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Gunporn/Gearporn und Power Creep

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Isegrim:

--- Zitat von: YY am 12.06.2018 | 16:57 ---Ja, das ist wohl einer der Hauptunterschiede.
Der eine will Gunporn und meint damit spielmechanischen Tiefgang/Anspruch oder wenigstens irgendeine Möglichkeit zur System Mastery.
Der andere betreibt damit eigentlich nur Barbiespiel und kann auf die zugehörige Spielmechanik im Grunde komplett verzichten.
--- Ende Zitat ---

Da ist was dran. Vielleicht liegt es (zumindest in meinem Falle) teilweise auch schlicht daran, dass ich von Mittelalter-/Fantasy-Waffen und -Kram ein bischen was verstehe, von modernen Feuerwaffen gar nichts. Für einen DSA-Krieger aus XY kann ich mir ein Paket an Ausrüstung, Waffen, Rüstungen zusammenstellen, ohne auf eine Ausrüstungsliste zu gucken; da weiß ich, was mE passt & cool ist.

Bei SR ua modernen oder SF-Settings habe ich schlicht keine Ahnung, wenns über grobe Kategorien hinausgeht (Pistole, MP, Sturmgehwehr etc). Da brauch ich die Ausrüstungsliste, um überhaupt Ideen und Optionen zu bekommen; und dann hats mir zumindest früher halt auch Spaß gemacht, zu gucken, was die Dinger können, wo die regeltechnischen Vorteile liegen etc.

Die demnächste zu Ende gehende SR-Kampagne wurde mit Fate/ShadowCore gespielt, da haben Kategorien völlig ausgereicht. Na gut, bei meinem russischen Ork-Söldner hab ich schon wert drauf gelegt, dass das Sturmgewehr ne AK ist... ;)

Feuersänger:
Wie gesagt, die Spiked Chain ist von vornherein kein "Power Creep", also ist die ganze Diskussion ob es nun relevant ist, ob und wie oft sie in 3PP Abenteuern dropt, wirklich und wahrhaftig müßig.

Rhylthar:
@ YY:

--- Zitat ---Ja, das ist wohl einer der Hauptunterschiede.
Der eine will Gunporn und meint damit spielmechanischen Tiefgang/Anspruch oder wenigstens irgendeine Möglichkeit zur System Mastery.
Der andere betreibt damit eigentlich nur Barbiespiel und kann auf die zugehörige Spielmechanik im Grunde komplett verzichten.
--- Ende Zitat ---
Jop...und ich will eigentlich meistens ersteres.

Die Ausnahme bilden dann bestimmte Regelsysteme, wie z. B. das von Dir erwähnte CoC. Da kann es durchaus auch Flairgründe (häufig sogar ausschließlich) geben, bei anderen Systemen würden solche Bücher mein Interesse nicht unbedingt wecken. Natürlich ist es auch da möglich ("Wir spielen Shadowrun in Deutschland, deutsche Hersteller der Waffen passen da besser!"), aber viel Geld würde ich da nicht in den Rollenspielmarkt werfen.

Wie stehst Du zu so Sachen wie z. B. Dikote in SR3?

YY:

--- Zitat von: Flamebeard am 12.06.2018 | 17:15 ---Hmmm... also gerade bei Shadowrun kümmern sich meine Spieler liebevoll um die Waffen, die sie haben. Auch und vor allem, weil sie sonst mit dem spielen müssen, was sie finden/sich leisten können. Wenn man sich von vorne herein darauf einigt, dass Material an sich auch Verschleiß hat... und das dieser zu nimmt, wenn man die Wartung vernachlässigt...

--- Ende Zitat ---

Verschleiß ist bei modernen Waffen gar kein Thema - erst recht nicht bei den lächerlichen Schusszahlen, die ein Runner im Schnitt so daraus abgibt.
Mir sind da eher Faktoren wie situationsbedingter Verlust oder gezielte Vernichtung (Spuren/Beweismittel) wichtig. Das taucht aber in "Breiten-SR" so gut wie nie auf.


--- Zitat von: nobody@home am 12.06.2018 | 17:27 ---Das ist ja auch zumindest dem Hörensagen nach in gewissen Kreisen ein klassisches D&D-Problem. Wer hat nicht schon von Spielern gehört, bei denen das große Heulen und Zähneklappern ausbricht, wenn die Idee zur Sprache kommt, ihre Charaktere vielleicht auch mal wieder von ihren supertollen magischen Gegenständen zu trennen, weil sie dann ja "nicht mehr mithalten" könnten?

