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Welche Systeme haben keine XP / LevelUp Kompetenzsteigerungen?
HEXer:
Also erstmal danke für den Beitrag, Boba. Du sprichst mir sehr aus dem Herzen. Als SL stresst und nervt mich die Eskalation weil ich ständig mitleveln muss, als Spieler stresst und nervt sie mcih, weil ich oft nicht kompetent anfangen kann bzw. irgendwann godlike bin.
HârnMaster wurde ja schon empfohlen. Ich möchte das unterstützen. Ich hab das über 10 Jahre geleitet, kann da also wie Luxferre aus Erfahrung sprechen. Ich möchte nur ein paar Details hinzufügen. Also:
HârnMaster hat Steigerungssysteme. Aber!
- Attribute steigern sich nahc der Charaktererschaffung nicht mehr.
- Es gibt keine Talente/Feats, etc. die den Charakter hochpowern. Nur skills.
- Steigerungen sind unabhängig von XP oder Stufen, sondern basieren rein auf ingame Faktoren (Zeit, Lehre, Studium...)
- als Basis erhält man 3 Steigerungsversuche (Würfelwurf) pro Spielmonat
- HarnMaster ist ein %System. Eine erfolgreiche Steigerung steigert eine Fertigkeit um 1%
- Harnmaster hat 38 / 47 Fertigkeiten
- Daraus erkennst du schon: Die Basis-Steigerungsversuche haben im Grunde so wenig Auswirkungen, dass du es tatsächlich auch ganz weglassen kannst ohne dass sich das Spielgefühl oder die Spielbalance irgendwie nennenswert verändert.
- Wenn du einfach bei den 3 Basis-Steigerungsversuchen bleibst, ist das sehr schnell abgefrühstückt.
- Du kannst Stresserfahrung erlauben, dann können in passenden Momenten die Spieler direkt würfeln, ob eine Fertigkeit steigert.
- Du kannst (so habe ich das immer gemacht) einfach nur Stresserfahrung erlauben. Coole Situation gehabt? Lehrreich durch dramatischen Erfolg oder Fehler? Würfel mal, ob du dazu lernst. Fertig ist die Laube.
Von all den Systemen, die ich so kenne, macht HârnMaster tatsächlich am wenigsten Bohei um Charaktersteigerungen.
Antariuk:
Spannendes Thema! :d
Ich denke der Wunsch nach mehr und mächtigeren Charakterfähigkeiten ist nicht nur der Vermeidung potenzieller Langeweile einer längerfristigen Runde geschuldet, sondern auch der Nachahmung literarischer Vorbilder. Und die "klassischen Systeme" (sofern es diese Kategorie in dieser Hinsicht gibt) haben eben eine viel höhere unmittelbare Kohärenz ihrer einzelnen Episoden als eine Roman- oder Filmreihe, wo sich die Fähigkeiten der Protagonisten viel mehr den Bedürfnissen des Plot anpassen können ohne dass es unangenehm auffällt.
Infrage stellen würde ich, dass jede Form von Kompetenzsteigerung direkt zu den genannten Problemen führt. Weil die von Hexer beschrieben kleinen Schritte, die man in Hârnmaster macht, sind ja meilenweit entfernt von einem D&D Spellcaster, der plötzlich Zugang zu Level-5 Zaubern bekommt.
--- Zitat von: Boba Fett (away) am 15.06.2019 | 22:02 ---Die erspielte Geschichte der eigenen Figur ist doch Belohnung genug.
--- Ende Zitat ---
Kompetenzsteigerung, auch enorme oder exponentielle, schließt das Erspielen einer persönlichen Geschichte mitnichten aus. Da muss man nur bereit sein, sich auf diese Form des Mediums Rollenspiel einzulassen und die Roman- und Filmwelt hinter sich lassen. Dass das nicht immer gewollt ist oder Spaß macht, sehe ich aber ein.
HEXer:
--- Zitat von: Antariuk am 16.06.2019 | 11:07 ---Spannendes Thema! :d
Ich denke der Wunsch nach mehr und mächtigeren Charakterfähigkeiten ist nicht nur der Vermeidung potenzieller Langeweile einer längerfristigen Runde geschuldet, sondern auch der Nachahmung literarischer Vorbilder. Und die "klassischen Systeme" (sofern es diese Kategorie in dieser Hinsicht gibt) haben eben eine viel höhere unmittelbare Kohärenz ihrer einzelnen Episoden als eine Roman- oder Filmreihe, wo sich die Fähigkeiten der Protagonisten viel mehr den Bedürfnissen des Plot anpassen können ohne dass es unangenehm auffällt.
