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Woran erkennen wir die Bösen? (Im Spiel)
Luxferre:
--- Zitat von: KhornedBeef am 8.11.2019 | 14:06 ---Danke, das ist einer der Threads die ich meinte. Aber der deckt ja bloß ein Drittel der Frage ab: das signaling und die Wahrnehmung fehlt doch, oder? Trotzdem danke fürs Raussuchen!
--- Ende Zitat ---
Okay, verstehe :d
Für mich sollte "Das Böse"TM objektiv definierbar sein.
Sicherlich kann ein/e Jede/r gut und schlechte Handlungen ausführen und einen debilen wankelmütigen Moralkompass haben, aber wenn man schon mit Gut/Böse spielt und das vielleicht sogar Einzug in die Regeln hält, dann muss man das ganz objektiv, auch ohne direkt erfolgte Taten/Handlungen, bewerten können. Ansonsten brauche ich das nämlich nicht und verwende Wesenszüge, die nach Möglichkeit nicht gut, böse, chaotisch und rechtschaffen beinhalten.
Ergo: es kommt darauf an >;D
Erkennen sollte man das Böse zumindest über entsprechende Zauber. Auch schön, wenn es eine Skala auf dem Charakterbogen gibt, die sich anhand der Handlungen der SC im Laufe des Spiels anpasst. Ich hatte dazu mal etwas ausgearbeitet:
Wert: Rang: Spürt:
-41 Dunkle Seele +11 oder höher
-40 bis -26 Gefallener +16 oder höher
-25 bis -16 Ergebener +25 oder höher
-15 bis -11 Verlorener
-10 bis -6 Gezeichneter
- 5 bis +5 NORMAL
+6 bis +10 Erwachter
+11 bis +15 Erhabener
+16 bis +25 Erleuchteter -25 oder tiefer
+26 bis +40 Heiliger -16 oder tiefer
+41 Wahrer Prophet -11 oder tiefer
Anpassung der gesammelten Punkte durch verschiedene Handlungen.
Natürlich ist das aus einem anderen System inspiriert, also nicht komplett auf meinem eigenen Mist gewachsen.
KhornedBeef:
das verbuche ich mal unter "Moraltheorie"
KhornedBeef:
Dann schreibe ich noch selbst etwas
Letzte Delta Green-Kampagne
Alt-DG-Agent:
Versuchte ein Attentat auf die Agenten und wurde gestellt. Hatte komplexe Gründe.
Mexikanische Kartellgröße:
Direkte Darstellung meinerseits bewusst charmant. Urteil eher anhand der Tatsache, dass er der offensichtliche Boss in einem zwielichtigen Club ist. Als die Spieler ermitteln, decken sie zumindest Mordauftrag auf.
Sein Handlager:
Direkte Beschreibung seines "stechenden Blicks" bei erstem Auftreten, Erwähnung durch verängstigte NPC, schließlich frontaler Angriff.
"Professor Armitage" (falscher Name)
Erster Auftritt als Zeuge. Alt, Rollstuhlfahrer, harmloser Auftritt. Einstreuen von Inkonsistenzen bez. der Behinderung. Name taucht bei nächster Ermittlung auf. Hauptspur zum folgenden Schauplatz. Macht ein unmoralisches Angebot per Telefon. Persönliches Auftauchen erst zum Schluss des Plotbogens, arrogantes Auftreten und Begleitung durch den Handlanger.
Ich lege wohl eher falsche Fährten bei den Drahtziehern, und führe die Spieler dann über ihre eher stereotypen Handlanger wieder zu ihnen hin?
Moralisch bleibt Raum für legitime Motive, und der Hauptantagonist wurde nie direkt bei bösen Taten beobachtet. Der Zweck heiligt die Mittel, aber das unterscheidet ihn nicht von den SC.
D. M_Athair:
--- Zitat von: KhornedBeef am 8.11.2019 | 10:04 ---Wendet ihr eine komplexe Moraltheorie an [...]
--- Ende Zitat ---
Ja. Wenn es objektivierbar Böses geben soll, dann versuche ich mich nicht auf einfache Schwarz-Weiß-Gegensätze (unter falschen binären Dichotomien leide ich im echten Leben genug) zurückzuziehen. Das hat dann i.d.R. viel mit Gewissensbildung (bzw. dessen Fehlen) zu tun. Bezugspunkte sind für mich: Daoistische Philosophien, das Werk von Bernhard Häring CCsR und neopagane Theorien.
Übliche "konservative" Allgemeinplätze kann man i.d.R. vergessen. Allzuoft geht es da nur um die Legitimation von eigenen, überkommenen Privilegien und die Absicherung des Status Quo. So ein paar Mechanismen für "das Böse" kann man sich da jedoch ganz gut abschauen.
(Linke/progressive ideologische Setzungen ... find ich in dem Kontext relativ unbrauchbar. Da werden Ziel-Zustände und Probleme benannt, aber was Haltung und Moralität angeht, fehlt es nicht selten an Substanz.)
Was ganz gut geht, ist die drei "Grund-Strömungen" zeitlich zu kontextualisieren.
Die Interessenslagen (Status Quo/Sicherheit, Entgrenzung/Freiheit und Lebensräume/Ausbalancieren zum Besseren) sind ziemlich universell. Die findet man eigentlich auch in allen historischen Epochen. Die unbequemen und vulnerablen Dritten Wege sind dabei jedoch recht selten. (Die Thing-Entscheidung in Island das Christentum anzunehmen ohne die paganen Bräuche zu verdammen UND sich nicht dem norwegischen König zu unterwerfen, das wäre ein Beispiel für einen dritten Weg.)
Zur Frage im Thema: Woran erkennt man die Bösen?
An rigiden ideologischen Setzungen, welche die die Ambiguitäten des Lebens nicht wahrhaben wollen und notfalls mit Gewalt ihre "richtige" Sicht der Dinge durchsetzen wollen. Wobei das auch bloß ein Hinweis sein kann. Es gibt einfach auch Entscheidungen, die nur schwarz und weiß zulassen. Das sind aber verhältnismäßig wenige und da ist nicht selten Gefahr im Verzug.
Die eindeutige Entscheidung für Normativität oder Relativismus ist mMn auch etwas, das als Kennzeichen dienen kann.
Ein weiteres Kennzeichen wäre: Umgang mit Andersdenkenden. Das ist aber keine Einbahnstraße. Hier ein Beispiel über Doppelstandards bei Meinungsfreiheit.
Supersöldner:
also sind Paladine Böse .
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