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Woran erkennen wir die Bösen? (Im Spiel)
General Kong:
Bei D&D: "Erkennt Böses" schlägt an!
Theologisch könnte man sich am Sündenbegriff orientieren.
Für schwere Sünden müssen drei Voraussetzungen gegeben sein:
1. Die Sünde muss eine schwerwiegende Materie, insbesondere einen Verstoß gegen die zehn Gebote zum Gegenstand haben; traditionell werden Ehebruch, Mord oder Apostasie (= Glaubensabfall) genannt.
2. Der Sünder muss die Todsünde „mit vollem Bewusstsein“ begehen, die Schwere der Sünde also bereits vorher erkennen.
3. Die Sünde muss „mit bedachter Zustimmung“ (also aus freiem Willen) begangen werden.
Das nützt natürlich nur, wenn der Sünder/ Böse zumindets im Prinzip den geleitenden Moralkodex anerkennt - also um die Werte der Gesellschaft weiß und diese teilt. Tut er dies nicht, so fällt er zumindest subjektiv (nicht allerdings im Werturteil seiner Umwelt) aus dem Raster "Böse" heraus.
Es gilt also im Spiel "Gutsein" zu definieren - und dann kann man "Bösesein" nach den drei oben genannten Punkten als davon abweichend erkennen.
Jemand, der unter der Willenkontrolle (magisch oder anders) ein Dorf Unschuldiger abschlachtet, wäre also nicht "böse" (kein freier Wille).
Ein Elf, der aus Rache für die Vernichtung seines Dorf zur (in der Gesellschat berechtigter) Vergeltung aus Versehen eine vollkommen unbeteiligte Gruppe tötet, ist nicht "böse" (Punkt 2 fehlt - wäre es die richtigen geswesen, wäre alles nach Tradition und gesetz in Ordnung gewesen).
Ein Gläubiger schließt sich einem abgelegenen Kloseter an und verehrt einen Heiligen, der aber eigentlich ein Erzteufel in Tarnung ist und verstößt ob der neuen Lehre unwissetlich und in bestem Glauben gegen die geltende Gebote (Apostasie), ist nicht "böse", da er ebenfalls Punkt 2 nicht erkennt.
Ob den Personen in den Beispielen das aber im Urteil der Gesellschat, in der sie leben, irgendetwas nützt steht auf einem anderen Blatt ...
Issi:
Böse sind immer die andern! ~;D
Ne oK, also- darüber gab es zumindest selten Konfliktpotential in der Gruppe.
Was vermutlich daran liegt, dass die Spieler ähnliche Werte haben.
Wie die genau Zustande kommen, keine Ahnung.
Ich mag eine Graue Welt grundsätzlich lieber. (Differenzierte Figuren)
Und mit einer Gruppe voller grausamer und gewissenloser SC, hätte ich zugegeben auf Dauer ein Problem.
Wenn es geht, sollten die Helden schon noch einen Funken Empathie haben. Und auch ein Gewissen.
Was ist böse?
Wesen die niemandem schaden wollen/können, Wesen die sich friedlich verhalten- quälen, foltern, ausbeuten, manipulieren, töten etc. ohne Mitgefühl und Gewissen,- das kommt dem vermutlich am nähsten.
Sequenzer:
gar nicht^^
die wo man erkennt sind nur die Lakaien vom Evil Overlord ;)
Schwarz/weiß Spielwelten sind sowieso öde, ich mag da lieber meine grauen Welten mit diversen moralischen Zerwürfnissen und der Wahl zwischen Falsch und ganz Falsch :D
Ruinenbaumeister:
Im Rollenspiel schlüpft man in eine Rolle. Selbst wenn ein Spieler eine Handlung eindeutig als böse ansieht, heißt das nicht, dass seine Figur das auch tut. Mir ist es am liebsten, wenn die Antagonisten erstens sich selbst für die Guten halten, zweitens Einblick in ihre Motivation geben und drittens sich daraus zwar schon ein Konflikt ergibt, aber noch lange keine starre Einteilung in Gut und Böse. So können nämlich auch die Spieler sich Gedanken machen, ihre Werturteile fällen und ihre Figuren ggf. abweichende Werturteile fällen lassen.
KhornedBeef:
Der moraltheoretische Teil wird ja recht ausführlich beackert, danke für die Meldungen!
Ja, wenn man "idelogisch rigide" als Kennzeichen für "böse" nimmt, dann sind Paladine mit das böseste was herumläuft (Pazifisten übrigens auch)
Am anderen Ende der Skala, bei völliger Prinzipienlosigkeit, findet man auch wieder die klassisch superbösen Charaktere. Welche Art von Antagonist passt, sagt glaube ich viel über die Art einer Rollenspielkampagne aus!
Wie steht es aber nun mit dem spielerischen Teil, der Kommunikation des Bösen? Selbst Sequenzer braucht Gegner. Ein schwarz-und-dunkelgraue Welt bricht das vielleicht herunter auf das tautologisch-pragmatische "Böse sind die, die mir im Weg stehen"
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