Infrage stellen würde ich, dass jede Form von Kompetenzsteigerung direkt zu den genannten Problemen führt. Weil die von Hexer beschrieben kleinen Schritte, die man in Hârnmaster macht, sind ja meilenweit entfernt von einem D&D Spellcaster, der plötzlich Zugang zu Level-5 Zaubern bekommt.
Kompetenzsteigerung, auch enorme oder exponentielle, schließt das Erspielen einer persönlichen Geschichte mitnichten aus. Da muss man nur bereit sein, sich auf diese Form des Mediums Rollenspiel einzulassen und die Roman- und Filmwelt hinter sich lassen. Dass das nicht immer gewollt ist oder Spaß macht, sehe ich aber ein.
--- Ende Zitat ---
Ich kann das Argument literarischer Vorlagen gerade nicht nachvollziehen. In vielen literarischen (oder anderen medialen) Vorlagen ist keine solche (mitunter drastische) Steigerung zu erkennen. Die Charaktere gewinnen viel mehr an Erfahrung und Wissen oder Verständnis. Das Entscheidende sind die Machtzugewinne doch wohl in den seltensten Fällen. Das fängt bei klassischen griechischen Sagen an und zieht sich bis in die Gegenwart. Die (fast) From Zero to Hero Variante ist nur eine unter vielen Varianten.
Natürlich schließen sich Kompetenzsteigerungen und persönliche Geschichten nicht aus. Aber unter der Prämisse dass man nur begrenzte zeitliche und mentale Kapazitäten für Rollenspiel zur Verfügung hat ist es logisch, dass es zumindest einander beeinflusst.
Abgesehen davon sehe ich Bobas Aussage nicht so sehr als Grundsatzfeststellung oder Diskussionsaufruf sondern viel mehr als seine persönliche Ansicht. Und in diesem Sinne sollten wir eine Grundsatzdiskussion (die ja spannend wäre!) lieber in einen separaten Thread auslagern.
nobody@home:
--- Zitat von: Antariuk am 16.06.2019 | 11:07 ---Ich denke der Wunsch nach mehr und mächtigeren Charakterfähigkeiten ist nicht nur der Vermeidung potenzieller Langeweile einer längerfristigen Runde geschuldet, sondern auch der Nachahmung literarischer Vorbilder.
--- Ende Zitat ---
Nicht zu vergessen anderer Rollenspielvorbilder. Erfahrungspunkte und Stufen sind ja zumindest zu einem gehörigen Teil einfach nur deshalb so sehr verknüpft mit der Idee von "Rollenspiel", weil Uropa D&D das genau so schon vor- und viele andere es dann nachgemacht haben; ein grundsätzliches starkes Bedürfnis danach ergibt sich aus dem reinen "Ich spiele eine Figur in einer imaginären Welt"-Konzept eher nicht so.
Antariuk:
--- Zitat von: HEXer am 16.06.2019 | 11:19 ---Ich kann das Argument literarischer Vorlagen gerade nicht nachvollziehen. In vielen literarischen (oder anderen medialen) Vorlagen ist keine solche (mitunter drastische) Steigerung zu erkennen. Die Charaktere gewinnen viel mehr an Erfahrung und Wissen oder Verständnis. Das Entscheidende sind die Machtzugewinne doch wohl in den seltensten Fällen. Das fängt bei klassischen griechischen Sagen an und zieht sich bis in die Gegenwart. Die (fast) From Zero to Hero Variante ist nur eine unter vielen Varianten.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber wie bildest du das ab? Das Spiel kann sich ja nicht darauf verlassen, dass Spieler weiser werden oder selber einen Erkenntnisgewinn am Ende der Reise erfahren, weshalb Progression dann über höhere/schnellere/weitere Mechaniken abgebildet werden. Dass das keine Eins-zu-eins-Umsetzung ist, ist klar.
--- Zitat von: HEXer am 16.06.2019 | 11:19 ---Natürlich schließen sich Kompetenzsteigerungen und persönliche Geschichten nicht aus. Aber unter der Prämisse dass man nur begrenzte zeitliche und mentale Kapazitäten für Rollenspiel zur Verfügung hat ist es logisch, dass es zumindest einander beeinflusst.
Abgesehen davon sehe ich Bobas Aussage nicht so sehr als Grundsatzfeststellung oder Diskussionsaufruf sondern viel mehr als seine persönliche Ansicht. Und in diesem Sinne sollten wir eine Grundsatzdiskussion (die ja spannend wäre!) lieber in einen separaten Thread auslagern.
--- Ende Zitat ---
Ich wollte auf gar keinen (!) Fall Grundsatzdiskussionen anstoßen - die haben mEn im Tanelorn selten zu mehr als 7 Seiten Textwüste geführt - ich hätte meine Meinung aber sicherlich deutlicher als eben solche kennzeichnen können, da hast du Recht.
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