Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Pathfinder 2 vs. Fate / Malmsturm
Holycleric5:
Die Suche nach einem System neben Splittermond, die hier bereits vor einiger Zeit stattfand, beginnt erneut.
Pathfinder 2 rückt wieder ein wenig mehr in den Fokus:
+ Vielfältige Möglichkeiten der Charaktergestaltung (durch Ancestry, Background, Race)
+ Vielfältige Zaubersprüche (Von Acid Splash über Dimension Door bis hin zu Maze)
+ Vielfältige Monster (Von Skeletten und Goblins über Trolle, den Lich und verschiedenen Drachen bis hin zu Titanen und Teufeln)
+ Vielseitige Schadensarten und -resistenzen: Physical Damage (Bludgeoning, Piercing, Slashing), Energy (Acid, cold, fire, electricity, positive, negative), poison
+ Kritische Erfolge und Fehlschläge nicht nur bei einer natürlichen 1 oder 20, sondern auch, wenn die Schwierigkeit um 10 Punkte über- beziehungsweise unterschritten wurde
- Die "festgeschriebene" Lootverteilung ist und bleibt mir noch ein Dorn im Auge.
DSA 5, welches ich zunächst tatsächlich für eine geeignete Alternative hielt, ist wieder vom Radar verschwunden:
+/- Die Erweiterungen machen den Kampf zwar auf jeden Fall realistischer (detaillierte kritische Treffer / Fehlschläge im Kompendium 2, Lebensenergiezonen und Schlimme verletzungen im Trefferzonenset), doch dadurch zieht sich der - wenn auch sehr gut bildlich vorstellbare- Kampf sehr in die Länge, dazu kommen noch die langen Regenerationsphasen nach dem Kampf.
- Aventurien lässt mich irgendwie kalt. Eines der wenigen Settings, welches mich wirklich erwärmen konnte, ist und bleibt Lorakis aus dem Rollenspiel Splittermond, doch ein Fortbestehen des entsprechenden Verlages ist zur Zeit ungewiss.
Der "freie" Platz auf dem Radar ist seit gestern von einem anderen System besetzt worden:
Dem -auch im Tanelorn- viel gefeierten FATE:
Was macht mich neugierig?
- Es kann jedes Genre und jede Welt bespielt werden -> Also auch z.B. "Die Monster Golarions bevölkern Lorakis"
- Helden beginnen durchaus kompetent
- Man muss sich bei der Charaktererschaffung keinen "Steigerungsplan" zurechtlegen, da es keine Möglichkeit gibt sich zu "verskillen"
Was ließ mich bei früheren Versuchen zurückschrecken?
- Es gibt keine festen Spruchlisten, aus denen man wählen kann, stattdessen würfelt man bei Malmsturm auf "Zaubern" entweder gegen eine feste Schwierigkeit oder gegen eine Probe des "Opfers"
- Rüstungen und Waffen sind nur schmückendes Beiwerk, von der Festlegung von Werten wird abgeraten, da dies auf ein Nullsummenspiel herausläuft. Ein Treffer mit dem Speer macht also dasselbe wie ein identische Treffer Dolch (z.B. beide Angriffswürfe liegen 2 Punkte über dem Verteidigungswurf)
- Fertigkeiten sind oft sehr Weit gefasst (z.B. nur "Kämpfen" und "Schießen")
- Ich habe sowohl in Malmsturm als auch in Turbo-Fate Kämpfe im "Trockendock" mit wenigen Aspekteinsätzen ausgewürfelt, aber es entstand -im Vergleich zu z.B. Pathfinder oder Rolemaster- kein Gefühl des Mitfieberns mit dem Charakter ("Schaffen wir es, die Goblins zu besiegen, bevor sie unseren Barbaren ausschalten?")
- Es gibt keine "harten" Sterberegeln und von Wiederbelebung wird überhaupt nicht gesprochen
Was wären meine Erwartungen zum Thema "Tod eines SC"?
- Der Tod sollte regelseitig eintreten können (z.B. Verlust von Lebenspunkten), nicht "Der Spieler entscheidet sich, ob der Charakter ohnmächtig wird oder stirbt." / "Spielercharaktere können niemals sterben"
- Es sollte Möglichkeiten zu Wiederbelebung geben
- Der Tod sollte nicht durch Zufallstreffer aus dem nichts kommen ("Der Riese (o.ä.) stirbt auf der Stelle durch den kritischen Kopftreffer")
Kommt eines der beiden Systeme meinen Erwartungen nahe?
