltene AB "Schwarzzahns Hort". Parallel lese ich wieder in meinen englischen Pathfinderbüchern.
Natürlich hat Pathfinder auch einige Tücken Tücken (Auszug) :
- Möchte man auch auf den höheren Stufen noch effektiv sein, ist eine akribische Vorausplanung unerlässlich. Einen Charakter selbst auf einer etwas höheren Stufe "blind" zu bauen ist oftmals keine Gute Idee (Ich erinnere mich noch an meinen ersten Magus, den ich mir "nur" auf Stufe 6 gebaut habe)
- Ausführliche Tipps zu Abenteuern außerhalb von Dungeoncrawls (z.B. Intrigen, Horror und Wildnis) gibt es erst in Erweiterungsbänden (z.B. Ultimate Intrigue, Horror Adventures, Ultimate Wilderness)
- Reine "Blast"-Magier sind ineffektiv
- Der Hinterhältige Angriff des Schurken wirkt gegen viele Arten von Kreaturen nicht (z.B. Untote, Schleime, Elementare)
Aber Pathfinder hat auch seine Vorzüge:
- Die verschiedenen Charakterklassen spielen sich unterschiedlich ( Z.B. spielt sich ein Mönch anders als ein Waldläufer oder Hexenmeister)
- Die Auswahl an Kreaturen ist sehr groß (vom Wolf bis zum Erzteufel hat man eine riesige Bandbreite an Kreaturen)
Wo seht ihr die Vor-und Nachteile von Pathfinder und Splittermond?
Welches der beiden Systeme spielt ihr zur Zeit?
Würdet ihr noch einmal zum jeweils anderen System zrückkehren? Warum (nicht)?
Über Antworten freue ich mich.
Holycleric5
Feuersänger:
*tag*
Könnte ein interessanter Thread werden... hab allerdings Splittermond noch nicht gespielt. Hab nur einmal das GRW quer gelesen und hatte da auch so den Eindruck - ähnlich wie bei PF - dass man da stark nach Synergien suchen und diese ausbeuten kann/muss, und wenn man diese Synergien kennt rockt man das Haus, und wenn nicht dümpelt man so im trüben Wasser.
Kleine Korrektur zum Thema Pathfinder -- fast ein Nitpick: der Sneak Attack des Rogue wirkt in PF auch gegen Untote und ist dadurch um Längen nützlicher als in 3.5. Dennoch wurde der Rogue vom allgemeinen Powercreep abgehängt und gilt jetzt allgemein als Träger der Roten Laterne.
Nunja, wie dem auch sei. Ich spiele derzeit eigentlich nur Pathfinder, aber nicht weil ich Fanboy wäre oder es für supertoll halte. Es war halt einfach das System, für das sich ein SL erbötig gemacht hat. ^^
Greifenklause:
--- Zitat von: Feuersänger am 4.01.2018 | 13:20 ---*tag*
Könnte ein interessanter Thread werden... hab allerdings Splittermond noch nicht gespielt. Hab nur einmal das GRW quer gelesen und hatte da auch so den Eindruck - ähnlich wie bei PF - dass man da stark nach Synergien suchen und diese ausbeuten kann/muss, und wenn man diese Synergien kennt rockt man das Haus, und wenn nicht dümpelt man so im trüben Wasser.
...
--- Ende Zitat ---
Nope, bzw nur bedingt:
Aus eigener Erfahrung: Zu Beginn von Splittermond hatte ich den PG-Charakter in der Runde dank töfter Synergien.
Die anderen haben mich aber eingeholt bis überholt, ohne dass ich meinen Vorsprung halten oder gar ausbauen konnte.
@Holycleric zu "Ticksystem":
Ich finde, dass es gerade einen besseren Überblick schafft, vielleicht aber auch nur, weil wir ständig die Tickliste verwenden, während wir bei DSA und Konsorten uns immer einbildeten, der SL hätte schon den Überblick über die Reihenfolge. Wir als Spieler dann aber eben nicht...
Wir verwenden bei Splittermond stets zwei ikonische Würfel oder Symbole oder Miniaturen. Einen für die Tickleiste und ein erkennbares Gegenstück für die s.g. "Battlemap". Letztere verwenden wir nicht sklavisch, sondern nur des besseren Überblicks halber.
Zu "Klassensystemen und 'spielt sich unterschiedlich'"
Manche schwören drauf. Ich fange da immer an zu würgen und bin eher "klassophob".
Mein Frontkämpfer "selbst erstellter Gnomberserker" spielt sich anders als der Frontkämpfer "Archetyp: Ritter"
Unser Feuermagier und der Schattenpriester spielen sich verschieden.
Vielleicht ist "spielen sich verschieden" hier nicht ganz richtig, aber sie "fühlen sich verschieden an".
Gerade bei Splittermond können zwei Chars auf dem Papier fast gleich sein, aber dank einzwei unterschiedlicher Meisterschaften fühlen sie sich unterschiedlich an.
