Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Magic Items, mal wieder [war Smalltalk]
Ainor:
--- Zitat von: nobody@home am 20.08.2019 | 10:50 ---Interessant wäre vielleicht auch mal, darüber nachzudenken, welche Funktion magische Gegenstände eigentlich überhaupt in Kampagne und Spielwelt haben sollen.
--- Ende Zitat ---
Gute Frage. Aber ich denke in erster Linie sind sie einfach da weil sie in den Geschichten auf denen D&D basiert vorkommen. Traditionell sind sie zusammen mit anderem Loot eben in erster Linie Belohnung und Motivation für die Spieler.
--- Zitat von: nobody@home am 20.08.2019 | 10:50 ---D&D geht, wenn man sich die konkreten Items anschaut, traditionell stark in die Richtung "sind eigentlich auch nur Ausrüstung wie andere auch" -- es hat dann nur anscheinend in der Regel nicht den Mut, das auch konkret durchzuziehen und sie mit allen Konsequenzen entsprechend zu behandeln.
--- Ende Zitat ---
Das ist in 3E so angedacht und in 4E konsequent durchgezogen. Traditionell (also 2E und früher) sollen Gegenstände eigentlich "etwas besonderes" darstellen.
--- Zitat von: nobody@home am 20.08.2019 | 10:50 ---Möglicherweise unter anderem deshalb, weil es ja den Machtfantasien der Spieler Abbruch tun könnte, wenn "ihre" diversen mehr oder weniger illegal im Besitz ihrer Charaktere befindlichen Gegenstände beispielsweise regelmäßig von den Reichen und Mächtigen der Welt beschlagnahmt würden,
--- Ende Zitat ---
Also im Walmart kann man schon einiges an Feuerkraft günstig erwerben ohne das das irgend jemand beschlagnahmt. Und nein, es sind nicht nur die "irren Amis". Auch z.b. in Kanada oder Norwegen kommt man leicht an Waffen. Und ich glaube dass eine mittelalterliche Fantasywelt diesen Ländern ähnlicher wäre als das dicht besiedelte Deutschland.
--- Zitat von: nobody@home am 20.08.2019 | 10:50 ---Okay, was gäbe es noch an möglichen Kampagnenfunktionen für magische Gegenstände? Ganz klassisch ist die aus Buch, Film, Fernsehen etc. pp. bekannte Verwendung als "plot device"
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Ich weiß nicht wie deine Kampagnen funktionieren, aber bei mir sind die wenigsten Gegenstände Plot Devices.
--- Zitat von: nobody@home am 20.08.2019 | 10:50 ---Und natürlich gibt's da die gelegentliche identitätsstiftende Funktion -- der Gegenstand gehört schlicht zu einer ganz bestimmten Person und die Person zum Gegenstand und man findet die beiden unter normalen Umständen eigentlich nur zusammen.
--- Ende Zitat ---
Auch das ist eher die Ausnahme, denn zumindest die Basisregeln unterstützen das nicht wirklich.
Ich glaube neben der Belohnungsfunktion haben Gegenstände traditionell zum einen die Funktion Lücken der Klassen zu füllen. Kämpfer können durch sie Magie anwenden und werden stärker. Magier hingegen können z.B. durch Wands ihren begrenzten Zaubervorrat erweitern/verlängern. Ich glaube auch dass die 3E Designer das nicht wirklich verstanden haben.
Das hat den Nebeneffekt dass die ansonsten recht statischen Fähigkeiten ein wenig durchgemischt werden.
Bei vielen Gegenständen muss man halt schauen wie man sie sinnvoll einsetzt.
nobody@home:
--- Zitat von: Ainor am 20.08.2019 | 11:59 ---Ich weiß nicht wie deine Kampagnen funktionieren, aber bei mir sind die wenigsten Gegenstände Plot Devices.
--- Ende Zitat ---
Nichtsdestotrotz ist das so ziemlich ihre normale und vertraute Hauptrolle außerhalb speziell des Mediums Rollenspiel...und das schließt die "Geschichten, auf denen D&D basiert" ausdrücklich mit ein. Da darf man sich dann auch schon mal Gedanken machen, wie man dieses Konzept innerhalb besagten Mediums vielleicht auch mal umsetzen könnte -- denn wenn man sich die Mühe von vornherein gar nicht erst machen will, dann braucht man sich später über Beschwerden, daß sich die magischen Gegenstände im eigenen Spiel "nicht wirklich magisch anfühlen", mMn auch nicht zu wundern. Schließlich hat man genau diesem Gefühl dann praktisch gezielt die Grundlage entzogen.
Nodens Sohn:
Ich finde es immer schade, dass magische Gegenstände seelenlos so als Lückenfüller in die SC-Gruppe geworfen werden (Du hast jetzt eine Axt+1 - so what).
Im Spielleiterhandbuch gibt es genügend Beispiele, wie man sich einzigartige magische Gegenstände bauen kann. Natürlich kommt es jetzt auch auf den Spielstil an. Möchte man durch Dungeons ziehen und wie bei Diablo die Monster looten, dann kann das ok sein und vielleicht auch Spaß machen.
Ich finde man kann aber auch D&D sehr erzählerisch gestalten und die magischen Gegenstände in die Geschichte der bespielten Welt einbetten. So ist es nicht einfach eine Axt+1 sondern die Axt mit welcher der Barbarenfürst Raugnar der Schlächter auf seinem letzten Raubzug seine Gegner niederstreckte, bis er schließlich von seinen Verbündeten verraten wurde. Die Wertigkeit ist dann gleich eine andere und kann in der Kampagne zu interessanten Begegnungen bzw. sozialen Interaktionen führen.
Aber beide Extreme haben ihre Liebhaber. Daher ist eine einfache Axt+1 manchmal ziemlich ok.
Rhylthar:
Die 5E ist ja zumindest in Teilen diesen Weg gegangen.
Ja, natürlich gibt es noch +1 Waffen, Rüstung, etc. Aber eben auch Sachen wie Frostbrand und Flametongue, die einen anderen Weg gehen. Oder eben auch Sachen, die einen kleinen Nutzen immer und noch einen größeren Nutzen mittels Attunement haben.
Feuersänger:
--- Zitat von: nobody@home am 20.08.2019 | 10:50 ---Möglicherweise unter anderem deshalb, weil es ja den Machtfantasien der Spieler Abbruch tun könnte, wenn "ihre" diversen mehr oder weniger illegal im Besitz ihrer Charaktere befindlichen Gegenstände beispielsweise regelmäßig von den Reichen und Mächtigen der Welt beschlagnahmt würden, die solche Dinge natürlich viiiel dringender für ihre eigenen Zwecke brauchen und auch allemal weiser und besser verwenden können als irgendwelche dahergelaufenen Abenteurer...und wer so etwas für unglaubwürdig hält, möge zum Vergleich mal als einfaches Gedankenexperiment <snip>
--- Ende Zitat ---
Äh, was, illegal? :o
Ich fürchte, du verwechselst hier einen modernen zivilisierten Rechtsstaat inklusive staatlichem Gewaltmonopol mit Fantasywelten die diesbezüglich eher Wildwest sind. Da konntest du auch Dynamit im Kolonialwarenladen kaufen und niemand hat sich dafür interessiert. Im typischen Fantasyland bist du ja auch außerhalb der Stadtmauern meist auf dich allein gestellt, und kannst dem Oger der dich fressen will nicht mit Anzeige bei der Stadtwache drohen (wegen Verletzung der Hygienevorschriften bei Lebensmitteln natürlich). :p
Also sorry, aber der Vergleich geht nicht auf.
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