Habt ihr gänzlich andere empfehlungen (Systeme die "draußen" sind, können im oben verlinkten Thread nachgelesen werden)
LG
Holycleric5
nobody@home:
Zumindest zum Thema Charaktertod in Fate läßt sich etwas sagen: nein, da gibt's keine spezielle "Todesregel", die festschreibt, wann ein Charakter unbedingt und unabhängig von den Wünschen aller Beteiligten am Tisch den Löffel abzugeben hat (oder zumindest hätte, ignorieren läßt sich so was zur Not ja auch immer). Wahrscheinlich sind auch mit deswegen Standardregeln zur Umkehr eines Charaktertodes eher Mangelware -- ganz abgesehen davon, daß die Antwort auf die Frage, ob und, falls ja, wie leicht oder schwer das mit welchen Mitteln überhaupt zu bewerkstelligen wäre, ohnehin stark vom Setting selbst abhängt. (Und nein, spontan bin ich mir nicht sicher, welche Position speziell Malmsturm da einnimmt. Rein vom Gefühl her würde ich auf "Wiederbelebungen können unter mehr oder weniger mysteriösen Umständen schon mal vorkommen, sind aber nichts, worauf man sich verlassen kann oder das auch nur garantiert, daß man den Verstorbenen wirklich so zurückbekommt, wie er gegangen ist" tippen, aber da bin ich schonungslos subjektiv.)
Allerdings kann ein Charakter prinzipiell trotzdem auch "unfreiwillig" sterben. Dazu muß es sein Spieler beispielsweise nur so weit treiben, daß er in einem potentiell tödlichen Konflikt tatsächlich ausgeschaltet wird, statt rechtzeitig aufzugeben oder sich anderweitig aus der Sache zu lösen -- dann bestimmt nämlich der Spieler des Angreifers, der den entscheidenden Treffer gelandet hat (wird bei einem NSC in der Regel die SL sein), über das Schicksal des Charakters, nicht dessen Spieler selbst, und dann steht's dem im Prinzip schon frei, einfach so etwas wie "Meine Axt trennt ihm den Kopf vom Hals und der abgeschlagene Schädel fliegt noch ein paar Schritte weiter" zu entscheiden. Wie oft und unter was für Bedingungen eine bestimmte Tischgruppe so etwas Spielercharakteren zustoßen lassen will, ist ihre Sache, aber grundsätzlich ist ein tödlicher Ausgang, wenn er doch mal zustande kommt, weder zufällig (weil sich immer noch eine Person am Tisch bewußt hat dafür entscheiden müssen) noch etwas, wogegen sich ein Spieler einfach mal so einseitig für komplett immun erklären kann.
Kardinal:
"Wiederbelebungen" im klassischen D&D-Stil kennt die Welt von Malmsturm nicht - in einer S&S Welt wie der von Malmsturm ist es andererseits bestimmt irgendwie möglich, aber immer ein Einzelfall und mit enormen persönlichen Kosten verbunden. Für Details wenden sie sich an ihren nächsten Daemonologen, lebenden Gott, Alchemisten, Technosophen, Waldfürsten, Galder, usw... >;D
phlorian:
Ehrlich gesagt, verstehe ich die Intention der Thread-Überschrift nicht. Wenn ich Deine Pluspunkte bei Pathfinder Deinen Minuspunkten bei Fate gegenüberstelle, ich doch glasklar, dass Du Pathfinder spielen solltest - selbst wenn ich für mich persönlich eine andere Wahl treffen würde.
Wenn Dich nur die Loot-Verteilung stört: Die kann man ja leicht ändern.
Moonmoth:
Die ganz großen Stärken von Fate - und somit auch von Malmsturm, das die Besonderheiten des Regelwerks sehr schön in der Welt ausdrückt - sind exakt diejenigen, die bei dir anscheinend eher Zweifel auslösen.
Also:
* Ein "freies" Magiesystem vs. umfangreiche Spruchlisten. Bitte schau doch mal nach den entsprechenden Threads hier - die Magie in Malmsturm ist bedeutend mehr als "Attacke/Widerstand".
* Eher erzählerischer/cinematischer Kampf vs. taktischer Kampf in PF (Mitfiebern kommt dennoch auf, sogar sehr - aber du kannst eben auf keinen Fall (!) die Stärken einer Fate-Runde per "Trockenwürfeln" nachvollziehen, weil es sich eben nicht als Simulation versteht.
* Das "Todessystem" ist eigentlich genau das, was du suchst. Allerdings sind Fate-Charaktere wirklich zäh und Malmsturm-Heroen noch zäher. Aber dafür zahlen sie ihre Verletzungen auch einen Preis, der sich länger in der Kampagne auswirken wird. Darum nennt man diese Sachen ja auch Konsequenzen. Wiederbelebung: S.O.
Also 2: Du hast meiner Ansicht nach ganz klar beschrieben, was du willst und ich denke, gerade bei der Suche nach taktischen Kämpfen wirst du woanders glücklicher - ohne PF2 zu kennen, ist das aufgrund meiner Kenntnisse des alten Pathfinder wohl ziemlich genau das was du willst.
In anderen Bereichen habe ich das Gefühl, du solltest dir wirklich mal eine Spielrunde fate auf Youtube anschauen. Es gibt da durchaus auch was zu Malmsturm.
Fate zu erklären ist enorm schwierig, wenn man a) die Regeln nicht ganz gelesen und b) - und das ist wichtiger - keine Spielpraxis miterlebt hat. Das sehen wir hier in vielen anderen Threads. In jedem Fall viel Spaß!
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