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[Film] Captain Marvel
tartex:
Danke. Tja, der dritte Akt GAU bei Wonder Woman hat irgendwie mein Mind gewipt...
Teylen:
Ich fand den nicht so schlimm.
Bis inklusive der Szene mit dem Panzer und der Bösen Wissenschaftlerin, fand ich den dritten Akt sehr gut. Ares selbst war dann suboptimal, allerdings fand ich es, als "Wonder Woman Noob" durchaus beachtlich zu sehen was sie kann. Wobei es in meiner Erinnerung ein bisschen bombastischer umgesetzt war, als Marvels Vernichtungs-/Siegestour. Das danach war dann ein bisschen "eh". Wobei ich nachvollziehen kann, dass die Kriegsparteien vor Ort, nachdem sie Göttern beim fisty cuff zu sahen, erstmal feiern kein Kollateralschaden zu sein XD
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Teylen am 10.04.2019 | 15:44 ---
Dann lernt sie das sie quasi ein Space-Nazi war, kommt darüber in einen Augenaufschlag weg und macht ihre Ex-Kumpels nieder.
--- Ende Zitat ---
Wir wollen mal fairerweise sagen Zeit zur Reflexion hatte sie nicht
Kowalski:
--- Zitat von: Teylen am 10.04.2019 | 15:44 ---Für mich persönlich wurde der Charakter, also die Figur, Wonder Woman mit mehr Nuancen gezeichnet.
Man erfährt mit welchen Werte-Gefüge und Weltbild Diana aufgewachsen ist und wie es sie geprägt hat.
Sie hat einen aktiven Konflikt zwischen ihren ursprünglichen Glauben das die Menschheit in sich moralisch gut ist und der Realität das die Menschheit in sich weder moralisch gut noch böse ist womit einzelne Menschen in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Was gerade in dem Kontext das sie, wenn sie mag, jeden Menschen den sie scheiße findet mit einem Panzer zermatschen kann, sowohl ein interessanter interner wie externer Konflikt ist.
Daneben erfährt man wie sie auf direkte Herausforderungen/Abwertungen reagiert wie im englischen Parlament und man weiß dass sie sich für Babies und Eis begeistern kann. Das sie in der normalen Welt wohl davon angetan ist Statuen zu reparieren. Das sie sich des Abends auch schon einmal langweilige Trailer die ihr Bats schickte ansieht, bevor sie vom Dach Richtung Superhelden-Action hupft.
In Bezug auf Carol erfährt man das sie auf der Kree-Welt kleingehalten wird und sich schon von Anfang an ziemlich weigert so humorlos sowie kalt zu sein, wie man es von ihr erwartet. Sie läuft dann etwas durch die Weltgeschichte und lässt sich dies und jenes erklären. Auf sexistische Anmache reagiert sie nicht wirklich (was normal ist, aber halt auch wortwörtlich nicht sehr dramatisch).
Dann lernt sie das sie quasi ein Space-Nazi war, kommt darüber in einen Augenaufschlag weg und macht ihre Ex-Kumpels nieder. Wobei es immerhin eine nette Szene gibt von wegen "Kämpfe ehrenhaft mit mir und [mach dich klein]" welches mit dem "Leck mich!"-Schlag beantwortet wird - wie eigentlich schon in der ersten Szene. Zwischendurch gibt es eine Kompilation an Steh-Auf Momenten.
Ich hab danach keine Ahnung von ihrem Job, ihrem Essen, ihrer Lieblingsmusik (das NIN-Shirt war ja eher zufällig gestohlen) oder anderen Sachen die mir einen Char so für gewöhnlich nahe bringen.
Insofern würde ich behaupten, das Wonder Womans Darstellung im Film durchaus facettenreicher und nuancierter ist, als die von Carol Danvers.
--- Ende Zitat ---
+1
Das hier
Gut, mag ja ein Stehaufmännchen mit PTSD sein. Aber dann passt irgendwie die Motivation nicht. Man geht zur Air Force um tolle Jets zu fliegen. Nicht aus Moralingründen. Die kriegt man vorher und dabei immer wieder Gehirn Wäsche mäßig beigebogen.
Danvers muss aber als Tante super sein. Sonst wäre Lieutenant Trouble nicht so erfreut sie zu sehen. Und Rambo nicht bereit mit zu fliegen.
Ich sag ja, die Schauspielleistung war gut bis super.
Nur ist bis auf Andeutungen nichts im background zu sehen das das rechtfertigen würde. Nicht das es nicht da ist. Man muss sich vieles denken und einiges ignorieren.
Damit die Story ohne Referenzen stehen kann ein wenig dünn. So Valerian-Niveau mit besserem Schauspiel
Teylen:
--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am 10.04.2019 | 21:38 ---Wir wollen mal fairerweise sagen Zeit zur Reflexion hatte sie nicht
--- Ende Zitat ---
Ich würde doch behaupten das da schon etwas Zeit war.
