Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Harry Potter: Passendes System/Setting
Lord Verminaard:
Gut es ist wohl wenig überraschend, dass Spieler mit erzählerischen Spielvorlieben erzählerische Systeme bevorzugen. Storytellers gonna storytell. ;) Muss man halt schon mögen. Ich habe halt meine Zweifel, ob das Setting für einen D&D-esken Ansatz so gut geeignet ist. Obwohl wir es gerade am Samstag davon hatten, dass die Vance-mäßige Weirdness in OD&D ("ich hole ein Ruderboot aus meiner Robe der vielen Taschen") eigentlich gar nicht mal sooo weit weg von der Rowling-mäßigen Weirdness ist. Nur die Kampagnensettings späterer Editionen gingen halt eher in diese HdR-Epic-Richtung...
Nørdmännchen:
--- Zitat von: JS am 11.06.2018 | 09:36 ---Hm, dann scheint mir der Trend beim Umsetzen von HaPo in Richtung FATE & Co oder sonstigen freieren Systemen zu gehen.
--- Ende Zitat ---
Das hängt mMn stark davon ab, wie sehr die Themen und der Tonfall der Bücher abgebildet werden sollen. Das Potterverse bietet zwar eine ganze Menge Kanon, jedoch ist in meiner Wahrnehmung so gut wie keine Stringenz bzw. technische Verregelung der Magie vorgesehen. Es gibt anscheinend keine zur Neige gehende Kraftquelle (Astralpunkte, Slots o.ä.). Plötzlich tauchen Zeitumkehrer auf, die dann wieder weg sind. Vier Schüler schaffen eine Karte des Rumtreibers, Unsichtbarkeit ist magisch kaum zu bewerkstelligen (da braucht es dann einen Mantel) usw. usf.
Will sagen, die Magie - als mächtigste Wirk- und Gestaltungskraft - folgt einem erzählerischen Bedürfnis und nicht kalkulierbaren Prinzipien. Wenn das so bleiben soll, bieten sich mMn in der Tat eher erzählerische Systeme an. Herausforderungsorientierte oder simulationistische Magie führt vermutlich zu einem anderen "Settinggefühl".
JS:
Ja, das wird wohl so sein.
Hintergrund meiner Frage ist, daß meine Frau eine 13th Age Runde mit der Spielwelt Lorakis etabliert hat und als großer Fan der HaPo-Reihe gerne mehr dieser Potter-Magier/Welt in ihre Spielwelt einfließen lassen will. Dafür ist Lorakis keine so schlechte Wahl, und 13A bietet Magiekundigen mit seinen freien Magieritualen schon die Möglichkeit, sich phantasievoll austoben zu können.
Dennoch wollten wir in dieser Angelegenheit mal über den Tellerrand blicken und eure Erfahrungen erfragen.
Holothuroid:
--- Zitat von: Wonko am 11.06.2018 | 01:23 ---Das interessante ist ja, dass Magie bei den Protagonisten in den Geschichten von Harry Potter im Grunde kaum eine Rolle spielt. Insofern müsste man sich überlegen, welche Art von Geschichten man denn überhaupt spielen will, bevor man sich ein System überlegt.
--- Ende Zitat ---
Ich stimme deinem Schluss unbedingt zu. Harry Potter hat immer folgende Eigenschaften in den Geschichten:
- Sie spielen während eines Schuljahrs in dieser Zauberschule.
- Merklicher Einschnitt ist die Winterpause.
- Es gibt eine äußere Bedrohung.
- Die Bedrohung steigert sich über das Schuljahr hinweg und wird erst gegen Ende besiegt.
- Alle Magie, die zur Lösung jener Bedrohung genutzt wird, wird vorher im Schuljahr eingeführt.
Harry Potter hat in diesem Sinne ein ziemlich starres Magiesystem. Du kannst,
- was du im Unterricht gelernt hast
- dir im Selbststudium selbst beigebracht hast
- von zu Hause mitbekommen hast
Für das, was im Unterricht gelernt wird, müsste es eine Art Curriculum geben. Da könnte man gewisse Generatoren, kooperative Methoden oder Checklisten machen.
Für das Selbststudium fragt man entweder Leute, die es können, oder geht in die Bibliothek. Für beides sollte es irgendwie Regeln geben.
Für das von zu Hause kommen Charaktertypen in Frage:
- Der SPRÖSSLING entstammt einer angesehenen magischen Familie. Hat politischen Einfluss, vorzügliche Trinkets.
- Der/die AUSERWÄHLTE hat wahrscheinlich eine mysteriöse Abstammung und bestimmte Vorzügege gegenüber schwarzer Magie.
- Das NATURTALENT bringt wenig von zu Hause mit, ist aber deutlich besser in allen grundlegenden Dingen als normal. Hat vielleicht besondere Muggle-Artefakte oder Ideen sie mit Magie zu kombinieren.
- GEWÖHNLICH ist, wer aus einer typischen magischen Familie entstammt. Hat vielleicht Geschwister auf der Schule, exotische Trinkets. Vielleicht eine Form von instinktiver Hedge Magic.
- HALBMENSCHEN hatten ein nicht-menschliches Ding im Stammbaum. Besonders körperliche Vorzüge oder Tricks, die gewisse Sicherheitsmaßnahmen umgehen.
An typischen Bedrohungen gibt es:
- Leute, die einen "Schatz" aus der Schule haben wollen
- Bestimmter Schüler habhaft werden wollen
- Uralte Flüche oder eingearbeitete Zauber, die irgendwie fehlerhaft wirken.
Das umfasst so alles von Band I bis IV.
@Nørdmännchen: So Sachen wie Influence oder Shifting Labels könnte man aus Masks wahrscheinlich übernehmen. Die Basic Moves wären wohl weniger geeignet.
Supersöldner:
wie wäre es den Mit Splittermond ?
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