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[Rant] Finsterworld - oder das Problem des Deutschen Films
Vash the stampede:
Ich zitiere mich mal selbst mit der Besprechung, die ich damals nach dem Schauen schrieb. Und Achtung - LOL - ich lobte anno dazumal die Schauspieler. :D
--- Zitat von: Vash the stampede date=1455982568 ---Finsterworld
Regie: Frauke Finsterwalder. Drehbuch: Frauke Finsterwalder und Christian Krach. Ort Deutschland. Episodenfilm mit verbindenden Elementen.
Das Bild von Deutschland, welches Christian Krach in Faserland beschrieb, erfährt hier eine filmische Umsetzung. Es wirkt surreal und ist zugleich dennoch ein sehr genaues Abbild der Wirklichkeit. Letztendlich geht es um Schuld, Schuldig sein, Schuldig werden und mit Schuld leben. Zumindest habe ich es so empfunden.
Fazit: Mir hat der Film gefallen. Er regt zum Nachdenken an. Er ist von Finsterwalder gut inszeniert und mit einer guten schauspielerischen Leistung aller versehen. Empfehlenswert, wenn man mit dem Thema und einer kracht'schen Deutschlandbeschauung etwas anfangen kann.
--- Ende Zitat ---
First Orko:
Tja. Was Vash da geschrieben hat deckt sich in etwas mit dem, was ich im Vorfeld zu dem Film so gelesen habe und worauf ich mich auch innerlich vorbereitet hatte
.
Vermutlich habe ich da eine tiefsitzende Abneigung gegen... ich weiß nicht. Eine bestimmte Art von bestimmten deutschen Schauspielern? Eine bestimmte Art, einen Film zu drehen?
Der Film hat in mir nur Abneigung erzeugt - und zwar ganz dediziert nicht ggü. des Themas sondern der Inszenierung!
Die einzige Szene, die mir ein anderes Gefühl abgerungen, war die dröge Betroffenheitsrede des Lehrers über die Greueltaten der Nazis, welche man als Zuschauer von Weitem durch ein Tor beobachtet. An der linken Bildkante im Vordergrund ist für den Zuschauer die Inschrift "Schweig" im Tor zu lesen. Das hat mir dann doch ein Grinsen abgerungen.
Ein wenig mehr solcher Spitzfindigkeiten, ein bißchen mehr Augenzwinkern... das hätte den Film für mich vielleicht sogar gerettet. Aber es blieb dabei, leider.
Ich habe nochmal über die erwähnte Unbequemlichkeit nachgedacht. Denn tatsächlich ist das ein Gefühl, was ich bei Filmen gerne zulasse und was für mich ein mögliches Qualitätsmerkmal ausmacht - wenn es in mir etwas zum Kitzeln bringt.. oder vielmehr zum Jucken. Etwas, was einen geradezu dazu zwingt, sich damit auseinanderzusetzen. Nun könnte man berechtigtermaßen einwenden, dass der Film das ja schafft bei mir - soviel ich hier jetzt schon darüber geschrieben habe ;D
Allerdings bleibt er was die deutschen Themen angeht, die hier wohl behandelt werden sollen (Schuld/Unschuld, Erblast, Einfluss auf die kollektive Seele einer ganzen Bevölkerung usw) für mich völlig kalt und eben - belanglos.
Vielleicht weil die Figuren trotz der vorgeblichen persönlichen Nähe ihrer Geschichten für mich immer noch allzu dicke, formelhafte Schablonen bleiben, die in erster Linie einen Zweck errfüllen sollen. Genauso konstruiert wirkt für mich auch der Zufall. Da ist nix Organisch-Natürliches.
(Wogegen der Blick hinter die Vorzeige-Kleingartenfassade bei Thore tanzt auf die dahinter schlummernde ebenso schonungslose wie abgestumpfte Grausamkeit mich tagelang beschäftigt hat und eine reihe offener Fragen mit sich brachte.
Dort ist der endoskopische Blick auf die Abgründe der Natur des Menschen durchweg gelungen. Wenig Filme, die für mich so unbequem waren.)
Aber ja: Am Ende heißt es dann wohl De gustibus non est disputandum. ^-^
KhornedBeef:
No offense, Vash, aber von deiner Rezi bleibt bei nur hängen, dass es um Schuld geht, und der Film womöglich nichts für mich ist, weil ich nicht weiß, wer "Kracht" oder die Regisseurin sind (immer schlecht) ~;D
Vash the stampede:
Das es keine umfassende Erklärung ist, ist mir bewusst. Mehr hatte ich nicht zur Hand und Zeit den Film nochmals zu schauen, habe ich gerade nicht.
Zum Rest: ¯\_(ツ)_/¯
KhornedBeef:
Ne, hast recht, ich kann mich ja auch selbst schlau machen.
Bzw. es auf die lange Liste von Sachen setzen, die ich dann wohl verpasse im Leben.
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