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[Serie] The Witcher (Netflix)

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YY:

--- Zitat von: Captain T am 23.12.2019 | 21:19 ---Und wer halt glaubt, dass schwarze Schauspieler nur Gangster, Drogenopfer oder afrikanische Buschleute spielen dürfen, der glaubt das auch bei einem Fantasy-Setting. Insofern sagt das Gejammer über Diversität beim Dreh immer mehr über die Jammerer als über den Dreh.

--- Ende Zitat ---

Es täte der Diskussion gut, wenn man sauber zwischen Kritik an den Charakteren und Kritik an den Schauspielern trennen würde.
Letzteres fand nämlich bisher nicht statt und wird auch nicht stattfinden.


--- Zitat von: Crimson King am 23.12.2019 | 21:40 ---Dementsprechend wird ein nicht plausibilisiertes Abweichen von der Erwartungshaltung bei einigen an der Suspension of Disbelief rütteln.

--- Ende Zitat ---

Man weicht ja nicht nur von einer eher diffusen Erwartungshaltung ab, sondern von der unmittelbaren Vorlage.

Kann man natürlich machen, aber dann kann man auch Roß und Reiter nennen.
Statt sich da was mit irgendwelchen Setting-Interpretationen oder grundsätzlichen Betrachtungen über das Genre etc. pp. abzuhalten, kann man auch sagen, wie es ist: "Man wollte mehr nicht-weiße Schauspieler".
Das ist der Grund und sonst nichts.
Und auch wenn man das gut findet, kann man immer noch sagen: Für dieses Setting ist das nicht so unproblematisch wie für andere.
Da wäre man dann an dem Punkt, dass man sich über Charaktere vs. Schauspieler(-rechte/-ansprüche) unterhält. Das ist nämlich der einzige Aspekt bei dem Thema, wo sich eine Diskussion lohnen kann - alles andere schleicht doch eh nur um den Kern herum.

Irian:

--- Zitat von: YY am 23.12.2019 | 21:59 ---Statt sich da was mit irgendwelchen Setting-Interpretationen oder grundsätzlichen Betrachtungen über das Genre etc. pp. abzuhalten, kann man auch sagen, wie es ist: "Man wollte mehr nicht-weiße Schauspieler".
--- Ende Zitat ---

Stimme ich durchaus zu, das ist in diesem Fall sicher die Motivation. Finde ich auch gut so, wenn es möglich ist (in einem historischen Japan-Setting z.B. wäre das sicher problematischer, oder bei der Darstellung einer einzelnen mittelalterlichen Dorfes).

Crimson King:

--- Zitat von: Irian am 23.12.2019 | 21:51 ---Und das ist es, wo ich vehement widerspreche, denn es sind - insb. für diese Diskussion - beliebige Teile, denn die zentrale Teile für die Frage "machen dunkelhäutige Menschen dort Sinn", sind gerade NICHT übnernommen: Die Welt sieht (geographisch, politisch, etc.) völlig anders aus, die Geschichte der Welt ist eine völlig andere, etc. So ziemlich jedes Element, was für diese Frage herangezogen werden könnte, weicht vom Mittelalter ab, weshalb Argumente auf Basis des irdischen Mittelalters hier nicht greifen.

Meine Güte, die Menschen kamen überhaupt erst durch irgendeine Dimensions-Überlappungs-Geschichte überhaupt erst auf diese Welt (wenn ich mich da nicht falsch erinnere), wie soll man sich das vorstellen, jeder nimmt sich erstmal ne Schaufel und schaufelt sich seinen irdischen Kontinent ins Meer, damit sich jeder dorthin verziehen kann, nur damit dann zu Witcher-Zeiten alles brav so ist wie im Mittelalter?

--- Ende Zitat ---

Den letzten Teil habe ich nicht verstanden. Dadurch, dass vor Ankunft der Menschen bereits andere Völker dort lebten, wird aber allein schon dazu führen, dass nicht alles wirklich brav ist.

Davon abgesehen ist dein Argument, dass innerweltlich alle möglichen Ethnien plausibel sind bzw. gemacht werden können, absolut valide. Das war aber nicht mein Punkt. Mein Punkt ist, dass der Konsument auf Basis des Wiedererkennens von Vorlagen Erwartungshaltungen aufbaut und ein grundsätzliches Verständnis der Welt vermittelt bekommt. Wenn man mit diesen Erwartungshaltungen radikal bricht, ohne das zu erläutern, wird das eben einige Konsumenten irritieren und deren Suspension of Disbelief ruinieren. Sapkowski hat das aber nie getan.

Da kann man jetzt natürlich sagen "Pech für die Kuh Elsa". Das fände ich grundsätzlich auch gerechtfertigt, man kann es ja nicht allen recht machen. Speziell wenn man sich eine Buchvorlage greift, in der Rassismus so ein prominentes Problem darstellt, ist ethnische Diversität um der Diversität willen aber tatsächlich nicht angebracht. Man verschenkt damit ja Möglichkeiten, dieses Thema geeignet zu bearbeiten.