Von Pathfinder habe ich allerdings nur die Ahnung, die ihr mir hier im Forum gegeben habt ;)
Feuersänger:
Nunja, Klassen sind halt ein gutes Werkzeug für den Nischenschutz, weil man standardmäßig schon durch seine Klassenwahl kommuniziert, welche Rolle man im Spiel ausfüllen möchte. Freilich kann man Klassen zuweilen auch untypisch spielen, dann muss man entsprechende Ansagen machen um Mißverständnissen vorzubeugen (z.B. "Ah, der spielt nen Kleriker, dann will er heilen und supporten" wenn du in Wirklichkeit einen Fast Firing Tin-Can of Doom Bogenschützen im Sinn hast. Granted, das ist mehr ein 3.5-Beispiel).
Generell bin ich sehr für Nischenschutz, und mag es nicht wenn - typisch für Baukastensysteme - am Anfang jeder alles so halb und später jeder alles kann. Darum bin ich gerade bei Fantasy ein Freund von Klassensystemen.
Quendan:
--- Zitat von: Feuersänger am 4.01.2018 | 15:35 ---Generell bin ich sehr für Nischenschutz, und mag es nicht wenn - typisch für Baukastensysteme - am Anfang jeder alles so halb und später jeder alles kann. Darum bin ich gerade bei Fantasy ein Freund von Klassensystemen.
--- Ende Zitat ---
Wobei das bei Splittermond auch ohne Klassen nicht der Fall ist: Hier kann zwar am Anfang jeder alles so halb, aber am Ende (und schon ab HG2 von 4) musst du dich trotzdem spezialisieren je nach Rolle. Nischenschutz gibt es in Splittermond durch die Steigerungsregeln und die Fähigkeitsprogression. Der Unterschied ist halt, dass das nicht von Start weg festgelegt ist durch die Klasse. Du kannst auch noch halbwegs früh in völlig andere Schienen wechseln (also als Ränkeschmied starten, dann aber schnell voll auf Kämpfer gehen). Aber ab dem Mid-Level ist das nicht mehr praktikabel machbar.
Du kannst höchstens am Ende jemanden spielen, der gar nix richtig kann - aber so jemand ist mir bisher bei Splittermond nicht vorgekommen. ;)
Wobei ein Vergleich da ja auch nur angestellt werden kann, wenn man beide Spiele kennt, klar. :)
Ich spiele beides (bzw. habe bis vor einem Monat parallel auch Pathfinder gespielt, bis ich aus Zeitgründen aus der Runde raus musste). Von der Komplexität sind beide mE ziemlich auf einer Stufe. Große Unterschiede liegen in Schwerpunkten (Splittermond mit stärkerem Schwerpunkt auf non-combat-Situationen). Auch die Magie ist unterschiedlich: In Splittermond weiter verbreitet, in Pathfinder dafür deutlich stärker nach hinten raus und mit mehr "Wumms". Und klar, in Sachen Regeln gibt es einige Unterschiede, aber die dürften ja klar sein. Bei Splittermond finde ich die Charakterentwicklung einfacher in Bezug auf "verskillen" (das ist nicht so leicht machbar bzw. kleinere Fehler sind nicht so schlimm durch die kleineren Steigerungsintervalle und recht niedrigen Kosten) als bei Pathfinder. Dafür ist Pathfinder deutlich einfacher in Bezug auf das Herausforderungsmanagement (auch da Charaktere in höheren Stufen leichter abschätzbar sind in ihren Fähigkeiten als bei Splittermond). In vielem also vor allem eine Geschmacksfrage, was man lieber mag. :)
Aber ich wage zu behaupten, dass wer mit Splittermond klar kommt auch mit Pathfinder klar kommt und umgekehrt. Und wem eines von beidem zu komplex ist, der wird beim anderen vermutlich auch nicht glücklich werden.
Und bei beidem kann (und teils: muss) man sich natürlich auch reinfuchsen. Ich hab zwar früher auch D&D gespielt, aber nie als Hauptspiel. In unserer Pathfinder-Runde hatte ich zweieinhalb Vetaranen dabei, die quasi alle Feats auswendig kannten, wussten was für Builds Sinn ergeben, etc. - da hab ich mich dann oft drauf verlassen und mich selbst nicht reingefuchst. ;) Aber halt gesehen, was geht. Bei Splittermond bin ich (natürlich) tief drin und nehme dann oft weniger erfahrene Spieler bei der Beratung der Steigerungsoptionen oder bei der Frage nach passenden Meisterschaften an die Hand. Bei beiden Spielen gilt meiner Erfahrung nach aber: Wenn sich keiner am Spieltisch tiefergehend damit beschäftigen will, dann wird nicht das volle Potenzial des Spiels in Bezug auf die Charakterentwicklung ausgeschöpft.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln