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Realistischer sterben

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Der Läuterer:
Mit den Jahren hat man so einige Systeme ausprobiert und durchgetestet.

Schaden, Wunden und Tod werden dabei sehr unterschiedlich gehandhabt.
Vom simplen Punkte minimieren bis zum plastischen Crit ist alles dabei.

Einer meiner Spieler kam jüngst mit der Idee, dass wir das Sterben realistischer ausspielen sollten.

Er meinte damit, dass ein tödlicher Treffer nicht sofort den Todgeweihten aus dem Spiel nehmen sollte, so wie in Film und Fernsehen, wo ein Treffer in die Brust den Getroffenen sofort tot umfallen lässt.

Ehrlich gesagt, ich habe das noch nie näher überdacht.

Swafnir:
Wer mal dabei war wie jemand gestorben ist, kann dir sagen: Das ist keine Erfahrung die man unbeding im Rollenspiel nacherleben will.

Zudem ist sowas auch ein extremer Trigger. Ein früherer SL von mir hat das mal gemacht und eine Todesszene sehr ausführlich beschrieben, da ist ein erwachsener Mann in Tränen ausgebrochen, weil ihn das an den Tod seiner Mutter erinnert hat. 

Der Läuterer:
Das ist ein wichtiger Punkt, Swafnir, aber so war das nicht gemeint. Das würde sicherlich sehr, sehr unglücklich über das Ziel hinausschiessen.

Gemeint war vielmehr, dass jemand nach einem Herzschuss bzw. -stich noch etwa 10 Sek. handlungsfähig bleibt.

General Kong:
Und lange Todesszenen sollen genau was an Spielspaß bringen?

Oder sucht nach einem System, wo das theoretisch möglich ist, als Todgeweihter noch weiterzumachen. Mir fiel das spontan HERO ein:
HERO unterscheide nach BODY (=Lebensenergie) und STUN (=Betäubungspunkte). Man nimmt bei Treffern potentiell beides.
Mit 0 BODY beginnt man zu sterben und verliert pro Turn (=12 Sekunden) einen weiteren Body, bis man auf seine Zahl an Body ins Minus gefallen ist - das ist dann Exitus.
Mit 0 Stun ist man benommen und zeitweise kampfunfähig, mit Minus-STUN z.T. sehr lange bewusstlos.

Es ist aber möglich (wahrscheinlich nicht nach einem zentralen Kopf- oder Herztreffer) auf Minus-Body zu fallen und langsam auszubluten und dennoch mit positiven STUN weiterzukämpfen.

Das wäre dann vielleicht in eurem Sinne.

P.S.: Viele System arbeiten mit z.T. recht langen Kampfrunden (5-10 Sekunden oder mehr). So gesehen spielt ihr schon "realistisch".  Hausregelvorschlag: Wer nicht direkt mausetot ist (also z.B. bei D&D 3.5 auf -10 TP fällt) kann noch eine Handlung ausführen, bevor Vater Hein die Reisekarte stempelt.

YY:

--- Zitat von: Der Läuterer am 27.07.2018 | 19:39 ---Gemeint war vielmehr, dass jemand nach einem Herzschuss bzw. -stich noch etwa 10 Sek. handlungsfähig bleibt.

--- Ende Zitat ---

Kann man machen, lohnt sich aber im Grunde nur für einige wenige Genres und ist bei brauchbarer Umsetzung seltener wirklich relevant, als man zunächst denken würde (z.B. der o.g. Verlauf ist ja auch wieder nicht garantiert) - wenn es nicht sowieso in der systembedingten Grobkörnigkeit und Abstraktion verschwindet bzw. verschwinden müsste.

Dafür hat es allgemein gesprochen den einen oder anderen Nachteil fürs Spiel und führt ggf. mittelfristig zu eher unpassenden Reaktionen und Verhaltensweisen auf Spielerseite.
Als eingeschobene Regel ist das mMn eher nichts, da muss der Rest des Systems auch dazu passen und dann wird die Auswahl a) klein und b) exotisch. 

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