Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen

Mischmasch - Das beste aus allen Welten möglich?

(1/5) > >>

Toht:
Hallo,
ich hoffe der Threadtitel ist einigermaßen aussagekräftig.

Ich frage mich gerade was dagegenspricht wenn man viele verschiedene Regelsysteme kennt diese wild zu mischen und (je nachdem wie nötig, mehr oder weniger)zu adaptieren.

Man mag das Stufenwürfelsystem aus Earthdawn, das Kampfsystem aus Savage Worlds, aber hätte gern ein Lifepathsystem bei der Charaktergenerierung, dazu Gummipunkte, eine geistige Gesundheitsleiste wie in Cthulhuspielen und und und halt das, was man aus den jeweiligen Systemen gut oder besonders spaßig findet.

Kann so ein Mutantensystem aus vielen verschiedenen Versatzstücken grundlegend funktionieren? Habt ihr Erfahrungen damit? Sind die meisten Mechanismen in Regelwerken so miteinander verzahnt, dass man zwar mit Anpassungen einen einzelnen Regelteil auf ein anderes Spiel pfropfen kann, aber es auch Grenzen gibt?

Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Ich vermute mal dass der Standard ist, dass ein System weitestgehend regeltreu bespielt wird und nur kleine Anpassungen über Hausregeln, vielleicht mit Anleihen und Ideenklau bei anderen Systemen stattfindet.

Was spricht dagegen sich alle Regelrosinen aus der Rollenspielwelt zusammenzuklauen?

Tegres:
Earthdawn kenne ich leider nicht, aber bei den anderen konkreten Sachen würde ich sagen: Ja, es geht. Allerdings sollten dann die grundsätzlichen Regeln sehr simpel sein (z.B. wie bei OSR- oder BRP-Systemen), damit keine seltsamen Effekte oder Synergien entstehen. Savage Worlds hat ja bereits Gummipunkte und geistige Gesundheit lässt sich ebenfalls leicht implementieren (siehe Realms of Cthulhu). Lediglich beim Lifepath-System wäre ich etwas skeptisch, da ist denke, dass dies bei Systeme mit feineren Abstufungen besser funktioniert.

Allgemeiner gesprochen würde ich empfehlen: Mach es nicht zu kompliziert. Schau, wie du bereits existierende Elemente eines Systems "missbrauchen" kannst, um bestimmte Effekte abzubilden. Wenn ein System Trefferpunkte hat, dann lässt sich geistige Gesundheit zum Beispiel dadurch mit einbeziehen, indem geistiger Schaden einfach auch von den Trefferpunkten abgezogen wird (einfach als andere Schadensart). Wenn du wie bei Savage Worlds die Gegner in Wildcards und Mooks aufteilen willst, geht das mit anderen Systemen auch. Auch bei D&D könnte man festlegen, dass ein Orks schlichtweg nur einen Treffer aushält, egal, ob der eigentlich nur 5 oder 15 Schaden gemacht hat. Beim Oberork werden wiederum genau die Lebenspunkte gezählt. Ein Kauf- oder zufallsbasiertes System zur Charaktererschaffung kann leicht durch Tabellen zu einem Lifepath-System umgewandelt werden. Es lassen sich sicherlich noch mehr Beispiele finden.
Es gibt aus meiner Sicht genug Systeme, die nicht so starke innere Verzahnungen beeinhalten, dass Herumschrauben zu Problemen führt. Wie gesagt: Ich denke, insbesondere OSR- und BRP-Systeme sind da sehr robust.

Maarzan:

--- Zitat von: Toht am  8.09.2019 | 12:03 ---Hallo,
ich hoffe der Threadtitel ist einigermaßen aussagekräftig.

Ich frage mich gerade was dagegenspricht wenn man viele verschiedene Regelsysteme kennt diese wild zu mischen und (je nachdem wie nötig, mehr oder weniger)zu adaptieren.

