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Erfahrungsberichte gesucht: P&P Rollenspiel in der Schule

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BBB:
Und dazu ergänzend noch gleich die nächste Frage: Von welcher Altersgruppe sprichst du, oder ist das ein Problem, dass du generell beobachtet hast?

Tut mir sehr leid, dass es schief gegangen ist und dass du da viel Arbeit reingesteckt hast. Aber ich finde allein den Versuch schon aller Ehren wert.

Nørdmännchen:
Ich spiele bisweilen leichtes Rollenspiel mit Erstklässlern im Nachmittagsband. Dabei verfolge ich keine subtilen didaktischen Ziele, sondern vertraue auf das Spiel und im höchsten Fall einen (recht basalen) ästhetischen Bildungsprozess. Das entspricht nebenbei auch meiner theater-pädagogischen Ansicht, nach der auch diese Arbeit nicht "instrumentalisiert" eingesetzt werden sollte.

Das funktioniert tendenziell gut, ich habe aber Absicherungen ins System geschrieben, um Gewalt nicht als vorrangiges Lösungsmittel zu attraktiv werden zu lassen bzw. mit klaren Konsequenzen zu belegen (es gibt einen abstrakten Wert für Freundschaft[sfähigkeit]).
Dies mag wie Doppelmoral wirken, angesichts der "Instrumentalisierungs-Vermeidung", den blutigen Themen meiner privaten Runden und meiner persönlichen Auffassung, dass Kinder immer auch Kämpfe nachspielen werden und sollen. Aber erstens ist die Forschungslage zur Wirkung imaginierter Anwendung von Gewalt noch sehr umstritten (meines Wissens) und ich möchte keine Experimente wagen. Und zweitens muss ich das Spielen auch immer konzeptionell und pädagogisch rechtfertigen können.

Weiterhin nutze ich W6, deren 6 ein Stern ist (aus "Bluff") und als Null gilt, um einen Zusammenhang zum Zahlenraum bis 10 (bzw. 20) und der Bedeutung von "Fünfern" herzustellen. Das ist tatsächlich der am klarsten zu beobachtende Effekt auf direkte Unterrichtsinhalte: die Motivation zum Rechnen steigt in einzelnen Fällen deutlich an.
Würfel die als Null fallen, dürfen für eine nachfolgende Probe an einen Mitspieler weitergereicht werden und es gibt vorbereitende/unterstützende Handlungen. Kann sein, dass sich diese Mechanismen ebenfalls aus pädagogischer Absicht eingeschlichen haben...

Querschläger oder großes Chaos habe ich noch nicht erlebt, allerdings ist das Spiel auch oberflächlich und selten länger als 30min am Stück. Wir malen viele Bilder und Karten, betreiben kooperatives Worldbuilding und treten oft gegen unpersönliche Konflikte (z.B. Naturgewalten) an.

EDIT: Ulra●Quest habe ich übrigens auch schon mal angeboten.

Der Läuterer:

--- Zitat von: Deep One am  7.06.2018 | 22:40 ---Läuterer: Wenn Du schreibst, dass die Kiddies mit sozialdynamischen Prozessen nicht umgehen können, meinst Du damit, dass sie die ganze Zeit PvP getrieben haben?
--- Ende Zitat ---
Jeder von uns betreibt Rollenspiel innerhalb von soz. Prozessen. Immer und überall.

Der Läuterer:

--- Zitat von: BBB am  7.06.2018 | 23:07 ---Und dazu ergänzend noch gleich die nächste Frage: Von welcher Altersgruppe sprichst du, oder ist das ein Problem, dass du generell beobachtet hast?
--- Ende Zitat ---
Die Spanne reicht von 9-12. Das Ganze ist jedoch nicht altersabhängig sondern sozialisationsabhängig.

Wenn ein Vierjähriger seine Mutter mit nem Küchenmesser vor dem betrunkenen, prügelnden Vater verteidigt hat, dann ist das zumindest mal ne Kindheit, die ich zum Glück nicht hatte.


--- Zitat von: BBB am  7.06.2018 | 23:07 ---Tut mir sehr leid, dass es schief gegangen ist und dass du da viel Arbeit reingesteckt hast. Aber ich finde allein den Versuch schon aller Ehren wert.
--- Ende Zitat ---
Man lernt vor allem am Scheitern.
Wie heisst es doch so schön: Erfahrung ist die Frucht vom Baum des Irrtums.

OldSam:

--- Zitat von: BBB am  7.06.2018 | 08:25 ---Wurde die AG damals durch euch Schüler organsiiert, durch einen Lehrer oder extern? Habe bislang alle drei Varianten schon gehört, deswegen frage ich... Und wurde die AG gut angenommen?

--- Ende Zitat ---

Ersteres, also selbstorganisiert. Es gab sehr viel zur Auswahl, deswegen kann man jetzt nicht von sehr großem Interesse reden, aber so "normal", also wir waren schon eine Gruppengröße von 5-6 Leuten (weiß es nicht mehr genau, lang her). Negativ war leider, dass das mit dem "Timing" des Slots damals aufgrund der Unerfahrenheit aller Beteiligten (12 o. 13 Jahre alt waren wir damals glaube ich alle...) nur schlecht geklappt hat, insbesondere hätten die Chars vorher mindestens weitgehend fertig sein müssen. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem.

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