Irian:

--- Zitat von: Crimson King am 23.12.2019 | 22:23 ---Speziell wenn man sich eine Buchvorlage greift, in der Rassismus so ein prominentes Problem darstellt, ist ethnische Diversität um der Diversität willen aber tatsächlich nicht angebracht. Man verschenkt damit ja Möglichkeiten, dieses Thema geeignet zu bearbeiten.
--- Ende Zitat ---

Na ja, gerade beim Witcher - wobei ich da zugegebenermaßen immer mehr an die Spiele denn an die Bücher denke - wird ja Rassismus durch die ganze Schiene Menschen vs. Nicht-Menschen abgebildet. Die bilden ja eine wunderschöne Leinwand, auf der man alle möglichen rassistischen Szenen abspielen kann - da dann noch eine zweite Schiene aufzubauen, dass auch Menschen untereinander wieder rassistisch sind, mag zwar realistisch sein (die Fähigkeit der Menschen, Arschlöcher zu sein, ist immer wieder erstaunlich unbegrenzt), bringt aber imho den Setting nicht sooo viel, sondern verkompliziert es unnötig. Aber das ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Wie stand es mal in einem alten Shadowrun Quellenbuch (sinngemäß): "Wen kümmert es, dass der Typ da drüben leicht sonnenverbrannt aussieht, wenn das DING DA Hände hat die größer sind als dein KOPF?" Unrealistisch vereinfacht? Sicherlich. Für das Setting sinnvoll? Durchaus möglich.

Thaddeus:
edit: lol, zwischen Verfassen meines Beitrages und posten kamen 6 neue Posts...


--- Zitat von: Irian am 23.12.2019 | 21:17 ---Hm, ich würde eher sagen, es ist einfach das gleiche wie "Es ist aber nicht das Mittelalter.". Ein anderes Argument braucht es da gar nicht, weil mir bisher keiner erklären konnte, warum ein Fantasy-Setting denn nun genau welche Mittelalter-Aspekte zu bedienen hat. Und solange das nicht gegegeben ist, braucht es keine Notwenigkeit, zu rechtfertigen, warum ein Fantasy-Setting nicht Mittelalter ist: Ist halt Fantasy (und nicht Mittelalter).

--- Ende Zitat ---
Oh je... was für eine Diskussion...

Das Argument: Fantasy ist eben Fantasy, ist wertlos, da es keinen explikatorischen Mehrwert liefert. Genauso gut könnte man schreiben: ist halt künstlerische Freiheit und in Deutschland gilt ohnehin Meinungsfreiheit und ich kann machen was ich will. Oder man könnte schreiben: Seht her! Der Himmel ist blau![/Polemik]

@Irian, Jolly Orc, et al: NIEMAND hier hat ein Problem mit Diversität. NIEMAND hier ist ein Rassist und die ständigen Unterstellungen, es würde insgeheim rassistisches Gedenkengut gehegt, sind ungeheuerlich und dieses Forums nicht würdig. Ich bitte um der Sachlichkeit der Diskussion willen, von derartigen Unterstellungen Abstand zu nehmen.


--- Zitat ---Wer ein Fäntelalter-Setting sieht und dann, weil das irgendwo auch an mittelalterliche Dinge anknüpft - was ja viele tun - willkührlich beschließt, welchen ihm genehmen Regeln das folgen muß und dann enttäuscht ist
--- Ende Zitat ---
Das kann doch jetzt nicht Dein voller Ernst sein?

Stein des Anstoßes ist es doch überhaupt nicht, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe in einer Fäntelalterwelt auftauchen. Noch wäre dafür irgend eine Art von Rechtfertigung erforderlich. Hätte Sapkowski mit einem Satz geschrieben: "Das ist Tameria (oder was auch immer). Die Temerianer haben dunkle Hautfarbe und dunkles Krauses Haar." Dann wäre aller Erklärung genüge getan. Hat er aber nicht...

Sapkowski beschreibt jedenfalls im Erbe der Elfen (die anderen habe ich nicht gelesen) die handelnden Personen praktisch überhaupt nicht. Seine Geschichte spielt in einer ganz offensichtlich und unbestreitbar vom europäischen Mittelalter inspirierten Welt. Dem Leser bleibt also gar nichts anderes übrig, als sich anhand des Erzählungsrahmens, die Charaktere selber zu malen. Die naheliegendste Interpretation ist dabei, dass praktisch alle auftauchenden Charaktere europäischen Phänotyps sind. Das ist nicht rassistisch oder bigott oder sonst irgend etwas, aber in gewisser Weise eine Vorgabe der Romanvorlage. Ich lasse mich gerne mit Verweis auf entsprechende demographische Studien eines Besseren belehren...

Soweit die Macher der Serie im Rahmen ihrer künstlerischen Freiheit von der Romanvorlage abweichen, stört mich das, weil eine neuzeitliche politische Komponente in die Geschichte hineingewoben wird, die dort nichts verloren hat. Die Geschichte vom Hexer IST NICHT DIVERS, weil Sapkowski sie so nicht geschrieben hat! Sie wird es auch nicht, indem entsprechend gecastet wird. Das ganze wirkt dann künstlich und nicht schlüssig, wie hier mehrfach und von verschiedener Seite nachvollziehbar dargelegt worden ist.

Natürlich gibt es keine Werwölfe. Aber ich kann akzeptieren, dass es solche Wesen in dieser Welt gibt und meine suspension of disbelief entsprechend anpassen. Mit der Vorstellung, dass in einer fäntelalterlichen Welt ein gemischtes Volk unterwegs ist, habe ich bei weitem geringere Schwierigkeiten. Der Unterschied ist aber, dass Werwölfe ein Teil der Geschichte sind und in dieser eine Funktion erfüllen. Die Geschichte vom Hexer funktioniert nicht ohne Monster. Die von den Machern der Serie aufgepfropfte Diversität hat mit der Geschichte vom Hexer hingegen nichts zu tun, schon deshalb nicht, weil sie in der Vorlage überhaupt nicht vorkommt. Sie dient allein politischen Zielen, die außerhalb der Geschichte liegen... in gewisser Weise eine Durchbrechung der vierten Wand ;-) ...und das ist es, was micht nervt.














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