Zumindest für eine Reaktion oder Emotion über "Oh, ok. Ich bin dann jetzt auf eurer Seite" und "Hm, ich sollte die Farbe meines Anzug ändern" hinaus. Wenn sie jetzt eine Vulkanierin gewesen wäre, würde es passen. Sie wurde aber bisdahin als eine Person gezeigt die selbst als Kree-Soldatin Emotionen und Humor hatte. Ich fand das ganze ohne Charakter-Reaktion sehr befremdlich.
Ich sehe durchaus das Argument das sie richtig handelt. Das heißt, das sie nicht zu ihren vormaligen Opfern geht und um Verzeihung bittet oder diesen die Last aufbürdet mit einer Anleitung aufzukommen wie sie dafür Sühnen kann. Sondern das sie es akzeptiert und dann ihr bestes tut bzw. tatkräftig wird. Irgendwo fehlt mir da aber so der Moment des moralischen, menschlichen und emotionalen Konflikt.
Das jetzt so ziemlich alles was man die letzten paar Jahre gelernt hat falsch war.
Das Leute mit denen man gekämpft hat und Leute für die man gekämpft hat auf der falschen Seite stehen.
Das man an der Seite der Kree sehr wahrscheinlich Kriegsverbrechen begangen hat.
Es gibt da aber nichts, nur ein "weheeeee"-Freuden-Juchzen als sie durch die Kree-Schiffe blastert und da vermutlich ein paar hunderte bis tausende Soldaten dem sicheren Tod überantwortet, an deren Seiten sie noch so 24 bis 48 Stunden vorher kämpfte. Ich mein ich kann das zwar rationalisieren als "Die Kree sind halt scheiße Böse [wie in allen anderen Serien gezeigt] und haben es nicht anders verdient, Comic Book Villains halt" aber so emotional oder wenn ich nur ein bisschen drüber nachdenke kriege ich das nicht so richtig zusammen.
Zumal sie dann ja auch noch ein Schiff voller Space-Kree-Nazis mit einem Mini-Boss-Gegner drauf laufen läßt. Ich mein, klar technisch gesehen darf Ronanen nicht vor Guardians of the Galaxy sterben, wäre doof. Allerdings wäre da doch ein Schiff ohne den Obermöppes drauf intellgenter gewesen - und vielleicht etwas fairer gegenüber den anderen ggf. Gehirngewaschenen.
Was dann auch noch so ein Punkt ist. Am Anfang erwähnte einer ihrer Mitstreiter das er auch mal in Skrull Gefangenschaft geriet, und diese ihn dann mit einem Fake-Gedächtnisding folterten. Wie wir aber gezeigt bekommen haben, sind die Dinger keine Fake-Gedächtnis-Folter-Maschinen. Und Talos erwähnt ja auch das da noch andere mit Gehirnwäsche in der Kree-Armee sind. Was es dann um so bizarrer macht, das Carol keinerlei Gewissenskonflikt oder Emotionen zeigt. Außer der Feststellung das Minerva sie allgemein net mochte.
--- Zitat von: Kowalski am 10.04.2019 | 22:14 ---Gut, mag ja ein Stehaufmännchen mit PTSD sein. Aber dann passt irgendwie die Motivation nicht. Man geht zur Air Force um tolle Jets zu fliegen. Nicht aus Moralingründen. Die kriegt man vorher und dabei immer wieder Gehirn Wäsche mäßig beigebogen.
Danvers muss aber als Tante super sein. Sonst wäre Lieutenant Trouble nicht so erfreut sie zu sehen. Und Rambo nicht bereit mit zu fliegen.
--- Ende Zitat ---
Ich sehe jetzt nicht den Konflikt von patriotisch bis Top Gun Style mäßig drauf und eine nette Tante für Lt. Trouble sein sowie best buddy von Rambeau?
Es wurde auch erwähnt, dass sie eigentlich zur Air Force wollte um Kampfeinsätze zu fliegen, allerdings aufgrund der Einschränkungen für Frauen im Dienst nur Test Jet-Flüge machen durfte(n).
--- Zitat ---So Valerian-Niveau mit besserem Schauspiel
--- Ende Zitat ---
Ich persönlich fand die Charaktere bei Valerian jetzt nicht besonders, abgesehen von dem sehr bizarren Liebes-Gespräch neben dem Raumschiff der Flüchtlings-Aliens, nachvollziehbarer als Carols. Nun und ich fand jetzt auch das Schauspiel bei Valerian nicht schlecht. Bei Marvel auch nicht, wobei ich den Eindruck bekommen hatte, dass man jetzt Bries Schauspieltalent nicht gerade nutzte.
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