--- Ende Zitat ---

Das ist in manchen Editionen tatsächlich so - da sind einige Builds ohne ihre Ausrüstung völlig hilflos.
Gefällt mir persönlich nicht so.
Wenn man das weiß und als SL solche Abenteueransätze entsprechend vermeidet, ist es ja kein großes Thema, aber trotzdem...
Hängt aber auch recht eng mit dem Thema steiler und stetiger Machtzuwachs zusammen.



--- Zitat von: Rhylthar am 12.06.2018 | 19:21 ---Natürlich ist es auch da möglich ("Wir spielen Shadowrun in Deutschland, deutsche Hersteller der Waffen passen da besser!"), aber viel Geld würde ich da nicht in den Rollenspielmarkt werfen.

--- Ende Zitat ---

Bei Waffenbüchern bin ich auch sehr selektiv.
Für Deadlands habe ich z.B. meistens ein Buch über die Waffen des Wilden Westens dabei, das mit Rollenspiel gar nichts zu tun hat - auf die Werte komme ich auch selbst und das Buch bietet Bilder und technische/historische Kontexte*.
Es gibt auch Rollenspielquellenbücher, die das liefern, aber viele sind eher lieblose Auflistungen. Die brauche ich dann ganz entschieden nicht.


*Ich habe auch einen Riesenspaß daran, wenn das für fiktive Waffen in ähnlicher "Tiefe" gemacht wird wie z.B. beim Colonial Marines Technical Manual.
Leider ist das im Rollenspiel eher selten und die Spielmechanik steht im Vordergrund - da bin ich dann sehr wählerisch, weil ich ja gerade keinen Powercreep will und dann nicht mehr so viel übrig bleibt, was man an Spielmechanik sinnvoll einbringen kann.




--- Zitat von: Rhylthar am 12.06.2018 | 19:21 ---Wie stehst Du zu so Sachen wie z. B. Dikote in SR3?

--- Ende Zitat ---

Ich kann sogar was Positives drüber sagen: Mein Chemielehrer war damals ganz begeistert, als ich ihn darauf angesprochen habe (Bildung aus dem Hinterhalt, wie der Herr Raths vom Panzermuseum immer so schön sagt)  ~;D


Grundsätzlich ist das aber für mich ein Paradebeispiel für den Powercreep, den ich eingangs kritisiert habe - es liefert keine relevante Entscheidung oder eine irgendwie interessante Option, sondern ist schlicht eine numerische Verbesserung ohne jeden Nachteil. Also Pflichtveranstaltung für alle, die Ausrüstung haben, welche davon profitiert.

Ich muss aber zugeben, dass mir das gerade bei SR als gebranntes Kind deutlich stärker negativ auffällt als in anderen Systemen, denen ich sehr ähnliche Sachen auch mal durchgehen lasse :engelteufel:

Rhylthar:

--- Zitat ---Grundsätzlich ist das aber für mich ein Paradebeispiel für den Powercreep, den ich eingangs kritisiert habe - es liefert keine relevante Entscheidung oder eine irgendwie interessante Option, sondern ist schlicht eine numerische Verbesserung ohne jeden Nachteil. Also Pflichtveranstaltung für alle, die Ausrüstung haben, welche davon profitiert.
--- Ende Zitat ---
Dachte ich mir.   ;)

Denn mit "Man & Machine" wurde jede herkömmliche Hiebwaffe (mit Schneide) aus dem Grundregelwerk absolut obsolet. Und wenn mein Samurai dann mit seiner Dikote-beschichteten Kampfaxt S-Schaden als Grundwert machte, konnten irgendwelche Katana-Schwinger mir mal gar nichts mehr. Habe das Charakterblatt noch irgendwo hier; ich hätte mir nie die Verstärkten Reflexe einbauen lassen (nicht verbesserbar), hätte ich Zugriff auf Bioware gehabt (musste dann die Hyper-Schilddrüse rein). Und mein Ruhrmetall-Sturmgewehr hat auch so ziemlich alles in Einzelteile zerlegt. Good times.  ^-^

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