Man mag das Stufenwürfelsystem aus Earthdawn, das Kampfsystem aus Savage Worlds, aber hätte gern ein Lifepathsystem bei der Charaktergenerierung, dazu Gummipunkte, eine geistige Gesundheitsleiste wie in Cthulhuspielen und und und halt das, was man aus den jeweiligen Systemen gut oder besonders spaßig findet.

Kann so ein Mutantensystem aus vielen verschiedenen Versatzstücken grundlegend funktionieren? Habt ihr Erfahrungen damit? Sind die meisten Mechanismen in Regelwerken so miteinander verzahnt, dass man zwar mit Anpassungen einen einzelnen Regelteil auf ein anderes Spiel pfropfen kann, aber es auch Grenzen gibt?

Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Ich vermute mal dass der Standard ist, dass ein System weitestgehend regeltreu bespielt wird und nur kleine Anpassungen über Hausregeln, vielleicht mit Anleihen und Ideenklau bei anderen Systemen stattfindet.

Was spricht dagegen sich alle Regelrosinen aus der Rollenspielwelt zusammenzuklauen?

--- Ende Zitat ---

Ich denke das ist die Geburtsstunde der typischen Eigenbautem - inklusive meines.

Das Problem ist, dass es eben nicht reicht schnell "zusammen zu klicken", sondern das selbst "geklaut" noch eine Menge Arbeit ist und je mehr man sich umschaut, desto mehr Neues oder andere Ecken findet man, die auch nach Behandlung schreien.

Maarzan :  2 Wochen Original DSA-1 gespielt, bevor das mit dem Anbauen begann ... das ist jetzt >30 Jahre her und noch nicht fertig. Lifepath ist da im Übrigen der fetteste Brocken von. Aber es hat zu Oberstufen-/frühen Studienzeiten im damaligen Zustand zumindest eine - meiner Erinnerung nach 3X-Sitzungen lange -  Kampagne abgeworfen.
Als die dann RL-Notwendigkeiten-geschädigt auseinander ging wurde zur Generalüberholung alles aufgebockt und demontiert und ist danach noch nicht wieder von der Hebebühne herunter gekommen.

Aber einfach primitiv ist eben auch keine Lösung. Dann kann man es auch gleich sein lassen und im dem Ziel am ähnlichsten System als SL handwedeln. Wenn, machst du so einen Aufwand ja nicht nur um jetzt schnell zu spielen, sondern als Eigenziel es "Richtig" zu machen.

Lichtschwerttänzer:
Was willst du eigentlich genau?

Ich wüsste jetzt nicht was dagegen Spräche ein Lifepathsystem in so ziemlich jedes System einzubauen, aber ich sähe in vielen Systemen darin nur Blödsinn

Kann ich Insanity in andere Systeme einbauen, optional oder fest, prinzipiell Problemlos,  Gummipunkte welche Art hätten´s denn gern Ingame(Wyrd, Glück, Göttliche Gunst) Metagame,

Wenn du allerdings die Regelmaschinen zusammenstoppeln willst... könnte es sein die Götter des Chaos flüchten in panischem Terror vor dir

Toht:
Ich sollte vielleicht noch dazusagen, dass die im Eingangspost genannten Systeme erstmal nur als Beispiele dienten und kein konkretes Konstrukt sind.
Ich bin selbst eher in der Kategorie absoluter Anfänger zu verbuchen und kenne die genauen Regeln von Call of Cthulhu z.B. gar nicht und weiß nur, dass es sie gibt.

Die Frage bzw. der Thread soll eher allgemein diskutieren ob so eine Vermischung verschiedenster Systeme A) sinnvoll B) möglich C) mit welchen Einschränkungen umsetzbar ist.

Es gibt ja sicherlich viele die schon an Systemen rumgeschraubt haben, und ich wollte mal wissen welche Erfahrungen dabei gemacht wurden und ob die meisten sich auf wenige Hausregeln in ihrem System oder auf komplette Umbauten oder groß angelegte Hacks wagen.

Ist einfach auch aus Gamedesign-Sicht ein spannendes Thema finde ich.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln