Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Rauben uns aktuelle Rollenspiele die kreativität?
Grubentroll:
Dann verstehe ich aber immer noch nicht worauf du hinauswillst.
Ich kann doch in D&D5 gar keinen Character bauen, der verzahnt ist mit der Hintergrundgeschichte ("Metaplot") der Welt, weil es gar keine feste D&D-Welt gibt auf die sich alles beziehen muss.
Das fände ich vielleicht bei so nem Nischenspiel wie "Beyond the Wall" gegeben, aber sonst wäre mir kein Spiel bekannt wo sich das so zuträgt.
Selganor [n/a]:
--- Zitat von: Klingenbrecher am 16.12.2019 | 10:46 ---@ Grubentroll
Beziehe mich auf das erstellen eines Charakters in aktuellen Rollenspielen. Als beispiel:
In unserer Runde gibt es einen Charakter der aus kreativer Sicht echt gut geschrieben ist. Jedoch das Regelsystem macht diesen unspielbar.
--- Ende Zitat ---
Kannst du den Hintergrund dieses Charakter vielleicht mal im 5e-Board posten. So was in der Art: "Wie baue ich diesen Charakter?"
Ich vermute, dass du den zwar nicht auf Stufe 1 aber vielleicht auf hoeheren Stufen, mit Multiclassing oder auch "Homebrew"-Klasse doch hinkriegen koenntest. (Oder zumindest etwas das dem nahe kommt)
Bei jedem "Klassensystem" bei dem bestimmte Dinge nur fuer bestimmte Klassen verfuegbar sind kann es immer passieren, dass man mal was trifft das so nicht "vorgesehen" ist.
Aber es gibt ja noch Pointbuy-Systeme bei denen man sich Charaktere genau so zusammenbauen kann wie man will (z.B. Hero System - scnr)
Lord Verminaard:
Wenn ich erzählerisch spielen will und schon ein klares Bild von meinem Charakter im Kopf habe bzw. diesen frei entwickeln will, spiele ich nicht D&D. Dafür nehme ich ein erzählerisches System wie FATE oder The Pool oder Danger Zone. Oder wenn es etwas weniger erzählerisch sein soll, Savage Worlds. Diese Systeme geben mir sämtliche Freiheiten und schränken mich bei der Charaktererschaffung nicht kreativ ein.
Wenn ich D&D spiele, dann lenke ich meine Kreativität in die Bahnen, die das System vorgibt. Bei der Charaktererschaffung ist das die Backstory und sind das die Personal Characteristics. In meiner aktuellen Runde hatte ich z.B. eine Spielerin, die von der Lore her mit einem Tiefling Warlock mit Archfey Patron geliebäugelt hätte, aber dann doch die Klassenfähigkeiten nicht so gut fand und auf Cleric umgeschwenkt ist. Auf Wisdom 16 wollte sie nicht verzichten aber doch irgendwie was spielen, was sich vom Style her Kewl Evil Badass anfühlt. Rausgekommen ist eine Waldelfin, die sich als Kind durch ein Portal in einer Küstengrotte ins Feywild verirrte, dort einige Jahre verbrachte, und als sie wieder herauskam, waren in der materiellen Welt 200 Jahre vergangen und ihr Stamm war fort, stattdessen war in der Bucht ein Piratenversteck. Sie verbrachte dann ihre Jugend unter Piraten (Pirate Background), ehe sie den Ruf des elfischen Meeresgottes empfing, die Piraten verließ und ein Tempest Cleric wurde. Also unter meine Definition von Kreativität fällt das schon. ;)
Klingenbrecher:
@Lord Verminaard
Danke, genau sowas wollte ich wissen.
Arldwulf:
Schwer zu sagen woran es konkret bei diesem Charakter liegt - aber generell ist es schon so, dass ein Regelwerk starken Einfluss darauf haben kann wie gut Kreativität ins Spiel übertragen wird.
Insbesondere über Spielhilfen für den Spielleiter, denn eines der größten Hindernisse für Kreativität ist die Frage "wie setz ich es um, welche Probleme können damit entstehen?"
Je besser ein Spiel mit kreativen Ideen umgeht, je mehr man dem Spielleiter Arbeit bei der Umsetzung abnimmt und ihm versichert: "Kein Problem, nimm die Idee ruhig auf - das Spiel ist gut genug designed und hält dies aus." umso eher landen kreative Ideen auch tatsächlich im Spiel.
Um sagen zu können wie da die generelle Entwicklung bei aktuellen Rollenspielen ist, fehlt mir ehrlich gesagt aber der Überblick. Auf D&D bezogen könnte man schon sagen, dass die aktuelle Edition derartige Hilfen eher abgebaut hat, sich eher auf einen vorgegebenen Spielstil konzentriert und auch laut den Designeraussagen eher darauf konzentrieren möchte.
Aber auch da reden wir natürlich von einem großem Mainstream System welches immer noch sehr viel Platz für eigene Ideen bietet.
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