S15 startete sehr steinig. Schlimmer noch: Schnelle Hotfixes brachten neue Bugs ins Spiel, die teilweise noch schlimmer waren als die behobenen (siehe Flüsterbaum). Etwas peinlich für einen Milliardenkonzern, der seit 25 Jahren Erfahrungen mit Onlinespielen hat. Peynlich, Schande, Peynlich, Schande.
Aber nun läuft es langsam runder und entwickelt sich gar nicht so schlecht oder ... sogar unerwartet gut.
- Das inzwischen recht gelungene Mechanik- und Inhaltegerüst blieb auf gleichem Stand von LoH folgende. Da habe ich gar nicht mehr viel zu meckern. S15 bringt mehr, als es den Anschein hatte und beworben wurde. Sogar eine Saisongeschichte mit ordenlich Prügelpfeffer ist wieder dabei. Potzblitz.
- Die Übermacht der Barbaren wurde kurz und leise gekellert zugunsten der Jäger und Hexenmeister, die endlich ihre Saison haben. Die Überarbeitung der Hexen ist gut und macht Lust auf mehr. Sengender Schrei ist ein Knaller, auch Apokalypse liefert. Hoffentlich werden auch andere Builds noch mal etwas angehoben, vor allem die Dienerlinien.
- Als großen Segen von D4 empfinde ich das schnelle Leveln zu Beginn jeder Saison. Während mich die Konkurrenz alle paar Monate und pro Charakter zum Durchleiden der immer gleichen Kackpagnen zwingt, grinse ich bei D4 schon nach ein bis zwei lockeren Stunden dem Paragon-Sonnenschein des Maxlevels entgegen.
- Sogar die empfindsamen Gemüter notorischer Nostalgiker auf ewiger Suche nach der verlorenen Jugend wurden umschmeichelt. Es gibt ständig und überall Portale zu kleinen Instanzen aus Diablo 1-3, so daß sich der Wutdruck gegen D4 etwas beruhigen kann. Nun finden endlich auch die rachitischen Rentnergamer ihre kleinen Oasen der Glückseligkeit in D4 - sofern sie auf geringstem Schwierigkeitsgrad die Minimobs in der Offenen Welt legen können. Ist ja so eine Sache ...
Blizzard wird wohl zur CDU der Gamingbranche: immer ran an die alten Leute.

Also, S15 und wir hatten keinen guten Start. Aber man lernt sich langsam kennen und schätzen.
